mini|rechts|TD Garden Die 106. Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften fanden vom 26. März bis 3. April 2016 in der US-amerikanischen Stadt Boston statt. Die Internationale Eislaufunion gab die Vergabe der Titelkämpfe im Juni 2013 bekannt.isu.org: (englisch) Der Veranstaltungsort war der TD Garden.
Bilanz Medaillenspiegel Platz Land 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze Gesamt 1 1 – 1 2 2 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 5 – 2 1 3 6 – 1 1 2 7 – 1 – 1 8 – – 1 1
Medaillengewinner Konkurrenz Gold Silber Bronze Herren Javier Fernández Yuzuru Hanyū Jin Boyang Damen Jewgenija Medwedewa Ashley Wagner Anna Pogorilaja Paare Meagan Duhamel / Eric Radford Sui Wenjing / Cong Han Aljona Savchenko / Bruno Massot Eistanz Gabriella Papadakis / Guillaume Cizeron Maia Shibutani / Alex Shibutani Madison Chock / Evan Bates
Ergebnisse K = Kür KP = Kurzprogramm KT = Kurztanz Pkt. = Punkte
Herren Das Kurzprogramm fand am 31. März statt, die Kür am 1. April. Platz Sportler Land Pkt. KP K 1 Javier Fernández 314,93 2 98,52 1 216,41 2 Yuzuru Hanyū 295,17 1 110,56 2 184,61 3 Jin Boyang 270,99 5 89,86 3 181,13 4 Michail Koljada 267,97 6 89,66 5 178,31 5 Patrick Chan 266,75 3 94,84 8 171,91 6 Adam Rippon 264,44 7 85,72 4 178,72 7 Shōma Uno 264,25 4 90,74 6 173,51 8 Max Aaron 254,14 8 81,28 7 172,86 9 Michal Březina 237,99 11 79,29 10 158,70 10 Grant Hochstein 237,29 16 74,81 9 162,44 11 Denis Ten 230,13 12 78,55 12 151,58 12 Ivan Righini 228,52 9 81,17 13 147,35 13 Alexei Bychenko 226,07 19 69,86 11 156,21 14 Deniss Vasiļjevs 224,54 10 81,07 16 143,47 15 Misha Ge 223,53 15 77,43 14 146,10 16 Jorik Hendrickx 221,43 14 77,72 15 143,71 17 Brendan Kerry 210,56 17 71,04 17 139,52 18 Maxim Kowtun 210,14 13 78,46 21 131,68 19 Michael Christian Martinez 204,10 23 66,98 18 137,12 20 Chafik Besseghier 203,20 20 69,23 20 133,97 21 Julian Zhi Jie Yee 202,94 22 67,60 19 135,34 22 Phillip Harris 190,42 21 68,53 22 121,89 23 Iwan Pawlow 178,89 24 65,20 23 113,69 24 Lee June-hyoung 174,88 18 70,05 24 104,83 Kür nicht erreicht 25 Javier Raya 65,06 25 65,06 colspan=2 26 Yan Han 62,56 26 62,56 colspan=2 27 Nam Nguyen 61,61 27 61,61 colspan=2 28 Franz Streubel 57,19 28 57,19 colspan=2 29 Denis Margalik 52,31 29 52,31 colspan=2 30 Slawik Hajrapetjan 49,36 30 49,36 colspan=2 Der Spanier Javier Fernández verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr. Nach dem Kurzprogramm hatte noch sein Trainingsgefährte Yuzuru Hanyū mit über zwölf Punkten Vorsprung vorne gelegen. Dem favorisierten Japaner unterliefen in seiner Kür jedoch ungewohnt viele Fehler, sodass ihn Fernández mit der besten Kür seiner bisherigen Karriere noch überholen konnte. Die Kür zum Gesang von Frank Sinatra enthielt u. a. einen vierfachen Toeloop, eine Vierfach-Salchow-Dreifach-Toeloop-Kombination, einen vierfachen Salchow und zwei dreifache Axel.goldenskate.com Dem Spanier unterliefen keinerlei Fehler bei seinen Sprungelementen und er bekam durchweg positive Bewertungen in der Ausführung.isuresults.com Noch bevor seine Kür ganz zu Ende war, gab es stehenden Beifall des Publikums. Es war das erste Mal, dass ein Eiskunstläufer bei Weltmeisterschaften die 300-Punkte-Marke erreichte. Dabei hatte Fernández am Tag der Kür aufgrund einer Fersenentzündung kaum trainieren können.
Das Podium komplettierte bei seinem WM-Debüt der chinesische Meister Jin Boyang. Sein Kurzprogramm wies mit 50,73 den höchsten Basiswert aller Teilnehmer auf.isuresults.com Mit der Vierfach-Lutz-Dreifach-Toeloop-Kombination beinhaltete es das Element mit dem höchsten Basiswert (17,90) aller im Kurzprogramm gezeigter Elemente. Auch die Kür des Chinesen wies mit 103,10 den deutlich höchsten Basiswert aller Teilnehmer auf. Sie beinhaltete vier Vierfachsprünge, so viele wie nie zuvor in einer Eiskunstlauf-Kür. Jin stand alle Sprünge und wurde damit der erste Eiskunstläufer, der insgesamt sechs Vierfachsprünge in einem Wettbewerb erfolgreich landete, dies jedoch mit unsauberen Landungen. Daher gab es keine nennenswerten Pluspunkte im Grad der Ausführung (GOE). Dazu verlor er in den Programmkomponenten erwartungsgemäß zahlreiche Punkte. Dennoch reichte dies, um sich vom fünften Rang auf den Bronzerang vorzuarbeiten.isuresults.com Boyang Jin gelang damit bei seiner ersten Weltmeisterschaft sofort der Sprung auf das Podium. Es war die erste Medaille für einen Chinesen in der Herrenkonkurrenz bei Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften.
Mit dem russischen Vizemeister Michail Koljada belegte ein weiterer WM-Debütant einen vorderen Platz. Er zeigte die zweitsauberste Kür der letzten Gruppe und sicherte sich damit den vierten Platz. Koljada stellte persönliche Punktebestleistungen in Kurzprogramm, Kür und Gesamtleistung auf und stellte mit seinem starken Debüt die Rangfolge der russischen Eiskunstläufer in Frage, da der russische Meister Maxim Kowtun einmal mehr die hohen Erwartungen nicht erfüllen konnte und mit einer desolaten Kürleistung am Ende nur den 18. Platz belegte.
Das Comeback des dreimaligen Weltmeisters Patrick Chan nach einjähriger Auszeit verlief am Ende nicht wie geplant. Nach dem Kurzprogramm hatte der Kanadier noch auf dem dritten Rang gelegen. In der Kür konnte er seine famose Leistung, die er noch bei den Vier-Kontinente-Meisterschaften gezeigt hatte, jedoch nicht wiederholen. Ihm unterliefen als letztem Starter zahlreiche Fehler, sodass er sich am Ende mit dem fünften Platz zufriedengeben musste. Der japanische Vizemeister Shōma Uno komplettierte die letzte Startgruppe in der Kür. Er hatte nach dem Kurzprogramm auf dem vierten Platz und damit in aussichtsreicher Position gelegen. In der Kür musste er allerdings einen schweren Sturz hinnehmen. Am Ende reichte es für ihn zum siebten Platz.
Eine kollektiv starke Leistung zeigten die drei US-Amerikaner vor heimischer Kulisse. In der Kür konnte sowohl der US-Meister Adam Rippon als auch der sprunggewaltige Max Aaron sowie der für den verletzten Dritten der US-Meisterschaften Nathan Chen nachgerückte Grant Hochstein überzeugen. Adam Rippon versuchte den vierfachen Lutz; dieser wurde ihm jedoch als unterrotiert abgewertet. Dennoch zeigte der merklich gereifte Rippon eine gelöste und mitreißende Kür, die am Ende mit Jubelstürmen des Publikums aufgenommen wurde. Am Ende reichte es für ihn zum sechsten Platz. Dem vom Eishockey kommenden Max Aaron glückte seine Vierfach-Salchow-Dreifach-Toeloop-Kombination sowie sein vierfacher Salchow als Einzelsprung. Das Gelingen der Sprünge wurde vom Publikum frenetisch gefeiert. Aaron belegte mit dieser Leistung den siebten Platz. Auch Grant Hochstein übertraf mit seiner Leistung alle Erwartungen. Er stand einen vierfachen Toeloop und blieb wie seine Landsleute sturzfrei. Er beendete den Wettbewerb als Zehnter. Alle drei US-Amerikaner verbuchten persönliche Punktebestleistungen in der Kür, Hochstein auch bezüglich seiner Gesamtleistung und Rippon bezüglich aller Segmente.
Der tschechische Meister Michal Březina erreichte nach einer langanhaltenden Phase der Inkonsistenz und dem enttäuschenden 15. Platz im Vorjahr mit Platz 9 wieder ein Top-Ten-Ergebnis. Zwar stürzte er wie gewohnt bei seinem ersten Kürelement, dem vierfachen Salchow, fand danach allerdings wieder in die Spur und konnte das Programm zusammenhalten. Für den kasachischen Olympiadritten von Sotschi, Denis Ten, verlief die WM, wie schon die gesamte Saison, enttäuschend. Am Ende wurde er Elfter. Der italienische Meister Ivan Righini erreichte mit einer ordentlichen Leistung den zwölften Platz und damit sein bestes Ergebnis bei Weltmeisterschaften.
Der Israeli Alexei Bychenko, der bei der Europameisterschaft hinter Fernández noch Silber gewonnen hatte, erlebte ein desolates Kurzprogramm, das für ihn auf dem 19. Platz endete. In der Kür ließ er allerdings sein Können aufblitzen und kämpfte sich mit zwei vierfachen Toeloops noch auf den elften Platz vor. Ein bemerkenswertes Debüt zeigte mit Endplatz 14 der junge Lette Deniss Vasiļjevs. Für den usbekischen Vorjahressechsten Misha Ge reichte es nach einer komplizierten Saison nur zu Platz 15.
Der Belgier Jorik Hendrickx erreichte mit seiner umstrittenen Titanic-Kür, deren Musik Originalstimmen aus dem gleichnamigen Film enthielt, immerhin den sechzehnten Platz und damit sein bestes WM-Ergebnis. Auch ein Erfolgserlebnis konnte der Australier Brendan Kerry mit dem 17. Platz verbuchen. Dabei stand er sowohl in Kurzprogramm als auch Kür einen vierfachen Toeloop, wenn auch mit Abzügen beim Grad der Ausführung (GOE). Michael Christian Martinez von den Philippinen schaffte mit Platz 19 sein bislang bestes WM-Ergebnis. Ein bemerkenswertes Debüt lieferte Julian Zhi Jie Yee, indem er als erster Malaysier überhaupt an einer Herrenkonkurrenz teilnahm und sich sogleich für die Kür qualifizieren konnte. Am Ende wurde er 21. Überraschend ausgeschieden waren bereits im Kurzprogramm der Chinese Yan Han und der Kanadier Nam Nguyen.
Damen Das Kurzprogramm fand am 31. März statt, die Kür am 2. April. Platz Sportler Land Pkt. KP K 1 Jewgenija Medwedewa 223,86 3 73,76 1 150,10 2 Ashley Wagner 215,39 4 73,16 2 142,23 3 Anna Pogorilaja 213,69 2 73,98 4 139,71 4 Gracie Gold 211,29 1 76,43 6 134,86 5 Satoko Miyahara 210,61 6 70,72 3 139,89 6 Jelena Radionowa 209,81 5 71,70 5 138,11 7 Mao Asada 200,30 9 65,87 7 134,43 8 Rika Hongo 199,15 7 69,89 8 129,26 9 Gabrielle Daleman 195,68 8 67,38 9 128,30 10 Mirai Nagasu 186,65 10 65,74 11 120,91 11 Li Zijun 184,52 11 65,39 12 119,13 12 Elisabet Tursynbajewa 183,62 12 61,63 10 121,99 13 Nicole Rajičová 173,05 15 56,56 13 116,49 14 Choi Da-bin 159,92 16 56,02 15 103,90 15 Angelīna Kučvaļska 158,99 18 54,78 14 104,21 16 Roberta Rodeghiero 158,41 13 57,90 19 100,51 17 Alaine Chartrand 157,82 17 55,67 17 102,15 18 Park So-youn 154,24 22 52,27 18 101,97 19 Anna Chnytschenkowa 154,02 19 53,86 20 100,16 20 Viveca Lindfors 152,93 23 50,18 16 102,75 21 Amy Lin 146,55 14 57,50 22 89,05 22 Niki Wories 140,87 24 49,86 21 91,01 23 Zhao Ziquan 139,67 21 52,80 23 86,87 24 Anastassia Galustjan 136,07 20 53,24 24 82,83 Kür nicht erreicht 25 Maé-Bérénice Méité 49,50 25 49,50 colspan=2 26 Anne Line Gjersem 49,39 26 49,39 colspan=2 27 Kailani Craine 48,86 27 48,86 colspan=2 28 Ivett Tóth 47,92 28 47,92 colspan=2 29 Eliška Březinová 47,75 29 47,75 colspan=2 30 Joshi Helgesson 47,67 30 47.67 colspan=2 31 Laurine Lecavelier 46,92 31 46.92 colspan=2 32 Kerstin Frank 46,77 32 46,77 colspan=2 33 Aleksandra Golovkina 44,58 33 44,58 colspan=2 34 Yasmine Yamada 43,65 34 43,65 colspan=2 35 Nathalie Weinzierl 43,25 35 43.25 colspan=2 36 Kristen Spours 42,64 36 42.64 colspan=2 37 Sonia Lafuente 39,99 37 39.99 colspan=2 38 Daša Grm 37,95 38 37,95 colspan=2 Die Damenkonkurrenz sah einen starken Wettbewerb. Bereits im Kurzprogramm blieben alle sechs Eiskunstläuferinnen der letzten Gruppe fehlerfrei und erreichten hohe Punktzahlen. Es führte die US-Meisterin Gracie Gold, die jedoch in der Kür Fehler machte und am Ende Vierte wurde. Die russische Meisterin Jewgenija Medwedewa lief in der Kür einen neuen Punkteweltrekord von 150,10 Punkten und gewann damit ihren ersten WM-Titel. Silber ging an die in Heidelberg geborene US-Amerikanerin Ashley Wagner, die nervenstark blieb und sich vor einer begeisterten Kulisse ihre lang ersehnte WM-Medaille sicherte. Die Russin Anna Pogorilaja errang die Bronzemedaille. Die Vorjahreszweite und japanische Meisterin Satoko Miyahara belegte den fünften Platz. Ihre zurückgekehrte Landsfrau und dreifache Weltmeisterin Mao Asada wurde Siebte.
Paare Das Kurzprogramm fand am 1. April statt, die Kür am 2. April.