mini|Blick von Donndorf über das Talmühlbachtal nach Eckersdorf mini|Eckehartstraße im Ortskern von Eckersdorf Eckersdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Bayreuth. Donndorf ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geographie Geographische Lage Die Großgemeinde befindet sich am Nordrand der Fränkischen Schweiz unweit der Festspielstadt Bayreuth. Der Sophienberg bildet mit die höchste Erhebung in der Umgebung.

Der Ortskern des Hauptorts liegt auf einer Anhöhe zwischen den Tälern des Mühlbachs und des Talmühlbachs. Der Ort dehnte sich in jüngster Zeit vor allem nach Norden und Westen aus. Jenseits des Talmühlbachs entstand ein Neubauviertel mit Einfamilienhäusern, dessen Fläche die der ursprünglichen Ortschaft bei Weitem übersteigt. Man nennt diesen Gemeindeteil im Volksmund „Brunnenwiese“. Entlang der Bamberger Straße und nördlich davon ist diese Siedlung mit den Neubaugebieten von Donndorf zusammengewachsen.

Gemeindegliederung mini|Rathaus Eckersdorf im Gemeindeteil Donndorf mini|Gemeindeteil Oberwaiz: Forsthaus, ehemaliges Jagdschloss der Plassenberger, erbaut 1776 Es gibt 24 Gemeindeteile, auf der Website von Eckersdorf sind es 22 Gemeindeteile, da die Einöde Matzenberg und das Schloss Fantaisie zum Gemeindeteil Donndorf gerechnet werden (Einwohnerzahlen Stand: 9. Januar 2024, nur Hauptwohnsitze).

Gemeindeteil Siedlungstyp Einwohnerzahl Busbach Pfarrdorf 198 Donndorf Dorf 1932 Eckersdorf Pfarrdorf 1944 Eschen Dorf 118 Forst Dorf 127 Hardt Weiler 21 Heisenstein Einöde 4 Lahm Dorf 29 Lochau Weiler 21 Lohe Weiler 20 Melkendorf Weiler 19 Neustädtlein am Forst Pfarrdorf 154 Oberwaiz Dorf 317 Pleofen Dorf 29 Schanz Weiler 28 Simmelbuch Dorf 64 Stein Einöde 0 Tröbersdorf Kirchdorf 66 Vorlahm Weiler 13 Waldhütte Einöde 0 Windhof Weiler 8 Wolfsgraben Einöde 1

Obere Mühle und Untere Mühle zählen zum Gemeindeteil Busbach.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Busbach, Donndorf, Eckersdorf, Eschen, Forst Neustädtlein am Forst (Gemarkungsteil 0), Neustädtlein am Forst und Oberwaiz. Die Gemarkung Eckersdorf hat eine Fläche von 6,237 km². Sie ist in 1854 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 3363,94 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Forst, Hardt und Lohe.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Thurnau, Bayreuth, Mistelbach und Mistelgau.

Geschichte Mittelalterliche Geschichte Der Ort wurde im Giechburgvertrag (1143/49) als „Eckehartestorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Namenspatron der Burgkapelle, der Heilige Kilian, legt einen Zusammenhang mit dem Bistum Würzburg nahe. Damit hätte die früheste Besiedlung noch vor der Gründung des Bamberger Bistums (1007) gelegen. Jedoch lässt sich ein Würzburger Altzehnt auf der Gemeindeflur nicht nachweisen.

Die Namensnennung sowie die Bezeichnung als Dorf lässt auf eine herrschaftliche Gründung schließen, im Gegensatz zu dem wohl mit freibäuerlichen Zusammenschlüssen besiedelten Mistelgau. Der Schloßhof südlich der damaligen Burgkapelle des Heiligen Kilian im Zentrum Eckersdorfs ist wohl der Ursprung dieser Herrschaftssiedlung. Das mittelalterliche Dorf ist als Haufendorf um die beiden Burgen entstanden. Allerdings sind auch Entwicklungen eines Straßendorfs entlang der halbmondförmigen Dorfstraße (heute: Eckehartstraße) erkennbar. Der Ortsname leitet sich wohl vom Personennamen des Gründers Eckehard ab.W.-A. v. Reitzenstein, S. 60. Dessen Nachfahren, z. B. Uldarich, wurden mit „de Eckehartestorf“ tituliert.

Nach dem Ende des niederadligen Geschlechts der von Eckersdorf kamen die Grafen von Andechs-Meranien in den Besitz des heutigen Gemeindegebiets und hielten es bis zu ihrem Aussterben 1248.

mini|Wappen der Familie von Lüchau am Taufbecken der Eckersdorfer Kirche Die Herren von Plassenberg erwarben 1420 erste Güter in Eckersdorf. Hundert Jahre später wurde es ihnen vollständig als Lehen übertragen. 1440 wurden sie als „Herren zu St. Gilgenberg“ und „zu Eckersdorf“ genannt. 1457 renovierten sie als Kirchenpatrone die Kapelle und ließen sie mit gotischen Fresken ausgestalten. Bei Restaurierungsarbeiten (1983/1987), als diese Fresken wieder zu Tage kamen, wurden zwei weitere ältere Schichten gefunden, die auf ein hohes Alter der Kapelle schließen lassen. 1519 ließ Lorenz von Plassenberg, der auf St. Gilgenberg saß, mit dem heutigen Kantorat ein Schulhaus mit Wohnung für den Kantor bauen. 1526 ließ er die Kapelle erweitern und den alten Teil als Altarraum umgestalten. Nach dem Aussterben der Plassenberger 1552 kam Eckersdorf an die Herren von Lüchau, bis es 1757 an das Markgraftum Bayreuth fiel.

Kirchlich gehörte Eckersdorf im Mittelalter zum Erzbistum Bamberg. Das Bistum war in Diakonate und Pfarreien unterteilt, die für ein bestimmtes Gebiet zuständig waren. Das Gebiet, das von einer Pfarrei verwaltet wurde, umfasste mehrere Dörfer, deren Einwohnerzahl jedoch überschaubar war. Von der Urpfarrei Bindlach (Gründung um 900) spaltete sich Eckersdorf um 1200 zusammen mit dem Kirchensprengel Altenstadt ab. Das Archidiakonat Kronach war für Eckersdorf und Mistelgau zuständig. Das Gebiet um Tröbersdorf gehörte kirchlich zum Archidiakonat Hollfeld.

In der Reformationszeit wurde das Bayreuther Gebiet protestantisch. Vom 15. bis 17. Jahrhundert musste der ansässige Pfarrer die damals sehr arme Kirchengemeinde Mistelgau mit wechselndem Erfolg als „Zukirche“ mitverwalten.

Neuzeitliche Entwicklung Der Ortskern um die beiden Herrschaftssitze lag an der Kante der Rhätsandsteinschluchten Salamandertal und Gilgengraben. Als der Ort nach dem Dreißigjährigen Krieg expandierte, wurden neue Gehöfte entlang der Rhätsandsteinkante angelegt. Dadurch stand das wertvolle Ackerland (Flur) weiterhin zur agrarischen Nutzung zur Verfügung. Ein zweites Kriterium war die Trinkwasserversorgung über Ziehbrunnen, die die Standortwahl neuer Gehöfte durch die Grundwasserknappheit direkt an der Rhätkante begrenzte.

In der Pfarrchronik von 1778 sind in Eckersdorf 60 Haushalte, in Forst 13, in der Hardt 3 und in Lohe 4 aufgeführt.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Eckersdorf 58 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die Amtsverwaltung Donndorf. Grundherren waren das Hofkastenamt Bayreuth (1 Gütlein), die Superintendentur Bayreuth (2 Viertelhöfe, 2 Dreiachtelhöfe) und die Amtsverwaltung Donndorf (12 Sölden, 1 Söldengut, 1 Gut mit Wirtschaftsgerechtigkeit, 1 Mühle, 2 Schmieden, 1 Halbsölde, 1 Tropfgütlein, 21 Häuser, 11 Tropfhäuser, 1 Wohnhaus, 1 Badstube).R. Winkler: Bayreuth, S. 351f.

Als Teil des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth kam Eckersdorf im Frieden von Tilsit zu Frankreich und wurde 1810 an das Königreich Bayern verkauft. Von 1797 bis 1810 wurde Eckersdorf vom Justiz- und Kammeramt Bayreuth verwaltet.

1796 nannte Jobst Christoph Ernst von Reiche 64 Häuser in Eckersdorf, die nach seiner kartographischen Darstellung im alten Ort diesseits des Gilgengrabens und der späteren Bundesstraße 22 standen. In Hardt und Lohe zählte er jeweils 4 Häuser, in Forst 10. Eine offizielle kartographische Darstellung erfolgte im Urkataster der Jahre 1851/52.Eckersdorf im BayernAtlas (Bayerische Uraufnahme) In beiden Werken lässt sich auch die 1777 veranlasste Hausnummernzählung des Markgrafen Christian Friedrich Carl Alexander, letzter Markgraf in Bayreuth, erkennen.

1812 wurde infolge des Gemeindeedikts der Steuerdistrikt Eckersdorf gebildet. Außer dem Hauptort gehörten hierzu Donndorf, Dörnhof, Forst, Geigenreuth, Hardt, Laimbach, Lohe, Matzenberg, Meyernberg, Oberpreuschwitz, Oberwaiz, Schanz, Teufelsgraben, Tröbersdorf und Wiesen.R. Winkler: Bayreuth, S. 490. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Eckersdorf mit den Orten Forst, Hardt und Lohe. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). Ab 1862 gehörte Eckersdorf zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).R. Winkler: Bayreuth, S. 469. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 6,238 km².

1833 hatte Eckersdorf laut der Pfarrbeschreibung 75 Häuser mit 125 Familien, Forst 10 Häuser mit 13 Familien, Hardt 5 Häuser mit 5 Familien und Lohe 4 Häuser mit 5 Familien. Zur Zeit der Anfertigung des Urkatasters waren es bereits 80 Häuser. Die Häuser- und Einwohnerzahl stieg in den nächsten Jahrzehnten durch den Ausbau. Gesiedelt wurde in der Kanzleistraße, entlang der heutigen B 22 und im Dorfkern.

Den größten Bevölkerungszuwachs hatte Eckersdorf nach dem Zweiten Weltkrieg. Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus östlichen Teilen des ehemaligen Deutschlands errichteten in den 1950er Jahren Wohn- und Arbeitsstätten und bildeten den Grundstock z. B. der Siedlung Blauer Hügel zwischen dem Weiler Hardt und dem Hauptort.

Im Jahre 1873 gründete Erhard Schoberth die Freiwillige Feuerwehr Eckersdorf, die jetzt (Stand Mai 2020) über ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, ein Tragkraftspritzenfahrzeug und ein Mehrzweckfahrzeug verfügt. Die Feuerwehr ist gemeinsam mit der Feuerwehr Donndorf an der Bundesstraße stationiert.

Sozialgeschichte im 19. Jahrhundert Die Gemeinde Eckersdorf am Beginn des 19. Jahrhunderts Mit dem Gemeindeedikt von 1818 begann auch für Eckersdorf ein Neuaufbruch. Jetzt gab es einen gewählten Gemeindeausschuss, bestehend aus dem Bürgermeister, einem Beisitzer als dessen Stellvertreter und mehreren Gemeindebevollmächtigten. Die Wahl war an das Bürgerrecht gebunden, Frauen, besitzlose Männer und Straftäter waren von der Wahl ausgeschlossen. Volljährigkeit, Erwerbstätigkeit, Steuerveranlagung, fester Wohnsitz und bis 1869 Grundeigentum oder ein Gewerbe waren die Voraussetzung zum Erwerb des Bürgerrechts – somit wurden viele Bevölkerungsteile von der politischen Teilhabe ausgeschlossen. Da die Gemeinde gegen Eheschließung eines in der Gemeinde Heimatberechtigten Einspruch erheben konnte, erklärt sich auch die hohe Zahl unehelicher Kinder im 19. Jahrhundert. Die Gemeinde Eckersdorf und viele ihrer Einwohner gehörten in dieser Zeit eher zu den notorisch Armen. Die Industrialisierung der nahen Stadt Bayreuth hatte zwar für Arbeitsplätze gesorgt. Jedoch waren diese nicht gut bezahlt, so dass die zugezogenen Arbeiter zu den Verlierern dieses gesellschaftlichen Umbaus gehörten.

Die Streitigkeiten zwischen Donndorf und Eckersdorf mini|hochkant|Evang.-Luth. Sankt-Ägidius-Kirche Besonders im 19. und im frühen 20. Jahrhundert wird von einer ausgeprägten Feindschaft zwischen den beiden Nachbardörfern Donndorf und Eckersdorf berichtet. Sie ist wohl vor allem dem kirchlich verwalteten Schulwesen zuzuschreiben. In der Kirchengemeinde war man vereint, jedoch waren im Kirchenraum in St. Ägidius die Sitzplätze durch den Mittelgang nach den Ortschaften aufgeteilt. Auf der linken Seite saßen die Donndorfer und Oberpreuschwitzer, die Eckersdorfer saßen rechts. Diese Trennung spiegelt auch die schulische Struktur wider. 1881 wurde die alte Eckersdorfer Schule an der heutigen Kanzleistraße gebaut. In den frühen 1930er Jahren wurde sie erweitert. Dort war auch die namensgebende Gemeindekanzlei untergebracht. Die Bürger aus Forst stellten den Antrag, auch ihre Kinder nach Eckersdorf in die Schule schicken zu dürfen, um den etwas weiteren Weg nach Oberpreuschwitz zu ersparen, gehörten sie doch auch politisch zu Eckersdorf.

Ein Höhepunkt dieser Streitigkeiten war auch der amtliche Beschluss des Innenministeriums 1869, die Gemeinden Donndorf, Eckersdorf und Meyernberg zu einer Bürgermeisterei zusammenzuschließen, das am Willen bzw. Unwillen der Bevölkerung scheiterte. Noch bei der Zusammenlegung der Gemeinden im Zuge der Gebietsreform 1978 wurde heftig gestritten, wie die Gemeinde zukünftig heißen sollte.