Die Zeche Dannenbaum war ein Steinkohlebergwerk im Bochumer Stadtteil Laer. Das Bergwerk wurde bis 1865 auch mit den Namen Zeche Tannenbaum oder Zeche Tannebaum bezeichnet. Zeitweise wurden auf dem Bergwerk auch Eisenerze gewonnen. Das Bergwerk wurde im 18. Jahrhundert zunächst als Stollenbergwerk betrieben. Die Zeche Dannenbaum gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikats.
Mit der Schließung des ersten Großbergwerkes Prinz Regent/Dannenbaum wurde auf der Fläche von Dannenbaum I das Bochumer Werk I der Adam Opel GmbH gebaut. Es galt bis zur Opel-Krise als ein Beispiel für gelungenen Strukturwandel im Ruhrgebiet. Nach dem Ende der Autoproduktion in Bochum im Jahr 2014 entstand hier die Entwicklungsfläche Mark 51°7.
Geschichte miniatur|Ehem. Fördermaschinenhaus der Schachtanlage Dannenbaum II
Die Anfänge
Der Bergbau im Grubenfeld der Zeche Dannenbaum bestand seit 1736. Zu dieser Zeit war der Oberstollen im Bereich der heutigen Alarichstraße in Betrieb. Im Jahr 1755 gab es Probleme mit dem Bergamt Schwerte, so verlangte die Behörde den Nachweis über die Belehnungsansprüche. Im darauffolgenden Jahr waren die Kohlenvorräte fast abgebaut. Da der in 1755 geforderte Nachweis über die Abbauberechtigung von den Bergwerkseigentümern noch immer nicht erbracht worden war, untersagte die Bergbehörde den weiteren Betrieb des Bergwerks. Im Jahr 1758 war der Stollen mittlerweile stark verbrochen. Im darauffolgenden Jahr wurde der alte Schacht im Dannenberger Siepen bis auf eine Teufe von 20 Fuß wieder repariert. Allerdings konnte man ab dieser Teufe nicht weiterarbeiten, da die Bergbehörde den weiteren Betrieb verbot. Im Jahr 1774 wurde der Oberstollen weiter in nördlicher Richtung aufgefahren und erneut mit dem Abbau begonnen. Im selben Jahr wurde eine Mutung auf ein angefahrenes Flöz eingelegt. In diesem Flöz war früher schon abgebaut worden. Im Jahr 1775 wurde ein Mutschacht abgeteuft. Der Schacht wurde bis in ein bereits früher über den Oberstollen abgebautes Flöz abgeteuft. Im Jahr darauf wurde in geringfügigem Umfang abgebaut, im Laufe des Jahres wurde der Betrieb eingestellt.
Im Jahr 1783 wurde ein Längenfeld vermessen. Im darauffolgenden Jahr wurde der Betrieb im Oberstollen erneut aufgenommen. Im Jahr 1785 wurde durch die Bergbehörde ein Abbauverbot ausgesprochen. Im selben Jahr wurde eine Mutung für einen Erbstollen eingelegt. Der Erbstollen wurde im Bereich der Grenze zwischen dem Opel Werk I und der Markstraße angelegt. Er wurde fünf Lachter tiefer als der Oberstollen in nördlicher Richtung aufgefahren. Noch im selben Jahr wurde die Mutung aus dem Jahr 1774 vermessen. Im Jahr 1788 wurde die Auffahrung des Erbstollens eingestellt. Im Jahr 1790 wurde das Erbstollenrecht verliehen. Die Auffahrung des Stollens wurde weiter betrieben und das Grubenfeld wurde ausgerichtet. Im Jahr 1793 wurde die Abbaugenehmigung für den Erbstollen erteilt. Noch im selben Jahr wurde der Betrieb aufgenommen. Im Jahr 1796 wurde im Bereich von Schacht 1 abgebaut. Im Jahr 1800 waren die Schächte 3, 4 und 5 in Betrieb. Im Jahr 1805 waren der Schacht 2, der Schacht 8, der Schacht Friedrich und der Schacht Glückauf in Betrieb. Im Jahr 1810 waren die Schächte Andreas, Ramp und Christian in Betrieb. Im Jahr 1820 war der Schacht Leite in Betrieb. Im Jahr 1822 hatte der Erbstollen mittlerweile eine Länge von 900 Metern erreicht. Die Schächte August und Leite waren in diesem Jahr in Betrieb. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kohlenvorräte oberhalb der Erbstollensohle fast abgebaut. 1825 wurde bereits unter der Stollensohle im Unterwerksbau Abbau betrieben. Im Jahr 1828 wurden drei Längenfelder verliehen. Im Jahr 1830 wurde der Schacht Syberg abgeteuft. Im Jahr 1835 waren der Schacht August und der Schacht Hoffnung in Betrieb.
Der weitere Ausbau Im Jahr 1840 wurde das Grubenfeld weiter ausgerichtet. Das Bergwerk gehörte zu dieser Zeit zum Bergrevier Westlich Witten. Im selben Jahr waren die Schächte Friederica, Wetterschacht und Hoffnung in Betrieb. Südlich vom Schacht Hoffnung wurde ein alter Schacht bis auf das Flöz No. 28 bis zur Stollensohle tiefer geteuft. Der Schacht hatte danach eine Teufe von 13 1/2 Lachtern. Von der Teufe waren die ersten sieben Lachter seiger und die restliche Teufe tonnlägig mit einem Einfallen von 74,8 Gon geteuft worden. Im Jahr 1843 wurde bereits 20 Meter unterhalb der Stollensohle im Unterwerksbau abgebaut. Im Jahr 1846 wurde eine Vereinbarung getroffen, aufgrund derer die Berechtsame der Zeche Isabella durch den Dannenbaum Erbstollen aufgeschlossen werden sollte. Es kam jedoch nicht zur Konsolidierung beider Bergwerke. Im Jahr darauf waren die Schächte August, Hoffnung, Syberg, Wetterschacht, Förderschacht und Versuchsschacht in Betrieb. Es wurde ein Erbstollenquerschlag in südlicher Richtung aufgefahren. Im Jahr 1848 wurde im Feld Isabella mit dem Abbau begonnen, gefördert wurde am Förderschacht Agnes. Um die Bauwürdigkeit der Lagerstätte im Dannenbaumer Nordfeld zu untersuchen, wurden die Schächte Anna und Lina geteuft. Schacht Anna wurde bis auf eine Teufe von zehn Lachter und Schacht Lina bis auf eine Teufe von 4 1/2 Lachter geteuft. Im Jahr 1849 wurde der Abbau im Feld Isabella eingestellt, Grund hierfür waren schlechte Verhältnisse. Im Feld Isabella fanden nur noch Vorrichtungsarbeiten statt. Am 23. Februar desselben Jahres wurden die Geviertfelder Dannenbaum und Schöne Schwester als Beilehn verliehen. Außerdem wurde die Erzberechtsame Elise verliehen. Im Jahr 1851 wurde der Betrieb im gesamten Stollenfeld eingestellt.
Der Übergang zum Tiefbau Im Jahr 1859 wurde mit dem Übergang zum Tiefbau begonnen. Hierfür wurden die Teufarbeiten für den Schacht Schiller begonnen. Der Schacht wurde südlich der heutigen Dannenbaumstraße, neben Schacht Hercules, angesetzt. Der Schacht wurde noch im selben Jahr auf eine Teufe von 13 1/2 Lachter geteuft. Das Karbon wurde bei den Teufarbeiten bereits bei einer Teufe von zehn Metern erreicht. Im Jahr 1861 wurde bei einer Teufe von 74 Metern (+ 46 m NN) die 1. Sohle, als Wettersohle, angesetzt. Noch im selben Jahr wurde im Schacht Schiller mit der Förderung begonnen. Außerdem wurde in diesem Jahr eine Pferdebahn zum Bahnhof Langendreer der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (BME) in Betrieb genommen. Ab 5. Oktober 1862 wurden die Pferde durch Lokomotiven ersetzt. Bereits im Jahr 1862 wurden die Teufarbeiten im Schacht Schiller wieder aufgenommen und der Schacht wurde tiefer geteuft. Grund für diese Maßnahme war das Flöz No. 34. Dieses Flöz, das sich oberhalb der Wettersohle befand, hatte eine geringere Mächtigkeit als zuvor angenommen. Das Bergwerk gehörte zu diesem Zeitpunkt zum Revier Dahlhausen.
Im Jahr 1863 wurde im Schacht Schiller bei einer Teufe von 145 Metern (- 25 m NN) die 2. Sohle als 1. Tiefbausohle, angesetzt. Anschließend wurde bei einer Teufe von 71 Lachtern der Sumpfquerschlag angesetzt. Auf der Wettersohle wurde der südliche Querschlag um 10 1/2 Lachter weiter aufgefahren. Dabei wurde ein Flöz mit einer Mächtigkeit von 21 Zoll überfahren. Der Betrieb, der aus dem nördlichen Querschlag angesetzt worden war, wurde zur Ausrichtung des Flözes Nr. 34 weiter fortgeführt. Das Flöz 34 hatte eine Mächtigkeit von 72 Zoll und wurde noch im selben Jahr erreicht. Außerdem wurde im selben Jahr eine Kokerei in Betrieb genommen. Ab dem Jahr 1865 wurde mit dem Abbau von Kohleneisenstein begonnen. Im selben Jahr wurde die Erlaubnis für die Seilfahrt im Schacht Schiller erteilt. Die Gewerkschaft „Dannenbaum“ wurde 1868 gegründet. Im selben Jahr wurde die Zeche Isabella erworben und zur Zeche Dannenbaum konsolidiert. Im Jahr 1869 wurde am Schacht Schiller eine maschinelle Kohlenseparationsanlage mit Kohlenquetschwerk und Kohlenwäsche in Betrieb genommen. Im selben Jahr wurde der Abbau auf der Isabella-Stollensohle eingestellt. Außerdem wurde mit dem Bau der Ladevorrichtung begonnen. Ebenfalls wurde vom Schacht Schiller die Pferdebahn bis zum Bahnhof Laer der BME verlängert. Im Jahr 1871 wurde mit dem Lokomotivbetrieb begonnen. An ihre Stelle trat 1875 die Anschlussbahn an die Strecke Langendreer – Dahlhausen der BME. Im Jahr 1872 wurde das unverritzte Feld Amatus erworben, das Feld hatte eine Größe von 0,7 km2.
Der weitere Betrieb Im Jahr 1873 wurde die Gewerkschaft Dannenbaum in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen Bergwerks-Gesellschaft Dannenbaum umgewandelt. Im selben Jahr wurde das Teilfeld von Amatus an die Zeche Friederika abgegeben. Der Schacht Schiller wurde umbenannt in Schacht Dannenbaum I. Außerdem wurde mit den Teufarbeiten für den Schacht 2 begonnen. Der Schacht wurde im Feld Amatus südlich der heutigen Paulstraße in Bochum-Wiemelhausen angesetzt. Der Schacht befand sich somit 1,3 Kilometer westlich von Schacht Dannenbaum I. Im Jahr 1874 erreichte der Schacht Dannenbaum II bei einer Teufe von 20 Metern das Karbon. Noch im selben Jahr wurde bei einer Teufe von 53 Metern (+ 69 m NN) die 1. Sohle angesetzt. Bei einer Teufe von 132 Metern (- 11 m NN) erfolgte der Durchschlag mit der 2. Sohle. Im Jahr 1875 wurden am Schacht Dannenbaum I die Teufarbeiten wieder aufgenommen und der Schacht wurde tiefer geteuft. Bei einer Teufe von 228 Metern (- 108 m NN) wurde die 3. Sohle angesetzt. Im Oktober desselben Jahres wurde am Schacht 2 die Förderung aufgenommen. Im Jahr darauf wurde am Schacht 2 eine Kokerei in Betrieb genommen. Im Jahr 1878 wurden am Schacht 2 die Teufarbeiten wieder aufgenommen und der Schacht wurde tiefer geteuft. Bedingt durch die schwere Wirtschaftskrise im Ruhrbergbau beschlossen die Aktionäre im selben Jahr, die Bergwerks-Gesellschaft Dannenbaum in eine tausendteilige Gewerkschaft neuen Rechtes umzuwandeln. Dadurch war es nun wieder möglich, durch Zubußen an fehlendes Kapital für Betriebsmittel zu kommen.
Im Jahr 1879 wurde im Schacht 2 bei einer Teufe von 218 Metern (- 97 m NN) die 3. Sohle angesetzt. Außerdem wurde ein Durchschlag mit Schacht I erstellt. Im Jahr 1880 soffen an Schacht I die Grubenbaue auf der 3. Sohle ab und mussten anschließend gesümpft werden. Im Jahr 1882 soffen die Grubenbaue ein weiteres Mal ab und wurden erneut gesümpft. Im Jahr darauf wurden die Teufarbeiten an Schacht I wieder aufgenommen und der Schacht wurde tiefer geteuft. Im Jahr 1884 wurde bei einer Teufe von 348 Metern (- 228 m NN) die 4. Sohle angesetzt. Im Jahr 1885 wurden die Teufarbeiten an Schacht 2 wieder aufgenommen und der Schacht wurde tiefer geteuft. Im Jahr darauf wurde im Schacht 2 bei einer Teufe von 334 Metern (- 212 m NN) die 4. Sohle angesetzt und ein Durchschlag zur Zeche Friederika erstellt. Im Jahr 1887 wurde auf der 4. Sohle ein Durchschlag zwischen dem Baufeld Dannenbaum I und Dannenbaum II erstellt. Im Jahr 1888 wurde unter Tage neben Schacht I ein Wetterschacht von der 3. Sohle zur 4. Sohle abgeteuft. Im Jahr 1889 wurde auf dem Baufeld Dannenbaum I mit den Teufarbeiten für einen weiteren Schacht begonnen. Bei diesem Schacht handelte es sich um den bereits vorher von der 3. Sohle geteuften Wetterschacht. Der Schacht wurde von über Tage geteuft und von der 4. Sohle tiefer geteuft. Der Schacht erhielt den Namen Schacht Hugo. Im selben Jahr wurde die Zeche Friederika übernommen und Friederika 1 wurde umbenannt in Dannenbaum III. Friederika 2 wurde umbenannt in Dannenbaum IV. Die Zeche blieb aber zunächst noch eigenständig in Betrieb. Nachdem die Wirtschaftskrise im Ruhrbergbau weitgehend überstanden war, wurde die tausendteilige Gewerkschaft noch im selben Jahr wieder in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen Aktiengesellschaft Zeche Dannenbaum zurückgewandelt.
Die Zeit nach der Wirtschaftskrise