mini|hochkant=1.4|Sosopol im südlichen Teil vom Golf von Burgas (im äußersten Südosten der Karte) mini|hochkant=1.4|Typisches Schwarzmeerhaus aus der Wiedergeburtszeit in der Sosopoler Altstadt
Sosòpol [] (oder Sozopol, ) ist eine Kleinstadt an der südlichen bulgarischen Schwarzmeerküste. Sie liegt an der Südseite der Bucht von Burgas auf mehreren kleinen felsigen Halbinseln in der Provinz Burgas und ist das Zentrum der gleichnamigen Gemeinde Sosopol.
Sosopol ging aus der griechischen Kolonie Apollonia hervor und ist zusammen mit Nessebar eine der ältesten Städte Bulgariens. Von der Antike bis ins 17. Jahrhundert war Sosopol eine florierende Handelsstadt. Sie hatte den Ruf einer Winzer- und Fischerstadt und war ein wichtiger Hafen für den Umschlag von Getreide aus Thrakien. Ab der Spätantike entwickelte sich die Stadt zu einem Bischofssitz, dem im Mittelalter mehrere Klöster in der Stadt und in der Umgebung unterstanden. Von der Antike bis in das erste Viertel des 20. Jahrhunderts war Sosopol eine Stadt mit überwiegend griechischer Bevölkerung.
Wegen seiner Strände und seiner kulturhistorisch wertvollen Bauten ist Sosopol ein überregional bekannter Touristenort. Die Altstadt mit ihren Festungsmauern sowie weiteren Bauten wurde zum Freilichtmuseum erklärt.
Geographie Lage mini|hochkant=1.2|Übersicht von Sosopol – rot : Halbinsel Skamnij (Altstadt), grün : Stadtviertel Charmanite und Halbinsel Charmanite (Neustadt), violett [3+4]: Stadtviertel Budschaka und Halbinsel Budschaka, blau: Halbinsel Sweti Kirik1: Kap Skamnij, 2: Kap Charmanite, 3: Kap Kolokita, 4: Kap Hl. StefanA: Sosopol-Bucht, B: Korenjata-Bucht, C: Kawazite-Bucht, D: Insel Sweti Iwan, E: Insel Sweti Peter
Sosopol liegt an der südlichen bulgarischen Schwarzmeerküste 35 Kilometer südlich von Burgas. Die Stadt erstreckt sich zwischen den Ausläufern des Strandscha-Gebirges im Süden und der Bucht von Burgas im Norden.
Die Stadt Sosopol teilt sich in Alt- und Neustadt. Die Altstadt befindet sich auf der kleinen Halbinsel Skamnij , die zweihundert Meter breit und knapp zwei Kilometer lang ist und zehn Meter über dem Meeresspiegel liegt. Westlich dieser Halbinsel liegt die Sosopol-Bucht und östlich die Korenjata-Bucht .
Die acht Hektar große Insel Sweti Kirik war bis zur Zeitenwende mit der Halbinsel Skamnij verbunden. Sie befindet sich 250 Meter nordwestlich der Altstadt und ist seit 1927 durch einen künstlichen Damm mit dem Festland verbunden, weswegen sie streng genommen eigentlich eine Halbinsel ist. Der Damm verbindet den Nordosten der Insel mit der Altstadt. Da die Halbinsel Sweti Kirik nach Südwesten durch eine 400 Meter lange Mole verlängert wurde, entstand so im Westen der Altstadt eine 800 × 200 Meter große, künstliche Bucht. Die dem Festland zugewandte Bucht beherbergt den Fischerei- und den Yachthafen.
Seit den beginnenden 1960er Jahren hat sich Sosopol durch die Zunahme des Tourismus nach Süden vergrößert. Die Neustadt von Sosopol und das jüngste Stadtviertel Charmanite umfassen die Küste der Korenjata-Bucht und die Halbinsel Budschaka . Letztere wird im Volksmund auch Germankata (deutsch Die Deutsche) genannt, nach einer 1959 dort verunglückten Deutschen.
Altstadt und Neustadt sind durch eine Landbrücke verbunden, auf der sich im Mittelalter der Stadtfriedhof befand. Die Fläche wurde zu einem Park umgestaltet – dem Meeresgarten.Die Halbinsel Budschaka und die Kawazite-Bucht bilden die südliche Grenze der Stadt.
In der Sosopol-Bucht, 1,2 Kilometer nördlich der Altstadt, liegen außerdem die Inseln Sweti Iwan und Sweti Petar. Durch diese beiden Inseln ist die Reede von Sosopol gegen starke Winde geschützt, was besonders in der Antike von den Seefahrern geschätzt wurde.
Nachbargemeinden Die Stadt grenzt im Norden, Osten und Südosten an das Schwarze Meer. Weiterhin grenzt Sosopol an folgende in der Provinz Burgas liegende Städte und Gemeinden:
Das Gemeindedorf Rawadinowo liegt 5 Kilometer landeinwärts und ist der nächstgelegene Ort. Die Entfernung zur Provinzhauptstadt Burgas beträgt auf dem Landweg 33 Kilometer und auf dem Seeweg 25 Kilometer. Nach Primorsko, dem nächstgrößeren Ort im Süden, sind es 20 Kilometer.
Landschaft mini|Sosopol und das Umland westlich davon mit der Hügelkette Meden rid (1903)
Das Stadtgebiet von Sosopol breitet sich auf der Hügelkette Meden rid aus, einem Teil des Strandscha-Gebirges, welcher zur geomorphologischen Meden rid-Strandscha-Hauptregion gehört. Das Gebiet zeichnet sich durch einen Komplex von Meeresterrassen, einer stark zerklüfteten Felsküste und einer Vielzahl von Limanen aus, die sich mit größeren und kleineren Sandstränden abwechseln. Die Küste des Stadtgebiets ist ebenfalls stark zerklüftet und die größeren Sandstrände bilden den zentralen Stadtstrand (auch Nordstrand genannt) und den Charmanite-Strand . Sanddünen nehmen fast ein Drittel der Fläche des Letzteren ein. Die Halbinseln zwischen den Buchten weisen senkrecht ins Meer abfallende, schwer zugängliche Steilküsten auf (→ Kliffküste).
Die Landschaft westlich der Stadt ist durch die nach Osten und Nordosten abfallenden Hänge der Hügelkette Meden rid geprägt. Die Hügelkette wird im Westen vom Fluss Rossen begrenzt und erstreckt sich im Osten bis zum Schwarzen Meer, einschließlich der Küste der Bucht Tschengene Skele im Norden bis zum Marschland Arkutino und Kap Maslen nos im Süden. Ebenfalls westlich von Sosopol befindet sich mit dem Gipfel Bakarlak (376 m) der höchste Punkt der Hügelkette. Die Böden der Region bestehen aus fruchtbarer Schwarzerde.Iwan Wenedikow: Мегалитите в Тракия. (Megalithe in Thrakien). Тракийски паметници 1. Verlag Nauka i Izkustvo, Sofia, 1976, S. 128–131.
Klima Das Klima in Sosopol und Umgebung ist trocken und gemäßigt kontinental mit einigen maritimen Wettereinflüssen. Der Winter ist wärmer als im Landesinneren, jedoch ist es windiger. Die durchschnittliche Januartemperatur liegt bei 7 °С. Die Sommer sind heiß, dank der Meeresnähe mit einer ständigen Brise dennoch angenehm. Die durchschnittliche Tagestemperatur beträgt im Juli 29 °С und die Wassertemperatur 25 °C. Durch den maritimen Einfluss ist das Klima im Vergleich zum Rest des Landes milder, so dass Winter und Frühling kürzer sowie Sommer und Herbst länger sind. Im Winter herrschen Nordwest- und Südwestwinde vor. In den Sommermonaten zwischen April und September überwiegen die östlichen Winde, die eine beständige Brise bringen und tagsüber eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 3–6 m/s und nachts von 1–2 m/s aufweisen. Die Zahl der Regentage ist im Vergleich zum Rest des Landes gering; regenfrei sind im Sommer und Herbst 17–28 Tage sowie im Winter und Frühling 14–15 Tage.
Natur mini|Dünen-Trichternarzisse am Strand von Arkutino
Mehrere Naturschutzgebiete befinden sich im oder grenzen an das Stadtgebiet von Sosopol. Südlich der Stadt, in der Kawazite-Bucht, befindet sich das Reservat Pjasatschna Lilija (deutsch: Sandlilie). Es ist nur 0,6 Hektar groß und damit das kleinste bulgarische Naturreservat. Es wurde 1962 zum Naturreservat erklärt und schützt eines der größten Vorkommen von Dünen-Trichternarzissen, eine in Bulgarien in die Rote Liste aufgenommene Pflanzenart. Als Schutzgebiet gilt die 24 Hektar große Natursehenswürdigkeit Pjasatschni Djuni Kawazite (deutsch: Sanddünen Kawazite), wo die Sanddünen eine Höhe von bis zu 6 Metern aufweisen. Ebenso befindet sich in der Bucht auf der Budschaka-Halbinsel das 1970 ausgewiesene, 65 Hektar große Naturschutzgebiet Kolokita, welches die Steinklippen vor Erosion schützt.
Rund 10 km südlich von Sosopol liegt der 3858 Hektar große Naturschutzkomplex Ropotamo. Er umfasst das Biosphärenreservat Ropotamo an der Mündung des gleichnamigen Flusses Ropotamo, die Insel Sweti Toma, die Naturschutzgebiete Alepu, Stomoplo und Arkutino sowie das südliche Ende des Golfs von Burgas mit dem Kap Maslen nos.
Nur auf der Insel Sweti Iwan sind 1934 dort ausgesetzte Wildkaninchen innerhalb Bulgariens zu beobachten. Weiterhin befindet sich auf der Insel, einschließlich der benachbarten kleineren Insel Sweti Petar, die größte Möwenkolonie entlang der bulgarischen Küste sowie größere Populationen der Sperbergrasmücke und des Ortolans. 1993 wurden beide Inseln zu dem 30 Hektar großen Naturschutzgebiet Insel der Heiligen Petar und Iwan zusammengefasst.Bulgarische Gesellschaft zum Schutz der Vögel: (bulgarisch)
Unabhängig von der staatlichen Ausweisung wurden all diese Naturschutzgebiete sowie weitere Land- und Seengebiete von der internationalen Organisation zum Schutz von Vögeln BirdLife International, zum Important-Bird-Area-Bakarlaka zusammengefasst. Dieses Gebiet umfasst eine Fläche von 33.505 Hektar und den Großteil des inneren Golfs von Burgas mit den südlichen Buchten Atija, Sosopol und Kawazi. In diesem Gebiet nisten über 172 Vogelarten. 43 von ihnen stehen in Bulgarien auf der Roten Liste und 73 werden von BirdLife International als europaweit gefährdet eingestuft, darunter der Mittelspecht, der Olivenspötter, das Tüpfelsumpfhuhn, der Mittelmeer-Sturmtaucher, die Sperbergrasmücke und der Ortolan. Während der Vogelzugzeiten sind in der Ebene nördlich von Sosopol größere Populationen von Störchen und südlich der Stadt Pelikane zu beobachten. In den Meeresbuchten um Sosopol überwintern dazu einige Wasservogelarten, darunter Pracht- und Sterntaucher sowie Silberreiher. Unter besonderem Schutz stehen die hier heimischen Pflanzenarten Zwiebel-Rispengras, Gewöhnlicher Strandhafer und das Deutsche Weidelgras.
Die Region südlich der Stadt geht allmählich in das Strandscha-Gebirge über, mit dem größten Naturpark Bulgariens, der viele geschützte Pflanzen- und Tierarten beherbergt.
Geschichte Name mini|Apollonia auf der Tabula Peutingeriana (roter Pfeil)
Die Stadt erhielt von ihren griechischen Gründern zu Ehren des Gottes Apollon, der hier als Heiler verehrt wurde, den Namen Apollonia. Um sie von anderen Städten gleichen Namens zu unterscheiden, wurde sie auch mit dem Namenszusatz Pontike (, latinisiert ; von Pontos („Schwarzes Meer“), also „Apollonia am Schwarzen Meer“) oder dem Namenszusatz Magna („die Große“)Pomponius Mela 2, 22 Volltext. bezeichnet.
Im Verlauf der Christianisierung in der Spätantike wurde Apollonia in umbenannt (griechisch für „Stadt der Rettung/der Erlösung/des Heils“). Der genaue Zeitpunkt der Namensänderung ist nicht bekannt, im 4. Jahrhundert findet sich der Name Apollonia noch bei Ammianus MarcellinusAmmianus Marcellinus: Res gestae 22, 8, 43. und in der Tabula Peutingeriana.
Mitte des 12. Jahrhunderts wurde Sosopolis in den arabischen Namensformen Suzubuli und Surubuli erwähnt. In genuesischen Quellen sowie in zahlreichen Portolankarten und Seekarten ab dem 13. Jahrhundert ist die Stadt unter Namensformen wie Sixopoli, Sizopoli, Sinopolis, Sunopolis, Susopori, Suxopori, Gisopoli, Gixopoli oder Grisopoli vermerkt.Soustal, Thrakien Die Bezeichnung Sosopolis wurde unter osmanischer Herrschaft leicht verändert als beibehalten.Bistra Andreewa Swetkowa: , XIX v. Bd. 4, Sofia 1981, S. 192, 194; Bistra Andreewa Swetkowa: : XV-XVIII v. Bd. 1, Sofia 1975, S. 355. Seit 1878, dem Ende der osmanischen Herrschaft über Bulgarien, hat der Name der Stadt die bulgarische Form Sosopol.;
Stadtgeschichte Vorgeschichte