Gröpelingen (Plattdeutsch ) ist ein Stadtteil von Bremen und gehört zum Bremer Stadtbezirk West.

Geografie und Ortsteile Gröpelingen liegt auf der rechten Weserseite ca. 5 km westlich des Bremer Zentrums.

Die benachbarten Stadtteile sind Walle im Osten, Häfen im Südwesten, Burglesum im Nordwesten und Blockland im Nordosten.

Der Stadtteil Gröpelingen umfasst folgende Ortsteile:

Gröpelingen mini|Die Gröpelinger Heerstraße Fläche: 1,47 km², 8928 Einwohner

Gröpelingen war bis zum Bau der benachbarten Häfen und Industriebetriebe im 19. Jahrhundert zunächst dörflich geprägt. Durch die Industrialisierung wurde dieser Ortsteil stark verändert. Hier wohnten viele Arbeitnehmer, die in den Betrieben der Hafenwirtschaft arbeiteten. Infolge der Umstellung auf Container und durch die Werftenkrise gab es starke Veränderungen in der Hafenwirtschaft, die sich auch auf die Struktur dieses Ortsteils auswirkten. Der Ortsteil zeichnet sich durch eine Mischung von Gewerbe und Wohnungen aus.

Lindenhof miniatur|Gröpelinger Depot Fläche: 0,74 km², 7977 Einwohner

Das Humannviertel war der größte zusammenhängende Siedlungsbau in Bremen in der Weimarer Republik. Die vier Wohnzeilen von 1931 mit 160 Wohnungen stehen seit 2016 unter Bremischen Denkmalschutz.

Der Ortsteil hat sich durch den Zuzug von Gastarbeitern und anderen Einwanderern seit den 1960er Jahren zu einem multikulturellen Ortsteil entwickelt. Für muslimische Zuwanderer aus der Türkei wurde in Hafenrandlage die Fatih-Moschee errichtet, die größte Moschee Bremens. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird der Ortsteil auch von Akademikern, jungen Menschen und Künstlern als Wohnort gewählt.

Ohlenhof Fläche: 1,32 km², 9488 Einwohner

Der Ortsteil Ohlenhof hat die meisten Einwohner und hat sich im Unterschied zu den übrigen Ortsteilen in Gröpelingen eher zu einer Wohngegend entwickelt. Hier befindet sich neben mehreren Schulen auch die Erlebnisfarm Ohlenhof. Diese Erlebnisfarm bietet Kindern, Jugendlichen und interessierten Erwachsenen die Begegnung mit Tieren und einer naturnahen Umgebung. Die Einrichtung soll auch zur Verbesserung des Förder- und Freizeitangebotes im Bremer Westen dienen.Reiten auf dem Bauernhof - mitten in Bremen, Süddeutsche Zeitung vom 14. Juli 2017

In den Wischen Fläche: 2,16 km², 14 Einwohner

Oslebshausen mini|hochkant|Nikolaikirche Oslebshausen Fläche: 3,97 km², 8653 Einwohner

Das kleine Dorf Oslebshausen (im 9. Jh. Osleveshusen) (Plattdeutsch ) im früheren Goh Werderland war 1741 hannoverisch, 1803 bremisch und wurde 1817 dem Landherrn im Bremer Rat unterstellt. 1921 wurde das Dorf eingemeindet und 1951 ein Ortsteil von Gröpelingen. Das Dorf wandelte sein Antlitz; 1691 wurde eine Windmühle gebaut, die 1788 abbrannte, wieder aufgebaut dann 1902 abgebrochen wurde. Nach dem Bau der benachbarten Häfen und Industriebetriebe in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich ein Ortsteil mit Einzelhäusern, Reihenhäusern und vornehmlich drei- bis viergeschossigen Wohnblocks für die in den Häfen arbeitenden Einwohner.

1823 legte der Arzt Hirschfeld ein Landgut mit Park an, das der Richter Wilhelm Focke und danach Johann Ludwig Schrage erwarb. 1890 richtete er hier das Adelenstift ein, benannt nach seiner Frau Adele. Als das Gutshaus 1901 abbrannte, entstand ein bestehender Neubau. Das Adelenhaus hatte eine enge Verbindung zum Diakonissenhaus (Diako Bremen) der Bremer Diakonie. Das Adelenstift der Ludwig-Schrage-Stiftung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein Kindertagesheim. Auf Teilen des Geländes entstand das Diakonie-Krankenhaus.

Die größtenteils denkmalgeschützte neugotische Straf- und Justizvollzugsanstalt mit ihrer weithin sichtbaren Anstaltskirche wurde von 1871 bis 1874 aus Ziegelsteinen nach Plänen des Architekten Alexander Schröder errichtet und danach erheblich erweitert.

Der Altbau der Schule an der Oslebshauser Heerstraße entstand 1907 als Gemeindeschule Oslebshausen. Die evangelische Nikolaikirche Oslebshausen wurde 1929/30 backsteinsichtig nach Plänen von Walter Görig erbaut. Die katholische Kirche entstand 1922/24 für die St. Josefgemeinde.

Mit 5,26 m hat die Weser bei Oslebshausen einen der größten Tidenhübe Deutschlands.

Geschichte Name Der Name Gröpelingen leitet sich von dem alten Wort „gropen“ oder „grüppe“ für Graben und „linga“ für „die Leute von“ ab, da die ersten Bewohner auf einem Dünenrücken siedelten, der neben einem natürlichen Entwässerungsgraben zur Weser lag. Die Siedlersippe „Gropelinge“ war also die, die an einem Graben wohnte. Das spätere Geschlecht der Ritter von Gröpelingen nahm diesen Namen an, wählte aber in Unkenntnis der etymologischen Bedeutung des Wortes einen Grapen (ausgesprochen: Groopen), einen Kochkessel mit drei Füßen, als Wappensymbol. Die Namen Gröpelingen, Gröpeln oder ähnliche tauchen auch als Name für andere Orte in Norddeutschland auf, die auf einer Erhöhung neben einem Graben liegen. Das sind die Orte Gröblingen bei Warendorf an der Ems und Gräpeln bei Oldendorf nördlich von Bremervörde. Der Name Oslebshausen durchlief in den Jahrhunderten viele Wandlungen; seine Herkunft ist daher schwer deutbar. Da die etymologisch „jüngere“ Endung -hausen im Gegensatz zu -lingen auf ein bereits besiedeltes Gebiet hinweist, könnte sich der Name von dem Haus eines Siedlers mit Namen „Oslev“ herleiten lassen.

Mittelalter bis 1800 860 war die erste urkundliche Erwähnung von Oslebshausen. 1218 wurde Gröpelingen erstmals urkundlich erwähnt, als das Land der Ritter von Gröpelingen. Im 13. Jahrhundert gehörte ein Zweig der Familie der Oberschicht in Bremen an, so u. a. Luder van Gropelinghe. Der 1304 ermordete Ritter und Ratsherr von Bremen Arnd von Gröpelingen wurde durch die damit verbundenen Unruhen berühmt.

Die Dörfer Gröpelingen und Oslebshausen lagen im Goh Werderland. Hundert Jahre später wurde 1331 die Gröpelinger Kirche erstmals als Nikolai-Kapelle mit freistehendem Turm urkundlich erwähnt.Gröpelingen 1860-1945: ein photographischer Streifzug, Hrsg. Kulturladen Gröpelingen, Edition Temmen, Bremen 1996, ISBN 3-86108-289-6, S. 30ff. Mit dem Aussterben des Gröpelinger Rittergeschlechts im 15. Jahrhundert kommt das Land unter die Herrschaft des Bremer Rates. Seit 1691 stand eine Mühle im Dorf Gröpelingen, welche 1788 abbrannte und dann wieder aufgebaut wurde.

Von 1741 bis 1803 gehörten Oslebshausen und Wischhusen zum Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg – später als Kurfürstentum Hannover benannt – um dann 1803 wieder zu Bremen zu gelangen.

1800 bis 1900 1812 hatte Gröpelingen 342 und Oslebshausen 199 Einwohner. 1817 wurden Gröpelingen und Oslebshausen dem Landherrn im Bremer Rat unterstellt. Der Bau der Chaussee – heute Heerstraße – bis nach Oslebshausen erfolgte von 1820 bis 1821. Bremer Kaufleute errichten nun ihre Sommersitze in Gröpelingen und Oslebshausen und Ausflugslokale entstanden. Der Gastwirt Keese baut in dieser Zeit den Vergnügungspark Flora, dessen Saal für Tanz und andere Veranstaltungen beliebt war. In den 1930er Jahren sollten hier heftige Krawalle zwischen den politischen Parteien ausgetragen werden. Die Flora bestand bis 1945. Eine einklassige Kirchspielschule in Gröpelingen musste deshalb 1822 erneuert und 1848 um eine Klasse erweitert werden. 1874 folgte der nächste Ausbau der Schule auf 4 Klassenräume und 1881 waren es 6 Klassen. 1842 hatte Gröpelingen mit Wischhusen 613 und 1885 bereits 1710 Einwohner. 1879 betreibt der Müller Garbade die Windmühle (ab 1890 Motorbetrieb) an der Luchtbergstraße. Diese Mühle wechselte die Eigentümer und brannte im Zweiten Weltkrieg aus.

Die Straf- und Justizvollzugsanstalt in Oslebshausen wurde als „Zuchthaus“ nach Plänen von Alexander Schröder im neugotischen Stil von 1871 bis 1874 errichtet. Mit dem Sand aus der Weserkorrektion konnten von 1883 bis 1886 die Senken im Gröpelinger Dünenzug aufgefüllt werden. Nun war eine weitere Bebauung von Gröpelingen möglich.

Von 1885 bis 1914 erfolgte der Bau der Häfen und die Ansiedlung der Industrie. Gröpelingen verändert sich grundlegend. Das Dorf mit den Bauernhöfen, Sommersitzen und Ausflugslokalen verschwindet. Einfache Wohnungsbauten in dichter Bebauung für die zugewanderten Arbeiter der Hafenwirtschaft aus Deutschland, Osteuropa und Italien entstanden. Die Kirchschule wurde 1889 von der politischen Gemeinde übernommen. Weitere Schulneubauten waren 1897 bzw. 1901 für weitere 4 bzw. 6 Klassen erforderlich. 1891 bzw. 1902 wurde Gröpelingen zunächst im Südteil und dann alle Bereiche in die Stadt Bremen eingemeindet. Die Schule wurde 1902 von der Stadt übernommen.

Ab 1900 mini|Gröpelingen um 1914, Blick auf die Werft Actien-Gesellschaft „Weser“ mini|Verwaltungsgebäude von 1905 der AG Weser Die massive Bebauung machte es erforderlich, von 1901 bis 1903 die Straßenbahnlinie bis nach Oslebshausen zu führen. Von 1902 bis 1905 zog die kleine Werft AG „Weser“ von der Stephanikirchweide nach Gröpelingen. Die Werft, von alteingesessenen Bremern oft nur als „Use Akschen“ bezeichnet – eine gleichnamige Straße verläuft heute neben dem ehemaligen Werftgelände, wurde zu einem der größten Schiffbaubetriebe Deutschlands und zum größten Arbeitgeber in Gröpelingen. Das erhaltene Verwaltungsgebäude der Werft entstand von 1903 bis 1905.

1905 hatte Gröpelingen 5.335 und Oslebshausen 1.461 Einwohner. Die erste mehrstöckige Wohnanlage Breitenbachhof wurde vom Eisenbahn Spar- und Bauverein von 1913 bis 1915 gebaut. Die Bremer Schützengilde gründete sich 1904 und residierte im neuen Schützenhof, Bromberger Straße 117. Von 1931 bis 1943 war hier noch eine Gastwirtschaft, 1908 gründete sich der Allgemeine Gröpelinger Sportverein mit ca. 180 Mitgliedern. Zur Entlastung der Schule an der Kirchenallee musste 1908 Beim Ohlenhof eine neue Schule mit zunächst 6 Klassen eröffnet werden, die später auf 10 und schließlich 1919 auf 16 Klassen erweitert wurde. Das Schulgebäude ist im Zweiten Weltkrieg bei den Luftangriffen auf Bremen zerstört worden. 1914 wurde an der Wischhusenstraße und der damaligen Gabrielstraße, später Pestalozzi­straße, eine „Freischule“ mit 6 Klassen für 300 Schüler eingeweiht, die 1919 Volksschule wurde und 1932 den Namen Schule an der Pestalozzistraße erhielt. 1934 gab es eine eigene Mädchenschule an der Pestalozzistraße und die Jungenschule an der Wischhusenstraße. Eine kleine Badeanstalt der AG Weser bestand nur von 1910 bis 1914. Es entstand 1914 die Badeanstalt am Ohlenhof. Das Bad wurde 1929 erweitert, dann 1945 zerstört und danach wieder aufgebaut.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden durch Genossenschaften oder vom Staat in rascher Folge weitere Wohnsiedlungen als sozialer Wohnungsbau. Die Arbeitervorstadt Gröpelingen war in der Weimarer Republik eine Hochburg der SPD und KPD mit Spitznamen wie Klein-Moskau und Rotes Gröpelingen. Zahlreiche kämpferische Auseinandersetzungen fanden ab 1930 mit Anhängern der NSDAP statt. 1921 wurde Oslebshausen in die Stadt Bremen eingemeindet. 1926 wurde nach Plänen von Rudolf Jacobs der Straßenbahnbetriebshof gebaut und 1992 umgebaut. Die neugotische evangelische Kirche in Oslebshausen – nach Plänen von Walter Görig – wurde 1930 eingeweiht. Die Katholiken bildeten um 1920 die Kirchgemeinschaft St. Marien. Die 1935 ganz aus Holz erbaute evangelische Dankeskirche in der Marßeler Straße/Scharmbecker Straße in Gröpelingen brannte 1944 durch Bombentreffer ab.

NS-Diktatur

Nach der Machtergreifung Hitlers Anfang 1933 blieb die Mehrheit der Arbeiter der AG Weser dem NS-Regime gegenüber skeptisch eingestellt. Noch in den Kriegsjahren waren ungefähr 200 Werftarbeiter illegal im Widerstand gegen den Nationalsozialismus organisiert. Das erste NS-Opfer Bremens wohnte in Gröpelingen, der von der SS angeschossene und daraufhin verstorbene Gewerkschaftler Johannes Lücke (1888-1933). mini|hochkant|Villa Lamcken, Jüdisches Altersheim 1925-1942