Die DHL AG§ 1 der Satzung der DHL AG. mit Sitz in Bonn ist ein börsennotiertes Logistik- und Postunternehmen, das am 1. Januar 1995 aus der Deutschen Bundespost hervorging.

Seit dem 1. Juli 2023 tritt der Konzern unter dem Namen DHL Group auf. Das internationale Logistik- und das deutsche Paketgeschäft wird unter der Marke DHL geführt, das deutsche Postgeschäft noch unter „Deutsche Post“ und unverändertem Posthorn. Dieser Name wurde am 1. September 2026 durch „DHL AG“ ersetzt und im Handelsregister eingetragen. Zum 1. Juli 2023 führte die Deutsche Post AG auch ein neues Börsenkürzel ein (DHL statt DPW).Umbenennung ist offiziell: Die Namen der Deutschen Post. In: Kleine Zeitung vom 4. Juli 2023, S. 23.

Das deutsche Post- und Paketgeschäft wird seit der Eintragung im Handelsregister am 1. September 2026 unter dem Namen Deutsche Post AG geführt und agiert als 100-prozentige Tochtergesellschaft der börsennotierten Konzernmuttergesellschaft DHL AG.

Geschichte

Die Deutsche Post AG entstand in den Jahren 1989 bis 1995 durch Privatisierung der Behörde Deutsche Bundespost – Postdienst („gelbe Post“). Gleichzeitig entstand aus dem Bereich „Fernmeldedienst“ („graue Post“) die Deutsche Telekom sowie aus dem Bereich Postbank („blaue Post“) die Postbank. Das Bundesministerium für Post und Telekommunikation blieb zunächst weiterhin für die hoheitlichen Aufgaben im Postwesen zuständig. Später übernahm die neu geschaffene Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post die Aufgaben der Mittelbehörden. Dazu zählt unter anderem die Überwachung der Einhaltung der wettbewerbsregulierenden Vorschriften im Bereich der Post-Dienstleistungen. Für beamten- und versorgungsrechtliche Aufgaben der bei den Unternehmen verbliebenen Postbeamten wurde die Bundesanstalt für Post und Telekommunikation gegründet.

mini|Post Tower, Konzernzentrale der DHL AG in Bonn mini|Post Tower aus der Vogelperspektive mini|Logo der Deutschen Post AG bis 2009 mini|Logo der Deutsche Post DHL Group bis 30. Juni 2023

Das Unternehmen wurde von 1990 bis 2008 von Klaus Zumwinkel geführt. Er bot am 15. Februar 2008 nach öffentlichen Druck seinen Rücktritt an, nachdem kurz zuvor Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung gegen ihn öffentlich wurden.Justiz wirft Zumwinkel Millionen-Betrug vor handelsblatt.com, 14. Februar 2008

Seit 1998 fördert die Deutsche Post über die hauseigene Post-Stiftung das Institut zur Zukunft der Arbeit mit umfangreichem Wissenschaftssponsoring. Im Jahr 2000 wurde der Grundstein des Bonner Post Towers gelegt, der seit 2002 als Konzernzentrale dient. Mit Umstrukturierungen und Akquisitionen wurde das Unternehmen wettbewerbsfähig und börsenfähig gemacht und auf die Privatisierung vorbereitet; im November 2000 wurde die Deutsche Post erfolgreich an die Börse gebracht. Bei Börsenplatzierung wurden auch privaten Anlegern außerhalb Deutschlands Aktien zu gleichen Bedingungen angeboten.

2002 wurde der Paket- und Brief-Express-Dienst DHL Worldwide Express (Begriff aus den Nachnamen der Gründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn) übernommen und seitdem als Geschäftszweig für Logistik ausgebaut.Die Geschichte von Deutsche Post DHL Group, abgerufen am 15. Oktober 2018 Dabei wurde der bisherige Paketdienst der Deutschen Post in Deutschland unter der Marke „DHL“ weitergeführt. Seit 2006 betreibt der Konzern in Troisdorf bei Bonn das Forschungs- und Entwicklungszentrum „DHL Innovation Center“, das Geschäftskunden zur Information über Technologien wie RFID, Geodaten- und GPS-Anwendungen zur Verfügung steht.

Das Postgesetz hatte der Deutschen Post bis zum 31. Dezember 2007 eine Reihe von befristeten Exklusivrechten zugestanden, es wurden dafür im Gegenzug Universaldienstleistungspflichten verlangt. Seit dem 1. Januar 2008 hat die Post keine Exklusivlizenzen mehr, auf dem deutschen Postmarkt herrscht seitdem theoretisch ein freier Wettbewerb. Die vollständige Liberalisierung des Postmarktes in Europa erfolgte am 1. Januar 2013. Das Unternehmen arbeitet daher daran, seinen Auslandsanteil am Umsatz kontinuierlich zu steigern.

Im Dezember 2013 erhielt DHL erhöhte Medienaufmerksamkeit mit dem Projekt „Paketkopter“, bei dem das Unternehmen die Zustellung von Medikamenten mit einem ferngelenkten Fluggerät testete. Mit einem Quadrocopter wurde ein Paket von einer Apotheke zur DHL-Konzernzentrale in Bonn über den Rhein geflogen. Es handelte sich um einen Testflug, ohne konkrete Pläne für einen Einsatz bei der regulären Paketzustellung.Tagesschau, 9. Dezember 2013 (ab 22:15 min). Zwischen September und Mitte Dezember 2014 gab es einen längeren Testbetrieb des Paketkopters mit knapp 40 Flügen zur Insel Juist, der von DHL als erfolgreich bewertet wurde.Paketdrohne für Juist macht Winterpause. NDR.de, 19. Januar 2015. Im August 2021 teilte DHL mit, dass die Entwicklung des Paketkopters eingestellt wurde.Tilman Wittenhorst: DHL hat Entwicklung der Zustelldrohne „Paketkopter“ eingestellt. In: heise online, 8. August 2021, abgerufen am 22. Juli 2023.

Im März 2025 kündigte DHL an, rund 8.000 Arbeitsplätze im nationalen Brief- und Paketgeschäft abzubauen, welches bis Juli 2025 vollzogen wurde.Stellenabbau bei DHL schneller abgeschlossen als erwartet, Paketda.de, 3. August 2025.

Auf der Hauptversammlung vom 5. Mai 2026 in Bonn stimmten die Aktionäre mit einer Mehrheit von 99,95 % für die Umfirmierung von Deutsche Post AG in DHL AG sowie für die Ausgliederung von Post & Paket Deutschland in eine eigenständige, nicht börsennotierte Tochtergesellschaft (Deutsche Post AG).

Die rechtliche Wirksamkeit trat mit der Eintragung im Handelsregister am 1. September 2026 ein. Die Gewerkschaft ver.di sicherte den Schutz der Arbeitsplätze und der bestehenden Tarifverträge der über 180.000 betroffenen Beschäftigten.

Börse, Privatisierung und Aktionärsstruktur mini|Muster einer Stückaktie der Deutschen Post AG Die Privatisierung der Deutschen Post erfolgte ab Ende 1999; im Vorgriff auf den Börsengang hatte der Bund im Dezember 1999 50 % des Grundkapitals im Wege eines sogenannten Platzhaltergeschäfts an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) veräußert. Im Lauf der Jahre wurden auch die übrigen Bundesanteile vollständig an die KfW übertragen. Beim Börsengang (IPO) im November 2000 platzierten Bund und KfW rund 29 % des Kapitals der Deutschen Post aus dem Bestand der KfW und konnten dabei einen Emissionserlös von rund 6,6 Mrd. € erzielen. Seit dem IPO wurden die Anteile des Bundes und der KfW an der Deutschen Post schrittweise weiter reduziert:Bundesfinanzministerium: Bedeutendste Beteiligungen des Bundes: Deutsche Post, abgerufen am 19. Juli 2020

In den Jahren 2001/2002 erhöhte sich der Anteil der frei gehandelten Aktien im Rahmen einer Akquisition der DHL durch die Deutsche Post AG sowie durch die Ausgabe von Bonusaktien an bezugsberechtigte Kleinaktionäre.

Mit einem zweiten Platzhaltergeschäft veräußerte der Bund im November 2003 rund 30 % der Aktien der Deutschen Post an die KfW. Im Dezember 2003 wurden von der KfW ca. 5,7 % der Aktien an institutionelle Investoren verkauft und eine Umtauschanleihe mit einem Volumen von 1,15 Mrd. €, wandelbar in Aktien der Deutschen Post, begeben. Im November 2004 veräußerte die KfW erneut rund 6,6 % der Aktien des Unternehmens am Kapitalmarkt an institutionelle Anleger. Im Januar 2005 verkaufte der Bund weitere rund 13 % der Aktien der Deutschen Post an die KfW. Anfang 2005 platzierte die KfW eine Umtauschanleihe über 1,1 Mrd. € auf dem japanischen Markt (sog. Uridashi). Käufer waren Privatanleger. Im Juni 2005 verkaufte die KfW weitere 11,4 % der Aktien der Deutschen Post am Kapitalmarkt. Durch diese Transaktion sank der von Bund und KfW gehaltene Anteil unter 50 %. Im Juli 2005 verkaufte der Bund die restlichen 7,3 % der Aktien der Deutschen Post im Rahmen eines weiteren Platzhaltergeschäftes an die KfW. Der Bund besitzt damit direkt keine Anteile mehr an der Deutschen Post. Im Juli 2006 verkaufte die KfW weitere 6,1 % der Aktien der Deutschen Post an institutionelle Investoren. Durch die fast vollständige Ausübung der im Dezember 2003 begebenen Umtauschanleihe verringerte sich im Januar 2007 der KfW-Anteil an der Deutschen Post um weitere 4,6 %. Im Juli 2009 platzierte die KfW eine Umtauschanleihe über 750 Mio. € mit einer Laufzeit von 5 Jahren und einem Volumen von 4,5 % der Aktien. Im September 2012 verkaufte die KfW weitere 5,0 % der Aktien im Wege an institutionelle Investoren. Ihr Anteil am Unternehmen sank dadurch auf 25,5 %. In 2013 reduzierte sich durch den Umtausch der Anleihe aus dem Jahr 2009 der Anteil der KfW am Unternehmen auf 21,0 %. Am 6. Februar 2024 wurden weitere 50 Mio. Aktien (4,035 %) aus dem Bestand der KfW an institutionelle Investoren verkauft, um Mittel für die Sanierung der bundeseigenen Deutsche Bahn AG zu generieren. Der Bundesanteil an der Deutschen Post sank dadurch auf 16,84 %. Das Kapital der Gesellschaft ist aufgeteilt in rund 1,15 Milliarden Namensaktien.

Anteil(in Prozent) AnteilseignerStand: 31. Dezember 202579,6 %Streubesitz 17,7 %Bundesrepublik Deutschland über die Kreditanstalt für Wiederaufbau2,7 %Deutsche Post AG (Eigene Aktien)

Die Deutsche Post ist seit 2000 im DAX vertreten. 2013 zog die Deutsche Post in den EURO STOXX 50 ein.EuroStoxx-Aufstieg beflügelt Post-Aktie. In: Wirtschaftswoche, 2. September 2013.

Konzernstruktur Die Deutsche Post wuchs seit ihrer Privatisierung vor allem durch Unternehmenskäufe (darunter etwa DHL, Danzas oder Exel) zu einem großen Logistikkonzern. Der Konzern teilt sich in die folgenden operativen Unternehmensbereiche: Post und Paket Deutschland eCommerce Express Global Forwarding, Freight Supply Chain Das sogenannte Corporate Center übt die Konzernführungsaufgaben aus.Website Deutsche Post DHL

Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland Der Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland ist für das Brief- und Paketgeschäft auf dem deutschen Heimatmarkt zuständig. Seit dem 1. September 2026 firmiert der Bereich als eigenständige, nicht börsennotierte Tochtergesellschaft Deutsche Post AG.

Post & Paket Deutschland beschäftigt rund 182.000 Mitarbeiter (2025) und bietet Paket- und Postservices an, darunter Brief-Services für Privat- und Geschäftskunden sowie Dienstleistungen für werbliche Kundenkommunikation.

An jedem Werktag stellen sie durchschnittlich rund 39 Millionen Briefe und 7,5 Millionen Pakete zu. 81 Briefzentren und 38 Paketzentren bilden ein deutschlandweites Netz, in dem auch abgelegene Wohnorte wie die nordfriesischen Halligen bedient werden.

Das Filialnetz besteht aus rund 41.000 Annahme- und Verkaufsstellen, darunter Filialen und Verkaufspunkten sowie Post- und Packstationen. Die meisten der Filialen werden als fremdbetriebene Agenturen geführt, nur 933 Filialen befanden sich 2020 im Eigenbetrieb der Deutschen Post. Daher können bei einzelnen Agenturen keine Gesamtleistungen mehr eingefordert werden. Zur Steuerung des Filialsystems gibt es zuständige Gebietsleitungen, die die Agenturen anwerben und fachlich betreuen. Nach der Ausgliederung der Postbank wurde der Renten-Service aus dem früheren Unternehmensbereich Finanzdienstleistungen in den Unternehmensbereich Post – eCommerce – Parcel verlagert. 2019 wurde dieser Bereich auf die Segmente Post & Paket Deutschland und DHL eCommerce aufgeteilt.

Die Niederlassung Philatelie (Sammlerbriefmarken) der Deutschen Post hat ihren Sitz in Weiden (Oberpfalz).philatelie.deutschepost.de Postphilatelie in Weiden

Express mini|Logo der DHL Der Unternehmensbereich EXPRESS befördert weltweit Express- und Kuriersendungen. EXPRESS beschäftigt Angaben der Deutschen Post AG zufolge rund 120.000 Mitarbeiter. Das weltweite Netz bestehe aus rund 111.800 Servicepoints in 220 Ländern und Territorien. Der Unternehmensbereich verfüge über eine Flotte von mehr als 320 Flugzeugen.

Global Forwarding, Freight miniatur|Stückgut-Lkw von DHL Freight