Obervieland (plattdeutsch ) ist ein Stadtteil von Bremen und gehört zum Stadtbezirk Süd.

Geografie und Ortsteile Obervieland befindet sich an der linken Seite der Weser im Süden der Stadt.

Die benachbarten Ortsteile sind rechts an der Weser die Östliche Vorstadt und links an der Weser die westlich gelegene Neustadt.

Habenhausen Fläche: 5,09 km², 8002 Einwohner

Habenhausen, plattdeutsch Hobenhusen (mit Betonung auf dem „o“), wurde 1124 erstmals schriftlich erwähnt. Der Dorfkern wurde durch etliche Neubaugebiete erweitert, die ersten davon 1920–1930. Im Südwesten befinden sich jetzt Verbrauchermärkte und anderes Gewerbe. Der Autobahnzubringer Arsten bildet die südliche Grenze.

Arsten Fläche: 4,66 km², 9396 Einwohner

Arsten (plattdeutsch Oorßen) ist das alte Kirchdorf Obervielands. Der Dorfkern mit der romanischen St.-Johannes-Kirche (um 1250 erbaut, 1899 umgebaut) ist erhalten. Westlich, bei der hier in Form einer Stadtbahn geführten BSAG-Linie 4, gehört Arsten-West mit dazu, eines der jüngeren Neubaugebiete Bremens. In Arsten befindet sich die Autobahnauffahrt Bremen-Arsten. Im Süden liegt die neue Grünanlage Arsten Süd-West. Bedeutsam ist die Arster Heerstraße, an welcher der Gasthof Zur Börse steht.

Ahlken

Ahlken (im 13./14, Jh. Alcuen, Alken, Alleken, vermutlich der Name des ersten Siedlers) war jahrhundertelang ein eigenes Dorf südlich von Arsten, das 1813 um 373 Einwohner hatte. Die Ahlker Dorfstraße erinnert noch daran. Der Ortskern ging bruchlos in Arsten über und die Feldmarken waren miteinander verzahnt. So ist Ahlken im Ortsteil Arsten mit aufgegangen.

Kattenturm Mit einer Fläche von 3,27 km² und 13.029 Einwohnern ist Kattenturm der bevölkerungsreichste Ortsteil des Stadtteils Obervieland. Westlich wird es vom Flughafen begrenzt, nördlich vom Autobahnzubringer Arsten.

Der Name stammt von einem nicht mehr vorhandenen Wachturm, zeitweise sogar kleinem Fort, das den Übergang der Landstraße nach Syke über die Ochtum sicherte, die hier bis heute die Grenze des Bremer Gebietes bildet. Allerdings stand dieser Kattenthorn im heutigen Ortsteil Kattenesch.

Die denkmalgeschützte Focke-Wulf-Siedlung mit 39 Wohnhäusern stammt von 1939 bis 1941, 1955 wurde die St.-Markus-Kirche errichtet, in den 1960er Jahren eine Großwohnsiedlung mit mehreren Hochhäusern und 1968 das Klinikum Links der Weser (LdW). In dem Ortsteil liegt das Zentrum des Stadtteils Obervieland, mit der Fußgängerzone Gorsemannstraße, an der sich das Ortsamt befindet, und einem Schulzentrum.

Kattenesch Fläche: 1,25 km², 5027 Einwohner

Kattenesch schließt sich südlich an Kattenturm an. Es ist hauptsächlich mit Reihen- und freistehenden Häusern bebaut. Der Ortsteil liegt an der Ochtum, welche hier die südliche Landesgrenze zwischen Bremen und Niedersachsen (Gemeinde Stuhr) bildet. Die Wohnsiedlungen werden südlich von der Autobahn 1, bzw. deren Lärmschutzwall, begrenzt. Westlich trennt ein Kleingartengebiet sie vom Flughafen. Der Kattenescher Weg ist eine Erschließungsstraße des alten Ortskernes.

Zunächst wurde nur der westliche Teil bebaut. Der östliche Teil war vor dem Bau der Alfred-Faust-Straße und ihrer Nebenstraßen 1976 noch landwirtschaftlich genutzt.

Geschichte Name

Das Vieland leitet seinen Namen ab von niederdeutsch Vie und das bedeutete flaches, sumpfiges Land. Erstmals wurde Vieland 1297 im Bremischen Urkundenbuch erwähnt.Ludwig Deike: Die Entstehung der Grundherrschaft in den Hollerkolonien an der Niederweser. In: Veröffentlichungen aus dem Staatsarchiv der Freien Hansestadt Bremen Heft 27, Schünemann, Bremen 1959, S. 26. gem. Bremer Urkundenbuch I, S. 516 Obervieland ist ein Teilbereich des Vielandes.

Arsten könnte abgeleitet sein von Arsater, also vom Acker. Möglicherweise könnte auch ein Familienname für den Ortsnamen stehen.

Habenhausen wurde niederdeutsch Hobenhusen und bereits im 13. Jahrhundert Habenhusen genannt. Es könnte die Siedlung (husen) des Habe oder Hobe gewesen sein.

Der Name Kattenesch ist die niederdeutsche Form von Katt-Esch. Esch bedeutet Ackerland. Katze ist im Festungsbau die eingedeutschte Bezeichnung der Kat als z. B. Laufgrabenkatze, eine erhöhte Infanterieaufstellung in einem Schützengraben. Die Bremer Stadtbefestigung hatte bis 1666 in Kattenesch und am Kattenthorn seine äußere Verteidigungslinie.

Der Name von Kattenturm leitet sich dann von Kattenesch ab. 1390 heißt es to den Cattenescher torne, also zum Kattenescher Turm.

Mittelalter Der Deichbau ermöglicht dauerhafte Siedlungen. Die Besiedlung des Vielandes ist 1158 im Bremer Urkundenbuch (I. S. 46) belegt, als Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) den Anbau der Brüche der insula Bremensis zwischen Weser und Ochtum gestattet.

1124 wurde Habenhausen erstmals erwähnt, 1211 dann Arsten, 1280 das Gebiet auf der linken Weserseite als in dem vi'lande, 1297 Kattenesch und 1390 der Turm von Kattenturm (to den Cattenescher torne).

1201 begann die Kultivierung der Neuenlander Feldmark, zu der auch das Gebiet Kattenturms gehört. Der alte Dorfkern Arsten mit der St.-Johann-Kirche (um 1250) ist das Kirchdorf vom Vieland. Wenigstens Teile gehörte im 13. Jahrhundert zur Niedergrafschaft Hoya und Bruchhausen, die Streubesitz im Vieland hatte.Hans G. Trüper: Ritter und Knappen zwischen Weser und Elbe. (Die Ministerialität des Erzstifts Bremen.) In: Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden, Band: 12 → erweiterte Neuauflage 2015 1325 wurde die Arster Kirche erwähnt.

Im 14. Jahrhundert errang Bremen landesherrliche Rechte auf dem linken Weserufer. 1390 erfolgte die Befestigung des Gebiets mit einem Wehrgraben und Befestigungsbauten. Der Turm von Kattenturm entsteht. Hier war später eine Zugbrücke, eine Zollstelle, eine Poststation und ein Krug; es wohnten nur rund ein Dutzend Leute hier.

Neuzeit bis 1900 Entstehung von Obervieland

Das Obervieland entstand 1598 durch die Teilung des Goh Vieland. Zu Obervieland gehörten die bremischen Dörfer Ahlken, Arsten, Habenhausen, Neuenland, Grolland, Ledense, Kirch-, Mittels- und Brokhuchting, Malswarden, Varrelgraben und Wurtsee.https://www.ortsamt-obervieland.de/stadtteil/geschichte-2300

Friede von Habenhausen Im Streit um die Selbstständigkeit Bremens belagerten 1666 die Schweden von ihrem Habenhausener Hauptquartier aus die Stadt. Der anschließende Friede von Habenhausen bringt eine Einigung. Noch heute ist daher die Schwedenstraße in Habenhausen zu finden.

Gut Hemm in Arsten mini|Poppes Landhaus am Arsterdamm 1611 verkaufte das Kloster Zeven das Adlige Gut Hemm an den Kaufmann Arend Niemann. 1651 erwarb der schwedische Freiherr Alexander Erskein, damals Präsident der schwedischen Herzogtümer Bremen und Verden, das Gut und seine Tochter erbte den Besitz. Sie war verheiratet mit dem schwedischen Landrat Hartwig Christoph von Bülow. 1685 ging der Gutsbesitz über an den schwedischen Offizier Johann Stiedken, dann an seinen geadelten Sohn Johann Ernst von Stietencron. Das Gut wurde 1742 an das Kurfürstentum Hannover verkauft und danach verpachtet. 1822 kaufte Gerke Bosse das Gut, 1938 dann Johann Ellmers und 1968 Gustav Gerling. Das Gutsgelände wurde Bauland und das restliche Gutshaus 1984 abgerissen für den Neubau des Bekleidungsgroßmarktes Adler. Die Arster Hemm ist heute die Bezeichnung einer Straße.

Entwicklungen im 18. und 19. Jahrhundert mini|Obervieland 1809

Das Landgut Wolfskuhle an der Kattenturmer Heerstraße wurde 1758 ausgebaut und dort das sogenannte „Franzosentor“ aufgestellt (es befindet sich heute im Focke-Museum). Um 1770 wurde im Rokoko-Stil Poppes Landhaus am Arsterdamm 10 erbaut. 1799 wurde die Zugbrücke von Kattenturm durch eine feste Brücke ersetzt und 1803 wurde der namensgebende Turm (Kattenthorn) in Kattenesch abgerissen.

1812 beläuft sich die Einwohnerzahl von Habenhausen auf 402, von Arsten (mit Kattenturm) auf 767. Kattenesch kommt 1888 zur Gemeinde Neuenland.

Heimat der Steinsetzer und Straßenbauer

In Arsten und Habenhausen arbeiteten die Bürger nicht nur in der Landwirtschaft. Eine Einnahmequelle für viele Bewohner war das Ziehen, das Treideln von Schiffen auf der Weser. In Arsten und Habenhausen waren Viele als Steinsetzer und Straßenbauer tätig. Bedeutende Straßenbaufirmen haben hier ihren Ursprung. Soomsteensetten war im 19. Jahrhundert ein Lehrberuf. 1888 wurde der Bremer Steinsetzer-Verein gegründet, ein Vorläufer der Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden.

Ab 1900 Am Anfang des Jahrhunderts hatte 1905 Habenhausen 1.281 Einwohner und Arsten (ohne Kattenturm) 1.717. Von 1910 bis 1916 bestand die 3,2 Kilometer lange Bremen-Arster Bahn als Oberleitungsbus von der Kattenturm Heerstraße zur Arster Post. Von 1920 bis 1930 wurde die Dorfkerne von Habenhausen und Arsten durch Neubaugebiete erweitert. Die Eingemeindung in das Bremer Stadtgebiet von Kattenesch erfolgte 1921, die von Arsten und Habenhausen 1945.

In den 1950er Jahren waren Arsten und Habenhausen jeweils ein eigener Ortsteil. Das alte Kattenturm im Bereich der Kattenturmer Heerstraße sowie das gesamte südlich angrenzende Kattenesch gehörten beide zum Ortsteil Huckelriede. Jedoch gehörte der überwiegende Teil des heutigen Kattenturm noch zu Arsten, etwa fast der gesamte Arsterdamm, an dem sich bereits eine Bebauung entwickelt hatte. An diese Zugehörigkeit erinnert heute in Kattenturm noch der alte, unverändert gebliebene Straßenname „Im Arster Felde“.

Mit bis zu 15.000 Zuschauerplätzen war das Hansastadion eine der größten Sportstätten Bremens und wurde von 1953 bis 1988 betrieben.

1962 wurde der Stadtteil Obervieland begründet,Neuer Stadtteil Obervieland für etwa 80000 Einwohner, Weser-Kurier vom 4. Mai 1962, S. 11 der seitdem aus den vier Ortsteilen Arsten, Habenhausen, Kattenturm und Kattenesch besteht. Die beiden letztgenannten wurden damals neu gebildet. Die Grenzen wurden neu zugeschnitten und sind seitdem nur noch geringfügig geändert worden. Der städtebauliche Gesamtplan linkes Weserufer sah damals über 16.000 neue Wohnungen in Obervieland vor, der neue Stadtteil sollte Platz für insgesamt 80.000 Einwohner bieten.

Durch den Bau Werderbrücke – seit 1999 Karl-Carstens-Brücke – wurde das Obervieland an dieser Stelle mit dem rechten Weserufer verbunden. Der in Bremen übliche Name Erdbeerbrücke weist auf den ehemals in Arsten und Habenhausen verbreiteten Anbau von Erdbeeren hin.

Nach dem Weserdurchbruch 1981 vor Habenhausen fanden städtebauliche Umgestaltungen statt.

Ab 2000 Ab dem Jahr 2016/17 wurde die Gartenstadt Werdersee für rund 600 Wohnungen auf einem freien Gelände neben dem Friedhof Huckelriede zwischen der Kleinen Weser und der Habenhauser Landstraße geplant. Sie entstand gemäß dem Bebauungsplan 2452 seit 2019 schließlich mit einer Schule, einem Kindergarten.Weser-Kurier im Archiv u. a. vom 4. Mai 1956, 16. Jan. 1969, 1. Dez. 1979, 8. Sept. 2016, 6. Juni 2019. Zusätzlich wurden Geschäfte und Büros am Arsterdamm gebaut.

Einwohnerentwicklung Jahr Habenhausen Arsten Kattenesch Kattenturm Obervieland 1812 402 767 52 ca. 10–15 1.231 1855 639 1823: 34 1895 1.377 1.826 1905 3.169 1.717 1955 4.164 4.056 1960 3.885 3.767 1962 3.770 3.750 5.700 4.600 17.820 1974 3.433 4.032 15.274 1999 7.973 7.352 4.855 12.638 32.818 2007 13.500 35.616 2009 8.002 9.396 5.027 13.029 35.464 2015 8.157 9.494 5.301 13.117 36.069

ohne Berücksichtigung von Gebietsveränderungen / Daten für 1895:, für 1962:, für 2015:Stadtteil Obervieland auf www.statistik-bremen.de, abgerufen am 2. September 2019

Politik und Verwaltung

Der Beirat Obervieland hat 19 Mitglieder. Das Ortsamt Obervieland ist eine örtliche Verwaltungsbehörde mit Sitz in Kattenturm an der Fußgängerzone Gorsemannstraße, wo sich auch ein Polizeirevier befindet.https://www.service.bremen.de/dl-der-senator-fuer-inneres-und-sport-11729/dl-polizei-bremen-10227/dl-polizeirevier-kattenturm-11686 Es wird vom Beirat vorgeschlagenen und vom Senat bestätigten Ortsamtsleiter geführt.

Ortsamtsleiter ist seit November 2016 Michael Radolla.