Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Österreichs als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Österreich nahm erstmals beim zweiten Bewerb im Jahr 1957 teil und trat seither in den meisten Jahren an. Insgesamt neunmal zwischen 1969 und 2009 verzichtete Österreich auf eine Teilnahme, zweimal war es nach den seinerzeitigen Regeln nicht qualifiziert. Somit trat Österreich bislang 58-mal zum Eurovision Song Contest an. Dreimal holte es dabei den Sieg: 1966, 2014 und 2025.

Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb mini|Platzierungen Österreichs im Finale (Stand 2025) mini|250px|Udo Jürgens nach dem Sieg 1966 mini|250px|Conchita Wurst nach dem Sieg 2014 Österreich nahm erstmals beim zweiten Eurovision Song Contest 1957 in Frankfurt am Main teil, der damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson genannt wurde. Dort vertrat der Sänger Bob Martin das Land, landete aber mit seinem Lied Wohin, kleines Pony? auf dem letzten Platz mit drei Punkten. Österreich nahm fortan konstant teil, erreichte aber keine größeren Erfolge. Die einzigen Ergebnisse in der oberen Tabellenhälfte erreichte Liane Augustin 1958 mit Platz 5 von 10 und Carmela Corren 1963 mit Platz 7 von 16. 1961 und 1962 wurde nur der geteilte letzte Platz erreicht, 1962 mit null Punkten.

Eine deutliche Verbesserung der österreichischen Ergebnisse ergab sich dann durch die drei Teilnahmen von Udo Jürgens. 1964 erreichte er Platz 6 von 16, somit die bis dahin am eindeutigsten erzielte Platzierung in der oberen Tabellenhälfte. 1965 holte er mit Platz 4 auch absolut die bis dahin beste Platzierung. Vor allem aber holte er 1966 mit Merci, Chérie Österreichs ersten Sieg im Wettbewerb. 1967 fand der Wettbewerb somit erstmals in Österreich, namentlich in Wien statt.

Allerdings konnten Udo Jürgens’ Erfolge nicht fortgeführt werden und der Sänger Peter Horton erreichte nur Platz 14 von 17. Auch 1968 erreichte Karel Gott mit Platz 13 eine ähnliche Platzierung. 1969 in Madrid nahm Österreich erstmals seit seinem Debüt nicht am Wettbewerb teil. Offiziell begründete man dies mit Mangel an geeigneten Künstlern. Gerüchte nannten einen Protests Österreichs gegen das in Spanien regierende Franco-Regime als tatsächlichen Grund. Auch 1970 verzichtete Österreich auf die Teilnahme zusammen mit Finnland, Norwegen, Portugal und Schweden, nachdem in Spanien 1969 vier Länder als Sieger gekürt worden waren.

1971 kehrte Österreich zum Wettbewerb zurück, erreichte aber wieder keine gute Platzierung und landete lediglich auf dem drittletzten Platz. 1972 hingegen holte die Band Milestones Platz 5 und erreichte mit 100 Punkten Österreichs bis dahin höchste Punktzahl im Wettbewerb. Trotz dieses Erfolges verzichtete Österreich von 1973 bis 1975 aus Desinteresse auf eine Teilnahme. 1976 kehrte das Land zurück und konnte seine Platzierung von 1972 mit Platz 5 wiederholen. Danach erreichte Österreich stark unterschiedliche, aber meist schlechte Platzierungen. 1977 landete Österreich auf dem vorletzten Platz, 1978 Platz 15 von 20, und 1979 auf dem geteilten letzten Platz. 1980 erreichte Blue Danube Platz 8, 1981 gab es hingegen wieder nur Platz 17. 1982 und 1983 wurde jeweils Platz 9 belegt, worauf 1984 wieder ein letzter Platz folgte. Es war bis dahin mittlerweile schon das fünfte Mal, dass Österreich den letzten Platz im Wettbewerb holte. Auch ansonsten blieben die Erfolge bis 1988 überschaubar. 1985 wurde mit Platz 8 zwar eine gute Platzierung erreicht, allerdings wurde das Land 1986 und 1987 je nur Drittletzter. 1988 wurde erneut der letzte Platz erreicht, dieses Mal aber mit null Punkten.

Erst 1989 gab es wieder eine bessere Platzierung: Das von Thomas Forstner vorgetragene Nur ein Lied erreichte mit Platz 5 die beste Platzierung Österreichs seit 13 Jahren. 1990 erreichte das Land mit Platz 10 eine weitere Platzierung unter den besten Zehn. 1991 hingegen folgte ein weiterer letzter Platz, der bereits siebte letzte Platz in Österreichs Songcontest-Geschichte. 1992 vertrat der Sänger Tony Wegas das Land und holte mit Platz 10 eine gute Platzierung. Auch 1993 vertrat der Sänger das Land und landete mit Platz 14 im Mittelfeld. 1994 und 1995 erreichte Österreich Platzierungen im Mittelfeld mit Platz 17 und Platz 13. 1996 gab es erneut einen zehnten Platz, 1997 allerdings erreichte der österreichische Beitrag nur Platz 21. Durch die schlechte Platzierung durfte 1998 kein Beitrag eingereicht werden. 1999 durfte der ORF wieder einen Beitrag einreichen und holte einen weiteren zehnten Platz. Im Jahre 2000 wurde wieder eine Platzierung im Mittelfeld mit Platz 14 erreicht, worauf 2001 wieder kein Beitrag eingereicht werden durfte. 2002 durfte das Land dann wieder teilnehmen, holte mit Platz 18 aber auch keine gute Platzierung. 2003 hingegen schickte Österreich Alf Poier mit dem Lied Weil der Mensch zählt und holte damit Platz 6, was Österreichs bestes Ergebnis seit 12 Jahren war. Mit 101 Punkten toppte Poier sogar die Höchstpunktzahl der Band Milestones aus dem Jahre 1972. Allerdings endete der Erfolg 2004 wieder als die Band Tie Break nur Platz 21 erreichte. Durch die schlechte Vorjahresplatzierung musste das Land 2005 erstmals bei dem im Vorjahr eingeführten Halbfinale teilnehmen. Die Band Global Kryner erreichte mit dem Lied Y así aber nur Platz 21 von 25 im Halbfinale und verpasste damit deutlich den Finaleinzug. 2006 zog sich Österreich vom Wettbewerb zurück. Wegen schlechter Erfolgschancen und aus Kritik an der musikalischen Qualität wurde auf eine Teilnahme verzichtet. Der damalige Programmdirektor des ORF Reinhard Scolik sagte dazu: „Mittlerweile ist diese Veranstaltung […] zu einem Skurrilitäten-Wettbewerb geworden, der für die heimische Musikszene völlig irrelevant ist.“ Trotzdem nahm das Land ein Jahr später wieder teil, allerdings erreichte der Sänger Eric Papilaya nur den vorletzten Platz im Halbfinale und Österreich schied somit erneut deutlich aus. 2008 reichte Österreich wieder keinen Beitrag ein. Als Grund wurden ungleiche Chancen der west- und osteuropäischen Länder angegeben. Im September 2008 wurde bekannt, dass Österreich auch 2009 aus diesen Gründen auf eine Teilnahme verzichten werde. Auch 2010 wurde die Teilnahme abgesagt, da aus Sicht des ORF-Programmdirektors Wolfgang Lorenz die Gewinnchancen durch die neuen Regeln „ruiniert worden“ seien, zudem war dem ORF eine Teilnahme zu teuer. In: eurovision-austria.com 2011 kehrte Österreich nach einer dreijährigen Pause zum Wettbewerb zurück und hatte von da an seine bisher erfolgreichste Phase im Wettbewerb.

So wurde 2011 erstmals seit 2005 wieder eine Vorentscheidung veranstaltet. Diese gewann am Ende Nadine Beiler mit ihrem Lied The Secret is Love. Beiler erreichte im Halbfinale in Düsseldorf Platz 7 und brachte Österreich damit erstmals über ein Halbfinale in ein Finale. Es war außerdem Österreichs erste Finalteilnahme seit sieben Jahren. Im Finale landete Beiler mit Platz 18 im Mittelfeld. 2012 und 2013 verpasste Österreich wieder deutlich das Finale, denn 2012 erreichten das Duo Trackshittaz nur den letzten Platz im Halbfinale, während die Sängerin Natália Kelly nur den drittletzten Platz im Halbfinale holte. Trotz dieser zwei weniger erfolgreichen Jahre nahm Österreich auch 2014 am Songcontest teil. Dort entschied der ORF, eine interne Auswahl durchzuführen und wählte Conchita Wurst aus. Ihr Lied Rise Like a Phoenix konnte sich erfolgreich für das Finale qualifizieren, womit das Land erstmals seit drei Jahren am Finale teilnahm. Dort kam dann der große Erfolg: Conchita Wurst gewann den Wettbewerb in Kopenhagen und holte somit Österreichs ersten Sieg seit 48 Jahren. Mit 290 Punkten holte sie außerdem eine neue Höchstpunktzahl für das Land. Dementsprechend fand der Wettbewerb 2015 erstmals seit 1967 wieder in Österreich statt, erneut in Wien. Wie aber 1967, war das Land als Gastgeber wieder wenig erfolgreich. So erhielt die Band The Makemakes keinen Punkt und landete mit Deutschland auf den letzten Platz. Durch die bessere Startnummer ist Österreich allerdings als vorletzter Platz gekennzeichnet. Es war außerdem das erste und bisher einzige Mal, dass der Beitrag des Gastgebers keinen Punkt erhielt.Eurovision Song Contest: Österreich trauriger Rekordhalter. In: Tiroler Tageszeitung, 11. Juni 2015, abgerufen am 27. Mai 2015. 2016 sollte dann die Sängerin Zoë wieder ein besseres Ergebnis erreichen und qualifizierte sich erfolgreich für das Finale. Mit Platz 13 holte sie eine Platzierung im oberen Mittelfeld. Auch 2017 gelang es dem Sänger Nathan Trent das Finale zu erreichen, wo er Platz 16 erreichte. 2018 vertrat dann der Sänger Cesár Sampson mit dem Lied Nobody But You Österreich. Auch er brachte Österreich ins Finale, womit Österreich insgesamt fünf Mal in Folge am Finale teilnahm. Zuletzt nahm Österreich Mitte der 1990er so oft in Folge am Finale teil. Sampson gewann am Ende in Lissabon das Jury-Voting und erreichte in Kombination mit dem Televoting den dritten Platz und somit das drittbeste Ergebnis Österreichs im Wettbewerb. Mit 342 Punkten holte Sampson außerdem eine neue Höchstpunktzahl für Österreich. Innerhalb von vier Jahren holte Österreich also, mit Ausnahme Udo Jürgens 1966, seine größten Erfolge im Wettbewerb. 2019 endete allerdings diese erfolgreiche Zeit.

So verpasste die Sängerin PÆNDA das Finale, da sie nur den vorletzten Platz im Halbfinale belegte. Es war damit das erste Mal seit 2013, dass sich Österreich nicht für das Finale qualifizierte. Nach der Absage des Eurovision Song Contest 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie, konnte sich Österreich auch in den Jahren 2021 mit Vincent Bueno (Platz 12 im HF) und 2022 mit LUM!X ft. Pia Maria (Platz 15 im HF) nicht fürs Finale qualifizieren.

2023 erreichte das Duo Teya & Salena mit Who The Hell Is Edgar? den 2. Platz im Halbfinale und qualifizierte Österreich damit zum ersten Mal seit 2018 für das Finale. Die beiden eröffneten das Finale mit Startnummer 1 und erreichten schließlich mit Platz 15 das Mittelfeld. Auch 2024 gelang es Kaleen, sich mit We Will Rave für das Finale zu qualifizieren, wo Österreich mit der letzten Startnummer in das Finale ging. Am Ende belegte We Will Rave den 24. und damit den vorletzten Platz. 2025 konnte JJ dann den dritten Sieg für Österreich holen und erreichte mit 436 Punkten eine neue Höchstpunktzahl. 2026 war das Land automatisch qualifiziert, erreichte aber mit COSMÓ nur den vorletzten Platz.

Österreich erzielte somit drei Siege (1966, 2014 und 2025) und einen dritten Platz (2018). Insgesamt landeten 21 von 58 österreichischen Beiträgen in der oberen Tabellenhälfte des Finales, 1960 genau in der Mitte der Tabelle (7/13). Dazu kommen drei Jahre (2011, 2017, 2023), in denen bei Einrechnung der im Halbfinale ausgeschiedenen Österreich besser als mehr als die Hälfte der antretenden Nationen abschnitt. Achtmal landete Österreich im Finale auf dem letzten Platz und belegt in der Liste der häufigsten letzten Plätzen Platz 4 zusammen mit der Schweiz. Lediglich Norwegen (12 Mal), Finnland (11 Mal) und Deutschland (9 Mal) sind im Finale öfters auf dem letzten Platz gelandet. Darüber hinaus erreichte Österreich bisher vier Mal im Wettbewerb null Punkte und somit mit Norwegen und der Schweiz zusammen am häufigsten keinen Punkt. Sieben Mal verpasste Österreich die Finalteilnahme, einmal davon mit dem letzten Platz im Halbfinale. Damit zählt Österreich zu den durchschnittlich erfolgreichen Ländern beim Wettbewerb.

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