mini|hochkant|Modell einer Ariane 1 im Musée de l'Air et de l'Espace Die Ariane 1 war das erste Modell aus der Serie der Ariane-Raketen. Sie ging aus der Europa 3 des gescheiterten Europa-Projekts hervor. Die Entwicklungskosten für die Ariane 1 betrugen 1,7 Mrd. DM (ca. 860 Mio. €).

Technik Bei einem Startgewicht von bis zu 210 t hatte die Ariane 1 eine Höhe von 47,4 m und einen Durchmesser von 3,8 m. Nach den Planungen sollte sie eine Nutzlastkapazität von max. 1,7 t in den GTO erreichen. Jedoch stellte sich heraus, dass der spezifische Impuls des HM-7-Triebwerkes der dritten Stufe höher war als berechnet, wodurch die tatsächliche Nutzlastkapazität max. 1,85 t in den GTO betrug.Die Oberstufen H-8, H-10 und ESC-A. Dabei konnte die Ariane 1 einen großen oder zwei kleinere Satelliten transportieren.

Die Ariane 1 hatte drei Stufen:

Die erste Stufe war mit vier Viking-Triebwerken der Société européenne de propulsion bestückt. Die zweite Stufe besaß ein Viking-Triebwerk. Die Viking-Triebwerke der Ariane 1 verbrauchten die hypergole Treibstoffkombination Stickstofftetroxid/UDMH. Die dritte Stufe hatte ein mit der Kombination Wasserstoff/Sauerstoff betriebenes HM-7-Triebwerk mit einem Schub von sieben Tonnen.

Die beiden nachfolgenden Modelle Ariane 3 und Ariane 2 waren nur gering modifizierte Varianten der Ariane 1. Auch die Ariane 4 baute noch weitgehend auf der Ariane 1 auf. Erst die Ariane 5 wurde vom Grund auf neu entwickelt.

Die insgesamt geringe Anzahl von Starts und die wenigen Starts ab 1985 sind durch das Aufkommen der wesentlich stärkeren Ariane 3 im Jahr 1984 und der etwas stärkeren Ariane 2 im Jahr 1986 bedingt.

Startliste Dies ist eine vollständige Liste aller Ariane-1-Starts. Alle erfolgten vom Startplatz ELA-1 des europäischen Weltraumbahnhofs Kourou in Französisch-Guyana. Für die Ariane 1 wurde die Startrampe der Europa-2-Rakete umgebaut. Sie wurde auch für den Start der Ariane 2 und 3 eingesetzt.

Start­zeitpunkt (UTC) Flug Nr. Nutzlast Orbit Anmerkungen L1 CAT (Technologiekapsel) GTO (Geotransferorbit) Anmerk.: dritte Stufe schaltet zu früh ab. Umlaufbahn trotzdem höher als geplant, weil die 3. Stufe leistungsfähiger war als berechnet. L2 FIREWHEEL, CAT, AMSAT P3A(Forschungssatellit, Technologiekapsel, Amateurfunksatellit) Vor der Küste abgestürzt (geplant: GTO) Verbrennungsinstabilitäten in einem der 4 Triebwerke der ersten Stufe führen zur Explosion kurz nach dem Start. L3 Meteosat 2, CAT Apple(Wettersatellit, Technologiekapsel, experimenteller Nachrichtensatellit) GTO L4 CAT, MARECS A(Technologiekapsel, Kommunikationssatellit für Schiffe) GTO L5 MARECS B, Sirio(Kommunikationssatellit für Schiffe, experimenteller Kommunikationssatellit) Absturz Versagen der dritten Stufe L6 ECS 1, Amsat P3B(Kommunikationssatellit, Amateurfunksatellit) GTO L7 Intelsat V-F7(Kommunikationssatellit), 1860 kg GTO L8 Intelsat V-F8(Kommunikationssatellit), 1860 kg GTO V9 SPACENET 1(Kommunikationssatellit) GTO V14 Giotto(Kometensonde zum Halleyschen Kometen), 960 kg GTO (Von dort durch eigenen Antrieb auf Erdfluchtbahn) ; minimal mögliches Nutzlastgewicht in den GTONigel Calder: Jenseits von Halley. Die Erforschung von Schweifsternen durch die Raumsonden Giotto und Rosetta (Originaltitel: Giotto to the Comets). Springer, Berlin / Heidelberg / New York 1994, ISBN 3-540-57585-5 V16 Spot 1, Viking 1(Erdbeobachtungssatellit, Forschungssatellit) SSO

Literatur Martine Castello: La grande aventure d’Ariane. Larousse 1987, ISBN 2-03-518232-8. William Huon: Ariane, une épopée européenne. ETAI 2007, ISBN 978-2-7268-8709-7. Jean-Pierre Philippe: Ariane, horizon 2000. Taillandier, Paris 2000, ISBN 2-87636-045-4. Bernd Leitenberger: Europäische Trägerraketen. Band 1. Von der Diamant zur Ariane 4 – Europas steiniger Weg in den Orbit Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 3-8370-9591-6.

Weblinks

Bernd Leitenberger: Die Geschichte der Europarakete Ariane. (englisch) Ariane 1. Capcom Espace (französisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Raketentyp (Raumfahrt) Kategorie:Europäische Weltraumorganisation Kategorie:Arianespace