Der Landkreis Karlstadt war ein Landkreis im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken.
Geographie Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Gemünden am Main, Hammelburg, Schweinfurt, Würzburg, Marktheidenfeld und Lohr am Main.
Geschichte Bezirksamt Das Bezirksamt Karlstadt wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Arnstein und Karlstadt gebildet.
Am 10. März 1871 trat das Bezirksamt Karlstadt die Gemeinde Brebersdorf an das Bezirksamt Schweinfurt ab.
Am 1. Januar 1889 wechselte die Gemeinde Steinbach in das Bezirksamt Lohr am Main.
Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Karlstadt. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Landkreis 31.158 Einwohner.
Am 21. September 1943 wurde der Landkreis Hammelburg um die Gemeinde Bonnland des Landkreises Karlstadt vergrößert. Diese wurde aufgelöst und in den Heeresgutsbezirk Hammelburg eingegliedert. Am 1. April 1949 wurde sie aus dem aufgelösten Heeresgutsbezirk Hammelburg des Landkreises Hammelburg ausgegliedert und als selbstständige Gemeinde im Landkreis Karlstadt wiedererrichtet.
Im Zuge der Gebietsreform wurde der Landkreis Karlstadt am 1. Juli 1972 aufgelöst:Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971. Die Gemeinde Gauaschach kam mitsamt der bereits abgesiedelten Gemeinde Bonnland zum Landkreis Bad Kissingen. Die Gemeinden Burghausen, Kaisten, Mühlhausen, Rütschenhausen, Schwemmelsbach und Wülfershausen kamen zum Landkreis Schweinfurt. Die Gemeinden Erbshausen, Gramschatz, Hausen b. Arnstein, Opferbaum und Rieden kamen zum Landkreis Würzburg. Alle übrigen Gemeinden wurden mit Teilen der Landkreise Gemünden am Main, Lohr am Main und Marktheidenfeld zum Landkreis Main-Spessart (der bis zum 1. Mai 1973 als Landkreis Mittelmain bezeichnet wurde) zusammengelegt. Kreisstadt wurde zunächst Lohr am Main, ab dem 1. Mai 1973 schließlich Karlstadt.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 29.390 1885 29.879 1900 30.020 1910 30.688 1925 31.255 für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925. 1939 31.371 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940. 1950 41.742 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952. 1960 39.400 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961. 1971 41.100 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973.
Gemeinden Bis 1971 umfasste der Landkreis Karlstadt 48 Gemeinden, davon zwei Städte und zwei Märkte. Nachdem Gambach am 1. April 1971 in die Stadt Karlstadt eingemeindet wurde, umfasste der Landkreis bei seiner Auflösung noch 47 Gemeinden. mini|375px|Landkreis Karlstadt, Gemeindegrenzenkarte von 1961 Städte Arnstein Karlstadt
Märkte Retzbach Thüngen
Weitere Gemeinden Altbessingen Aschfeld Binsbach Binsfeld Bonnland (abgesiedelt) Büchold Bühler Burghausen Duttenbrunn Erbshausen Eußenheim Gänheim Gambach (am 1. Dezember 1971 in die Stadt Karlstadt eingemeindet) Gauaschach Gramschatz Halsheim Hausen Hausen b. Arnstein Heßlar Heugrumbach Himmelstadt Hundsbach Kaisten Karlburg Laudenbach Müdesheim Mühlbach Mühlhausen Münster Neubessingen Obersfeld Opferbaum Retzstadt Reuchelheim Rieden Rohrbach Rütschenhausen Schwebenried Schwemmelsbach Stadelhofen Stetten Wiesenfeld Wülfershausen Zellingen
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen KAR zugewiesen. Es wurde im Landkreis Main-Spessart bis zum 28. Februar 1979 ausgegeben.
Literatur Hans Sponholz, Reinhold Hoeppner (Hrsg.): Landkreis Karlstadt am Main. 110 Jahre. Hoeppner, München / Assling/Obb. 1972.
Einzelnachweise
Weblinks
Karlstadt Kategorie:Geschichte (Landkreis Main-Spessart) Karlstadt Kategorie:Aufgelöst 1972