mini|Fernmeldeturm Bremen in WalleSüdblick von der Waller Heerstraße Im gelben Kreis der Bremer Dom Walle ist ein Stadtteil von Bremen und gehört zum Bremer Stadtbezirk West.
Geografie und Ortsteile
Walle liegt am rechten Weserufer direkt westlich des Bremer Stadtzentrums. Die benachbarten Stadtteile sind im Nord-Westen Gröpelingen, im Norden Blockland, im Nord-Osten Findorff, im Osten Mitte, im Süd-Westen Häfen und im Süden jenseits der Weser Woltmershausen.
Utbremen Lage und Größe Der Ortsteil Utbremen wird östlich durch die Bundesstraße 75/6 begrenzt, nordöstlich durch die Eisenbahnanlagen, nordwestlich durch die Hansestraße und südlich durch die Hans-Böckler-Straße. Östlich schließt der Stadtteil Mitte mit dem Stephaniviertel an, nördlich befindet sich der Stadtteil Findorff, nordwestlich die Waller Ortsteile Westend und Steffensweg und südlich der Waller Ortsteil Überseestadt.
Fläche: 0,56 km², 3.255 Einwohner
Chronik „Ut-Bremen“ – außerhalb Bremens – war die Bezeichnung der alten Utbremer Feldmark, die direkt vor der Bremer Stadtmauer lag, vor den westlichen Toren, dem Stephanitor und dem Doventor. Utbremen wurde 1072 erstmals erwähnt. Der Stephanitorsteinweg und die Doventorstraße sind die Erinnerungen an diese Verbindungen des Ortsteils Utbremen an Bremen. Die Utbremer Straße führte über den alten Panzenberg zum Dorf Walle.
1848 wurde die Feldmark Utbremen eingemeindet. Utbremen – damals auch als Doventorvorstadt bezeichnet – entwickelte sich. Die danach errichtete Eisenbahnlinien Weserbahn (1855) zum Weserbahnhof (1857/59) und nach Geestemünde (1862) verstärkte die Ansiedlungen in Utbremen. Die Hansestraße und der Haferkamp entstanden und dazwischen viele weitere Straßen mit ihrer Bebauung aus der sogenannten Gründerzeit nach 1870/71. Noch gab es dazwischen Bauernhöfe und am Haferkamp eine Mühle, die noch bis 1914 betrieben wurde und deren Rumpf noch in den 1930er Jahren stand. 1875 wurde an der Nordstraße eine Volksschule gebaut, die 1944 dauerhaft zerstört wurde. 1878 erfolgte die Einweihung der neugotischen evangelischen Wilhadikirche an der Nordstraße als Filialkirche der Stephanikirchgemeinde. Auch sie wurde im August 1944 zerstört. 1964 erfolgte der Abriss der Ruine.Frank Hethey: Eine Turmruine im Bremer Westen. In: Weser Kurier vom 20. April 2024. Ein Gedenkstein erinnert an den Standort.
Als Bremen 1888 dem Deutschen Zollverein beitrat, entwickelten sich die Freihäfen als Zollaußengebiet, und Utbremen wurde intensiv weiter ausgebaut. Bis in die 1920er Jahre entstand ein baulich geschlossenes Gebiet, bestehend aus zwei- bis viergeschossigen Wohn- und Geschäftshäusern. 1928 erfolgte der Bau des Volkshauses an der Nordstraße durch die Gewerkschaften. 1933 wurde ein 90 Meter hoher hölzerner Sendeturm errichtet, der später durch Blitzschlag zerstört und durch einen Stahlturm ersetzt wurde.
Am 18./19. August 1944 wurde im Zweiten Weltkrieg auch Utbremen fast vollkommen durch einen Luftangriff zerstört.
Nach dem Krieg war die Wohnungsnot in Utbremen sehr groß. Die Bevölkerung wohnte in Notunterkünften oder in den benachbarten Parzellengebieten, in den sogenannten „Kaisenhäusern“, benannt nach Bürgermeister Wilhelm Kaisen, der den Ausgebombten ein Wohnrecht in den Kleingartengebieten einräumte. Der Wiederaufbau begann bereits in den frühen 1950er Jahren durch mehrere Wohnungsbaugesellschaften, u. a. durch die GEWOBA, die schon in den 1920er Jahren hier gebaut hatte.
Straßen Die Straßennamen nehmen Bezug auf Berufe und Gewerbe wie Kohlenstraße, Kötnerweg, Schifferstraße Familiennamen wie Ellmerstraße, Kastningweg, Struckmannstraße Flurbezeichnungen wie Auf dem Kamp, Haferkamp, Kielweg (Flurstück wie ein Schiffskiel) Geografie wie Kumpweg (am ehemaligen Kumpgraben der Bremer Stadtmauer), Landwehrstraße (früher Teil der Bremer Stadtbefestigung), Utbremer Straße Geschichte wie Hansestraße durch die Hanse Landgüter wie Sternenhof Nordseeinseln wie Borkum-, Juist- und Norderneystraße Personen wie Bürgermeister-Deichmann-Straße, Bürgermeister-Hildebrandt-Straße, Friedrich-Naumann-Ring, Hans-Böckler-Straße, Hegemannstraße (Kapitän und Forscher), Koldeweystraße (Kapitän und Forscher), Lindemanstraße (Forschungs-Schriftsteller), Nansenstraße, Otto-Finsch-Straße (Forscher), Sengstackeplatz (Kapitän und Forscher), Wolfardstraße (Redakteur)
Steffensweg Lage und Größe Der Ortsteil Steffensweg – überwiegend ein dichtbebautes Wohngebiet – wird begrenzt östlich durch den Grünzug Waller Grün und den Ortsteil Westend, nördlich durch die Bremerhavener- und Bremervörder Straße und den Ortsteil Walle, westlich durch die Nordstraße (Hafenrandstraße), das Überseetor und den Ortsteil Überseestadt und südlich durch Hansator / Hansestraße und den Ortsteil Utbremen. Im Bereich zwischen der Schulze-Delitzsch-Straße, dem Steffensweg, der Hansestraße und der Nordstraße befindet sich ein kleines Gewerbegebiet mit überwiegend kleinständischen Handwerksbetrieben sowie einem Supermarkt.
Fläche: 0,38 km², 4.360 Einwohner
Waller Wied mini|Die Rückseite einer Häuserreihe, die das Wohngebiet zum Hafen hin abschließt. Die zunächst architektonisch einheitlichen Häuser werden durch allerlei An- und Umbauten individualisiert. Als geographisch eigenständig innerhalb des Ortsteils Steffensweg ist das Waller Wied oder Heimatviertel genannte Viertel anzusehen. Dieses Viertel mit dreieckiger Grundfläche ist vom Rest des Stadtteils Walle durch eine Hauptverkehrsstraße, die Nordstraße, getrennt, im Westen von der Hafenbahn begrenzt und öffnet sich nach Süden zum Industriegebiet der Häfen. „Eingezwängt zwischen Nordstraße und Hafenzaun“ wird es heute rundum von Lärmschutzwällen eingeschlossen.
Mit der Eröffnung des Freihafens 1888 und dem Bau der Hafenbetriebe und der Jutefabrik entwickelte sich dieser Ortsteil sehr rasant. Der Bremer Architekt Eduard Gildemeister entwarf 1889 die ersten Häuser für dieses Quartier gleich neben der Jute. Die zuziehenden Arbeiterfamilien – viele aus dem Osten – siedelten in den neuen Arbeiterhäusern. Bei einem Bombenangriff 1944 wurde das Viertel zerstört. Obwohl das Gebiet westlich der Nordstraße nach den Vorstellungen der Städteplaner ausschließlich Hafenareal werden sollte, gelang es den Bewohnern, ab 1950 dort wieder mit Billigung der Baubehörden Wohnhäuser zu errichten.architekturführer bremen – Wiederaufbau Waller Wied
Chronik Bevor Walle ein selbstständiges Kirchspiel wurde, war es Teil der St. Stephani-Kirchgemeinde. Die Kirchstraße war deshalb der Steffensweg und der Ortsteil erhielt später den gleichen Namen. Weitere Informationen stehen im Abschnitt Geschichte.
Straßen Die Straßennamen nehmen Bezug auf Berufe und Gewerbe wie Osterlingerstraße (Easterling = englische Kaufleute) Geografie wie Thüringer Straße, Geschichte wie Hansestraße, Steffensweg (St.-Stephani-Kirchgemeinde) Lokaler Bedeutung wie Am Syndikushof (einst Landgut des Syndikus Franz Köhne), Eintracht-, Friedens-, Heimatstraße sowie Grenzstraße (Grenze zur Waller Feldmark), Pfeil- und Bogenstraße, Wiedstraße (Wied = Weide) Personen wie Brabant- (Familie Brabant, Leitung der Jutefabrik), Columbus-, Erasmusstraße, Erlingplatz und Erlingweg (Carl Erling, Kaufmann und Gründer der Rolandmühle), Gabelsberger-, Gustav-Adolf-Straße (König Gustav II. Adolf von Schweden), Gutenberg-, Carl-Peters-Straße (Kolonialist), Lüdekingstraße, Nachtigal-, Scheffel-, Schulze-Delitzsch-Straße, Söderblom (Theologe), Steinbachstraße (Baumeister), Stephanstraße Vornamen wie Elisabethstraße, Erwinstraße
Westend Lage und Größe Der Ortsteil Westend – ein dichtbebautes Wohngebiet – wird begrenzt östlich durch die Bahnanlagen und dem Ortsteil Osterfeuerberg, nördlich durch die Geestemünder Straße und den Ortsteil Walle, westlich durch die Bremerhavener Straße / den Grünzug Waller Grün und den Ortsteil Steffensweg und südlich durch die Hanse- / Münchener Straße und den Ortsteil Utbremen. Zentral liegt der Wartburgplatz.
Fläche: 0,62 km², 6.454 Einwohner
Chronik Am westlichen Ende entwickelte sich mit dem Bau des Freihafens nach 1888 der neue Ortsteil Westend. In der Nähe der Jutefabrik, die nach 1888 den Betrieb aufnahm, wurden die Arbeiterfamilien angesiedelt. Im sogenannten Generalsviertel wohnten hingegen die mittleren Beamten und Angestellten. Bis 1952 entstand an der Arndtstraße die ECA-Siedlung durch die GEWOBA nach Plänen von Hebebrand, Schlempp und Marschall (Frankfurt/M.) mit 250 kleinen Wohnungen in Reihenhauszeilen und dreigeschossigen Laubenganghäusern.Architekturführer Bremen:
Weiteres in der allgemeinen Chronik zum Stadtteil Walle
Straßen Die Straßennamen nehmen Bezug auf lokale Geografiebezeichnungen wie Grenzstraße (früher Grenze von Utbremen zur Waller Feldmark), Grohner –, Steffensweg (nach dem Kirchspiel St. Stephani, zu dem dieses Gebiet einst gehörte), Utbremer Straße Personen oder Namen von religiöser und reformatorischer Bedeutung wie Bodelschwingh-, Calvin- (Reformator), Erasmus-, Johann-Bornemacher- (Reformator), Lutherstraße (Reformator), Melanchthon- (Reformator), Probst- (Reformator), Wichern-, Zwingli- (Reformator), Zütphenstraße (Reformator), von militärischer Bedeutung im sogenannten Generalsviertel wie Derfflinger-, Dessauer, Keithstraße, Schwerin-, Seydlitz-, Winterfeldtstraße von allgemeiner Bedeutung wie Reuterstraße, von bremischer Bedeutung wie Hoffnungsstraße, Bergerstraße (Bauunternehmer von 1870), Carl-Peters-Straße (Afrikaforscher), als Vornamen wie Burchard-, Dietrich-, Elisabeth-, Gerd-, Gustavstraße Städte, Bauten und Landschaften im Umkreis wie Dorumstraße, Bassumer, Bremerhavener-, Geestemünder-, Helgolander, Loxstedter, Lübberstedter, Sulinger und Twistringer Straße, in Deutschland wie Wartburgplatz nach der Wartburg, Wittenberger Straße
Walle Lage und Größe Der Ortsteil Walle – primär ein Wohngebiet – wird im Osten durch die Bahnanlagen und den Ortsteil Hohweg begrenzt, im Norden durch den Winterweg und den Stadtteil Gröpelingen, im Westen durch die Hafengebiete und im Süden durch den Waller Ring und die Ortsteile Westend und Steffensweg.
Fläche: 1,56 km², 8.016 Einwohner
Chronik Informationen stehen im Abschnitt Geschichte.
Osterfeuerberg Lage und Größe Der Ortsteil Osterfeuerberg – primär ein Wohngebiet – wird begrenzt östlich durch die Bahnanlagen und den Stadtteil Findorff, nördlich durch die Bahnanlagen und den Ortsteil Hohweg, und westlich durch die Bahnanlagen und den Ortsteil Westend.
Fläche: 0,67 km², 5.057 Einwohner
Chronik Der Osterfeuerberg war ein Dünenhügel am rechten Weserufer. 1860 wurde zur Deckung des Sandbedarfs für das benachbarte Bahngelände dieser Hügel abgebaut. Ein unbefestigter Weg – die heutige Osterfeuerbergstraße – diente als Wegeverbindung nach Burg, bevor 1821 die Chaussee von Utbremen durch das Dorf Walle diese Aufgabe übernahm. Als Richtplatz für Bremen diente der Galgenberg bis 1811 und noch viele Jahre später fanden sich Knochen der Hingerichteten. Ein Pulvermagazin wurde danach an dieser Stelle gebaut, welches 1879 nach Grambke verlegt wurde, als die Wohnbebauung auch in Osterfeuerberg sich verstärkte. Um 1900 wurde am Pulverberg eine Schule gebaut.
Schon 1862 trennte die Bahnstrecke Bremen–Geestemünde Osterfeuerberg von den anderen Waller Ortsteilen. Als 1914 die Bahn in Hochlage angelegt wurde, ersetzten Unterführungen die meisten Bahnübergänge. Weitere Informationen stehen im Abschnitt Geschichte.
Straßen Die Straßennamen nehmen Bezug auf
Berufe und Gewerbe wie Kötnerweg Flurbezeichnungen wie Brinkstraße lokale Geografiebezeichnungen wie Fleetstraße, Osterfeuerberger Ring, Osterfeuerbergerstraße, Parallelweg (parallel zur Bahn) Geschichtsbezeichnungen wie Dithmarscher Freiheit (erinnert an die Freiheitskämpfe von 1319 in der Schlacht von Wöhrden) Personen oder Namen wie August- und Eleonorenstraße (Vornamen), Fiegenstraße (Familie Fiege), Vollmersstraße (Senator)