mini|hochkant|C. J. Langenhoven mit Ehefrau an der Kirche von Oudtshoorn, bei der Hochzeit ihrer Tochter Engela (1926)
C. J. Langenhoven (* 13. August 1873 in Hoeko bei Ladismith, Kapkolonie; † 15. Juli 1932 in Oudtshoorn; bürgerlicher Name Cornelis Jacobus Langenhoven; bekannt auch als Sagmoedige Neelsie und Oom Kerneels) war ein Schriftsteller, Politiker und Journalist in der südafrikanischen Kapprovinz. Er schrieb auf Afrikaans, setzte sich politisch für diese Sprache ein und verfasste den Text der früheren Nationalhymne Südafrikas, Die Stem van Suid-Afrika. (afrikaans), abgerufen am 8. März 2014
Leben Langenhoven wurde auf der Farm Hoeko geboren, am Fuß der Swartberge. Seine Mutter Rachel starb fünf Tage nach seiner Geburt, so dass er bei seiner Tante und Onkel aufwuchs. Er studierte an der Universität Stellenbosch, erwarb 1895 einen Bachelor of Arts und erhielt 1899 an der University of Good Hope Cape Town einen Bachelor in Jura. Fortan arbeitete er als Anwalt in Kapstadt und ab 1901 in Oudtshoorn. 1897 heiratete er die Witwe Lenie van Velden, 1901 wurden sie Eltern einer Tochter, Engela.
1912 trat Langenhoven eine Stelle als Redakteur bei der Oudtshoorner niederländischsprachigen Zeitung Het Zuid-Westen an. 1914 wurde er Mitglied des Provinzialrat der Kapprovinz, wo er zunächst der von Louis Botha und Jan Christiaan Smuts geführten South African Party angehörte, die er jedoch im Jahr darauf verließ. Außerdem war er 1915 Gründungsmitglied der afrikaanssprachigen Zeitung Die Burger, für die er unter dem Namen Sagmoedige Neelsie (etwa: „Sanfter Neelsie“) schrieb. Als Kandidat der Nasionale Party wurde er 1920 in die Nationalversammlung gewählt, wo er den Wahlkreis von Oudtshorn vertrat. Den Sitz verlor er jedoch schon bei der Neuwahl im folgenden Jahr wieder. Stattdessen wurde er in den südafrikanischen Senat gewählt, dem er bis zu seinem Tod angehörte. Er setzte sich dort für die Anerkennung von Afrikaans anstelle von Niederländisch als Amtssprache ein, was er 1927 auch erreichte.
Langenhoven verfasste 1918 den Text zu Die Stem van Suid-Afrika, die 1937 neben God Save the King gemeinsame und 1957 alleinige Nationalhymne Südafrikas wurde. Teile des Textes sind auch in der seit 1997 gültigen Nationalhymne Südafrikas enthalten. (PDF, afrikaans/englisch), abgerufen am 8. März 2014
Langenhoven verfasste zahlreiche weitere Werke, darunter Gedichtsammlungen, Geistergeschichten und den Science-Fiction-Roman Loeloeraai. 1926 veröffentlichte er mit Donker Spore den ersten Detektivroman auf Afrikaans. Er übersetzte Werke wie die Rubāyat von Omar Chayyām ins Afrikaans, schuf Sprichwörter und schrieb ein humoristisches Liebesgedicht auf seinen Hund. In zahlreichen Geschichten erscheint der fiktive Elefant Herrie, dessen Namen er in einen Stein an der N12 eingravierte – der Stein ist heute Nationaldenkmal. (englisch) Langenhoven galt als humorvoller Nonkonformist und war für seine Schlagfertigkeit bekannt. In: Die Burger vom 1. Juli 2000 (Afrikaans; Archivversion)
Langenhoven starb 1932 in seinem Haus in Oudtshoorn an Herzversagen. (englisch), abgerufen am 9. März 2014 Er wurde auf seinem Grundstück beerdigt.Das Haus C. J. Langenhovens in Oudtshoorn (afrikaans), abgerufen am 10. März 2014
Werke Romane/Prosa 1911: Stukkies en brokkies. eine Sammlung von Gedichten, Erzählungen und Essays Erweiterte Ausgabe 1913: Ons weg deur die wêreld 1912: Afrikaanse verjaardag-boekie 1921: Sonde met die bure 1921: Doppers en Filistyne 1923: Loeloeraai 1924: Die Lig van verre dae 1925: Herrie op die óu tremspóór 1926: Donker Spore 1927: Skaduwees van Nasaret ’n Fragment uit ’n onuitgeebare boek Lied van die harlekyn Pessimisme en optimisme
Aussprüche Spreuke Van Langenhoven (herausgegeben von J. P. Scannell) Beste Spreuke Van Langenhoven
Dramen 1921: Vrouetrou 1931: Petronella
Farcen 1909: Die familiesak 1909: Die troubelofte 1920: Die onmoontlike tweeling 1925: Die laaste van die takhare 1927: Die kinderparlement
Kinderbücher und Geistergeschichten 1922: Die eensame hoop 1924: Geeste op aarde 1925: Brolloks en Bittergal 1926: Mof en sy mense 1927: Die Krismiskinders 1928: Die boekie sonder naam 1930: Die wandelende geraamte 1931: Verhaaltjies Kootjie Totjie (illustriert von Marjorie van Heerden)
Juristische, historische und politische Schriften 1906: Iets over arbiters en arbitraties 1913: Die Hoop van Suid-Afrika 1918: Die Vrou van Suid-Afrika 1918: Republicans and sinners 1919: The everlasting annexation 1919: Twee geskiedkundige opstelle 1921: Eerste skoffies op die pad van Suid-Afrika 1928: Die goeie burger 1929: Goud of Papier? 1929: Die witman se pand
Über Afrikaans 1923: Die opdraende pad 1926: A first guide to Afrikaans 1931: Hoe om te skrywe 1937: Oor opstelle
Kolumnen aus dem Burger 1930: Aan stille waters 1941: Aan stille waters II
Autobiografie 1932: U dienswillige dienaar
Gesammelte Werke 1933–1937: Kapstadt, 14 Bände. Ab 1949: 16 Bände.Porträt und Werkliste bei stellenboschwriters.com (englisch), abgerufen am 9. März 2014
Auszeichnungen 1927: Hertzogprys für Prosa für Skaduwees van Nasaret 1931: Ehrendoktorwürde der Universität Stellenbosch
Nachwirkungen Das Studentenzentrum der Universität Stellenbosch ist nach ihm benannt; es wird gelegentlich auch als Die Neelsie bezeichnet. Der südafrikanische Filmemacher Manie van Rensburg drehte 1983 auf der Basis von Langenhovens Werk die komödiantische Fernsehserie Sagmoedige Neelsie. Zu seinem 100. Geburtstag wurden von der südafrikanischen Post mehrere Sondermarken herausgegeben. Das ab 1901 von Langenhoven genutzte Wohnhaus in Oudtshoorn, Arbeidsgenot (etwa: „Arbeitsgenuss“) genannt, ist heute ein Museum. Nelson Mandela las während seiner Haft 1964 das Langenhoven-Werk Skaduwees van Nasaret (etwa: Schatten von Nazaret) über die Verurteilung Jesu zum Tode, das ihn tief berührte.Nelson Mandela: Conversations with Myself. Farrow, Strauss and Giroux, New York City 2011, ISBN 978-1-4299-8839-1. Digitalisat André Brink lässt in seinem Roman Sandkastele (deutsch: Sandburgen) der zur Zeit der Wahlen 1994 spielt, einen Schwarzen zum Liebhaber eines Buches von Langenhoven werden, während die weiße Protagonistin Langenhoven als antiquiert ablehnt – eine ironische Umkehrung der Verhältnisse zur Zeit der Apartheid.
Literatur J. C. Kannemeyer: Langenhoven: ’n Lewe. Tafelberg, 1995.
Weblinks
C. J. Langenhoven bei stellenboschwriters.com (englisch) Lebenslauf Langenhovens (afrikaans) Das Haus C. J. Langenhovens in Oudtshoorn (afrikaans) Beitrag von Radio Pretoria am 12. August 2013 zu Langenhovens 140. Geburtstag (afrikaans) (afrikaans) Die Nationalhymnen Südafrikas (PDF, afrikaans/englisch)
Einzelnachweise
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