Samtens ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Gemeinde ist Verwaltungssitz des Amtes West-Rügen, dem weitere zehn Gemeinden angehören. Der Ort bildet für seine Umgebung ein Grundzentrum.Regionales Raumentwicklungsprogramm Vorpommern (RREP) 2010 - zentralörtliche Gliederung mit Ober-, Mittel- und Grundzentren, Stand 12. Juli 2015.

Geografie Lage Samtens befindet sich rund 20 Kilometer nordöstlich von Stralsund und etwa zehn Kilometer südwestlich von Bergen. Die Gemeinde ist eine der wenigen Binnengemeinden auf Rügen.

Umgeben wird Samtens von den Nachbargemeinden Dreschvitz im Norden, Sehlen im Nordosten, Garz/Rügen im Osten, Poseritz im Süden sowie Rambin im Westen.

Ortsteile

Geschichte Gemeindegebiet Die Umgebung war bis 1325 Teil des Fürstentums Rügen und danach des Herzogtums Pommern. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 geriet Rügen und somit auch der Ort Samtens unter schwedische Herrschaft, nachdem der Ort vorher zum Herzogtum Pommern gehörte. Im Jahr 1815 kam die Gemeinde und Vorpommern zur preußischen Provinz Pommern. Seit 1818 gehörte Samtens zum Kreis bzw. Landkreis Rügen. Nur in den Jahren von 1952 bis 1955 war es dem Kreis Putbus zugehörig. Die Gemeinde gehörte danach bis 1990 zum Kreis Rügen im Bezirk Rostock und wurde im selben Jahr Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Der seit 1990 wieder so bezeichnete Landkreis Rügen ging 2011 im Landkreis Vorpommern-Rügen auf.

Samtens Samtens wurde erstmals im Jahr 1318 als „Samtensze“ erwähnt. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und bedeutet so viel wie einsam.Offizielle Homepage der Gemeinde Samtens, abgerufen am 1. Januar 2026.

Berglase Berglase war Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst ein Gutsvorwerk mit Ziegelei. Zum Ort gehörte die Holländerei Tolkmitz.Beilage zum 21. Stück des Amts-Blattes der Königlichen Regierung zu Stralsund pro 1867, Öffentliche Bekanntmachung, Nummer 21, Auflage 305, Eigenverlag, Stralsund 1867, S. 12. Daraus muss sich ein Gut entwickelt haben. Karl Friedrich von der Lancken-Plüggentin als Erwerber und sein Sohn Friedrich (Fritz) Karl von der Lancken (1825–1872) waren Gutsherren in Berglase.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel) 1903, Adelige Häuser nach alphabetischer Ordnung, Lancken, Vierter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1902-11-10, S. 476–477. Gut Berglase hatte 1914 Freiherr F. E. von Langen das 488 ha Rittergut, mit Anteilen in Tolkmitz und einem Oberinspektor an der Verwaltungsspitze. 1922 übernahm der aus Ottweiler stammende Gutsbesitzer Pflug-Baltersbach, gründete umgehend eine Saatzucht GmbH und agierte erfolgreich als Züchter von Frühhafer.Arbeiten - Ausgaben DLG 1922, Hrsg. Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft, Selbstverlag, Berlin 1922, S. 50–75. Später wurde Gut Berglase aufgesiedelt. Die Gemarkung von Berglase war vor der Bodenreform in mehreren Höfen gegliedert. Mit 97 ha besaß Reinhold Rühe den größten Betrieb. Zum Pfarrhof gehörten 43 ha, die in Pacht gegeben waren.

Frankenthal Gut Frankenthal, vormals wohl als Finkenthal geführt, war lange ein Gut des rügischen Adelsgeschlechts der von Gagern. Die Familie bildete genealogisch eine eigene Linie Frankenthal heraus. Eberhard von Gagern hatte 1645 als Deputierter auf Rügen dem Greifswalder Landtag beigewohnt. Mit dem Tod des Erdmann von Gagern-Frankenthal ging der Besitz an Richard Erdmann von Gagern-Koldewitz. Diese Linien haben zuweilen untereinander geheiratet.Leopold Nedopil: Deutsche Adelsproben aus dem deutschen Ordens-Central-Archive, Band 4. Supplement, Abschnitt Gagern, Selbstverlag des Deutschen Ritter-Ordens, Wien 1881, S. 63–258. Anfang des 19. Jahrhunderts war Major Gustav sen. Freiherr von Gagern (1785–1834),Neuer Nekrolog der Deutschen, Zwölfter Jahrgang 1834, Erster Theil, B. Fried. Voigt, Weimar 1836, S. XXVIII. u. S. 125. Ritterschaftsrat der NeumarkHandbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1832, Deckersche Geheime Ober-Hof-Buchdruckerei (R. L. Decker), Berlin 1832, S. 103. zu Rehdorf (Neumark) Lehensberechtigter zu Frankenthal. Er war zuerst mit Charlotte von Schütz und dann mit Ida von BrauchitschGothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1861, Elfter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1860-10-24, S. 189–190. verheiratet. In Tradition des evangelischen Landadels war er auch Ritter des Johanniterordens. Die Tochter Helene aus zweiter Ehe heiratete in Berlin 1845 den damals schon bekannten Arzt und Japanforscher Philipp Franz Jonkheer von Siebold. Erbe des Gutes im Minorat wurde der gleichnamige Sohn Gustav jun. Freiherr von Gagern (1823–1886), der zunächst in Berlin lebte und in Genf Hedwig von Blankensee (1847–1908) heiratete. Das Gut war viele Jahre verpachtet, mindestens von 1858 bis 1865 an Gustav von Boltenstern, liiert mit Anna von Baerenfels-Warnow, ihre drei Töchter sind auch in Frankenthal geboren.Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler, u. a.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser 1977, B (Briefadel), Band XII, Band 64 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1977, S. 478–480. Eigentümer und somit Nacherbe wurde der zweite Sohn, PaulGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1912, Dreizehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1911, S. 298 ff. von Gagern (1870–1934), zuletzt Oberstleutnant. Im Jahr 1914 gehörten zum Rittergut Frankenthal mit Pertinenz (Nebengut) Luttow 407 ha. Es wurde ein umfangreicher landwirtschaftlicher Betrieb und eine große Fohlenzucht unterhalten. Zum Gut gehörte ein 5 ha Waldbesitz. Eigentümer war damals weiterhin als Majoratsbesitzer Paul von Gagern,Programm des Gymnasiums zu Stralsund Ostern 1884, Verzeichnis der Schüler. Quarta, Auflage 1884. No. 129, Königliche Regierungs-Buchdruckerei, Stralsund 1884, S. 27. der zu jener Zeit aktiver Husarenoffizier in Stendal war. Die Besitzung waren an Carl Burgwitz und für Luttow an Familie Wittstock verpachtet.Ernst Seyfert (Hrsg.): Güter-Adreßbuch der Provinz Pommern. 1914. Verzeichnis. Handbuch der Königlichen Behörden. Mit Unterstützung vieler Behörden nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet, Band Regierungsbezirk Stralsund, Nummer Kreis Rügen, in: Niekammer’s Güter-Adressbücher, Band I. für Pommern, 4. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914-05-01, S. 272–273. Im letzten amtlich publizierten Güter-Adressbuch für die Provinz Pommern 1939 wurde Frankenthal noch mit 380 ha aufgeführt, Eigentümer Claus von Gagern (1905), ältester Sohn des Fideikommissherrn und Offiziers Alexander von Gagern-Frankenthal (1873–1937) und der Irmgard von Hofmann.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1917, Achtzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1916, S. 322 f. Luttow war verkauft an E. Wittstock. Der letzte Frankenthaler Gutsbesitzer Claus von Gagern hatte mit der aus Berlin stammenden Annemarie Nordmann (1910–1935) eine Familie gegründet und mit ihr zwei Kinder. Die Adelsfamilie wurde 1945 enteignet.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser 1939, Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil A (Uradel). Achtunddreißigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1938, S. 140 f.

Muhlitz Muhlitzer Gutsherr war unter anderem Friedrich (Carl) von der Lancken-Plüggentin (1798–1877). Zu dessen interessanten Vita gehört auch der Verdacht auf Hochverrat, eine verkürzte dreijährige Festungshaft und später die Erhebung zum königlich preußischen Kammerherrn und verschiedene Auszeichnungen bis hin zum Roter Adlerorden. Insgesamt gehörten ihm acht Güter auf Rügen.Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon, (Lancken, Friedrich (Carl) von der) 1. Auflage 1. Digital. Edition Konrad Reich, Hinstorff, Rostock 2011, S. ISBN 978-3-356-01405-1. Ihm folgt Oskar von der Lancken (1829–1884). Anfang des 20. Jahrhunderts war das Rittergut Muhlitz mit Klein-Karow, gesamt 279 ha, Teilbesitz des F. E. Freiherrn von Langen-Berglese und unterverpachtet.

Natzevitz Die Vorfahren der Brüder Heinrich und Gotan von Natzevitz sollen für ihre Adelsfamilie den Namen des Ortes Natzevitz angenommen haben, so der genealogische Forschungsstand aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.Zur Kunde der Rügischen Ritterschaft bis 1325, in: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV. bis zum XIX. Jahrhundert, Die Familie Natzevitz, Hrsg. Robert Klempin, Gustav Kratz. In Commission A. Bath (Mittler’s Sortimentsbuchhandlung), Berlin 1863, S. 71. Die Familie von Ahnen ist dokumentiert im Besitz von Natzevitz, so Klaus von Ahnen als Sohn des Ewert von Ahnen auf Datzow und Natzevitz nach alten InschriftenJoachim Zdrenka: Die Inschriften des Landkreises Rügen, in: Die deutschen Inschriften, Band 55, Nummer Rambin, Pfarrkirche, 2. Auflage (Original Akademie-Verlag), Verlag de Gruyter, Berlin, Boston 2014, S. 106. ISBN 978-3-05-003742-4. in der Rambiner Kirche. Im 20. Jahrhundert war der als Rittergut klassifizierte Besitz in bürgerlichen Händen der Familie Otto Kreitz, 397 ha.

Plüggentin mini|Rittergut Plüggentin um 1861/62, Sammlung Alexander Duncker Das Gut Plüggentin war seit dem 13. Jahrhundert im Besitz der Familie von Grundis. Anfang des 16. Jahrhunderts kam es an das Kloster Eldena bei Greifswald, aber schon 1520 verkaufte das Kloster das Gut an die Familie von der Osten. 1717 kaufte es dann die Familie von Vieregge, aber durch den Nordischen Krieg kam sie in Schwierigkeiten und das Gut wurde veräußert. Nun aber wurde das Gut zum Walzengut, das heißt, es hatte ständig wechselnde Besitzer. Dann wurde es stabiler, mit von Wolffradt 1730 bis 1766, dann die von der Lancken bis 1901, zuletzt der Husaren-Leutnant Fritz von der Lancken (1868–1901). Es folgen auf Plüggentin mit Negast, Teile in Samtens und Zirkow-Hof, 751 ha, die von Langen und um 1914 erst der Landwirt Ulrich Anders, Verwalter Oberinspektor Scheer, sowie dann die Familie Gerhard Sprickerhof bis 1945.

Das Gutshaus – neunachsig mit reich gegliederter Fassade, wurde 1888 von der Lancken erbaut, deren letzter 1901 aber mit dem Reitpferd stürzte und sich das Genick brach.Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1993, S. 152, ISBN 3-88042-636-8.

Sehrow Bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren in Sehrow nach dem Landwirtschaftlichen Güter-Adressbuch Pommern drei Höfe erwähnt. 60 ha der Familie K. Lange, 52 ha des Oberförsters Emil Bischoff sowie 34 ha der Familie W. Klemp.

Stönkvitz Im Dorf, einst Stunnekevitz,Veröffentlichungen der Historische Kommission für Pommern. 1965, in: Forschungen zur Pommerschen Geschichte, Hrsg. Historische Kommission für Pommern, Böhlau, Köln 1965, S. 130. bestand ein Rittergut. Eigentümerin war die Kirchengemeinde des Klosters St. Jürgen vor Rambin in Stralsund.

Tolkmitz 1640Fernhandel und Handelspolitik der baltischen Städte in der Hansezeit. Beiträge zur Erforschung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Handelsbeziehungen und -wege im europäischen Rahmen, Hrsg. Norbert Angermann, Paul Kaegbein, in: Schriften der Baltischen Historischen Kommission, Band 11, Verlag Nordostdeutsches Kulturwerk, Lüneburg 2001, S. 134. ISBN 978-3-932267-19-2. gehörte das Gut Tolkmitz dem Stralsunder Ratsherrn und Kämmerer Johann Sinneke. Etwa ein gutes Jahrhundert danach erwarb Wilhelm Friedrich Ludwig von Bagewitz Tolkmitz und Berglase, ohne nennenswerten Erfolg.Leopold von Zedlitz-Neukirch: Bagewitz, die Herren von, in: Neues Preussisches Adels-Lexicon, oder genealogische und diplomatische Nachrichten, Band 1, A–D, Hrsg. Verein von Gelehrten und Freunden der vaterländischen Geschichte, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1836, S. 166. Vor der Bodenreform waren im Ort fünf Bauernhöfe à 20 ha mit jeweils fast identischem Flächeninhalt der Kulturen nachgewiesen.