Bannewitz ist eine verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde südwestlich von Dresden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Geografie mini|hochkant=1.3|Gemarkungen der Gemeinde Bannewitz

Nachbargemeinden Bannewitz grenzt im Süden und Südosten an Ortsteile von Kreischa (Kleba, Brösgen, Theisewitz, Kleincarsdorf, Quohren), im Südwesten an Teile der Stadt Rabenau (Karsdorf, Oelsa, Obernaundorf), im Westen an Freital und im Norden und Nordosten an die sächsische Landeshauptstadt Dresden. Vermutlich befindet sich die Wüstung Franken auf dem Gebiet zwischen Possendorf, Brösgen, Kleba, Golberode und Rippien.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Bannewitz besteht aus den vier Ortschaften Bannewitz, Possendorf, Goppeln und Rippien. Die Ortschaften ihrerseits bestehen aus den folgenden Ortsteilen: Bannewitz: Bannewitz, Boderitz, Cunnersdorf, Welschhufe Possendorf: Börnchen, Possendorf, Wilmsdorf Rippien: Hänichen, Rippien Goppeln: Goppeln, Golberode, Gaustritz Der Ortsteil Bannewitz besteht aus den historischen Dörfern Bannewitz, Eutschütz, Nöthnitz und Rosentitz, die jeweils in nach ihnen benannten Gemarkungen liegen.

Geschichte mini|Altes Bauernhaus im Ortsteil Boderitz Bereits vor 4000 Jahren befand sich im Bereich der B 170 eine Siedlung,4500 Jahre alte Siedlung an der B170. In: Sächsische Zeitung, Regionalteil Dippoldiswalde Zeitung, 13. Oktober 2015. im Jahr 1311 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als slawische Siedlung „Panewycz“. Bannewitz gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zur Amtshauptmannschaft Dresden, Possendorf hingegen zur Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. 1952 wurden die damals noch selbständigen Gemeindeteile dem neuen Kreis Freital zugeschlagen. Nach der Fusion des Landkreises Freital mit dem Landkreis Dippoldiswalde wurde Bannewitz 1994 Teil des neuen Weißeritzkreises. 1999 fusionierten die Gemeinden Possendorf und Bannewitz; wobei der Bannewitzer Ortsteil Kauscha nach Dresden eingemeindet wurde. Im August 2008 ging Bannewitz mit dem Weißeritzkreis in den neugebildeten Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge über.

Eingemeindungen

Entwicklung der Einwohnerzahl Im Jahr 1552 zählte Bannewitz elf besessene Mann, im Jahr 1764 lebten hier elf besessene Mann, zwei Gärtner und drei Häusler.

Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Bannewitz zum jeweiligen Gebietsstand dar. Jahr Einwohner 1834 121 1871 402 1890 758 1910 1.458 1925 3.731 1939 3.884 1946 4.100 1950 4.895 1964 4.644 Jahr Einwohner 1990 3.340 1995 3.630 2000 10.105 2005 10.742 2010 10.703 2015 10.535 2020 11.083

Politik

Gemeinderat Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 18 Sitze des Stadtrats wie folgt auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen: Liste202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Freie Wählergemeinschaft Bannewitz844,4423,1523,7CDU421,8421,0628,8Freie Sachsen315,6––––Wir FÜR Bannewitz17,1314,6––Grüne16,3210,617,2Bürgergemeinschaft14,815,029,1AfD––118,5––Linke––17,2211,9Wählervereinigung BHPR––––18,8SPD––––16,9FDP–––––3,7Wahlbeteiligung75,7 %72,2 %56,3 %

Bürgermeister Bürgermeister von Bannewitz ist seit dem 1. April 2022 Heiko Wersig. +Vergangene BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2022Heiko WersigWersig66,72015Christoph FröseFröse55,8200653,5[…]1994Ulrich KretzschmarCDU84,5

Wappen Die Gemeinde Bannewitz führt nach Beschluss des Gemeinderates vom 15. Dezember 2005 ein amtlich genehmigtes Wappen.

Blasonierung: „Im Göpelschnitt geteilt; vom Silber grün bordiertes und von zwei grünen Pfahlfäden gespaltenes silbernes Gebäude mit sechs grünen Fenstern sowie grünem Dach mit Dachreiter; hinten in Silber grüne Eiche; unten in Grün drei silberne mit den Füßen verwachsene Kreuze und zwischen diesen drei silberne sechszackige Sterne.“ (PDF; 261 kB) Bedeutung Das Gebäude stellt den Malakowturm des Marienschachtes dar und steht für den Bergbau.

Die Eiche ist dem Possendorfer Wappen entnommen.

Dreizack und Sterne zitieren das Wappen der Familie von Schill und würdigt insbesondere Ferdinand von Schill.

Städtepartnerschaften Bannewitz unterhält mit der Stadt Bräunlingen in Baden-Württemberg und mit der Stadt Dubi in Tschechien eine Partnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Golberoder Mühle am Gerberbach Bannewitz wird durch ein reges kulturelles Vereinsleben geprägt. Neben drei Karnevalsvereinen, zwei Sportvereinen gibt es auch zwei Musikvereine und viele weitere kleinere Vereine:

Museen Das Bergbau- und Regionalmuseum Marienschacht zeigt teilweise verschiedene Ausstellungen sowie eine Dauerausstellung zum Thema Bergbau.

Bauwerke mini|Geburtshaus von Ferdinand von Schill in Wilmsdorf

Triangulationssäule und markanter 63 m hoher Mobilfunkturm auf dem Gohlig (Goldene Höhe) Malakowturm des Marienschachts: Der 1891 erbaute letzte deutsche Malakowturm. Markantes Bauwerk von Bannewitz, findet sich auch im Wappen wieder Windmühle Possendorf: Besichtigungen möglich Schloss Nöthnitz: 1635 erbautes und 1870 verändertes Renaissanceschloss. Das Schloss war im 18. Jahrhundert im Besitz des Heinrich Graf von Bünau und beherbergte dessen Bibliothek mit über 42 000 Bänden. Bannewitzer Kirche: Sie wurde 1864 als Schule erbaut und diente der Dresdner Kreuzkirchengemeinde ab 1877 als Betsaal. 1885 wurde vor das Gebäude ein Kirchturm gesetzt, dies ist einmalig im Freistaat Sachsen. Possendorfer Kirche: Das Wahrzeichen des Ortsteils, mit ihrem 57 Meter hohen Turm. Die Grundmauern stammen aus dem Jahre 1521, der Hauptteil der Kirche wurde 1595/96, die Apsis im 14. Jh. erbaut. Bauliche Veränderungen gab es im 17. und 18. Jahrhundert. Gasthof auf dem Lerchenberg mit Aussichtsturm ins Osterzgebirge

Parks Am nordöstlichen Rand von Bannewitz befindet sich der Schlosspark Nöthnitz, an welchen das Schloss Nöthnitz grenzt. Im Ortsteil Possendorf, in der Nähe der Schulstraße, befindet sich zudem ein Schulpark. Ein weiterer Park, der Lunapark, befindet sich auf dem Rücken des Gohligs am nördlichen Rand des Ortsteils Hänichen. Von hier kann nach Dresden, über das Elbtal, bis in die Sächsische und Böhmische Schweiz sowie in das Osterzgebirge geblickt werden.

Naturschutz

Sportvereine SV Bannewitz e. V. Der Sportverein verfügt über die Abteilungen Fußball, Tischtennis, Volleyball und Schach. Dabei vertritt die 1. Mannschaft der Schachabteilung den Verein in der Oberliga und die 1. Mannschaft der Tischtennisabteilung in der Bezirksliga. Im Fußball spielte der SV Bannewitz seit der Saison 2006/2007 in der Landesliga Sachsen, musste aber nach der Saison 2009/10 in die Bezirksliga Dresden (später Mitte) absteigen. SG Empor Possendorf e. V. verfügt über die Abteilungen Fußball, Volleyball, Popgymnastik und Turnen. Insgesamt hat der Verein 510 Mitglieder die Freizeit- und Wettkampfsport betreiben. Beim Fußball konnte die 1. Männermannschaft in die Bezirksliga Staffel Mitte aufsteigen. Der ehemalige Motorclub MC Bannewitz war Nutzer der inzwischen geschlossenen Motocross-Strecke An der Senke, die durch und um eine Kiesgrube führte. Dort wurden zwischen 1966 und 1989 Moto-Cross- und Auto-und-Moto-Cross-Veranstaltungen durchgeführt. Aus dem MC Bannewitz kam im Jahre 1969 mit Heiner Wirth der DDR-Meister im Motocross in der Klasse bis 125 cm³.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Durch die Gemeinde Bannewitz führte ab 1856 die Windbergbahn von Potschappel, welche ursprünglich als Industriebahn zur Abfuhr der bei Hänichen und am Windberg geförderten Steinkohlen gebaut wurde. Nach der Aufnahme des Personenverkehrs und der Verlängerung bis Possendorf 1909 entwickelte sich die Verbindung zu einer bedeutenden Ausflugsbahn. 1951 wurde die Strecke stillgelegt und abgebaut. Als heute wichtigste Verbindungsstraße der Gemeinde gilt die Bundesstraße 170. Im Süden des Gemeindegebiets beginnt sie im Ortsteil Rundteil, verläuft durch Possendorf, Hänichen und Bannewitz. Im Nördlichen Teil der Gemeinde befindet sich die Auffahrt Dresden-Südvorstadt zur Autobahn A17.

Landwirtschaft Das Rittergut Nöthnitz musste infolge der Bodenreform 1946 seine Ländereien an Neubauern aufteilen. 1949 wurde die MAS Bannewitz gegründet, welche 1952 in die 1952 gegründete LPG Fortschritt Bannewitz überging. 1958 hatte diese einen sechsställigen Rinderoffenstall mit Milchkühen an der Horkenstraße und Schweineställe in Kleinnaundorf in Betrieb. Im ehemaligen Rittergut Nöthnitz war die Werkstatt untergebracht. Seit den 1990er Jahren gehören Teile der aufgelösten LPG Freundschaft und Fortschritt Bannewitz der Dresdner Vorgebirgs Agrar AG. Nach der Deutschen Einheit entstanden auch etliche Wiedereinrichter.

Medien Sächsische Zeitung, Lokalausgabe Freital Bannewitzer Amtsblatt

Bildung Grundschule Possendorf Grund- und Oberschule Bannewitz Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz Musikschule Bannewitz (KulturTankstelle)

Trivia Von 1961 bis 1963 nannten sich die Maler Karlheinz Effenberger, Gerhard Floß, Hannes Meier und Horst Holinski Kollektiv Bannewitz, weil sie als Studenten Ende der 1950er Jahre im Ort zum Arbeitseinsatz in der Landwirtschaft waren.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde Ferdinand von Schill (1776–1809), preußischer Offizier Ernst Sommerschuh (1844–1905), Architekt Karl Otto Uhlig (1872–1950), sächsischer Innenminister (1919–1920); Gemeinderatsmitglied (1899–1902) Otto Uhlig (1902–1984), Arbeitsamtsdirektor Curt Querner (1904–1976), Maler (Vertreter der Neuen Sachlichkeit) Kurt Pietsch (Kurt Pětš) (1912–1998), Ornithologe Wilfried Seidel (* 1939), Politiker Heiner Wirth (* 1942), DDR-Meister im Motocross in der Klasse bis 125 cm³ Torsten Michel (* 1977), Sternekoch im Restaurant Schwarzwaldstube in Baiersbronn, ausgezeichnet mit 3 Michelinsternen

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben Johann Joachim Winckelmann (1717–1768), Archäologe, Antiquar und Kunstschriftsteller, Bibliothekar auf Schloss Nöthnitz Theodor Reuning (1807–1876), Agronom, Jurist Josef Eduard Tammer (11. April 1883, Schirgiswalde – 19. März 1959, Oberlausitz), Maler Augustina Schumacher (bürgerlicher Name Maria Katharina Clara Schumacher) (1887–1945), Gründerin der Kongregation der Nazarethschwestern vom hl. Franziskus in Goppeln

Literatur

Weblinks

Website der Gemeinde Bannewitz

Einzelnachweise

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