Vorderhornbach ist ein Dorf und eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich).

Geographie Der Ort Vorderhornbach liegt auf rund im Lechtal, am Eingang des Hornbachtals, am Schwemmkegel des Hornbachs. Nach Norden steigt das Gemeindegebiet zuerst bewaldet, dann über Almen und alpines Gelände auf über 2300 Meter an. Die Gemeinde hat eine Fläche von 17 Quadratkilometer. Davon werden 6 % landwirtschaftlich genutzt, 67 % sind bewaldet, 10 % sind Almen und 14 % alpin.

Gemeindegliederung Die kleine Gemeinde umfasst nur eine Katastralgemeinde und Ortschaft. Neben dem Dorf Vorderhornbach selbst gehört der Weiler Spiesemühl zur Gemeinde.

Nachbargemeinden

Geschichte 1218 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt.Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchivs. Band 17), Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0449-0, Abschnitt Hornbach (Vorder-, Hinter-), S. 508 ff. Das Gebiet war ursprünglich im Besitz der Herren von Rettenberg. Im Jahr 1333 verkaufte Heinrich seinen Besitz an das Stift Füssen. Aus der Gerichtsordnung von 1461 ist ersichtlich, dass das durch Rodung gewonnene Land den Beteiligten als erbliches Lehen übergeben worden war.Michael Fritz:

Im frühen 16. Jahrhundert wurde eine dem hl. Johannes geweihte Kapelle errichtet. Vorderhornbach war von alters her der Pfarre Wängle unterstellt. Es wurde 1675 eine Seelsorgestelle und als 1752 eine Kirche gebaut worden war, wurde es 1756 eine Expositur mit eigenem Seelsorger. Durch die Zugehörigkeit zum Gericht Aschau (heute Lechaschau, linksufrig des Lech bis Musau)Erstmals 1216 provincia Aschowe. Nach Eduard Widmoser: Tirol A bis Z. Südtirol-Verlag, 1970, S. 466. Sowie: Anreiter, Chapman, Rampl: Die Gemeindenamen Tirols, S. 488 und 518 (). machte Vorderhornbach eine andere Entwicklung durch als die anderen Gemeinden im Lechtal. Historisch findet sich der Ort auch als Hornbach in der Aschau.Richard Lipp Ausserfern: der Bezirk Reutte, Tyrolia-Verlag, 1994, Kapitel Das ehemalige Gericht Aschau, S. 57, 68. Es gehörte zur Anwaltschaft Reutte.

1810–1833 (davon 1806–1814 im Innkreis des Königreichs Bayern, danach wieder österreichisch) war die Ortschaft mit Hinterhornbach zum Steuerdistrikt (österreichisch Steuergemeinde) Hornbach vereinigt.

Bevölkerungsentwicklung

mini|Expositurkirche hl. Johannes

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirche hl. Johannes

Wirtschaft und Infrastruktur Von Bedeutung ist die Landwirtschaft, daneben ist Vorderhornbach eine Auspendlergemeinde.

Wirtschaftssektoren, Arbeitsplätze Im Jahr 2010 gab es zehn landwirtschaftliche Betriebe in Vorderhornbach. Davon war einer ein Haupterwerbsbetrieb, sieben waren Nebenerwerbsbetriebe und zwei wurden von juristischen Personen geführt. Diese zwei bewirtschafteten 93 Prozent der Flächen. Insgesamt gab es 21 Arbeitsplätze in der Gemeinde, sechs in der Landwirtschaft, drei im Produktions- und zwölf im Dienstleistungssektor (Stand 2011).

Von den 139 Erwerbstätigen, die 2011 in Vorderhornbach wohnten, arbeiteten sechzehn in der Gemeinde. Beinahe neunzig Prozent pendelten aus.

Verkehr Östlich des Gemeindegebietes auf der anderen Lechseite verläuft die Lechtalstraße B 198, mit der Vorderhornbach über die Hornbacher Straße L 264 und die Martinauer Straße L 265 verbunden ist.

Politik

Gemeinderat In den Gemeinderat werden elf Mandatare gewählt. Bei den letzten Wahlen 2010, 2016 und 2022 trat nur eine Gemeindeliste an.

Bürgermeister Bürgermeister von Vorderhornbach ist Gottfried Ginther.

Wappen 60px|links Blasonierung: Ein von Silber und Blau schräglinks geteilter Schild, im silbernen Feld ein schwarzes, rechtsgewendetes Horn.

Das 1973 verliehene GemeindewappenLandesgesetzblatt für Tirol. Nr. 92/1973 (Digitalisat). symbolisiert mit dem Horn und dem blauen Feld als redendes Wappen den Ortsnamen.

Persönlichkeiten

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Roger Lenaers (1925–2021), Jesuit, Pfarrer von Vorderhornbach 1995–2016

Literatur Sebastian Hölzl: Die Gemeindearchive des Bezirkes Reutte: T. Ohne Markt Reutte und Stadt Vils. Band 1, Amt der Tiroler Landesregierung, Tiroler Landesarchiv, Innsbruck 1997, ISBN 978-3-901464-06-5 (= Edition Atelier: Tiroler Geschichtsquellen. Band 37), 34/Vorderhornbach, S. 503 ff. Richard Lipp: Außerfern. Der Bezirk Reutte. Tyrolia-Verlag, Innsbruck/Wien 1994, ISBN 3-7022-1927-7, S. 68f.

Weblinks

Informationsportal der Gemeinde (vorderhornbach.at) Website der Gemeinde (vorderhornbach.tirol.gv.at) – dzt. inaktiv Kontaktdaten der Gemeinde, auf tirol.gv.at

Einzelnachweise

Kategorie:Allgäuer Alpen Kategorie:Ersterwähnung 1218