Birkat Jischtabach () ist Bestandteil des jüdischen Morgengebets und in diesem Teil der sogenannten Psuke desimra, den Psalmen im jüdischen Morgengebet.

Beschreibung Lobpreisung Gottes Kommentatoren sehen in der mehrfach auftretenden Zahl „Fünfzehn“ verschiedene symbolische Bezüge. So gibt es in der ersten Hälfte des Segensspruches bis zu den Worten „Gesegnet bist Du, Gott …“ () fünfzehn Ausdrücke für die Lobpreisung Gottes. In der zweiten Hälfte des Segensspruches gibt es erneut fünfzehn Ausdrücke für Gottes Lobpreisung. Die Zahl fünfzehn spielt auf den göttlichen Namen JHWH an, weil dessen Gematrie ebenso die Zahl fünfzehn ergibt. Ebenso ist es eine Anspielung auf die fünfzehn Lieder der „Schirej ha-Maʿalot“ () komponiert durch König David (Psalme 120–134). Es gibt zwei Themen im Jischtabach: Gottes Kraft und Macht, die Lob und Anbetung verdienen, und dass man dafür immer wieder Gott loben soll.Ronald H. Isaacs: Every person's guide to Jewish prayer. Jason Aronson, Northvale, N.J. 1997, ISBN 0-7657-5964-0, S. 117.

Baruch sche-amar und Jischtabach Der Segensspruch Jischtabach steht in der Komposition der Texte in Verbindung mit dem Segensspruch Baruch sche-amar. Während Baruch sche-amar die Psuke desimra eröffnet, schließt Jischtabach die Psuke desimra ab. Da Baruch sche-amar im Stehen vorgetragen wird, gilt dies auch für Jischtabach.J. Simcha Cohen: How does Jewish law work?: a rabbi analyzes 95 contemporary halachic questions, Jason Aronson, Northvale, N.J. 1993, ISBN 0-87668-155-0, S. 161. Daher wird Jischtabach normalerweise im Stehen vorgetragen. Trotzdem haben manche Gemeinden an Schabbat den Brauch, dabei zu sitzen.J. Simcha Cohen: How does Jewish law work?: a rabbi analyzes 95 contemporary halachic questions, Jason Aronson, Northvale, N.J. 1993, ISBN 0-87668-155-0, S. 162.

Dass die Eröffnung der Psuke desimra mit Baruch sche-amar und der Abschluss des Psuke desimra mit Jischtabach in gleicher Weise vorgetragen werden, soll die Bedeutung des Psuke desimra als eigenständigen – in sich abgeschlossenen – Abschnitt unterstreichen.Yiśakhar D. S. Rubin / Gershon Robinson Rubin: Talelei oros [Sefer Ṭalele orot]. The megillah anthology: a collection of insights and commentaries on Megillas Eichah, Feldheim, Jerusalem 2003, S. 458. So darf Jischtabach erst vorgetragen werden, nachdem Baruch sche-amar vorgetragen wurde, weil Baruch sche-amar den Eröffnungssegen und Jischtabach den Abschlusssegen desselben Abschnitts bilden.Hayim Halevy Donin: To pray as a Jew: A guide to the prayer book and the synagogue service, Basic Books, New York 1980, S. 171.

Urheber Der Autor des Jischtabach ist bis heute nicht bekannt. Aber die Anfangsbuchstaben des zweiten, dritten, vierten sowie fünften Wortes () im Gebet ergeben שׁלמה (Schlomo), eine Anspielung auf den Urheber König Salomon oder eine Widmung zu seinen Ehren.Ronald L. Eisenberg: The JPS guide to Jewish traditions, Jewish Publication Society, ISBN 978-0-8276-0882-5, Philadelphia 2004, S. 411.

Text und Übersetzung

Weblinks Video: Cantor Jochen (Yaacov) Fahlenkamp (* 1963 in Berlin): „yishtabach“ aschkenasisch Ein Fragment aus der Kairoer Geniza in der Cambridge University Library mit einer Kurzfassung des Jischtabach (linke Seite): T-S NS 159.3

Einzelnachweise

Kategorie:Jüdischer Gottesdienst Kategorie:Gebet (Judentum) Kategorie:Kairoer Geniza