Die Zeit (Eigenschreibweise DIE ZEIT) ist eine überregionale deutsche Wochenzeitung und ein digitales publizistisches Angebot. Die Wochenzeitung erschien erstmals am 21. Februar 1946. Sie wird jeden Donnerstag veröffentlicht; an Feiertagen wird der Erscheinungstag in der Regel vorgezogen. Der Internetauftritt Zeit.de (zuvor Zeit Online) ist seit 1996 online. Am 1. Juli 2025 wurden das Printangebot Die Zeit und das Digitalangebot Zeit Online sowie die beiden Redaktionen einschließlich der Chefredaktionen unter der gemeinsamen Dachmarke Die Zeit zusammengeführt. Gleichzeitig wurde der Zusatz „Wochenzeitung für Politik Wirtschaft Wissen und Kultur“ vom Kopf der Titelseite der Druckausgabe entfernt.

Der Zeitverlag und somit Die Zeit wurde 1996 von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck übernommen und gehört seit 2009 zu jeweils 50 Prozent zur DvH Medien und zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.Dieter von Holtzbrinck beteiligt sich am Zeit-Verlag. In: zeit.de. 26. März 2009.

Die Zeit zählt zu den Leitmedien im deutschsprachigen Raum.

Die Redaktion der Zeit sitzt in Hamburg und Berlin mit Redaktionsbüros in Beirut, Brüssel, Frankfurt am Main, Leipzig, Moskau, New York, Paris, Shanghai, Washington, Wien und Zürich. Ein Korrespondent arbeitet in London.

Profil Die politische Haltung der Zeit gilt als liberal, je nach Sichtweise auch als linksliberal.Autor: Hans-Ulrich Wehler Deutsche Gesellschaftsgeschichte Bd. 5: Bundesrepublik und DDR 1949–1990. C.H.Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-52171-3, S. 401 f.Autoren: Marcus Maurer & Carsten Reinemann Medieninhalte – Eine Einführung. VS Verlag für Sozialwissenschaften/Springer-VS, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-531-90179-4, S. 130. Sie pflegt die Debatte. Sie wird von Journalisten als eines der deutschsprachigen Leitmedien eingestuft.

Auflage Im Oktober 1988 wurde zum ersten Mal eine verkaufte Auflage von über 500.000 Exemplaren erzielt. Auch Anfang der 1990er Jahre betrug die verkaufte Auflage der Wochenzeitung über 500.000 Exemplare, sank aber nach dem Start der linksliberalen Wochenzeitung Die Woche auf 460.000 Exemplare im Jahr 1997.Die Zeit im 70-Jahre-Auflagenvergleich: Durchbruch in den 60ern, auf dem Gipfel Anfang der 90er und heute. In: Meedia, 16. Februar 2016. Sie beträgt gegenwärtig Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei Prozent. Während viele Printmedien mit sinkenden Auflagen kämpfen, legt Die Zeit konstant zu, sowohl bei Abos als auch Gesamtverkäufen.Die Zeit Verlagsgruppe: ma 2025 Pressemedien II: DIE ZEIT verteidigt Spitzenplatz und baut Reichweite weiter aus, 31. Juli 2025.meedia: "Zeit", "wochentaz", "Welt" und "taz" legen kräftig zu, 24. April 2025.

Geschichte Die erste Ausgabe erschien am 21. Februar 1946 in Hamburg in einer Auflage von 25.000 Exemplaren als Blatt der sogenannten Lizenzpresse. Sie umfasste acht Seiten und kostete 40 Pfennig. Sie wurde „veröffentlicht unter Zulassung Nr. 6 der Militärregierung“ der Britischen Besatzungszone.

mini|Helmut-Schmidt-Haus in Hamburg mini|Das Logo am Hamburger Helmut-Schmidt-Haus mini|Marion Gräfin Dönhoff, Bernhard zur Lippe-Biesterfeld und Fred Luchsinger anlässlich der Verleihung des Erasmuspreises an die Zeit und die Neue Zürcher Zeitung, 1979 Die ersten Herausgeber der Zeit waren Gerd Bucerius, Lovis H. Lorenz, Richard Tüngel und Ewald Schmidt di Simoni. Sie hatten bereits während der letzten Phase des Zweiten Weltkriegs eine bürgerliche Zeitung geplant. Die Anfangsjahre, vor allem ab 1949, waren von Auseinandersetzungen zwischen Bucerius und den übrigen Herausgebern gekennzeichnet. Es mussten Verluste der Zeit durch die Einnahmen der Illustrierten Stern, die sich seit 1951 ebenfalls in Bucerius’ Eigentum befand, ausgeglichen werden.

Erster Chefredakteur der Zeit war Ernst Samhaber. Da er zuvor im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und für einige Medien des NS-Regimes gearbeitet hatte, erhielt er im Rahmen der Entnazifizierung im August 1946 zwei Jahre lang Berufsverbot und musste noch im Gründungsjahr von Mitherausgeber Richard Tüngel ersetzt werden. Tüngel steuerte die Zeitung in eine konservative Richtung. Die Zeit war damals in zahlreichen Artikeln „Vorreiter der Wiederbewaffnung“.Christian Haase, Axel Schildt (Hrsg.): Die Zeit und die Bonner Republik. Eine meinungsbildende Wochenzeitung zwischen Wiederbewaffnung und Wiedervereinigung. Göttingen 2008, S. 245–263, 1. Zitat S. 245, 2. Zitat S. 261 f. Auch unterstützte sie anfangs die Forderungen nach „Heimholung der Ostgebiete“.Die Zeit bleibt, wir vergehen sueddeutsche.de, 10. Juni 2020.

1955 kam es zu einer Redaktionskrise: Tüngel hatte einen Text des Staatsrechtlers Carl Schmitt, der als „Kronjurist des Dritten Reiches“ bezeichnet wurde, veröffentlicht. Aus Protest dagegen verließ Marion Gräfin Dönhoff, die am 1. März 1946 dazugestoßen war, nach zehn Jahren die Redaktion. Kurz darauf versuchte Tüngel, den Chef vom Dienst Josef Müller-Marein zu entlassen, nachdem dieser in einem Artikel den US-Politiker Joseph McCarthy wegen dessen Kommunistenverfolgung scharf kritisiert hatte. Nach diesen Vorkommnissen wurde Tüngel entlassen, was eine Rückkehr von Gräfin Dönhoff ermöglichte. Dies stellte gleichzeitig eine Entscheidung über die politische Linie der Zeitung dar, deren Verleger ab 1956 allein Bucerius war. Auf Tüngel folgten als Chefredakteure zunächst Josef Müller-Marein (1957–1968) und schließlich Marion Gräfin Dönhoff (1968–1972), die ab 1972 als Herausgeberin die Zeitung bis zu ihrem Tod im Jahre 2002 prägte.

Energisch unterstützte die Redaktion die Ostpolitik Willy Brandts.

In der Zeit schrieben unter anderem Walter Jens unter dem Pseudonym Momos, Uwe NettelbeckKarl Heinz Bohrer: 1968: Die Phantasie an die Macht? Studentenbewegung – Walter Benjamin – Surrealismus. In: Merkur 51,12 (Dezember 1997), S. 1069–1080, hier S. 1077 f. über die Bedeutung „[d]es quasi surrealistischen Kritikers Uwe Nettelbeck“ für Die Zeit (Zitat: S. 1078). und Ben Witter.

1969 brachte Die Zeit einen Artikel des damaligen Feuilleton-Chefs Rudolf Walter Leonhardt, der dazu aufrief, Pädophilie freizugeben, 1976 einen Artikel des Hamburger Pädagogen Karlheinz Lutzmann, der Pädophilie zumindest im Ansatz relativierte. 2013 bat der damalige stellvertretende Chefredakteur Theo Sommer um Entschuldigung dafür, damals nicht sensibler gewesen zu sein.

Im Jahr 1979 erhielt Die Zeit gemeinsam mit der Neuen Zürcher Zeitung den niederländischen Erasmuspreis. Von 1985 bis 1996 war Hilde von Lang Verlegerin und von 1985 bis 1999 Geschäftsführerin.Hilde von Lang gestorben. In: Spiegel Online, 5. April 2011. Als beste Wochenzeitung konnte sich Die Zeit beim 7. European Newspaper Award 2005 durchsetzen. Im Mai 2012 wurde die Jakob Fugger-Medaille des Verbandes der Zeitschriftenverlage in Bayern, einer der renommiertesten Preise für das deutschsprachige Zeitschriftenwesen, erstmals nicht an eine Einzelperson, sondern an die Herausgeber, Verleger, Geschäftsführer, Chefredaktion und Mitarbeiter der Zeit verliehen. In: Antenne Bayern, 23. April 2012.

Chefredakteur ist seit 2004 Giovanni di Lorenzo, seit 2025 gemeinsam mit Jochen Wegner. Stellvertretende Chefredakteure sind Philip Faigle, Sebastian Horn, Martin Machowecz, Charlotte Parnack, Leonie Seifert und Holger Stark.

Frühere Chefredakteure: 1946: Ernst Samhaber 1946–1955: Richard Tüngel 1957–1968: Josef Müller-Marein 1968–1972: Marion Gräfin Dönhoff 1973–1992: Theo Sommer 1992–1997: Robert Leicht 1997–2001: Roger de Weck 2001–2004: Josef Joffe und Michael Naumann

Zum 1. Mai 2017 wurde ein fünfköpfiger Herausgeberrat bestehend aus Jutta Allmendinger, Zanny Minton Beddoes, Florian Illies, René Obermann und Josef Joffe berufen. Er soll zwei Mal im Jahr zusammenkommen und Verleger, Chefredaktion und Geschäftsführung publizistisch beraten.Mit Zanny Minton Beddoes und René Obermann: Zeit bekommt fünfköpfiges Herausgebergremium meedia.de, 28. April 2017. Im Mai 2020 ersetzte Nicola Leibinger-Kammüller René Obermann.Die Zeit holt Nicola Leibinger-Kammüller in den Herausgeberrat dnv-online.net, 25. Mai 2020. Das Mandat von Josef Joffe ruht seit Mitte Mai 2022, weil er seinen Freund und Banker Max Warburg vor den CumEx-Recherchen der eigenen Zeitung warnte. Weitere Herausgeber waren unter anderen Gerd Bucerius, Marion Gräfin Dönhoff, Helmut Schmidt, Theo Sommer und Michael Naumann.

Am 17. Februar 2021 veröffentlichte die ARD zum 75-jährigen Jubiläum der Zeit die Reportage „Die Zeit“ – Eine Wochenzeitung wird 75 über ihre Geschichte und Arbeitsweise im NDR. Am 21. Februar 2026 erschien unter dem Motto „Wie, auch schon 80?“ eine Jubiläumsausgabe zum 80-jährigen Bestehen der Wochenzeitung inklusive vollständigem Abdruck der ersten Ausgabe.

Printausgabe Ressorts und Beilagen Die Redaktion ist in dreizehn Ressorts unterteilt:

Das Ressort Glauben und Zweifeln wurde im März 2010 eingeführt In: zeit-verlagsgruppe.de, 31. März 2010, abgerufen am 8. Jini 2023. und das Ressort Z – Zeit zum Entdecken im November 2015. In: zeit-verlagsgruppe.de, 7. Oktober 2015, abgerufen am 8. Juni 2023. Im September 2019 wurden das Ressort Politik und das Hauptstadtbüro sowie das Ressort Wissen und das Ressort Chancen zusammengelegt und das Ressort Streit eingeführt.DIE ZEIT führt neues Streit-Ressort ein blog.zeit.de, 4. September 2019.

Seit Dezember 2010 liegt einer Teilauflage der Zeitung die Beilage Christ und Welt bei. Sie ist eine Fortführung der Wochenzeitung Rheinischer Merkur, die zuvor eingestellt wurde.Der „Rheinische Merkur“ erscheit erstmals als Beilage in der „Zeit“, horizont.net, 1. Dezember 2010. Seit 2024 ist Christ und Welt fester Bestandteil der Zeit und erscheint auf drei Sonderseiten. Ab 2015 erschienen viermal jährlich die Beilagen Zeit Doctor und Zeit Geld und dreimal jährlich die Beilage Zeit Golfen. Zeit Geld und Zeit Golfen erschienen letztmals 2018, die Beilage Zeit Doctor bis Mai 2020. Zu aktuellen Beilagen gehören unter anderem Zeit Abitur, Entdecken – Reise und Zeit Literatur.

Seit September 2021 erscheint zusätzlich das Ressort Green, das „alle Aspekte nachhaltigen Lebens behandelt“ und dessen Leitung der frühere Leiter des Wirtschaftsressorts, Uwe Jean Heuser, übernimmt.Start des neuen Ressorts Green bei ZEIT und ZEIT ONLINE, zeit-verlagsgruppe.de, 8. September 2021. Seit 2025 werden die Themen von Green in allen Ressorts ausgespielt, zudem gibt es weiterhin ein bis zwei Green-Seiten.

Im Jahr 2026 wurde bekannt, dass die Ressortgruppe Wissen geschaffen wurde, die sich in die einzelne Ressorts Bildung, Gesundheit und Wissenschaft gliedert. Andererseits wurden Politik und Wirtschaft in jeweils eigenständigen Ressorts aufgeteilt.

Erscheinungsbild und Druck mini|Das Hamburger Wappen in der Grafik für das Zeit-Logo (Nr. 1–12, 1946) mini|Hamburger Wappen mit offenem Tor im zweiten Zeit-Logo (Nr. 13–18, 1946) mini|Kopfzeile der Zeit mit dem Hamburger Wappen (Nr. 13–18, 1946) mini|Kopfzeile der Zeit mit dem Bremer Wappen (ab Nr. 19, 1946)

Den Schriftzug in der Titelzeile der Wochenzeitung Die Zeit mit der eleganten Schrift „mit Seele“ (weiße Innenlinie) gestaltete 1946 der aus Wien stammende Jugendstilkünstler Carl Otto Czeschka.Artikel zum 75. Geburtstag von C. O. Czeschka in: Die Zeit, Nr. 43, 1953.Heinz Spielmann: Carl Otto Czeschka. Ein Wiener Künstler in Hamburg. HWS-Reihe Bd. 1: Künstler in Hamburg (Hg. von Ekkehard Nümann) – S. 70f und S. 440. Czeschka orientierte sich bei der Gestaltung der Kopfzeile an der britischen Tageszeitung The Times,Titelblatt der Times vom 4. Dezember 1788. die das britische Staatswappen mit Löwe und Einhorn zwischen den beiden Titelworten trägt. Dies war nicht nur von graphischer Bedeutung, sondern zeigte das Selbstverständnis des Gründers der Zeitung Gerd Bucerius – nachzulesen in seinem Editorial „Unsere Aufgabe“ am 21. Februar 1946: