mini|Kapelle St. Anna mini|Schloss Amerdingen mini|Gemeindeteil Bollstadt

Amerdingen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ries.

Geografie Lage Amerdingen ist ein Teil der Planungsregion Augsburg und liegt an der Kessel. Im Süden grenzt es an den Landkreis Dillingen. Geologisch gehört das Gebiet zur Riesalb, dem östlichsten, nur mehr hügeligen Ausläufer der Schwäbischen Alb.

Gemeindegliederung Es gibt vier Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Amerdingen (Pfarrdorf) Bollstadt (Pfarrdorf) Seelbronn (Einöde) Sternbach (Einöde)

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Amerdingen und Bollstadt. Die Gemarkung Amerdingen hat eine Fläche von 10,962 km². Sie ist in 1122 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9770,08 m² haben. In ihr liegen die Gemeindeteile Amerdingen, Seelbronn und Sternbach.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Amerdingen war vor 1806 Sitz der gleichnamigen Herrschaft und gehörte den Freiherren Schenk von Stauffenberg. Die von Ludwig II. von Bayern im 19. Jahrhundert in den Grafenstand erhobenen Stauffenberger sind noch immer die größten Grundbesitzer in Amerdingen und gleichzeitig Bewohner des Schlosses im Ort. Alle lebenden Schenken von Stauffenberg entstammen der so genannten „Amerdinger Linie“. Sie sind Nachfahren des Schenken Hans von Stauffenberg, der 1566 das Rittergut Amerdingen durch Heirat mit Barbara von Westernach erwarb.

Amerdingen lag zwischen dem Herzogtum Pfalz-Neuburg und der Grafschaft Oettingen, die landesherrliche Rechte über Amerdingen innehatten. Mit dem Inkrafttreten der Rheinbundakte 1806 fiel der Ort an das Königreich Bayern.

Familie Stauffenberg Zu den Nachfahren des ersten Amerdinger Stauffenberg, Hans von Stauffenberg, zählt auch Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der am 20. Juli 1944 das erfolglose Attentat auf Adolf Hitler gewagt und mit dem Leben bezahlt hat.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Bollstadt eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 795 auf 841 um 46 Einwohner bzw. um 5,8 %.

Jahr Einwohner 1961 840 1970 824 1987 789 1991 871 1995 873 2000 852 2005 872 2010 845 2015 851 2023 880

Politik Gemeinderat und Bürgermeister Im Gemeinderat hat in der Amtszeit 2026 bis 2032 die Dorfgemeinschaft (DG) Amerdingen fünf Sitze (Stimmenanteil 59,2 %) und die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Bollstadt drei Sitze (40,8 %). Die Wahlbeteiligung bei der Wahl vom 8. März 2026 lag bei 79,1 %.Website VG Ries: Gemeinderatswahl Amerdingen, 8. März 2026 Die Sitzverteilung zwischen den beiden Wählergruppen ist unverändert wie in der Amtszeit 2020 bis 2026.

Erster Bürgermeister war ab Mai 1996 Hermann Schmidt (DG); als Nachfolger wurde Xaver Berchtenbreiter (FWG) gewählt, der seit 1. Mai 2020 im Amt ist und am 8. März 2026 mit 95,9 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt wurde.Gemeinderatswahl 2026, abgerufen am 7. Mai 2026

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Fernmeldeturm Bollstadt

Bau- und Bodendenkmäler

Katholische Pfarrkirche St. Veit Schloss Amerdingen der Grafen von Stauffenberg aus dem 18. Jahrhundert

Naturdenkmal Viergriffige Eiche mini|hochkant|Viergriffige (Viergrifflige) Eiche

Die auch als „Viergrifflige Eiche“ bezeichnete Stieleiche steht ca. 1,5 km südlich des Orts an einem Wirtschaftsweg im freien Feld. Der als Naturdenkmal (ND-06554) geschützte und in die Liste markanter und alter Baumexemplare in Deutschland eingetragene Baumveteran ist ein aus vier Stämmen zusammengewachsener Baum, darum „Viergrifflig“. Drei der Stämmlinge sind bis zu einer Höhe von etwa zwei Metern miteinander verwachsen. Ein vierter Stamm, welcher noch am Boden auch mit dem Grundstamm verwachsen ist, löst sich schon nach knapp einem Meter komplett von den anderen dreien ab.

Das Alter der markanten Eiche wird auf etwa 250 Jahre geschätzt. Der Baum erreichte bei Messung im Jahr 2019 eine Höhe von 21 m bei einem Kronendurchmesser von 20 m. Die Maßangaben für den Stammumfang sind strittig und weichen deutlich voneinander ab; sie reichen von 6,87 m (Brusthöhenumfang) bei „Monumentale Eichen“, über 7,75 m (Basisumfang) als Wert der Unteren Naturschutzbehörde, bis zu 8,09 m (Messhöhe 1 m) in der Naturdenkmalliste.„Viergrifflige Eiche bei Amerdingen“ in „Monumentale Eichen“ von Rainer Lippert, bei www.monumentale-eichen.de

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft 2017 gab es in der Gemeinde 126 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 382 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 256 Personen größer als die der Einpendler. Zehn Einwohner waren arbeitslos gemeldet.

2016 gab es elf landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzte Fläche von insgesamt 400 Hektar.

Bildung In der Gemeinde gibt es folgende Einrichtungen: Eine Kindertagesstätte mit 55 Plätzen und 53 betreuten Kindern, davon sieben unter drei Jahren (Stand 1. März 2018) Die Grundschule Amerdingen mit drei Lehrern und 49 Schülern (Schuljahr 2019/20)

Söhne und Töchter der Gemeinde Alfred Schenk Graf von Stauffenberg (1860–1936), Oberhofmarschall des Königs Wilhelm II. von Württemberg

Literatur Günter Besel: Amerdinger Heimatbuch, Gemeinde Amerdingen, 2013.

Weblinks

Homepage

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Donau-Ries Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

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