Höfen ist ein Dorf und seit 1971 ein Ortsteil der Stadt Winnenden im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg.
Geographische Lage Höfen liegt nur wenige Kilometer östlich der Kernstadt Winnenden an der Landstraße L 1851. Der Ort liegt im Tal des Buchenbachs, einem Zufluss der Murr. Am östlichen Ortsrand fließt das Baacher Bächlein. Umliegende Ortschaften sind Hertmannsweiler im Norden, Baach und Bürg im Nordosten, Birkmannsweiler im Südosten sowie der Burkhardshof und die Ruitzenmühle im Südwesten.
Geschichte
Das Landesarchiv Baden-Württemberg gibt als Ersterwähnung das Jahr 1288 an. Der ursprüngliche Name lautete damals „in den Höffen“. Alte Bilder zeigen diesen Namen, zum Beispiel die Ansicht Höfens von 1686 im Forstlagerbuch von Andreas Kieser. Höfen gehörte den Herren von Neuffen und kam später an den Deutschen Orden. Administrativ war Höfen der Deutschordens-Komturei Winnental zugeteilt.Beschreibung des Oberamts Waiblingen, S. 162. Im Jahr 1665 veräußerte Hochmeister Johann Caspar von Ampringen den ganzen Besitz des Ordens an Herzog Eberhard III. von Württemberg. Seitdem gehört Höfen zu Altwürttemberg.
Lange Zeit wurde der Ort in Ober- und Unterhöfen unterteilt. Die Teilung ist noch heute sichtbar, da die Trasse der Ortsdurchfahrt auf der ehemaligen Grenze liegt. Bis Ende 1971 war Höfen eine selbstständige Gemeinde.
Einwohnerentwicklung
1850: 487 Einwohner (darunter 1 Katholik)Beschreibung des Oberamts Waiblingen, S. 161. 1894: 420 (419 Protestanten, 1 Person mit anderem Bekenntnis)Königlich Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1894, S. 399.
Religion Höfen ist seit der Einführung der Reformation unter Herzog Ulrich 1535 evangelisch geprägt. Kirchlich gehörte das Dorf stets zu Winnenden. 1911 wurde der Ort nach Birkmannsweiler umgepfarrt. Die wenigen Katholiken sind zumeist in neuerer Zeit zugezogen und besuchen die Hl. Messe in Winnenden.
Politik
Schultheißen und Bürgermeister Die Schultheißen waren zumeist wohlhabende und angesehene Landwirte, die man umgangssprachlich auch Bauraschultes (Bauernschultheiß) nannte. Erst 1930 wurde in Württemberg die Amtsbezeichnung Schultheiß durch Bürgermeister ersetzt.
1788–1808: Georg David Hilt (auch Hilth geschrieben)Königlich Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch auf die Jahre 1809 und 1810. Verlag J. F. Steinkopf, Stuttgart 1810, S. 240. 1894: Luckert 1913: Friedrich SchwarzKöniglich Statistisches Landesamt (Hrsg.): Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1913, S. 319.
Wappen und Flagge mini|hochkant|Das ehemalige Wappen von Höfen Bis zur Auflösung der Gemeinde führte Höfen ein eigenes Wappen und eine Flagge.
Die Blasonierung des ehemaligen Wappens lautet: In blauem Wappenschild ein goldener (in der Heraldik gelber) Ährenstängel mit zwei nach links gerichteten Ähren und daneben das goldene (gelbe) Ortszeichen.
Wappenbegründung: Angeblich wurde das schlüssellochartige Ortszeichen bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Gemeinde verwendet. Ab 1920 war das Zeichen auf dem Dienstsiegel des Dorfs zu sehen. In den 1950er Jahren bemühte sich die Gemeinde um ein eigenes Wappen. Nach eingehender Beratung durch die Archivdirektion Stuttgart wurde ein neues Wappen mit dem Ortszeichen gestaltet und zusätzlich mit dem Ährenstängel versehen. Die Ähren stehen für die Landwirtschaft.
Die Gemeindefarben waren Blau-Gelb.
Das Gemeindewappen wurde am 2. Dezember 1960 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehenLandkreis Waiblingen und Archivdirektion Stuttgart (Hrsg.): Wappenbuch des Landkreises Waiblingen. Heft 24 der Veröffentlichungen der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg. Stuttgart 1970. und ist mit der Auflösung der Gemeinde 1971 erloschen. Es wird noch gelegentlich von ortsansässigen Vereinen genutzt.
Sehenswürdigkeiten
Ehemaliges Schlössle Höfen: Ehemaliges, kleines Landadelsschlösschen, erbaut um 1600. Das Anwesen war u. a. im Besitz der adligen Familie Breitschwert von Buchenbach. 1770 ging das Schlösschen an Hauptmann von Kohllöffel, der es bald darauf an den Schultheißen Georg David Hilt verkaufte. Seitdem ist das Schlössle im Besitz bürgerlicher Familien.
Siehe auch Winnenden#Eingemeindungen
Literatur
Rudolph Friedrich von Moser: Beschreibung des Oberamts Waiblingen. J. G. Cotta, Stuttgart und Tübingen, S. 161 f. Waldemar Lutz, Erich Scheible (Hrsg.): Kennzeichen WN. Heimatkunde für den Rems-Murr-Kreis. Verlag Waldemar Lutz Lörrach und Ernst Klett Schulbuchverlag, Stuttgart 1990. ISBN 3-12-258290-2, S. 223.
Weblinks Höfen bei leo-bw, dem landeskundlichen Informationssystem Baden-Württemberg
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rems-Murr-Kreis Kategorie:Geographie (Winnenden) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Rems-Murr-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1524 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971