miniatur|Zeichnung einer Cutthroat-Forelle miniatur|Cutthroat-Forelle an der Angel im Boise Nationalpark miniatur|Cutthroat-Forelle aus dem Gardner River im Yellowstone-Nationalpark miniatur|Phylogenetischer Stammbaum der Cutthroat-Forelle Die Cutthroat-Forelle (Oncorhynchus clarkii) ist ein Süßwasser-Fisch aus der Familie der Lachsfische. Sie ist in den kalten Flüssen und Bächen des Pazifischen Beckens in Nordamerika beheimatet und kommt in den Küstengebirgen des Pazifiks, dem Großen Becken und den Rocky Mountains vor. Die Cutthroat-Forelle, eine pazifische Forelle, gehört zur Gattung Oncorhynchus, zu der auch die Regenbogenforellen gerechnet werden. Der Name Cutthroat (engl. Halsabschneider; Kehlschnittforelle) rührt von der roten Färbung auf der Unterseite des Unterkiefers her. Die Bezeichnung clarkii wurde zu Ehren des Entdeckers William Clark, eines der Führer der Lewis-und-Clark-Expedition, gegeben. Cutthroat-Forellen bewohnen kleine bis mittlere Flüsse und Bäche mit kaltem, sauerstoffreichem Wasser und Kiesgrund alluvialer oder Felsgrundfließgewässer, dem typischen Habitat der Westküste. Cutthroat-Forellen laichen im Frühjahr und vermischen sich dabei durch natürliche Hybridisierung mit Regenbogenforellen. Die beiden Arten können fruchtbare Nachkommen bilden. Einige der küstennahen Populationen von Oncorhynchus clarkii sind anadrom.
Einige Unterarten der Cutthroat-Forelle sind in ihrem Bestand bedroht. O. c. alvordensis und O. c. macdonaldi gelten als bereits ausgestorben. Cutthroat-Forellen werden in Forellenzuchtanlagen gehalten, u. a. um native Wildpopulationen aufzustocken. Die Art gehört zu den „Staatsfischen“ in sieben US-amerikanischen Bundesstaaten.
Taxonomie Der wissenschaftliche Name der Cutthroat-Forelle ist Oncorhynchus clarkii. Sie gehörte zu den ersten Forellen, die vom spanischen Eroberer Francisco de Coronado im Rio Grande und Pecos River in der Nähe von Santa Fe entdeckt wurden. Es handelte sich dabei überwiegend um die Unterart Rio-Grande-Cutthroat-Forelle O. c. virginalis.Cutthroat trout Oncorhynchus clarkii. In: Robert J. Behnke, Joe Tomelleri, Donald S. Proebstel: Trout and Salmon of North America. Free Press, Chanticleer Press Ed., 2002, ISBN 0-7432-2220-2, S. 137–234. Die Art wurde erstmals in den Aufzeichnungen von William Clark aus den Jahren 1804–1806 beschrieben. Es waren Fänge aus dem Missouri River, in der Nähe des heutigen Great Falls in Montana. Es waren Exemplare der Unterart der Westslope-Cutthroat-Forelle O. c. lewisi, die zuerst als Salmo clarkii bezeichnet wurde. John Richardson taxierte die Art Salmo clarkiian einem Nebenfluss des Columbia Rivers, mit Namen „Katpootl“, vermutlich dem heutigen Lewis River. Die Typenbeschreibung ähnelte sehr stark den heutigen Cutthroat-Forellen aus küstennahen Gebieten. 1989 ergaben morphologische und genetische Studien, dass die Forellen des Pazifischen Beckens genetisch näher mit den Pazifischen Lachsen als mit den Forellen verwandt sind.Gerald R. Smith, Ralph F. Stearley: The Classification and Scientific Names of Rainbow and Cutthroat Trouts. In: Fisheries. Volume 14, Issue 1, 1989. Daher wurden seit 1989 Regenbogenforellen, Cutthroat-Forellen und andere Forellenarten des Pazifischen Beckens zu der Gattung Oncorhynchus gerechnet. Derzeit wird die Genetik der Cutthroat-Forelle an der University of Colorado erforscht.. Abgerufen am 31. März 2024.
Unterarten Die 14 bekannten Unterarten der Cutthroat-Forelle sind endemisch lebende Fische in ihren jeweiligen geografischen Regionen. Wissenschaftler glauben, dass sich die Cutthroat-Forelle in den letzten zwei Millionen Jahren aus anderen Oncorhynchus-Arten entwickelt hat, welche den Columbia River und den Snake River hochwanderten.
Geografische GruppeNameWissenschaftlicher NameVerbreitungBild Pacific Coast Küsten-Cutthroat-Forelle, auch bekannt als „Sea-Run“ Cutthroat O. c. clarkii(J. Richardson, 1836) Heimisch in Küstenflüssen im nördlichen Kalifornien bis Alaska. O. c. clarkii ist die Typenspezies der Cutthroat-Forelle. 100px|alt=Colored drawing of troutO. c. clarkii Küsten-Cutthroat-ForelleCrescenti-Forelle O. c. clarcki forma crescentii Wird nicht länger als Unterart angesehen, sondern als eine endemische Population von Küsten-Cutthroat-Forellen im Lake Crescent, US-Bundesstaat Washington, eingeordnet. Great Basin Alvord-Cutthroat-Forelle † O. c. alvordensisBehnke, 2002 War endemisch in den Nebengewässern des Alvord Lake im Südosten von Oregon, gilt als ausgestorben oder ausgerottet. alt=Foto einer Bonneville Cutthroat-Forelle|100pxO. c. utah Bonneville-Cutthroat-Forelle Bonneville-Cutthroat-Forelle O. c. utah(G. Suckley, 1874) Heimisch in den Nebenflüssen des Great Salt Lake. Humboldt-Cutthroat-Forelle O. c. humboldtensisBehnke & Trotter, 2008,Robert J. Behnke, Patrick C. Trotter: The case for humboldtensis: a subspecies name for the indigenous cutthroat trout (Oncorhynchus clarkii) of the Humboldt River, Upper Quinn River, and Coyote Basin drainages, Nevada and Oregon. In: Western North American Naturalist. Band 68, Nr. 1, Monte L. Bean Life Science Museum, Brigham Young University, 2008, S. 58–65. Kommt ausschließlich im oberen Humboldt River im nördlichen Nevada vor. Von der Nevada Division of Wildlife wird die Humboldt-Cutthroat-Forelle als eine Lokalform der Unterart O. c. henshawi zugerechnet, deren Verbreitung als „distinct population segment“ auf den Humboldt River beschränkt ist.Humboldt Cutthroat Trout. In: Patrick C. Trotter: Cutthroat: Native Trout of the West. University of California Press, Berkeley, CA 2008, ISBN 978-0-520-25458-9, S. 191–214. Lahontan-Cutthroat-Forelle O. c. henshawi(Gill & Jordan, 1878) Heimisch im westlichen Nevada. Sie wird als bedrohte Spezies angesehen (1975).Species Profile-Lahontan Cutthroat Trout (Oncorhynchus clarkii henshawi). U.S. Fish and Wildlife Service. Whitehorse-Basin-Cutthroat-Forelle O. c. ssp.Wird von Behnke als unbeschriebene separate Unterart angesehen (2002) Heimisch im südöstlichen Oregon.. Abgerufen am 31. März 2024. Wird vom U.S. Fish and Wildlife Service als „distinct population segment“ der Lahontan-Cutthroat-Forelle angesehen.Mary M. Peacock, Veronica Kirchoff: . Extant Populations Final Report, U.S. Fish and Wildlife Service. Paiute-Cutthroat-Forelle O. c. seleniris(J. O. Snyder, 1933) Endemisch in der östlichen Sierra Nevada und wird als bedrohte Spezies angesehen (1975).Species Profile-Paiute cutthroat trout (Oncorhynchus clarkiii seleniris). U.S. Fish and Wildlife Service.Northern Rockies Snake-River-Fine-Spotted-Cutthroat-ForelleSnake River Feingefleckte Cutthroat-Forelle O. c. behnkei(Montgomery, 1995) Heimisch im Snake River von Idaho und Wyoming; wird von einigen als Population von O. c. bouvieri angesehen.Finespotted Snake River. In: Patrick C. Trotter: Cutthroat: Native Trout of the West. University of California Press, Berkeley, CA 2008, ISBN 978-0-520-25458-9, S. 295–319.100pxO. c. behnkeiSnake River Fine-Spotted cutthroat trout100px|alt=Yellowstone-Cutthroat-ForelleO. c. bouvieriYellowstone-Cutthroat-Forelle Westslope-Cutthroat-Forelle O. c. lewisi(Girard, 1856) Heimisch im nördlichen Idaho, Montana, British Columbia und Alberta.Westslope Cutthroat Trout. In: Patrick C. Trotter: Cutthroat: Native Trout of the West. University of California Press, Berkeley, CA 2008, ISBN 978-0-520-25458-9, S. 103–143. Yellowfin-Cutthroat-Forelle † O. c. macdonaldi(Jordan & Fisher, 1891) War endemisch im Twin Lakes, Colorado; gilt mittlerweile als ausgestorben.Extinct Subspecies. In: Patrick C. Trotter: Cutthroat: Native Trout of the West. University of California Press, Berkeley, CA 2008, ISBN 978-0-520-25458-9, S. 449–465. Yellowstone-Cutthroat-Forelle O. c. bouvieri(Jordan & Gilbert, 1883) Heimisch im Oberlauf des Snake River, des Yellowstone Lake und des Yellowstone River in Idaho, Montana und Wyoming.Yellowstone Cutthroat Trout. In: Patrick C. Trotter: Cutthroat: Native Trout of the West. University of California Press, Berkeley, CA 2008, ISBN 978-0-520-25458-9, S. 245–294.Southern Rockies Colorado-River-Cutthroat-Forelle O. c. pleuriticus(Cope, 1872) Heimisch in den Nebenflüssen des Green River und Colorado River.Colorado River Cutthroat Trout. In: Patrick C. Trotter: Cutthroat: Native Trout of the West. University of California Press, Berkeley, CA 2008, ISBN 978-0-520-25458-9, S. 359–388.100pxO. c. virginalisRio Grande Cutthroat-Forelle Greenback-Cutthroat-Forelle O. c. stomias(Cope, 1871) Heimisch im Arkansas River und South Platte River im östlichen Colorado; die Art wird als bedroht angesehen (1978).Species Profile -Greenback Cutthroat Trout (Oncorhynchus clarkii stomias). U.S. Fish and Wildlife Service. Rio-Grande-Cutthroat-Forelle O. c. virginalis(C. F. Girard, 1856) Heimisch in New Mexico und im südlichen Colorado.Grande Cutthroat Trout. In: Patrick C. Trotter: Cutthroat: Native Trout of the West. University of California Press, Berkeley, CA 2008, ISBN 978-0-520-25458-9, S. 421–447.
Beschreibung miniatur|Typische Zeichnung einer Cutthroat-Forelle miniatur|Lebhaft gezeichnete Cutthroat-Forellen im Netz miniatur|Oncorhynchus clarkii virginalis miniatur|Cutthroat-Forelle aus dem Strawberry River in Utah miniatur|Großes Exemplar einer Cutthroat-Forelle miniatur|Natürliches Verbreitungsgebiet der Cutthroat-Forelle Innerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes sowie in den Regionen, in denen die Cutthroat-Forelle als neue Art eingeführt wurde, kommt es zu einer großen Variation an Größe, Färbung und Anpassung an die Umgebung. In ihrer Zeichnung variiert die Cutthroat-Forelle von einer goldenen bis grauen oder grünen Rückenfärbung, welche bei Unterarten, Rassen (engl.: strains) und je nach Habitat unterschiedlich sein kann. Die Fische verfügen über markante rote, rosafarbene oder orange Streifen entlang ihres Unterkiefers und im unteren Bereich ihres Kiemendeckels. Aufgrund dieser charakteristischen Farbgebung wurde ihnen vom US-amerikanischen Abenteuerschriftsteller Charles Hallock in dem Artikel „The American Angler“Patrick C. Trotter: Cutthroat: Native Trout of the West. University of California Press, Berkeley, CA 2008, ISBN 978-0-520-25458-9, S. 13. aus dem Jahr 1884 der Name „Cutthroat“ gegeben. Einige Küstenregenbogenforellen wie Oncorhynchus mykiss irideus oder die Columbia River Redband-Forelle (O. m. gairdneri) zeigen ebenfalls rötliche oder rosa Halsmarkierungen. Inlandsunterarten unterscheiden sich von den Küstenformen der Cutthroat-Forelle durch ein deutliches Fehlen von Flecken auf der Spitze des Kopfes. Bei Geschlechtsreife erreichen die verschiedenen Populationen und Unterarten Körperlängen im Bereich von 15 bis 102 Zentimetern. Körperlänge und Gewicht sind abhängig von Habitat und Nahrungsangebot. Anadrome Wanderformen der Cutthroat-Forelle werden im Durchschnitt 0,9 bis 2,3 Kilogramm schwer, während reine Flussformen mit 11 bis 91 Gramm deutlich weniger wiegen. In Seen können jedoch Gewichte von 5,4 bis 7,7 Kilogramm erreicht werden. Die Lahontan Cutthroat-Forelle (O. c. henshawi) ist der größte Vertreter der Art Oncorhynchus clarkii. Diese Unterart ist in kleinen Bächen im Durchschnitt 20 bis 23 Zentimeter lang, in größeren Flüssen bereits 20 bis 56 Zentimeter. Der IGFA-Weltrekord der Cutthroat-Forelle liegt bei 99 Zentimeter Länge und einem Gewicht von 19 Kilogramm.IGFA International Game Fish Association, 19 kg Cutthroat-Forelle gefangen 1925 im Pyramid Lake, Nevada, USA
Lebensweise