Die Liste der Stolpersteine in Regensburg enthält die Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunstprojekts von Gunter Demnig in Regensburg verlegt wurden. Mit ihnen soll Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Regensburg lebten und wirkten.

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Liste der Stolpersteine Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen des Opfers.

Innenstadt

Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben links|120x120px|alt=16px|verweis=d:Q134931380 HIER WOHNTESTELLA ALEXANDERGEB. HAMMERJG. 1904DEPORTIERT 1942PIASKIERMORDET D.-Martin-Luther-Straße 7 , geborene Hammer, kam am 27. Dezember 1904 in München zur Welt. Ihre Eltern waren die Herrenkonfektionskaufleute Joachim Hammer und Berta, geborene Herl. Ihre Mutter wurde 1878 in Rzeszów geboren, damals zum Habsburgerreich gehörend, und wurde 1924 in Bayern eingebürgert. Stella Hammer hatte eine etwas ältere Schwester, Sabine, geboren 1903. Ihr Vater führte zwei Geschäfte in Regensburg. Stella Hammer heiratete den Textilkaufmann Alfred Alexander. Im Familienbogen sind zwei Totgeburten in den Jahren 1930 und 1933 verzeichnet. Der Vater starb 1937, die Ehe ihrer Schwester wurde geschieden. Beide Töchter zogen zur verwitweten Mutter in die väterliche Wohnung im Haus Dr.-Martin-Luther-Straße 7. Mitte März 1942 wurde den drei Frauen auf Merkzetteln die Deportation in den Osten angekündigt. Ihnen wurde eine neue Wohnung versprochen und dass sie dort unbehelligt leben und arbeiten könnten. Die Wohnung in Regensburg musste geräumt und gereinigt übergeben werden, die Schlüssel waren zu hinterlegen und die Lebensmittelkarten abzugeben. In der Nacht vom 1. auf den 2. April 1942, einem Gründonnerstag, wurden Stella Alexander, ihre Mutter und ihre Schwester abgeholt. Mit 106 weiteren Männern, Frauen und Kindern mussten sie vor der 1938 zerstörten Synagoge in der Schäffnerstraße Aufstellung nehmen. Pro Person war nur ein Koffer, ein Rucksack und eine Bettrolle zugelassen. Die Fahrkarte für die Deportation mussten die Zwangsdelogierten selbst bezahlen. Der Zug brachte sie nach Piaski, eine kleine polnische Stadt nahe Lublin, hier war im Schtetl ein Ghetto, das erste Ghetto Polens, eingerichtet worden. Dort kamen Stella Alexander, ihre Mutter und ihre Schwester ums Leben.Stolpersteine Guide: Stella Alexander, abgerufen am 1. August 2021Stolpersteine Regensburg: Lebensspuren Berta Hammer, Sabine Hirsch und Stella Alexander, abgerufen am 1. August 2021AbeBooks: 4 Reklamemarken Herren- und Knaben- Bekleidungs-Haus Zum Propheten Regensburg Ostengasse., abgerufen am 1. August 2021

Auch für ihre Mutter und ihre Schwester, Berta Hammer und Sabine Hirsch, wurden am selben Ort Stolpersteine verlegt. 120px HIER WOHNTELUDWIG BÄRJG. 1879DEPORTIERT 1942PIASKIERMORDET Haidplatz 7 , auch Loui, wurde am 2. April 1879 in Roth geboren. Er wurde Buchhalter und heiratete die Bankbeamtin Mathilde Katz, geboren 1883 in Landenhausen. Das Ehepaar lebte am Haidplatz 7. Bär wurde während der Reichspogromnacht verhaftet und vom 10. Dezember 1938 bis 20. November 1938 im KZ Dachau inhaftiert. Am 2. April 1942 wurde er zusammen mit seiner Ehefrau nach Piaski, einem sogenannten Schtetl, im besetzten Polen deportiert. Dort war das erste Ghetto auf polnischem Boden errichtet worden. Ludwig Bär und seine Frau wurden dort oder in einem der Vernichtungslager im Osten ermordet.Stolpersteine Regensburg: Haidplatz 7, abgerufen am 1. August 2021

Vor demselben Haus wurden auch Stolpersteine für Lina Freund, Julius Jacob, Sara Kapp und seine Ehefrau verlegt. 120px HIER WOHNTEMATHILDE BÄRGEB. KATZJG. 1883DEPORTIERT 1942PIASKIERMORDET , geborene Katz, wurde am 2. Februar 1883 im mittelhessischen Landenhausen geboren. Sie wurde Bankbeamtin und heiratete den Buchhalter Ludwig Bär, geboren 1879 in Roth. Das Ehepaar lebte am Haidplatz 7. Am 2. April 1942 wurden Mathilde Bär und ihr Ehemann nach Piaski deportiert, ein Schtetl im besetzten Polen, in dem sich das erste Ghetto des Landes befand. Mathilde Bär und ihr Ehemann wurden dort oder in einem der Vernichtungslager im Osten ermordet.

Vor demselben Haus wurden auch Stolpersteine für Lina Freund, Julius Jacob, Sara Kapp und ihren Ehemann verlegt. 120px|alt= HIER WOHNTESOFIE BAUERGEB. WEIGERTJG. 1898EINGEWIESEN 1926HEILANSTALT KARTHAUS-PRÜLL'VERLEGT' 2.5.1941HARTHEIMERMORDET 2.5.1941'AKTION T4' Lederergasse 16 , geborene Weigert, wurde am 11. September 1898 in Stadtamhof geboren. Sie war die älteste Tochter des Bahnarbeiters Xaver Weigert und dessen Frau Walburga, geborene Freu. Sie hatte vier weitere Schwestern. Sophie Weigert wurde Näherin und heiratete am 8. Juli 1922 den Bahnschlosser und Tanzlehrer Johann Bauer. Etwas mehr als 12 Monate später wurde im Juli 1923 die gemeinsame Tochter Johanna geboren. Die Ehe verlief unglücklich, ihr Ehemann brachte das Geld durch und hatte ein Verhältnis mit der Sophie Bauers vermeintlichen besten Freundin. Da das Geld nie reichte, litt Bauer unter Entbehrungen. Nach dem gewaltsamen Tod einer ihrer Schwestern wurde sie 1926 stationär im Krankenhaus Greflinger Straße aufgenommen, vermutlich hatte sie einen Suizidversuch begangen. Im Juli 1926 wurde sie in die Regensburger Heilanstalt Karthaus-Prüll überstellt. Hier verblieb sie die nächsten 15 Jahre, ihr Mann wurde mehrfach aufgefordert, Unterhalt zu leisten, er tat dies aber nie, am 31. Januar 1931 wurde die Ehe geschieden und Sophie Bauer wurde entmündigt. Ihre Tochter Johanna Bauer hatte bis 1931 bei den Eltern von Johann Bauer gelebt, nachdem dieser seine Geliebte geheiratet hatte, holte er seine Tochter gewaltsam zu sich. Er soll dabei auf seinen Vater geschossen haben. Sophie Bauer verbrachte die meiste Zeit starr im Bett und musste künstlich ernährt werden, unterbrochen durch kurze Phasen von Aktivität, in denen sie selber Nahrung zu sich nahm, sich am Geschehen beteiligte und strickte. Im April 1937 wurde sie als „psychisch weitgehendst abgebaute“ Patientin bezeichnet. Der letzte Eintrag in ihrem Krankenakt behauptet, sie sei am 2. Mai 1941 „ungeheilt entlassen“ worden. Sophie Bauer wurde an diesem Tag in die Tötungsanstalt Hartheim bei Linz überstellt und vermutlich am selben Tag vergast. Ihre Familie erfuhr nie, was mit ihr passierte, offiziell wurde ihr Todesdatum mit dem 15. Mai 1941 angegeben, und sie sei an einer „akuten Gehirnschwellung“ gestorben.Sofie Emilie Walburga Bauer, geb. Weigert in: „Wohin bringt ihr uns?“ Der Massenmord an psychisch kranken und geistig und körperlich behinderten Menschen im Nationalsozialismus

Ihre Tochter Johanna erfuhr erst 2010, als sie selbst schon 87 Jahre alt war, vom Schicksal ihrer Mutter. 120px|alt=16px|verweis=d:Q134931384 HIER WOHNTEBABETTE BECHERJG. 1870EINGEWIESEN 1932HEILANSTALT KARTHAUS-PRÜLL'VERLEGT' 6.6.1941HARTHEIMERMORDET 6.6.1941'AKTION T4' Zandtengasse 2 wurde am 10. April 1870 geboren. Sie wurde 1932 in die Heilanstalt Karthaus-Prüll eingewiesen. Am 6. Juni 1941 wurde sie offiziell nach Schloss Hartheim nahe Linz „verlegt“. Sie wurde dort noch am selben Tage vom NS-Regime ermordet.Bundesarchiv: Namen von Opfern der NS-"Euthanasie", zu denen im Bundesarchiv-Bestand R 179 Patientenakten vorliegen, abgerufen am 1. August 2021