Das Leben des Brian (Originaltitel: ) ist eine Film-Komödie der britischen Komikergruppe Monty Python aus dem Jahr 1979. Der naive und unauffällige Brian, zur selben Zeit wie Jesus geboren, wird durch Missverständnisse gegen seinen Willen als Messias verehrt. Weil er sich gegen die römischen Besatzer engagiert, findet er schließlich in einer Massenkreuzigung sein Ende.

Die Satire zielt auf den Dogmatismus religiöser und politischer Gruppen. Insbesondere christliche, aber auch jüdische Vereinigungen reagierten mit scharfen Protesten auf die Veröffentlichung. Die folgenden Aufführungsboykotte und -verbote in Ländern wie den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich oder Norwegen fachten die Kontroverse um Meinungsfreiheit und Blasphemie weiter an.

Obwohl der Vorwurf der Blasphemie von praktisch allen Seiten entkräftet wurde, ist die Satire nach wie vor bei Christen umstritten und gilt aufgrund ihrer rezeptionsgeschichtlichen Bedeutung als Paradebeispiel für die Reibungspunkte zwischen künstlerischer Meinungsfreiheit und Religionstoleranz. Filmkritiker und die Pythons selbst bezeichnen Das Leben des Brian aufgrund seiner kohärenten Geschichte und intellektuellen Substanz als das reifste Werk der Komikergruppe. Zahlreiche Umfragen bestätigen den anhaltenden Erfolg beim Publikum. Das Abschlusslied wurde weit über den Filmkontext hinaus bekannt.

Das British Film Institute wählte Das Leben des Brian auf Platz 28 der besten britischen Filme aller Zeiten. Daneben rangiert er auf Platz 2 der Liste der 100 besten britischen Filme, die das Magazin Empire 2016 veröffentlichte.

Bei der Umsetzung der Film-Idee kam es zu Finanzierungsschwierigkeiten, die nur durch die Hilfe des Ex-Beatle George Harrison gelöst werden konnten.Life Of Brian 1979 Debate - complete

Handlung Brian ist der uneheliche Sohn der Jüdin Mandy Cohen und des römischen Centurio Nixus Minimax. Er wird in der gleichen Nacht geboren wie Jesus, im direkt benachbarten Stall. Unter seiner herrischen Mutter wächst er zu einem unauffälligen jungen Mann heran und verliebt sich in die idealistische Judith, die sich in der jüdischen Widerstandsgruppe „Volksfront von Judäa“ gegen die römischen Besatzer engagiert.

Um Judith nahe zu sein, tritt Brian der Gruppe bei und beteiligt sich an deren Einbruch in den Palast von Pontius Pilatus. Sie wollen Pilatus’ Frau entführen und so das römische Imperium zu Fall bringen. Der Versuch scheitert jedoch, weil Mitglieder der „Kampagne für ein freies Galiläa“, eine der vielen anderen verfeindeten Widerstandsgruppen, zur selben Zeit im Palast auftauchen und ebenfalls Pilatus’ Frau entführen wollen. Es kommt zum Kampf, alle Beteiligten sterben bis auf Brian, der verhaftet und vor Pilatus gebracht wird. Im Verlauf des Verhörs bekommt die Palastgarde wegen der Namen von Pilatus’ Freunden einen Lachanfall, was Brian zur Flucht ausnutzen kann.

Auf seiner wilden Flucht stürzt er von einem Turm, wird aber von einem vorbeifliegenden Alienschiff aufgefangen, das kurz darauf an derselben Stelle abstürzt. Brian steigt unverletzt aus dem Wrack. Nach einem weiteren Sturz findet er sich auf einem der vielen Rednerpodeste neben dem belebten Marktplatz wieder. Um nicht aufzufallen, versucht Brian, es den zahlreichen Propheten auf den anderen Podesten gleichzutun. Sein unbeholfenes Gestotter weckt umso mehr Interesse bei den Zuhörern. Als die Soldaten, die ihm nach wie vor auf den Fersen sind, endlich abziehen, macht Brian sich aus dem Staub, doch seine Zuhörer folgen ihm. Sie interpretieren jedes Missgeschick und jede Banalität als ein „Zeichen“ bzw. von Brian vollbrachtes Wunder und erklären ihn zu ihrem Messias. Er wird sie erst los, als sie einen Eremiten als vermeintlichen Ketzer fortschleppen, um ihn hinzurichten.

Die folgende Nacht verbringt er mit Judith, die seine Gefühle inzwischen zu erwidern scheint. Als er am nächsten Morgen aus dem Fenster blickt, ist der Platz davor mit seinen Jüngern überfüllt, die auf weitere Heilsbotschaften warten. Brian und seine Mutter versuchen erfolglos, sie wegzuschicken. Er wird von den Römern entdeckt, erneut verhaftet und zum Tod am Kreuz verurteilt. Die kurz darauf durch Volksentscheid erfolgte Begnadigung schlägt fehl, weil ein anderer sich im Scherz als Brian ausgibt und freigelassen wird. Anstatt einen Befreiungsversuch zu unternehmen, beglückwünschen Judith und die anderen Mitglieder der „Volksfront von Judäa“ ihn zu seinem selbstlosen Martyrium. Zudem wird Brian am Kreuz von seiner Mutter und einem Suizidkommando der „Judäischen Volksfront“ aufgesucht. Ein gut gelaunter Mitgekreuzigter stimmt schließlich das Lied Always Look on the Bright Side of Life an und alle singen mit, am Ende auch Brian.

Produktionsgeschichte Drehbuchentwicklung Die Mitglieder der Komikergruppe Monty Python trafen sich anlässlich einer Werbetour für ihren Film Die Ritter der Kokosnuß Anfang 1976 in Amsterdam. In einer Bar machten Eric Idle und Terry Gilliam Scherze über Jesus, der als gelernter Schreiner ans Kreuz genagelt wurde.Hewison, Monty Python: The Case Against, S 59. Schon bei der Premiere jenes Films in New York hatte Idle eine Idee für ein neues Projekt: Jesus Christus – Gier nach Ruhm. Das provokante Thema schien den Pythons, die zu diesem Zeitpunkt bereits ihre Solo-Karrieren vorantrieben, vielversprechend genug, um sich wieder zusammenzufinden. Auch der überraschende kommerzielle Erfolg von Die Ritter der Kokosnuß wirkte motivierend auf die Gruppe.Michael Palins Kommentar auf der Ultimate Edition-DVD, Kapitel 1.

Seit der Zusammenarbeit an hatten sich feste Autorenteams etabliert: Michael Palin entwarf seine Sketche meist mit Terry Jones, John Cleese arbeitete mit Graham Chapman, während Eric Idle und Terry Gilliam die beiden Einzelgänger der Gruppe waren. Bei den ersten Autorentreffen Ende 1976 lasen sich die Pythons willkürlich zum Thema geschriebene Szenen vor, dann entschied die Gruppe, was sie mochte und was nicht.John Cleese’ Kommentar auf der Ultimate-Edition-DVD, Kapitel 1. Die Pythons entwickelten bald die Idee eines vergessenen, ungeschickten 13. Apostels mit Namen Brian, der zu allen göttlichen Ereignissen zu spät kommt. Doch über Jesus selbst konnten und wollten die Pythons aus Respekt keine Witze machen, was sich für die Arbeit an der Komödie als hinderlich erwies.

Im Zuge ihrer intensiven Recherchen stießen sie auf die Tatsache, „dass damals in Judäa das Messiasfieber grassierte“, wie Michael Palin berichtete.Michael Palin in Autobiografie der Monty Pythons, S 279. Auf dieser Grundlage kreierten sie eine Figur, die zwar eine zu Jesus parallel verlaufende Lebensgeschichte hatte, aber eindeutig nicht Jesus war. Brian von Nazareth, der fälschlicherweise für einen Messias gehalten wird, etablierte sich als beherrschendes Leitmotiv. Während der weiteren Autorentreffen in kreativer Atmosphäre drängten Gilliam und Jones nach eigener Aussage am meisten darauf, aus den einzelnen Sketchen eine stimmige Geschichte zu machen.Autobiografie der Monty Pythons, S 280. Als schließlich Michael Palin seinen Sketch über einen Pontius Pilatus mit einem Sprachfehler vorlas, war das entscheidende Element für den Film gefunden.

Auch Jesus selbst tauchte wieder im Skript auf: Die Witze entzündeten sich nicht an ihm, sondern richteten sich gegen die Zuhörer der Bergpredigt. Um einen komischen Zugang zur Kreuzigung zu finden, mussten sich die Autoren Terry Jones und Michael Palin auf die damalige Alltäglichkeit dieser Hinrichtungsmethode konzentrieren. „Manchmal wurden 500 bis 600 Leute an einem Tag gekreuzigt. […] Wir spielten mit der Idee, dass es Unfälle gibt und Sachen falsch laufen […]“Michael Palins Kommentar auf der Ultimate-Edition-DVD, Kapitel 28. Die Suche nach einem befriedigenden Schlusspunkt gestaltete sich besonders schwierig. Eric Idles Idee, den Film mit einer leichtfüßigen, musikalischen Gesangseinlage am Kreuz zu beenden, wurde schließlich auch vom skeptischen Terry Jones akzeptiert. Basierend auf dem bisherigen Material entstand jene Szene, in der Brian am Fenster seinen Anhängern zuruft, sie sollen für sich selbst denken. Jones: „In ihr liefen sozusagen die Fäden der Geschichte zusammen.“Terry Jones’ Kommentar auf der Ultimate-Edition-DVD, Kapitel 21.

Als Titel des neuen Films setzte sich neben den Alternativen Brian of Nazareth und Monty Python’s Brian der Vorschlag Monty Python’s Life of Brian durch.

Im Januar 1978 verbrachten die sechs Autoren zwei Wochen in einem Strandhaus auf Barbados, um das Drehbuch zu beenden. Auch die Besetzung wurde fixiert. Jahre später erinnerte sich Michael Palin: „Das Leben des Brian war die letzte gute Gruppenerfahrung, was das Texten betrifft.“Michael Palin in Autobiografie der Monty Pythons, S 284. Weil allen bewusst war, sich auf sensiblem Terrain zu bewegen, brachte Graham Chapman das fertige Drehbuch zu einem ihm bekannten Kanoniker der Königin. Befriedigt nahmen die Pythons zur Kenntnis, dass er es mit Vergnügen und ohne Einwände gelesen hatte.Graham Chapman in Autobiografie der Monty Pythons, S 286f sowie Hewison, Monty Python: The Case Against, S 63.

Vorproduktion Finanzierungsschwierigkeiten mini|Gilt als Retter des Films: Ex-Beatle George Harrison Die Mitglieder von Monty Python arbeiteten am Skript, ohne die Finanzierung geregelt zu haben. Tatsächlich begann sich Barry Spikings, Mitarbeiter von EMI, für das Projekt zu interessieren, als er auf Barbados zufällig auf Eric Idle traf. Wenig später sicherte er John Goldstone, der von den Pythons als ihr Produzent gewählt wurde, die nötigen Geldmittel zu.Hewison, Monty Python: The Case Against, S 64 Doch zwei Tage vor dem geplanten Abflug zu den Dreharbeiten in Tunesien erteilte EMI-Vorstand Bernard Delfont dem Projekt eine Absage: Er hatte das Drehbuch gelesen und empfand es als anstößig.Hewison, Monty Python: The Case Against, S 65 Zu diesem Zeitpunkt war der Produktionsvertrag noch nicht unterzeichnet; Gelder in der Höhe des Budgets von Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft waren aber bereits investiert. Monty Python musste nun einerseits seine Ansprüche auf die bisherigen Ausgaben vor Gericht durchsetzen, die der Gruppe schließlich zugestanden wurden. Die Suche nach einem neuen Produzenten stellte sich als schwierig heraus – wohl weil der Stoff potenziellen Produzenten zu brisant erschien.

Eric Idle berichtete seinem Freund, dem Ex-Beatle George Harrison, von den Schwierigkeiten, die benötigten rund vier Millionen Dollar aufzutreiben. Daraufhin stellte Harrison das Geld aus eigenen Mitteln zur Verfügung: Er gründete mit seinem Geschäftsführer Denis O’Brien HandMade Films, um den Film zu produzieren, „offenbar nur deshalb, weil er den Film sehen wollte“. Hewison, Monty Python: The Case Against, S 65.

Besetzung und Regie mini|Wollte die Hauptrolle: John Cleese.