Klickibunti ist eine abwertende Bezeichnung für übertriebene grafische „Spielereien“ bei Software oder im Webdesign, durch die der Inhalt in den Hintergrund gedrängt wird.

Gebrauch und frühere Bedeutung Die Bezeichnung ist dem Netzjargon und dem Slang von Computer- bzw. Webdesign-Experten zuzurechnen, wobei „Experten“ auch autodidaktische oder gut informierte Computernutzer sein können. Man findet ebenfalls die Schreibweisen Klicki-Bunti, Klicki-bunti und als Adjektiv klickibunti. „Klicki“ bezieht sich auf die Bedienung der Computermaus, „Bunti“ eigentlich auf jeglichen Einsatz von Farben. So kam der Begriff ursprünglich auf, als das grafische Betriebssystem Windows und in geringerem Maße der Apple Macintosh der 1990er Jahre Computerlaien die Nutzung von Computern im Erwerbsleben zu ermöglichen begann, nachdem Computer bis dahin vorwiegend über die Konsole gesteuert worden waren – also grob um 1990 herum.Marcus Klinge: Desktop, Ordner und Dateien. Strukturen und Metaphern der selbstorganisierten Arbeit am Computer., GRIN Verlag, 2009, S. 7 Da wird ein Interface als "viel klickibunti" verhöhnt, und "die Shell (Kommandozeileneingabe)" als " die beste Art mit dem Computer umzugehen" gelobt. Er kann somit als Ablehnung einer neuen Technologie interpretiert werden, durch die ein kleiner Bevölkerungsteil seine Vorrangstellung gegenüber der „Masse“ zu verlieren drohte, oder der den „massenhaften Missbrauch“ der neuen Technologie befürchtete.

Die beiden Diminutivendungen „i“ können den pejorativen Charakter des Worts ausdrücken. Es kann sich um eine Imitation von Baby Talk handeln, durch die „Klickibunti“-Nutzer auf eine Stufe mit kleinen Kindern gestellt werden sollen.

Die Wortbildung ist demnach klar deutsch und nur verständlich, wenn man weiß, was deutsch „klicken“ und „bunt“ bedeuten. Die halbwegs entsprechende englische Bezeichnung beispielsweise lautet „angry fruit salad“.Vgl. die Einträge Klickibunti und angry fruit salad des englischen Wiktionarys. Sie vergleicht die optische Erscheinung mit der eines grellfarbigen Obstsalats.

Aktuelle Bedeutung mini|KDE 4.3 mit transparenten Fenstern Mittlerweile verwenden selbst Computerexperten und eingefleischte Liebhaber der Konsole grafische Webbrowser und andere grafische Anwendungen, die u. a. auf der Basis unixoider Betriebssysteme wie Linux laufen; beliebte Desktop-Umgebungen sind hier KDE Plasma und Gnome. „Klickibunti“ wird nun nicht mehr zur Abwertung sämtlicher grafischer Benutzeroberflächen verwendet, sondern dient der Unterscheidung zwischen „sinnvoller“ bzw. „pragmatischer“ und „unsinniger“ oder „überkandidelter“Vgl. Eintrag überkandidelt im Wiktionary → „Designterrorismus“. grafischer Schnittstellengestaltung. Zeitweise konnte noch Windows im Gegensatz zu Linux „Klickibunti“ sein, doch werden inzwischen bestimmte Linux-Desktopumgebungen im Gegensatz zu anderen als „Klickibunti“ geschmäht. Der Gebrauch des Ausdrucks gerät weiter ins Subjektive. Negativ auffällig können Eye Candy, Animation und Transparenzeffekte sein, letzteres etwa, wenn die Leserlichkeit eines Texts durch „durchscheinende“ andere Texte oder Grafik erschwert wird.

Siehe auch Benutzerfreundlichkeit Sprachwandel

Weblinks

Belege Es handelt sich eher um Belege im Sinne der Lexikografie, also nur um Gebrauchsbeispiele, aus denen nicht unbedingt genau hervorgeht, was die Autoren unter „Klickibunti“ verstehen. Sie nehmen vielmehr sogar nur durch wenige Wörter auf eine irgendwo gebräuchliche Verwendung Bezug und distanzieren sich zum Teil davon.

– (Linux KDE »Klickibunti«) – (Linux LXDE nicht »Klicki-Bunti«) – abgerufen am 2. November 2017.

Kategorie:Grafische Benutzeroberfläche Kategorie:Netzjargon