Psuke desimra (aramäisch פְסוּקֵי דְּזִמְרָא; Abschnitte des Gesangsmorfix.co.ilmilog.co.il) auch „Psalmen im Morgengebet“Siddur schma kolenu. dt. Übers. Raw Joseph Scheuer, bearb. Albert Richter / Edouard Selig, hg. Israelitische Cultusgemeinde Zürich, Verlag Morascha, Basel 1996 / 9. Aufl. 2011, S. 40 (Psuke Desimra/Psalmen im Morgengebet) genannt, sind ein Bestandteil des jüdischen Morgengebets. Die Texte werden im jüdischen Morgengebet (Schacharit) rezitiert und während des Gebets mit einer Gemeinde in der Synagoge meist durch den Vorbeter (Chasan) gesungen.
Beschreibung Der Zweck von Psuke desimra ist es, dass jeder einzelne Betende Lob auf den Gottesnamen vortragen kann, bevor Bittgebete an Gott gerichtet werden, die später während des Schacharit und im Laufe des Tages (Mincha und andere) stattfinden.The Complete Artscroll Siddur, S. 58 Am Anfang bestand der Abschnitt ausschließlich aus den Psalmen 145–150, gebildet durch Jose ben Chalafta im 2. Jahrhundert.Hayim Halevy Donin: To pray as a Jew: a guide to the prayer book and the synagogue service. Basic Books, New York 1980, S. 168. Die Erweiterungen kamen erst später dazu. Lange Zeit waren diese Gebete nicht Pflichtbestandteil des regulären jüdischen Gottesdienstes. Maimonides machte sie zum Gegenstand seiner Werke und erklärte, dass Optimismus Voraussetzung für die Hymnen sei. Daraufhin wurden sie Pflichtbestandteil des regulären jüdischen Gottesdienstes. Maimonides schrieb auch, dass die Gebete langsam und mit Leidenschaft gesungen werden mussten.Hayim Halevy Donin: To pray as a Jew: a guide to the prayer book and the synagogue service. Basic Books, New York 1980, S. 168f.
Inhalt (regulär) „Mismor Schir […]“ ; dt. Psalm – Gesang, der dem Hause David gewidmet istPsalm , vorgetragen zu Beginn des Psuke desimra. „Baruch sche-amar […]“ ; dt. „Gesegnet, derjenige, der gesprochen und es ward die Welt“Hirsch: Israels Gebete. 1895, S. 45fDer erste eröffnende Segensspruch des P'sukej de-Simra. „Hodu […]“ ; dt. „Huldiget Gott, verkündet seinen Namen“Hirsch: Israels Gebete. 1895, S. 46f Dankgebet Mismor le-Toda ; dt. „Psalm zum Dankbekenntnis“Hirsch: Israels Gebete. 1895, S. 55 „Jehi kewod […]“ ; dt. „Ewig bleibt die Herrlichkeit Gottes“Hirsch: Israels Gebete. 1895, S. 79 Eine Serie von Versen, vorgetragen während des Pesukei Dezimra. „Baruch Adonai LeʿOlam […]“ ; dt. „gesegnet sei Gott für immer…“Hirsch: Israels Gebete. 1895, S. 93 Vorgetragen als Segensspruch, nachdem das Hallel abgeschlossen wurde. „Wa-jewarech David […]“ ; dt. „Es segnete David Gott vor den Augen der Gemeinde“Hirsch: Israels Gebete. 1895, S. 93 „Atah Hu Adonai le-wadecha“ ; dt. „du Gott, du bist’s allein…“Hirsch: Israels Gebete. 1895, S. 95 „As Jaschir […]“ ; dt. „damals sang Mose…“Hirsch: Israels Gebete. 1895, S. 96f „Jischtabach […]“ ; dt. „Gepriesen werde Dein Name für immer…“Hirsch: Israels Gebete. 1895, S. 103 Abschließender Segensspruch von Pesukei Dezimra
Inhalt (Ruhe- und Feiertag) Am Ruhetag (Schabbat), an Feiertagen mit biblischem Ursprung sowie am Hoschana Rabba, wurden verschiedene Psalmen zwischen „Hodu […]“ (; dt. „Huldiget Gott, verkündet seinen Namen“Hirsch: Israels Gebete. 1895, S. 46f) und „Jehi kewod […]“ (; dt. „Ewig bleibt die Herrlichkeit Gottes“Hirsch: Israels Gebete. 1895, S. 79) hinzugefügt. So weil die Betenden sich nicht in der Hektik des Arbeitsalltags befinden.Hayim Halevy Donin: To pray as a Jew: a guide to the prayer book and the synagogue service, Basic Books, New York 1980, S. 178.
Im aschkenasischen Ritus (; „nosach Aschkenas“) benutzt man noch folgende Psalmen: 19, 33, 34, 90, 91, 135, 136, 92, sowie 93.William L. Holladay: The Psalms Through Three Thousand Years: Prayerbook of a Cloud of Witnesses. Augsburg Fortress, Minneapolis 1996, ISBN 978-0-8006-3014-0, S. 142.
Im sephardischen Ritus () benutzt man noch folgende Psalmen: 103, 19, 33, 90, 91, 98, 121, 122, 123, 124, 135, 136, 92, sowie 93.William L. Holladay: The Psalms Through Three Thousand Years: Prayerbook of a Cloud of Witnesses. Augsburg Fortress, Minneapolis 1996, ISBN 978-0-8006-3014-0, S. 142.
Am Ruhe- und Feiertag wird das Nischmat eingefügt. Im aschkenasischen Ritus folgt Schochen Ad (), während im sephardischen Ritus Schaw'at Anijim () folgt.William L. Holladay: The Psalms Through Three Thousand Years: Prayerbook of a Cloud of Witnesses. Augsburg Fortress, Minneapolis 1996, ISBN 978-0-8006-3014-0, S. 142.
Frauen Es gibt einen Meinungsstreit darüber, ob Frauen bei Psuke desimra erforderlich oder erlaubt sein sollen. Ausschlaggebend ist die Meinung, dass der Vortrag des Psuke desimra ein zeitgebundenes Gebot sei. Eine Meinung verlangt, dass Frauen Psuke desimra vollständig vortragen. Eine andere Meinung wiederum verbietet den Vortrag von Psuke desimra unter Frauen. Eine dritte Meinung erlaubt, aber verlangt von Frauen nicht den Vortrag des Psuke desimra. Eine vierte Meinung erlaubt zwar den Vortrag von Psuke desimra, aber verbietet den Vortrag bestimmter Teile des Abschnitts, darunter „Baruch schä-Amar […]“ (; dt. „Gesegnet, derjenige, der gesprochen und es ward die Welt“Hirsch: Israels Gebete. 1895, S. 45f) sowie „Jischtabach […]“ (; dt. „Gepriesen werde Dein Name für immer …“Hirsch: Israels Gebete. 1895, S. 103).
Der aschkenasische Ritus betrachtet Psuke desimra als Pflichtbestandteil, unter der Voraussetzung, dass Psuke desimra kein zeitgebundenes Gebot sei und jederzeit von Allen vorgetragen werden dürfe.Getsel Ellinson: The modest way: a guide to the rabbinic sources. Philipp Feldheim, Jerusalem 1992, ISBN 978-1-58330-148-7, S. 170.
Im sephardischen Ritus ist man geteilter Meinung.Getsel Ellinson: The modest way: a guide to the rabbinic sources. Philipp Feldheim, Jerusalem 1992, ISBN 978-1-58330-148-7, S. 171. Einige Meinungen erlauben Frauen Psuke desimra vorzutragen, allerdings ohne Segenssprüche.Getsel Ellinson: The modest way: a guide to the rabbinic sources. Philipp Feldheim, Jerusalem 1992, ISBN 978-1-58330-148-7, S. 184.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Gebet (Judentum) Kategorie:Jüdischer Gottesdienst