StarCraft ist ein Echtzeit-Strategiespiel, das von Blizzard Entertainment entwickelt und 1998 veröffentlicht wurde. Noch im selben Jahr erschien auch die einzige offizielle Erweiterung StarCraft: Brood War, die die Geschichte des Grundspiels fortsetzt und neue Spielinhalte umfasst. Im Jahr 2000 wurde das Spiel samt Erweiterung von Mass Media und Nintendo für die Spieleplattform Nintendo 64 umgesetzt. Mit mehr als 9,5 Millionen verkauften Exemplaren war StarCraft im August 2007 das meistverkaufte Echtzeit-Strategiespiel.

StarCraft ähnelt dem vorangegangenen Erfolgsspiel Warcraft II, das ebenfalls von Blizzard Entertainment entwickelt wurde, weist aber in vielerlei Hinsicht Unterschiede zu seinem Vorgänger auf. Insbesondere die Spielbalance der drei sehr unterschiedlichen Rassen gilt als vorbildlich. In Südkorea hat sich StarCraft zu einem Volkssport entwickelt: Es gibt Turniere von nationaler Bedeutung, Public Viewing mit bis zu 20.000 Zuschauern, Trainingsgruppen, Profispieler, die mit StarCraft ihren Lebensunterhalt verdienen, und Fernsehsender, die täglich Live-Spiele übertragen.

Am 19. April 2017 wurde StarCraft inklusive der Erweiterung Brood War sowie einigen Anpassungen kostenlos veröffentlicht. Zuvor wurde am 25. März 2017 StarCraft: Remastered angekündigt, welches eine überarbeitete Version von StarCraft und Brood War mit einer höheren Bildschirmauflösung von 4K/UHD darstellt. Diese wurde am 14. August 2017 veröffentlicht.André Linken: In pcgames.de vom 14. August 2017. Abgerufen am 21. November 2017.

Fortsetzungen Am 17. Dezember 1998, also noch im Jahr der Veröffentlichung des eigentlichen Spiels, erschien die Erweiterung StarCraft: Brood War. Die nicht allein lauffähige Erweiterung enthält neue Einheiten sowie neue Spielszenarien, die dort anknüpfen, wo die StarCraft-Handlung endete. Heute gilt StarCraft: Brood War trotz seines Alters als eines der beliebtesten Echtzeitstrategiespiele der Welt und wurde von Blizzard bis Anfang 2009 durch Patches weiter gepflegt.

Seit 2002 hat Blizzard „Starcraft: Ghost“ entwickeln lassen, ein Actionspiel für Nintendo GameCube, PlayStation 2 und Xbox, das die Handlung rund um die Ghost-Einheiten der Konföderation weiterspinnt – speziell um die Einzelkämpferin Nova. Das Projekt wurde nach mehreren Wechseln der Entwicklungsstudios allerdings eingestellt. Zwischen März und November 2016 erschien die dreiteilige DLC-Kampagne Novas Geheimmissionen, welche Teile der ursprünglichen Idee für StarCraft II umsetzt.

StarCraft II, der Nachfolger von StarCraft, wurde am 19. Mai 2007 in Südkorea von Blizzard Entertainment angekündigt. Anders als StarCraft ist StarCraft II eine Computerspiel-Trilogie. Die Trilogie besteht aus den drei Titeln Wings of Liberty, Heart of the Swarm und Legacy of the Void. Wings of Liberty wurde am 27. Juli 2010 veröffentlicht, während Heart of the Swarm am 12. März 2013 und Legacy of the Void am 10. November 2015 veröffentlicht wurden.

Die Handlung von Wings of Liberty knüpft vier Jahre nach StarCraft: Brood War an, während Heart of the Swarm direkt an Wings of Liberty und Legacy of the Void direkt an Heart of the Swarm anknüpft. Da Wings of Liberty der Geschichte der Terraner gewidmet ist, wird in Heart of the Swarm die Geschichte der Zerg und in Legacy of the Void die Geschichte der Protoss erzählt.

Entwicklung Starcraft sei inspiriert von Star Wars und Star Trek sowie Science-Fiction-Comics. Wiederkehrende Elemente seien dabei hochentwickelte Außerirdische, Bestien mit Schwarmbewusstsein und Terraner. Die menschliche Fraktion sei dabei das Gegenteil der freundlichen Menschheit aus Star Trek. Die Weltraum-Kriminellen seien eine Mischung aus Bürgerkriegs-Südstaatlern, Bikern und Cowboys. In Warcraft II: Tides of Darkness waren die beiden Fraktionen noch sehr ähnlich. Entwicklungsziel waren daher drei Fraktionen, die spielerisch unterschiedlich sind. Auf der E3 1996 wurde eine Vorabversion präsentiert, die grafisch Warcraft noch sehr ähnlich war. Nachdem die Presse dieses als »Orcs im Weltall« abgetitelt hatte, wurde Starcraft radikal überarbeitet. Das sehr junge Team arbeitete oft bis spät in die Nacht an dem Titel. Die Endphase war für die Designer zermürbend. Die Veröffentlichung wurde mehrfach verschoben. Die Zwischensequenzen wurden produziert, bevor die Hintergrundgeschichte ausformuliert war, so dass diese kaum etwas mit der Handlung zu tun haben. Erstmals wurde mit 3D-Modellen gearbeitet, die dann in diversen Winkeln abfotografiert wurden.

2014 wurde eine durch Reverse Engineering gewonnene inoffizielle ARM-Version für Pandora verfügbar.

Rassen Die Terraner (engl.: Terrans) sind menschliche Verbannte, die während ihrer erzwungenen Reise zu einem fremden System aufgrund einer Schiffsfehlfunktion auf verschiedenen Welten gestrandet sind und sich eine neue Existenz aufgebaut haben. Mit konventionellen Einheiten wie Space-Marines, Panzern und Weltraumkreuzern sind sie für den Spieler zunächst die einfachste Rasse, um Spielverständnis zu gewinnen, auch weil sich alle Gebäude und alle mechanischen Einheiten reparieren lassen. Es erfordert allerdings eine Menge Können und Micromanagement, um diese Rasse auf einem hohen Niveau zu spielen. Im Allgemeinen wird mit einer mittleren Anzahl an Einheiten gespielt. Die Protoss sind eine stolze, technologisch fortschrittliche außerirdische Rasse mit starken Psi-Fähigkeiten; sie sind von guter Gesinnung und die Erzfeinde der Zerg. Sie wurden als erste Rasse von dem größtenteils unbekannten Volk der Xel’Naga erschaffen, als „Reinheit der Form“. Ihr Name leitet sich ab von . Die Protoss zeichnen sich durch teure, aber enorm starke Einheiten aus. Die Trefferpunkte der Protoss teilen sich in die zwei Bereiche Schild- und Lebenspunkte auf. Schildpunkte laden sich nach Beschädigung selbst wieder auf, wohingegen die Lebenspunkte dauerhaft reduziert bleiben (einige Bodeneinheiten, wie etwa der Berserker, können von verbündeten terranischen Sanitätern geheilt werden). Die Protoss sind im Allgemeinen die bevorzugte Rasse bei Anfängern, da man mit weniger, dafür aber stärkeren Einheiten spielt, welche aufgrund der geringen Anzahl leichter zu koordinieren sind. Die Zerg wurden ebenfalls in einem gentechnischen Experiment der Xel’Naga erschaffen, anders als die Protoss aber als „Reinheit der Essenz“, und vernichteten ihre Schöpfer. Eigentlich sind die Zerg kleine, wurmartige Wesen, die den genetischen Code anderer Spezies assimilieren, diesen für ihre Zwecke verändern und so ihrem eigenen Genpool hinzufügen. Jeder Zerg untersteht dem Schwarm und dessen kollektivem Bewusstsein, dem Overmind, der seine Befehle wiederum über Zerebraten (die „Kommandeure“ einer Zerg-Brut) und deren Overlords an jeden einzelnen Zerg-Krieger und -Arbeiter weiterleitet. Sogar die Gebäude der Zerg sind lebendig; die meisten Gebäude können nur auf einem lebenden Schleim (im Spiel Kriecher genannt) errichtet werden, welcher sich um die Gebäude herum auf einen bestimmten Radius erweitert. Zerg-Einheiten sind günstiger und schneller gebaut als die Einheiten der anderen Rassen und sind meistens zahlenmäßig überlegen, haben jedoch deutlich weniger Trefferpunkte. Verletzte Einheiten und Gebäude regenerieren sich eigenständig, jedoch wesentlich langsamer als die Schilde der Protoss-Einheiten.

Hintergrundgeschichte StarCraft Die Handlung von StarCraft wird dem Spieler im Handbuch, den Missionsbesprechungen und über Dialoge während der Missionen erzählt. Zudem werden an Schlüsselstellen Videosequenzen gezeigt. Das Spiel ist dabei in drei Episoden unterteilt, in jeder befehligt der Spieler eine jeweils andere Rasse.

Im ersten Segment des Spiels, der Terraner-Episode, übernimmt der Spieler die Rolle des Magistraten für die weit abgelegene Welt Mar Sara, eine Kolonie der terranischen Konföderation. Gemeinsam mit dem Marshall von Mar Sara, Jim Raynor, versucht der Magistrat nach dem Angriff der Protoss auf durch Zerg infizierte Welten der Konföderation, die Kontrolle über die Kolonie zurückzuerlangen. Nachdem die Terraner Raynor für die Zerstörung von Konföderationseigentum festnehmen, obwohl dieses von den Zerg verseucht wurde, schließt sich der Spieler den Söhnen von Korhal und Arcturus Mengsk an. Raynor, der von Mengsks Truppen befreit wird, tritt ebenfalls den Söhnen bei und begleitet den Spieler häufig auf Missionen. Mengsk benutzt von der Konföderation erbeutete Psi-Emitter, um die Zerg anzulocken und seine eigenen Ziele voranzutreiben. Nachdem er den Konföderationsgeneral Edmund Duke gezwungen hat, ihn zu unterstützen, opfert Mengsk seine Stellvertreterin Sarah Kerrigan – eine psionisch begabte Ghost (dt. Geist)-Agentin – um die Zerstörung der Konföderation sicherzustellen. Dazu lockt er die Zerg auf die konföderierte Hauptwelt Tarsonis. Raynor ist entrüstet, als er erkennt, dass Mengsk rücksichtslos nach Macht strebt, und flieht mit einer kleinen Armee, die aus der ehemaligen Miliz von Mar Sara besteht. Mengsk vereint die übrig gebliebenen Terraner in der Terranischen Liga und setzt sich selbst als Kaiser ein.

In der zweiten Kampagne, der Zerg-Episode, wird enthüllt, dass Kerrigan von den Zerg nicht getötet, sondern gefangen genommen und assimiliert wurde. Die Zerg versuchen damit, ihre Psi-Kräfte in ihren eigenen Genpool zu übernehmen. Als sie wiedererwacht, ist sie im Besitz deutlich größerer körperlicher und mentaler Kräfte und einer völlig veränderten DNS. Währenddessen entdeckt der Protoss-Exekutor Tassadar, dass die Zerg-Zerebraten (Kommandanten über eine Gruppe der Zerg) nicht auf konventionelle Weise getötet werden können, wohl aber mit den Kräften der als Häretiker verstoßenen Dunklen Templer. Tassadar verbündet sich mit einem Prälaten der Dunklen Templer namens Zeratul, der daraufhin den Zerg-Zerebraten Zasz, Führer eines Schwarms auf ihrer Heimatwelt Char, besiegt. Der Tod des Zerebraten führt dazu, dass der Schwarm Amok läuft und von den Zerg selbst vernichtet wird. Dabei wird jedoch kurzzeitig der Verstand Zeratuls mit dem Overmind, der obersten Kollektivintelligenz der Zerg, verbunden. Dieser erfährt dadurch die Position der Protoss-Heimatwelt Aiur, ein Geheimnis, das für Jahrtausende vor der Galaxis verborgen wurde. Die Zerg greifen sofort an, und trotz schweren Widerstands der Protoss gelingt es dem Overmind, sich in die Kruste des Planeten einzunisten.

In der abschließenden Episode, in der der Spieler als Protoss handelt, brandmarkt die Regierung der Protoss, die Konklave, Tassadar als Verräter und Häretiker, weil er mit den Dunklen Templern zusammengearbeitet hat. Der Spieler dient zunächst als neuer Exekutor dem Protoss-Judikator Aldaris und verteidigt den Planeten Aiur vor der Zerg-Invasion. Auf einer Mission zur Festnahme Tassadars schließt sich der Spieler jedoch demselben an. Ein Bürgerkrieg innerhalb der Protoss bricht aus, der Tassadar, Zeratul und ihre Verbündete gegen die Konklave stellt. Die Dunklen Templer beweisen dabei ihren Wert, als sie ihre Kräfte benutzen, um zwei weitere Zerg-Zerebraten auf Aiur zu töten. Die Protoss-Regierung versöhnt sich daraufhin mit ihnen. Mit Hilfe von Raynors Truppen – die sich Tassadar auf Char angeschlossen haben – gelingt es den Protoss unter großen Anstrengungen, zum Overmind vorzudringen und seine äußere Hülle zu zerstören. Tassadar fokussiert seine eigenen Psi-Kräfte mit denen der Dunklen Templer durch die Hülle seines Kommandoschiffs, der Gantrithor, und stürzt sich in den Overmind, um sich für dessen Zerstörung zu opfern, was ihm gelingt.

StarCraft: Brood War

In der Erweiterung Brood War wird an der Art der Präsentation der Handlung aus StarCraft festgehalten. Wieder wird das Spiel in drei Episoden geteilt, wobei der Spieler in jeder Episode eine andere Rasse steuert.