Bosjean [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Revermont 71. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Boscojeannais, resp. Boscojeannaises genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Die Gemeinde liegt an der Ostgrenze des nördlichen Drittels des Arrondissement Louhans und stößt auf der Ostseite an das Département Jura. Sie liegt 15 Kilometer südsüdöstlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 17 Kilometer nordnordöstlich von Louhans-Châteaurenaud.

Im Nordosten grenzt Bosjean an die jurassischen Gemeinden Chapelle-Voland und Cosges im Südosten. Im Süden liegt Le Tartre, im Südwesten Sens-sur-Seille, im Westen für knapp 900 Meter Bouhans und schließlich im Nordwesten Le Planois.

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit sehr verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zu etwa einem Prozent im Bourg, der Rest in Weilern und Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 665 Hektar bewaldete Flächen auf, was 35,7 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 59 % Laubwald und 39 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Norden – Bois Violot, Bois de Bousseau, Forêt de Visargent – und Osten – Forêt de Bêche, Bois de la Sauvagère –, aber auch an der Westgrenze – Bois Bouleau, Bois des Retus – und im Zentrum – Forêt de Bosjean.

In der Gemeinde werden 998,8 Hektar (etwa 63,5 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 63,4 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 13 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 21 % wird Weichweizen und auf rund 29 % Körner- und Silomais angebaut. Zudem wird auf etwa 14 % Raps angebaut.

Gewässer In der Gemeinde findet sich lediglich ein Stehendes Gewässer: im Südosten der Gemeinde liegt der Étang Millejay. Ganz im Norden liegt noch der Étang Neuf an der Gemeindegrenze, der Hauptteil liegt jedoch in Chapelle-Voland. Aus den noch vorhandenen Biefs und den Flurnamen zu schließen, bestanden einst vier oder fünf weitere Étangs, die inzwischen aufgelassen wurden.

Der Étang Millejay wird entwässert durch La BoissineLa Boissine, Länge 8,3 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei in Bosjean auf ca. 196 m, Mündung bei in Sens-sur-Seille auf ca. 183 m, La Boissine auf sandre.eaufrance.fr, die im südlichen Gemeindegebiet nach Westen fließt und bei Les Bochots die Gemeinde verlässt, um in die Brenne zu münden.

Ganz im Westen bildet La BrenneLa Brenne, Länge 53,79 km, Zufluss zum Bras la Seillette Aval, Quelle bei in Miéry auf ca. 437 m, Mündung bei in Sens-sur-Seille auf ca. 181 m, La Brenne auf sandre.eaufrance.fr für knapp 900 Meter Grenzfluss zwischen Bosjean und Bouhans.

Verkehrswege Von Norden, aus Le Planois, verläuft die Départementsstraße D23 in Nord-Süd-Richtung durch die Gemeinde. Sie zieht östlich des Bourg vorbei um gleich danach die Gemeinde nach Sens-sur-Seille zu verlassen. Durch die Gemeinde verlief die Römerstraße, die Louhans mit Bellevesvre verband.

Im Norden der Gemeinde bildet die D36 ein kurzes Stück die Grenze zu Le Planois. Sie erschließt den Bourg vom Planois und ist gerade einmal 1,2 Kilometer lang.

Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Les Bernoux, Bois-Bouleau, La Boissine (Gewässer), Burdy, Les Chavannes, La Communauté, La Commune, Les Crétins, Les Dagonnots, Les Dameys, Grand-Bêche, Les Grandes-Cerres, Les Michelins, Panissière, Petite-Bêche, Saint-Jean, La Sauvagère, Tassenière, Villarot. Höhenprofil mini|400pxDas Profil verläuft von Westen nach Osten, die Gemeinde entwässert grundsätzlich nach Süden, also gegen den Betrachter. Das Profil beginnt bei 199 Metern Höhe und sinkt ab auf 187,5 Meter, wo der Bief des ehemaligen Étang Cadeau fließt. Er mündet wenig weiter südlich in La Boissine. Das Gelände steigt wieder auf 199 Meter und sinkt erneut auf 191 Meter, wo ein ehemaliger Bief von Norden her in die Boissine mündet. Auf 193 Metern liegt der Weiler Villarot. Nach einer erneuten Höhe fließt ein weiterer ehemaliger Bief nach Süden, bevor auf 193 bis 196 Metern Höhe der Bourg liegt. Östlich des Bourg verläuft die Départementsstrasse D23 und das Gelände steigt wieder bis 208 Meter zum Weiler Les Dagonots. Erneut folgt ein Absinken bis auf 191 Meter zum Lauf von La Boissine, die etwa 900 Meter nördlich entspringt. La Bérodière liegt wieder auf 203 Metern, anschließend liegt der Étang Millejay auf 196,7 Metern Höhe. Schließlich steigt das Gelände bis auf 211 Meter und nach einem leichten Absinken folgt die Grenze zu Cosges.

Klima Das Klima in Bosjean ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,2 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Die erste Erwähnung des Ortes geht zurück auf das Jahr 1255, als Dominus de Bosco Johannis, bereits 1275 wird die Ecclesia de Bosco Johanni genannt. Der Name dieses Johanniswäldchens lässt darauf schließen, dass das heutige Gemeindegebiet ehemals schon stark bewaldet war.

Geschichte mini|links|Porträt von Claude Fyot (1630–1721), Graf von Bosjean, Abt von Saint-Étienne de Dijon

Im 13. Jahrhundert ist Boz-Jouhan ein Lehen der Herren von Vienne. Ein Schloss stand im Weiler Saint-Jean, brannte aber um 1475 ab. 1517 erwarb Charles Bouton das Lehen, durch die Heirat von Dorothée Bouton gelangte die Herrschaft an Léonor de Saint-Mauris de Montbarrey, 1634 wurde sie zu einer Grafschaft erhoben, zusammen mit weiteren umliegenden Besitzungen. 1680 gehörte sie Claude Fyot III. de la Marche, Abt des Klosters Saint-Étienne in Dijon. Durch Erbschaft verblieb die Herrschaft bei der Familie, 1790 war Madeleine-Mélanie Fyot de la Marche, Witwe von Dominique de Barberie, Baronin von Montpont und Gräfin von Bosjean. Zur Grafschaft gehörten neben Bosjean die heutigen Gemeinden Sens-sur-Seille, Le Tartre, Le Planois und ein Teil von Frangy-en-Bresse.

Die gotische Kirche, ist dem Heiligen Andochius geweiht und wurde im 19. Jahrhundert stark umgebaut. Im Dorfzentrum befinden sich die Mairie-École aus dem Jahr 1842, gegenüber die Knabenschule aus dem Jahr 1902. Eine Mädchenschule entstand 1851 und 1912 eine weitere Schule im Weiler Panissière. In Petite-Bêche bestand eine Mühle, 1988 bestanden noch 29 Landwirtschaftsbetriebe.

Die Herren von Bosjean Bosjean war ein Lehen der Herren von Sainte-Croix-en-Bresse, die ihrerseits Vasallen der Herzöge von Burgund waren.

1287 bestand im Weiler Saint-Jean ein festungsartiges Schloss. Es gehörte einem Vasallen der de Vienne, namens Johannes, de Bosco Johannis, miles (deutsch: Johannes, vom Wald des Johannes, Soldat). 1386 war Marie de Villers-la-Faye Besitzerin und brachte es in die Ehe mit einem Théode Bouton. Das Lehen gelangte dann an den Schwiegersohn von Marguerite de Vienne, Henri de Neufchâtel, der 1517 das Lehen Bosjean an Charles Bouton für den Betrag von 10.000 Francs verkaufte. Das Lehen blieb im Besitz der Boutons, bis es 1583 Dorothée Bouton in die Ehe mit Alexandre de Saint-Maurice einbrachte. 1634 wurde das Lehen zur Grafschaft erhoben, für ihren Sohn Éléonor de Saint-Maurice.In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war das Lehen im Besitz von Jean-Paul-Philippe de Saint-Maurice, dem Bruder von Claude-Charles-Philippe de Saint-Maurice-Montbarrey dem die Grafschaft Savigny und die Baronie Le Fay gehörten.1680 gehörte das Lehen Claude Fyot III. de la Marche, Kommendatarabt des Klosters Saint-Étienne in Dijon, Conseiller d’État, Kaplan des Königs. Er starb 1721, nachdem er auch die Baronie Mervans erworben hatte. Von ihm stammt ein Buch über die Geschichte des Klosters Saint-Étienne in Dijon.Sein umfangreiches Vermögen ging an seinen Neffen, Philibert Fyot, Président à mortier am Parlement des Burgunds. Seine Nachfolge trat sein Sohn an, Claude Philibert Fyot de la Marche. Für diesen wurde das Lehen 1736 zum Marquisat erhoben. Nach seinem Tod 1768 folgte wiederum sein Sohn Jean-Philippe Fyot de la Marche, der am 11. Oktober 1772 ohne Nachkommen starb. Die Erbschaft ging an seine Nichte, Marquise de Courteille, die Witwe von Dominique de Barberie.

Mit der Französischen Revolution 1789 wurden die Vorrechte des Adels abgeschafft, sie behielten lediglich noch ihre Titel.

Bevölkerung mini|Kirche Saint-Andoche in Bosjean

+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %311168143247,7

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen zeigt einen Überhang zugunsten der Männer mit 54 % der Bevölkerung. Dabei sind 38 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre und 43 % über 60-Jährige und damit weitgehend im Rentenalter. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 19992152105+25,0 % = 43 WE davon Hauptwohnsitz 158Zweit- oder Ferienwohnsitz37vakant20

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe5Baugewerbe7Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie5Information und Kommunikation2Finanz- und Versicherungsdienstleistungen1Grundstücks- und WohnungswesenFreiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen5Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen2Sonstige Dienstleistungen1Land- und Forstwirtschaftsbetriebe11

In der Gemeinde befinden sich drei Bauhandwersbetriebe, eine Schreinerei/Zimmerei-, ein Elektriker und ein Maler/Gipser. Im Ort befinden sich ein Pferdesportzentrum, ein Sportplatz/-halle, zwei Gîtes und eine Bibliothek. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Saint-Germain-du-Bois.

Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Bosjean Crème et beurre de Bresse, Volaille de Bresse und Dinde de Bresse zugelassen.

Bildungseinrichtungen In der Gemeinde besteht eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon untersteht und von 27 Kindern in einer Klasse besucht wird (Schuljahr 2024–2025). Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A.

Öffentlicher Verkehr Es besteht keinerlei Anbindung an den Öffentlichen Verkehr in der Gemeinde.

Literatur

Weblinks

Siehe auch Liste der Monuments historiques in Bosjean

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté