Baach ist ein Dorf und seit 1971 ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Winnenden im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis.
Geographische Lage Umliegende Ortschaften sind Paulinenhof im Norden, Bürg mit Schulerhof im Nordosten, Rettersburg im Osten, Birkmannsweiler im Südosten, Höfen im Südwesten, die Kernstadt Winnenden im Westen und Hertmannsweiler mit dem Degenhof im Nordwesten.
Gliederung der Altgemeinde
Zur Altgemeinde Baach gehört der nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Ort zusammengewachsene Pfeilhof.
Geschichte Nach dem Historiker Lutz Reichardt wurde Baach 1442 erstmals als Bach erwähnt. Der Ortsname bedeutet Siedlung am Bach und verweist auf den Brunnenbach, der durch den Ort fließt und in den Buchenbach mündet. Der Ortsname hat sich im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert. Erst ab 1618 wurde der Ort Baach genannt.Lutz Reichardt: Ortsnamenbuch des Rems-Murr-Kreises. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1993, S. 33. Im Mittelalter gehörte Baach größtenteils der Deutschordens-Komturei Winnenden an. 1665 veräußerte der finanziell und politisch angeschlagene Orden unter Hochmeister Johann Caspar von Ampringen seinen Besitz in der Region, darunter auch das Dörfchen Baach, an Herzog Eberhard III. von Württemberg für 48.000 Gulden. Somit kam der Ort zu Württemberg und wurde dann dem Amt bzw. Oberamt Winnenden zugeteilt. Im Rahmen der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre wurde Baach nach Winnenden eingemeindet.
Einwohnerentwicklung
1808: 198 EinwohnerKöniglich Württembergisches Staatshandbuch. Verlag J.F. Steinkopf, Stuttgart 1808, S. 703. 1850: 220 (alle evangelischen Glaubens)Beschreibung Oberamt Waiblingen, S. 113. 1873: 172 (alle evangelischen Glaubens)Königlich Statistisch-topographisches Bureau (Hrsg.): Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Württemberg. Carl Grüninger, Stuttgart 1873, S. 414. 1894: 197 (mit Pfeilhof)Königlich Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1894, S. 398. 1961: 437 1970: 615
Religion Seit der Einführung der Reformation 1535 durch Herzog Ulrich ist Baach wie ganz Altwürttemberg evangelisch geprägt. Der Ort hatte nie eine eigene Kirche. Bis 1911 gehörte Baach kirchlich zu Winnenden und seither zu Birkmannsweiler. Die wenigen Katholiken besuchen die Messe in Winnenden.
Politik
Schultheißen und Bürgermeister
1808: Adam BihlmayerKöniglich Württembergisches Staatshandbuch. Verlag J.F. Steinkopf, Stuttgart 1808, S. 703. 1894: Körner
Wappen und Flagge links|mini|150x150px|Ehemaliges Wappen der Altgemeinde Baach Die Altgemeinde Baach führte ein Wappen und eine Flagge.
Blasonierung: In silbernem (in der Heraldik weißem) Wappenschild eine blaue Scheibe, belegt mit einem silbernen (weißen) Pfahl.
Wappenbegründung: Die Gemeinde Baach führte vermutlich im 19. Jahrhundert das 1970 amtlich eingeführte Wappen. Nach alten Berichten waren um 1930 noch Keltergefäße vorhanden, die mit der Wappenfigur gestempelt waren. Wahrscheinlich sollte der weiße Pfahl ursprünglich einen Bach darstellen und somit als redendes Wappen an den Ortsnamen erinnern. Ein entsprechendes Dienstsiegel war noch 1929 vorhanden.Landkreis Waiblingen und Archivdirektion Stuttgart (Hrsg.): Wappenbuch des Landkreises Waiblingen. Heft 24 der Veröffentlichungen der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg. Stuttgart 1970.
Die Gemeindefarben waren Weiß-Blau. mini|270x270px|Julius Kornbeck: Der Pfeilhof bei Baach, im Hintergrund Bürg (1865). Das Wappen wurde vom baden-württembergischen Innenministerium am 3. März 1970 verliehen und ist bereits 1971 mit der Auflösung der Gemeinde erloschen. Gelegentlich wird es noch von lokalen Vereinen als Abzeichen oder Wimpel geführt.
Lage und Verkehrsanbindung Baach liegt östlich der Kernstadt Winnenden an der am südlichen Ortsrand verlaufenden Kreisstraße K 1914. Südlich verläuft die Landesstraße L 1140 und westlich die B 14. Durch den Ort fließt das Baacher Bächlein, ein rechter und nordöstlicher Zufluss des Buchenbachs.
Sehenswürdigkeiten In der Liste der Kulturdenkmale in Winnenden ist für Baach kein Kulturdenkmal aufgeführt.
Vereine
Baacher Dorfgemeinschaft e.V. (gegründet 2010)
Ortsneckname In früheren Zeiten wurden die Einwohner von Baach scherzhaft Kropfjockel genannt.Kennzeichen WN, S. 223. Diese Körpermissbildung war wegen Jodmangels in vielen Dörfern verbreitet.
Siehe auch Winnenden#Eingemeindungen
Literatur
Rudolph Friedrich von Moser: Beschreibung des Oberamts Waiblingen. J. G. Cotta, Stuttgart und Tübingen, S. 113 f. Waldemar Lutz, Erich Scheible (Hrsg.): Kennzeichen WN. Heimatkunde für den Rems-Murr-Kreis. Verlag Waldemar Lutz Lörrach und Ernst Klett Schulbuchverlag, Stuttgart 1990. ISBN 3-12-258290-2, S. 222.
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Winnenden) Kategorie:Ort im Rems-Murr-Kreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Rems-Murr-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1442 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Weinort im Weinanbaugebiet Württemberg Kategorie:Weinort in Baden-Württemberg