Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Serbien und Montenegros als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Teilnahme vor 2004

Von 1961 bis 1992 nahmen Serbien und Montenegro als Teil der SFR Jugoslawien am ESC teil. Dabei stellten die Sender aus den beiden Teilrepubliken folgende Beiträge:

1974 – Serbien – Korni grupa: Generacija 42, 12. Platz 1982 – Serbien – Aska: Halo Halo, 14. Platz 1983 – Montenegro – Daniel: Džuli, 4. Platz 1984 – Montenegro – Vlado & Izolda: Ciao amore, 18. Platz 1991 – Serbien – Bebi Dol: Brazil, 21. Platz 1992 – Serbien – Extra Nena: Ljubim te pesmama, 13. Platz

Zum Zeitpunkt der letzten Teilnahme 1992 war die SFR schon aufgelöst und es nahm faktisch bereits die Bundesrepublik Jugoslawien, also das spätere Serbien und Montenegro, erstmals am ESC teil. An der Organisation der Teilnahme und am Vorentscheid hatten allerdings noch die Sender aus anderen Teilrepubliken mitgewirkt.

Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb mini|links|Željko Joksimović (rechts), belegte beim Debüt 2004 Platz 2 für das Land Der Senderverbund der SFR Jugoslawien, JRT, wurde kurz nach dem ESC 1992 aufgelöst. Die Sender der neu gegründeten Bundesrepublik Jugoslawien konnten kein Mitglied der EBU werden, da der Staat sich weigerte, den Vereinten Nationen beizutreten und zudem unter Sanktionen stand. Eine Teilnahme am ESC war somit nicht möglich. Erst nach dem Sturz Slobodan Miloševićs im Oktober 2000 trat die Bundesrepublik Jugoslawien den Vereinten Nationen bei. In der Folge wurde im Juli 2001 auch der neue Senderverbund UJRT in die EBU aufgenommen. Dieser bemühte sich bereits um eine Teilnahme am ESC 2002 und 2003, wurde aber abgelehnt, da die Zahl der Teilnehmer begrenzt war. Erst als zum ESC 2004 ein Halbfinale eingeführt wurde, durfte UJRT am ESC teilnehmen. Die Bundesrepublik Jugoslawien war zwischenzeitlich zum Staatenbund Serbien und Montenegro geworden.

Beim Debüt 2004 gewann Serbien und Montenegro mit Željko Joksimović das erste Halbfinale der ESC-Geschichte und belegte im Finale Platz zwei. Mit diesem Ergebnis war man im Folgejahr 2005 fürs Finale gesetzt, in dem No Name Platz sieben erreichten.

Nach diesen beiden erfolgreichen Teilnahmen war UJRT auch für den ESC 2006 angemeldet. Nach Streitigkeiten in der Vorentscheidung zwischen den beiden Teilstaaten wurde der bereits ausgewählte Beitrag allerdings kurzfristig wieder zurückgezogen. Dennoch durfte der Sender an der Abstimmung teilnehmen. Es handelt sich um das einzige Mal, dass dies einem Sender ohne eigenen Beitrag erlaubt wurde.SERBIA & MONTENEGRO 2006

Am Tag nach dem Finale des ESC 2006 stimmte Montenegro in einem Referendum für die Unabhängigkeit von Serbien und Montenegro. Der Staatenbund wurde im Juni 2006 aufgelöst. Die Sender von Serbien und Montenegro nahmen im Folgejahr 2007 erstmals mit eigenen Beiträgen am Eurovision Song Contest teil.

Liste der Beiträge Farblegende:

Jahr Interpret TitelMusik (M) und Text (T) Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/Qualifikation NationalerVorentscheid Platz Punkte Platz Punkte 2004 Željko Joksimović & Ad Hoc Orchestra Lane mojeM: Željko Joksimović; T: Leontina Vukmanović Serbisch Mein Schatz (wörtl.: Mein Rehlein) 2 / 24 263 1 / 22 263 Evropesma-Europjesma 2004 2005 No Name Zauvijek MojaM: Slaven Knezovic; T: Milan Perić Montenegrinisch Für immer mein 7 / 24 137 Direkt für das Finale qualifiziert Evropesma-Europjesma 2005 2006 No Name Moja ljubaviM: Dalibor Nedović; T: Milan Perić Montenegrinisch Meine Liebe Teilnahme zurückgezogenNahm aber an der Abstimmung teil Evropesma-Europjesma 2006 ab 2007 Auflösung des Staatenbundessiehe Serbien und Montenegro

Nationale Vorentscheide Alle Beiträge Serbien und Montenegros wurden im Rahmen der Vorentscheidung Evropesma-Europjesma ermittelt. Dieser waren in Serbien das Festival Beovizija und in Montenegro die Montevizija vorgeschaltet, aus denen jeweils die ersten zehn Beiträge an der gemeinsam Vorentscheidung teilnahmen. Für den zweiten Platz 2004 in Istanbul war das serbische Fernsehen RTS verantwortlich. Ein Jahr später 2005 in Kiew erreichte das montenegrinische Fernsehen TVCG den siebten Platz.

2006 gab es dann Unstimmigkeiten bei der Evropesma-Europjesma. Nach einem erneuten Sieg von No Name warfen die serbischen Vertreter der montenegrinischen Jury vor, die serbischen Favoriten Flamingosi feat. Luis absichtlich schlecht bewertet zu haben, um einen Sieg von No Name zu erreichen. Nachdem RTS und RTCG sich nicht auf einen gemeinsamen Teilnehmer für Serbien und Montenegro einigen konnte, zog sich das Land vom Eurovision Song Contest 2006 zurück.

Sprachen Beide Beiträge Serbien und Montenegros wurden in der Landessprache Serbokroatisch gesungen. Offiziell wurden der Herkunft der Teilnehmer entsprechend die jeweiligen Standardvarianten Serbisch (2004) und Montenegrinisch (2005) angegeben.

Kommentatoren und Punktesprecher Jahr Kommentator Punktesprecher 2004 Duška Vučinić-Lučić Nataša Miljković 2005 Nina Radulović 2006 Jovana Janković

Punktevergabe Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Serbien und Montenegro: Die meisten im Finale vergebenen Punkte Platz Land Punkte 1 27 2 25 25 4 22 5 16 Die meisten im Finale erhaltenen Punkte Platz Land Punkte 1 24 24 24 4 22 22 Die meisten insgesamt vergebenen Punkte Platz Land Punkte 1 59 2 42 3 41 4 35 5 25 Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte Platz Land Punkte 1 36 36 36 4 34 34

Vergaben der Höchstwertung Serbien und Montenegro vergab bei seinen drei Teilnahmen an der Abstimmung die Höchstpunktzahl im Halbfinale sowie im Finale an drei verschiedene Länder, davon erhielt jedes Land gleich häufig die Höchstpunktzahl.

Höchstwertung (Finale) Jahr Land Platz(Finale) 2004 14 2005 1 2006 3 Höchstwertung (Halbfinale) Jahr Land Platz(Halbfinale) 2004 10 2005 4 2006 2

Einzelnachweise