Die Neustadt (Plattdeutsch Neestadt) ist ein links der Weser gelegener Stadtteil von Bremen und gehört zum Bremer Stadtbezirk Süd.

Geografie und Ortsteile Die Bremer Neustadt liegt im Zentrum von Bremen am linken Weserufer, direkt gegenüber dem Stadtteil Mitte.

Benachbarte Stadtteile sind im Norden Mitte, im Osten Obervieland, im Süden Huchting und im Westen Woltmershausen.

Der Stadtteil ist in acht Ortsteile gegliedert:

Alte Neustadt mini|Wohnhäuser auf dem Teerhof, Aufnahme von 2007 mini|Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert in der Kleinen Annenstraße 19, eines der ältesten erhaltenen Gebäude des Stadtteils Fläche: 1,45 km², 7372 Einwohner

Die jetzige Alte Neustadt wurde als planmäßige Stadterweiterung im 17. Jahrhundert auf der linken Weserseite angelegt und mit Befestigungsanlagen umgeben, den heutigen Neustädter Wallanlagen. Hier befinden sich der Hauptstandort der Hochschule Bremen, das Hallenbad Süd, das Ortsamt Neustadt/Woltmershausen sowie die Oberschule am Leibnizplatz, in deren Gebäude auch die Spielstätte der bremer shakespeare company, das Theater am Leibnizplatz, untergebracht ist. Das Polizeirevier Neustadt ist (bis auf eine Kontaktstelle für Schüler) vom Leibnizplatz in die Airportstadt umgezogen. Am Franziuseck befinden sich das Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen und das Haus der Kirche, der Verwaltungssitz der Bremischen Evangelischen Kirche. Außerdem sind das Rote-Kreuz-Krankenhaus Bremen und das Zollamt Hohentor sowie die Unternehmen Hachez, Kraft Foods und InBev (Beck & Co.) in der Alten Neustadt ansässig.

Zur Alten Neustadt zählt der Teerhof, die Halbinsel zwischen der Weser und der Kleinen Weser. Von dessen ursprünglicher Bebauung ist nach fast vollständiger Zerstörung im Zweiten Weltkrieg außer der jetzt als Museum für Gegenwartskunst genutzten Weserburg (Neues Museum Weserburg Bremen) nichts erhalten geblieben. Der Teerhof wurde in den 1990er Jahren neu überwiegend mit Wohnhäusern bebaut und durch eine zusätzliche Fußgängerbrücke mit der Altstadt verbunden. Seit 2009 ist eines der letzten Grundstücke auf dem Teerhof von der Beluga Group, einer bis 2011 bestehenden Reederei, nach Plänen von Harm Haslob und Jens Kruse bebaut worden.Architekturführer Bremen:

Östlich der jetzigen Wilhelm-Kaisen-Brücke erstreckt sich zwischen der Weser und der zum Werdersee aufgeweiteten Kleinen Weser der Stadtwerder (Werder = Flussinsel), Namensgeber für den Fußballverein Werder Bremen. Das markanteste Gebäude auf dem Stadtwerder ist das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Wasserwerk, erbaut 1871 bis 1873 im historistischen Stil. Für das aufgrund seiner äußeren Form umgangssprachlich als „Umgedrehte Kommode“ bezeichnete Bauwerk wird eine neue Nutzung gesucht.

Ortsteilgrenzen: Im Nordosten die Weser; im Südosten zum Ortsteil Huckelriede von der Weser über das Gebiet der Sportvereine entlang der Ostseite des ehemaligen Wasserwerks bis zur Kleinen Weser, dann über rund 200 Meter in Richtung Osten mit dem Ufer deckungsgleich, am Deichschart Wechsel zur anderen Uferseite; im Süden zum Ortsteil Buntentor entlang des Ufers der Kleinen Weser bis zur Piepe dann Neustadtscontrescarpe bis zur Kreuzung mit der Friedrich-Ebert-Straße bildet die Grenze zum Ortsteil Südervorstadt; im Südwesten bildet das Teilstück der Neustadtscontrescarpe zusammen mit dem Hohentorsplatz die Grenze zu den Ortsteilen Neustadt und Hohentor; im Nordwesten die Bahnstrecke Bremen–Oldenburg.

Hohentor mini|Hohentor, G. E. Papendiek 1822 Fläche: 0,39 km², 4801 Einwohner

Der Ortsteil Hohentor umfasst eine Fläche von etwa 500 × 800 Metern. An seiner Nordostseite grenzt das Quartier an die Alte Neustadt. Die Langemarck­straße bildet im Südosten die Grenze zur Neustadt. Im Südwesten bildet die Neuenlander Straße die Grenze zum Ortsteil Neuenland. Im Nordwesten bildet die Bahnlinie Bremen–Oldenburg mit dem Bahnhof Bremen-Neustadt die sichelförmige Grenze zum Stadtteil Woltmershausen.

Durch den Ortsteil Hohentor verläuft in Nordost-Südwest-Richtung die als Schnellstraße ausgebaute Hochstraße B 6 nach Oldenburg, während die Hohentorsheerstraße als ehemalige Hauptstraße in eine verkehrsberuhigte Wohnstraße umgewandelt wurde. Hier verkehrten bis zu ihrer Stilllegung in den 1960er Jahren die Straßenbahnlinie 7 nach Rablinghausen und zeitweise die Linie 6. Heute ist das Hohentor an seinen Grenzen an den ÖPNV angeschlossen. Ein achtgeschossiges Wohnhaus Am Hohentorsplatz markiert seit 2021 das Entrée zum Quartier.Tag der Architektur 2022, Objekt 15 nach Plänen von Mathias Haber, Andreas Hild und K. Berlin für die Gewoba.

Zwischen der Hochstraße und der Eisenbahnlinie Bremen–Oldenburg liegt das schmale Gewerbegebiet Neustädter Güterbahnhof.

Neustadt

Fläche: 0,47 km², 7370 Einwohner mini|hochkant|Lahnstraße: Nr. 27 Der Ortsteil ist auch als Flüsseviertel bekannt, da die meisten Straßen in diesem Gebiet nach Flüssen benannt sind. Die nahezu quadratische Fläche erstreckt sich von der Neustadtscontrescarpe im Norden zur Neuenlander Straße im Süden. Im Westen und Osten wird der Ortsteil durch die Hauptverkehrsadern Langemarckstraße und Friedrich-Ebert-Straße begrenzt.

Die Straßen im rechtwinkligen Raster werden von – großenteils sanierten – Altbremer Häusern gesäumt. Die Pappelstraße bildet mit ihren Geschäften das Zentrum des Flüsseviertels und erfüllt Funktionen für die umliegenden Ortsteile. Die älteste Straße ist die Bachstraße, welche in der Frühzeit Bremens einer der wichtigsten Verbindungswege aus der Stadt in Richtung Süden war.

Weitere Straßen mit Artikeln sind die Gastfeldstraße und die Lahnstraße.

Südervorstadt Fläche: 0,28 km², 5145 Einwohner

Die Südervorstadt ist ein langgezogener Ortsteil zwischen der Friedrich-Ebert-Straße (Grenze zum Ortsteil Neustadt im Nordwesten) und der Meyerstraße (Grenze zu den Ortsteilen Gartenstadt Süd und Buntentor im Südosten). Die Neuenlander Straße ist Grenze zum Ortsteil Neuenland im Südwesten. Die Neustadtscontrescarpe und die Piepe sind die Grenze zum Ortsteil Alte Neustadt im Nordosten, damit ragt der Ortsteil ein kleines Stück über den Buntentorsteinweg hinaus. Drei zueinander parallele Hauptstraßen durchqueren den Ortsteil, dies sind die Kornstraße, die Gastfeldstraße und die Thedinghauser Straße.

Im Ortsteil stehen überwiegend Wohnhäuser/Reihenhäuser, die als Bremer Häuser bekannt sind. Sie wurden um 1880 bis 1930 gebaut. Viele Straßen sind nach Philosophen benannt, daher wird der Bereich auch oft Philosophenviertel genannt.

Die heutige Friedrich-Ebert-Straße entstand erst um 1914, die dortigen Grundstücke waren vorher unbebautStadtplan Bremen 1910. Selbst auf einem Plan von 1927 war dieser Bereich noch als Grünland dargestelltStadtplan Bremen 1927, die im Süden dieser Straße vorherrschende, für Bremen untypische Bebauung mit vier- bis fünfgeschossigen Wohnblocks mit zumeist Klinkerfassaden entstand erst um 1930.

Gartenstadt Süd Fläche: 0,45 km², 5206 Einwohner

Die Gartenstadt Süd wurde von 1957 bis 1960, fast zeitgleich mit der Gartenstadt Vahr, durch die GEWOBA um ein großes Neubaugebiet erheblich vergrößert. Die städtebauliche Planung erfolgte durch die Architekten Max Säume und Günther Hafemann, die Grünplanung durch Karlaugust Orf. Die Siedlung zwischen Gastfeldstraße und Neuenlander Straße erhielt Wohngebäude in sachlicher Formensprache und umfasste zunächst 2700 Wohnungen als achtgeschossige Scheibenhochhäuser und zumeist viergeschossige Zeilenbauten. Ein Zentrum entstand nicht. Im Zuge dieses Ausbaus entstanden die im Juni 2008 wieder abgerissene Grund- und Hauptschule an der Gottfried-Menken-Straße sowie die Schule an der Karl-Lerbs-Straße.

Die Silberwarenmanufaktur Koch & Bergfeld am Kirchweg residiert teilweise noch in historischen Gebäuden, die den Zweiten Weltkrieg überstanden haben.

Buntentor mini|Buntentor 1759, siehe Buntentorsteinweg Fläche: 0,52 km², 7075 Einwohner

Das Buntentor ist ein Stadtviertel entlang der Kleinen Weser bzw. des Werdersees, das durch die drei Parallelstraßen Buntentorsteinweg, Kornstraße und Gastfeldstraße erschlossen wird. Die Straßenbahnlinie 4 fährt durch den Buntentorsteinweg. Durch die Gastfeldstraße fuhr bis 1967 die Straßenbahnlinie 6, die am Kirchweg begann und zur Hemmstraße in Findorff führte. Sie wurde durch die Buslinie 26 (heute 26/27) ersetzt. Auf einem ehemaligen Gewerbegelände im Buntentorsteinweg befinden sich die Städtische Galerie Buntentor, ein Zentrum für die Förderung aktueller Kunst und die Schwankhalle. Am Buntentorsteinweg befindet sich außerdem das Schnürschuh Theater, das vor allem als Kinder- und Jugendtheater bekannt ist. An der Ecke Kirchweg / Hardenbergstraße ist 2001 auf einem ehemaligen Gelände der Coca-Cola-Produktion der Beginenhof als Wohnprojekt für Frauen nach Plänen von Alexandra Czerne und Thalen Consult gebaut worden.Architekturführer Bremen:

Neuenland mini|hochkant|Flughafenallee Fläche: 5,78 km², 1512 Einwohner

Dieser Ortsteil besteht im Wesentlichen aus einem als Airportstadt bezeichneten Gebiet an der Flughafenallee, welches Standort des Flughafens Bremen, dem Bremen Airport Hans Koschnick ist. Außerdem beherbergt der Ortsteil den zweitgrößten Airbus-Standort in Deutschland sowie die Zentrale von Airbus Defence and Space für den Bereich der bemannten Raumfahrt.

Erschlossen wird er durch die Neuenlander Straße und die 2008 größtenteils als Hochstraße erbaute Bundesautobahn 281 mit der Abfahrt Airportstadt.

Die Airportstadt-Ost ist Standort der Luft- und Raumfahrtindustrie und wird durch die hier endende Straßenbahnlinie 6 erschlossen. Die Hauptstraße wird Airbusallee heißen und die anderen neuen Straßen werden nach Flugpionieren benannt.

Der Flughafen, Verwaltungsgebäude und logistiknahe Unternehmen befinden sich in der Airportstadt-Mitte. In diesem Gebiet war früher der Großmarkt, der sich heute in der Überseestadt befindet.

In der Airportstadt-West befinden sich die Kaffeerösterei Melitta, ehemals Carl Ronning, sowie um die Bochumer Straße noch Wohnbebauung. Außerdem ist hier der Sitz der Bremer Straßenbahn AG. An der Hanna-Kunath-Straße befindet sich das Briefzentrum der Deutschen Post AG.

Huckelriede mini|hochkant|Roland-Klinik Fläche: 5,53 km², 8471 Einwohner

Huckelriede ist südlich der Kornstraße durch eine alte Bausubstanz geprägt.

Am Niedersachsendamm befinden sich die Gebäude der Roland-Klinik von 1948 und der Bereitschaftspolizei Bremen sowie die von der Bundeswehr genutzte Scharnhorst-Kaserne.

Der Ortsteil Huckelriede ist überregional durch das Gladbecker Geiseldrama vom Sommer 1988 bekannt geworden. Im August 1988 wurde auf dem dortigen Busbahnhof der Linienbus 53 von Geiselnehmern gekidnappt. Im weiteren Verlauf der Tat kamen drei Menschen ums Leben. Zur Erinnerung wurde im März 2019 auf dem Grünstreifen des Busbahnhofs Huckelriede eine Stele mit dem Namen der Opfer Silke Bischoff, Emanuele De Giorgi und Ingo Hagen aufgestellt.Gladbecker Geiseldrama: Gedenktafel für Opfer in Bremen-Huckelriede Radio Bremen: buten un binnen vom 30. März 2019.

Geschichte Namen Neustadt: Im 17. Jahrhundert wurde auf der linken Weserseite um die heutige Alte Neustadt die Festungsanlage ausgebaut. Das Gebiet wurde planmäßig erschlossen. In Ergänzung zur Altstadt entstand eine Neustadt. Huckelriede wurde 1489 als Huckelryde erwähnt. Der Name setzt sich zusammen aus höckerig und riede, also huckelige, sumpfige Niederung. Buntentor und Hohentor kommen von den beiden früheren Stadttoren Bunte Tor und Hohe Tor. Neuenlande war die Bezeichnung für eine neu erschlossene Geländeflur und das dortige Straßendorf aus dem 13. Jahrhundert. Gartenstadt Süd ist ein begrünter Ortsteil, der nach dem Zweiten Weltkrieg entsprechend englischen und deutschen Vorbildern als Gartenstadt konzipiert wurde.

Mittelalter bis 1800 mini|Johan Valckenburghs Entwurf 1625 mini|Merian: Bremen 1641 mini|Bastionen 1729, vorne Buntentor, Blick zum Ostertor