mini|Das Kreisgebiet 1905 Der Landkreis Beeskow-Storkow, im 19. Jahrhundert auch Beeskow-Storkowscher Kreis genannt, war ein Landkreis in Brandenburg. Er bestand in Preußen, in der SBZ und in der DDR bis 1950. Heute gehört das ehemalige Kreisgebiet zu den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oder-Spree in Brandenburg.

Der Kreis Beeskow-Storkow umfasste am 1. Januar 1945 die drei Städte Beeskow, Märkisch Buchholz und Storkow 92 weitere Gemeinden, darunter Ketschendorf und Niederlehme mit jeweils mehr als 2000 Einwohnern und drei Forst-Gutsbezirke.

Das Landratsamt befand sich in der Stadt Beeskow.

Verwaltungsgeschichte

Königreich Preußen In der nachmittelalterlichen Zeit bildete sich in der Mark Brandenburg eine Gliederung in Kreise heraus. Einer dieser historischen Kreise war der Kreis Beeskow-Storkow, seinerzeit auch Bees- und Storkowscher Kreis genannt. Er bestand aus zwei historischen Territorien, der Herrschaft Beeskow und der Herrschaft Storkow. Im Einzelnen umfasste er die beiden Städte Beeskow und Storkow sowie die königlichen Ämter Buchholz, Kossenblatt, Krausnick, Münchehofe, Plössin, Stahnsdorf und Trebatsch, sowie einige Dörfer in adligem Besitz.

Durch die preußische Provinzialbehörden-Verordnung vom 30. April 1815 und ihre Ausführungsbestimmungen wurde der Kreis geteilt. Die Herrschaft Storkow kam zum neuen Regierungsbezirk Potsdam und die Herrschaft Beeskow zum neuen Regierungsbezirk Frankfurt. Der Storkower Teilkreis wurde mit dem Kreis Teltow zum Kreis Teltow-Storkow zusammengeschlossen, während der Beeskower Teilkreis in den Kreis Lübben eingegliedert wurde.

Zum 1. Januar 1836 wurde der Status quo ante wiederhergestellt.Bekanntmachung wegen theilweiser Wiederherstellung früherer Kreisgrenzen in Bezug auf die Regierungsbezirke Potsdam und Frankfurt. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, Jahrgang 1835, Stück 51 vom 11. Dezember 1835, S. 318. Der Kreis Beeskow-Storkow wurde wiederhergestellt und dem Regierungsbezirk Potsdam zugeordnet. Das Landratsamt war in Beeskow. Gleichzeitig wurde der Kreis Teltow-Storkow wieder zum Kreis Teltow verkleinert. mini|Kreis Beeskow-Storkow

Norddeutscher Bund und Deutsches Reich Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab dem 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Zum 1. April 1882 wurden die Landgemeinde Amalienhof und der Gutsbezirk Amalienhof aus dem Kreis Beeskow-Storkow in den Kreis Lübben eingegliedert, während die Landgemeinde Cossenblatt und Teile des Gutsbezirks Cossenblatt und des Forstschutzbezirks Cossenblatt vom Kreis Lübben zum Kreis Beeskow-Storkow traten.

Ende der 1920er Jahre wurden im Kreis alle Gutsbezirke bis auf dreiNachweis ? aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt. Im April 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.

DDR Das brandenburgische Gesetz über die Änderungen zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 28. April 1950 wirkte sich zum 1. Juli 1950 wie folgt aus: Der Landkreis Beeskow-Storkow wurde in Landkreis Fürstenwalde umbenannt.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Statistisches Bundesamt. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995. ISBN 3-8246-0321-7. (S. 19) statistischebibliothek.de Die Stadt Fürstenwalde und die Gemeinde Hangelsberg, dazu ab 1. August 1951 Berkenbrück, traten vom Landkreis Seelow (bis 1950 Lebus) dazu. Die Gemeinden Alt-Schadow, Birkholz b. Märkisch Buchholz, Briescht, Giesensdorf, Groß Wasserburg, Hohenbrück, Kossenblatt, Köthen, Krausnick, Leibsch, Märkisch Buchholz, Neu Lübbenau, Neu Schadow, Neuendorf b. Märkisch Buchholz, Ranzig, Sabrodt, Sawall, Stremmen, Trebatsch, Werder/Spree und Wulfersdorf wechselten in den Landkreis Lübben (Spreewald). Die Gemeinden Krügersdorf, Merz und Schneeberg wechselten in den neuen Landkreis Frankfurt (Oder).

Der überkommene Landkreis Beeskow-Storkow hatte damit zu bestehen aufgehört.

Im Zuge der Verwaltungsneugliederung der DDR wurde das Gebiet des Landkreises Fürstenwalde zum 25. Juli 1952 neu zugeschnitten. Unter anderem wurde aus dem Gebiet um Beeskow ein neuer Kreis Beeskow gebildet.Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe im Lande Brandenburg vom 25. Juli 1952 (GVBl Teil I Gesetzsammlung Nr. 5 Seiten 15 bis 28)

Kommunalverfassung Der Kreis Beeskow-Storkow gliederte sich in Städte, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung im Jahre 1929 – in Gutsbezirke.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1750 17.264 1800 25.942 1846 37.696 1871 42.134 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung 1871. Berlin 1874; kpbc.umk.pl 1890 43.561 1900 44.594 1910 49.852 1925 53.033 1933 56.905 1939 60.713 1946 73.521 Deutsches Gemeindeverzeichnis, Volks-und Berufszählung vom 29. Oktober 1946 in den vier Besatzungszonen und Groß-BerlinHrsg. Ausschuss der deutschen Statistiker für die Volks-und Berufszählung 1946, Duncker & Humblot, Berlin / München 1946; destatis.de (PDF).

Kreiswappen Das Kreiswappen zeigt zwei Schilde unter einer Krone. Das heraldisch rechte Schild ist gespalten von Rot und Gold. Im rechten Feld drei silberne Sensenblätter übereinander. im linken Feld eine rote Hirschstange. Das heraldisch linke Schild ist gespalten von Silber und Blau. Im rechten Feld ein halber roter Adler, im linken Feld ein silberner Storch. Das vordere Schild verweist auf die Herrschaft Beeskow, das hintere Schild auf die Herrschaft Storkow.

Landräte 1732–1759 Eberhard Wilhelm von Hohnstedt 1759–1781 Erdmann Gottlob von Löschebrand 1781–1808 Siegfried Wilhelm Ernst von Maltitz 1808–1816 Friedrich Wilhelm von Schütze 1816–1835 der Kreis war aufgelöst 1836–1853 Julius Otto Eduard von Löschebrand 1853–1872 Paul Max von Gersdorff (1814–1872) 1872–1880 Rudolph von Platen zu Hallermund 1880–1888 Adolph von Heyden 1888–1904 Edwin von Gersdorff (1846–1920)Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Teil A (Uradel). 1942. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Jahrgang 41. Justus Perthes, Gotha 1941, S. 176 f. 1904–1913 Robert Rothe 1913–1933 Ernst Wiskott (1879–1934) 1933–1935 Horst Lindig 1935–1939 Gerhard Kessler (1903–1995) 1939–1945 Kurt Benz

Städte und Gemeinden

Stand 1945 Dem Kreis Beeskow-Storkow gehörten 1945 die folgenden Städte und Gemeinden an:

Außerdem bestanden 1945 noch die Gutsbezirke Forst Friedersdorf, Forst Neubrück und Forst Schwenow.

Vor 1945 aufgelöste Gemeinden Drahendorf, am 1. April 1939 zu Sauen Kirchhofen, am 1. April 1938 zu Spreenhagen Klein Eichholz, am 1. April 1939 zu Streganz Klein Rietz, am 1. April 1938 zu Groß Rietz Lamitsch, am 1. April 1938 zu Pfaffendorf Möllendorf, am 1. April 1939 zu Limsdorf Neu Boston, am 1. April 1938 zu Storkow Alt Hartmannsdorf und Neu Hartmannsdorf, am 1. April 1938 zur Gemeinde Hartmannsdorf zusammengeschlossen Neu Schadow, am 1. April 1938 zu Hohenbrück, nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR wieder eigene Gemeinde Neu Waltersdorf, am 1. April 1938 zu Markgrafpieske Pieskow, am 1. April 1938 zu Bad Saarow Premsdorf, am 1. April 1938 zu Görsdorf b. Beeskow Raßmannsdorf, am 1. April 1938 zu Neubrück Sabrodt, am 1. April 1938 zu Leichhardt (Trebatsch), nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR wieder eigene Gemeinde Sawall, am 1. April 1938 zu Leichhardt (Trebatsch), nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR wieder eigene Gemeinde Schwerin, am 1. April 1939 zu Selchow Streitberg, am 1. April 1938 zu Langewahl Wulfersdorf, am 1. April 1938 zu Giesensdorf, nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR wieder eigene Gemeinde

Namensänderungen In einigen Fällen wurden die Ortsnamen als „nicht deutsch“ genug angesehen und erhielten 1937 neue Namen: Birkholz b. Wendisch Buchholz, 1937 umbenannt in Birkholz b. Märkisch Buchholz Neuendorf b. Wendisch Buchholz, 1937 umbenannt in Neuendorf b. Märkisch Buchholz Trebatsch, von 1937 bis 1945 umbenannt in Leichhardt Wendisch Rietz, von 1937 bis 1945 umbenannt in Märkisch Rietz Wendisch Buchholz, 1937 umbenannt in Märkisch Buchholz

Literatur Sophie Wauer, Klaus Müller, Kerstin Kirsch: Brandenburgisches Namenbuch. Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow,. Band 12 der Gesamtreihe. Hrsg.: Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e. V. an der Universitat Leipzig. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08664-1; books.google.de Beiträge zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg. Band 1. Hermann Cramer, Halle 1872–1889; Reprint: (Faksimile), Potsdam 2011, ISBN 978-3-88372-000-5. Kreiskalender für den Kreis Beeskow-Storkow 1926. Reprint: Klaus D. Becker, Potsdam 2021, ISBN 978-3-88372-335-8; google.de/books Joachim Schölzel: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil IX: Beeskow-Storkow. Hrsg.: Friedrich Beck, Klaus Neitmann. 1. Auflage. H. Böhlau Nachf., Weimar 1997; 2. Auflage: Klaus D. Becker, Potsdam 2021, ISBN 978-3-88372-310-5.

Weblinks

Landkreis Beeskow-Storkow, Verwaltungsgeschichte und Landratsliste. In: Rolf Jehke (Hrsg.): Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874–1945. Herdecke, zuletzt geändert am 1. Juni 2010, Stand 19. Februar 2024.

Einzelnachweise

Beeskowstorkow Beeskowstorkow Kategorie:Beeskow BeeskowStorkow Kategorie:Aufgelöst 1950 Kategorie:Geschichte (Landkreis Oder-Spree) Kategorie:Geschichte (Landkreis Dahme-Spreewald)