mini|hochkant=2|Kleinfleck- und Großfleck-Ginsterkatzen-Felle mini|Porträt mit Ginsterkatzenkragen (1620)

Ginsterkatzenfelle wurden als Genetten (Genotten) gehandelt (nicht zu verwechseln mit Genottekatze, eine Bezeichnung für das Fell der Schwärzlingsform der Hauskatze, siehe unter Katzenfell). Zoologisch gehört die Ginsterkatze in die Familie der Zibetkatzen. Im Rauchwarenhandel wurde nicht immer zwischen den einzelnen Zibetfellarten unterschieden, auch andere Arten wurden Anfang des 20. Jahrhunderts als Genetten gehandelt.

Die Ginsterkatze kommt in Europa noch in einigen Gebieten des Mittelmeerraums vor, unter anderem im südlichen Frankreich, auf der Pyrenäen-Halbinsel und in Syrien, zudem in Afrika von Senegambien und Abessinien bis nach Kapland.

Der Körper ist sehr langgestreckt, der Kopf ist klein und spitz zulaufend. Die Ohren sind muschelförmig; die Beine sind für eine Katze recht kurz. Die Kopfrumpflänge beträgt etwa 50 bis 60 Zentimeter, der Schwanz ist 40 bis 50 Zentimeter lang. Die Behaarung ist mittellang, dicht und glatt, aber meist spröde und etwas flach. Die Färbung ist gelblichgrau oder bräunlichgrau mit zumeist vier bis fünf Reihen dunkler, kastanienbrauner oder rotgelber Flecken (Rosetten) längs der Seiten. Auch der Kopf und der Hals sind durch Flecken und Streifen ähnlich gezeichnet. Manche Arten haben eine aufrichtbare Rückenmähne. Der Schweif ist abwechselnd hell und dunkel (weiß bis schwarz) geringelt. In einzelnen Merkmalen weichen manche Unterarten von dieser allgemeinen Beschreibung ab. Einzelheiten über den Haarwechsel scheinen nicht bekannt zu sein. Heinrich Dathe, Paul Schöps, unter Mitarbeit von 11 Fachwissenschaftlern: Pelztieratlas. VEB Gustav Fischer Verlag Jena, 1986, S. 191–192.

Der Haltbarkeitskoeffizient für Bekleidung aus Ginsterkatzenfell wird mit 20 bis 30 Prozent angegeben.Die angegebenen vergleichenden Werte (Koeffizienten) sind das Ergebnis vergleichender Prüfung durch Kürschner und Rauchwarenhändler in Bezug auf den Grad der offenbaren Abnutzung. Die Zahlen sind nicht eindeutig, zu den subjektiven Beobachtungen der Haltbarkeit in der Praxis kommen in jedem Einzelfall Beeinflussungen durch Pelzzurichtung und Pelzveredlung sowie zahlreiche weitere Faktoren hinzu. Eine genauere Angabe könnte nur auf wissenschaftlicher Grundlage ermittelt werden. Die nach praktischer Erfahrung haltbarsten Fellarten wurden auf 100 Prozent gesetzt.Paul Schöps; H. Brauckhoff, Stuttgart; K. Häse, Leipzig, Richard König, Frankfurt/Main; W. Straube-Daiber, Stuttgart: Die Haltbarkeitskoeffizienten der Pelzfelle. In: Das Pelzgewerbe, Jahrgang XV, Neue Folge, 1964, Nr. 2, Hermelin Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin, Frankfurt/Main, Leipzig, Wien, S. 56–58. Bei einer Einteilung der Pelzarten in die Haar-Feinheitsklassen seidig, fein, mittelfein, gröber und hart wird das Ginsterkatzenhaar als mittelfein eingestuft.Paul Schöps, Kurt Häse: Die Feinheit der Behaarung – Die Feinheits-Klassen. In: Das Pelzgewerbe Jg. VI / Neue Folge, 1955 Nr. 2, Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, Leipzig, Berlin, Frankfurt am Main, S. 40 (Anmerkung: fein (teils seidig); mittelfein (teils fein); gröber (mittelfein bis grob)).

Die immer schon, verglichen mit anderen Fellarten, nur in geringer Menge angefallenen Felle wurden vor der Inschutzstellung der Art in der Regel zu Besätzen und Accessoires, bei ausreichend zusammenpassend vorhandenen Fellen zu Jacken, Mänteln und Besätzen sowie zu Decken verarbeitet.Fritz Schmidt: Das Buch von den Pelztieren und Pelzen. F. C. Mayer Verlag, München 1970, S. 143–144.

Die Kleinfleck-Ginsterkatze ist inzwischen als europäische Art nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.

Unterarten Zoologisch werden unterschieden: Die Kleinfleck-Ginsterkatze lebt mit mehreren Unterarten in Spanien, Portugal, in Afrika beiderseits der Sahara sowie im Süden der Arabischen Halbinsel (Jemen und Oman), die Südliche Kleinfleck-Ginsterkatze in Südafrika und Namibia.Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): . In: Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed). Abgerufen am 15. Januar 2015. Mit einer Kopfrumpflänge von etwa 50 Zentimeter und einer Schwanzlänge von etwa 45 Zentimeter ist sie ungefähr so groß wie eine Hauskatze, aber wie alle Ginsterkatzen langgestreckter. Das Fell hat eine graubraune Grundfarbe, auf der in Längsreihen schwarze Flecken angeordnet sind. Der Schwanz ist recht lang, buschig und schwarz gebändert. Die Schnauze ist spitz, die Beine kurz und die Ohren groß. Auf Grund des großen Verbreitungsgebietes und der Häufigkeit der Art wird sie seitens der Weltnaturschutzunion International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) als nicht gefährdet angesehen („Least Concern“).

Die Südliche Großfleck-Ginsterkatze ist im südlichen Afrika (Südafrika und Lesotho) verbreitet. Sie hat auffallend kurze Beine und einen langen Schwanz. Die Kopfrumpflänge beträgt bei Männchen 46 bis 58 Zentimeter und bei Weibchen 42 bis 56 Zentimeter, der Schwanz wird bis zu 46 cm lang. Die Körperoberseite ist gelblich-weiß bis grau gefärbt, die Unterseite grau bis weiß-grau. Auf der Rückenmitte verläuft ein schwarzer Streifen (Aalstrich). An den Körperseiten werden die Streifen zu einem kleiner werdenden, dunklen Fleckenmuster aufgelöst. Der Schwanz weist 7 bis 8 dunkle Ringe auf, die Schwanzspitze ist schwarz. Das Gesicht ist maskenartig gezeichnet. A. P. Jennings & G. Veron (2009): Family Viverridae. In: D. E. Wilson. & R. A. Mittermeier (Hrsg.) Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, Barcelona.G. Mills & L. Hes (1999): Säugetiere des südlichen Afrikas. Eine illustrierte Enzyklopädie. – Könemann, ISBN 3-8290-3610-8. Bedeutsame Gefährdungen sind nicht bekannt. Da zudem ihr Verbreitungsgebiet relativ groß ist, sie relativ häufig zu sein scheint und in Schutzgebieten regelmäßig anzutreffen ist, wird die Südliche Großfleck-Ginsterkatze von IUCN als nicht gefährdet eingestuft („Least Concern“).Genetta maculata in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011.2. Eingestellt von: P. Gaubert, A. Dunham, M. Hoffmann, 2008. Abgerufen am 24. April 2012

Die Pardelgenette kommt vom Senegal über Mali und Burkina Faso bis nach Ghana vor. Sie ist eine kräftig gebaute Ginsterkatze mit kurzem, rauem Fell. Dieses ist oberseits gelblichgrau bis blass oder sandgrau gefärbt. Die breite, dunkle Linie auf der Rückenmitte beginnt hinter den Schultern und reicht bis zur Schwanzwurzel, der viele Katzenarten kennzeichnende Rückenkamm fehlt. Die Rückenflecken sind dunkelbraun oder rötlich, länglich, kantig und von dunklen Ringen begrenzt. Die Flecken der beiden oberen Reihen sind relativ gleichmäßig angeordnet und etwa so breit wie der Aalstrich, nach unten werden die Flecken kleiner und unregelmäßiger. Das Gesicht trägt eine klar abgrenzte dunkle Maske zwischen hellen Zeichnungselementen. Der Schwanz weist 6 bis 7 dunkle Ringe auf, die Schwanzspitze ist hell. Für die Kopfrumpflänge werden 41 bis 55 Zentimeter für männliche Tiere, 41 bis 53 Zentimeter für Weibchen angegeben. Die Schwanzlänge beträgt 39 bis 49 Zentimeter bei Männchen und 42 bis 45 cm bei Weibchen.J. Jennings A.P. & G. Veron (2009): Family Viverridae. In: D. E. Wilson. & R. A. Mittermeier (Hrsg.) Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, Barcelona. Aufgrund der relativ weiten Verbreitung und des Vorkommens in unterschiedlichen Habitaten stuft die IUCN die Pardelgenette als ungefährdet ein („Least Concern“).

mini|hochkant|Ginsterkatzenfell-Umhang im Iziko South African Museum Die Großfleck-Ginsterkatze ähnelt der Südlichen Großfleck-Ginsterkatze. Sie ist in weiten Teilen Afrika südlich der Sahara verbreitet. Männliche Tiere erreichen erreicht eine Länge von 44 bis 52 Zentimeter und weibliche 41 bis 50 Zentimeter. Die Schwanzlänge ist bei beiden Geschlechtern etwa gleich und reicht von 39,5 bis 54 Zentimeter. Die Art hat ein sehr kurzhaariges Fell, das in seiner Färbung stark variieren kann. Die Grundfarbe reicht von blassgelb und sandbraun über rotbraun bis graugelb, der Bauch ist weißgrau bis blassgelb. Der Körper besitzt die für die Ginsterkatzen typische Zeichnung aus dunklen Streifen und Flecken. Die Flecken sind schwarz bis dunkel-rotbraun und variieren in ihrer Größe und Form, sie gehen in der Regel nicht ineinander über. Die Nackenstreifen sind gut ausgebildet und die von der Schulter bis zum Schwanzansatz durchgehende Mittellinie entlang der Wirbelsäule entspricht in ihrer Färbung der Fleckenfarbe. Die Haare an der Linie sind kurz und bilden keinen Rückenkamm entlang der Wirbelsäule. Der Schwanz ist geringelt gemustert mit sieben bis neun hellen und dunklen Ringen, wobei der Anteil der hellen Ringe etwa 50 bis 75 Prozent der Breite der dunklen Ringe ausmacht. Die Schwanzspitze ist dunkel. Die Hinter- und Vorderbeine sind deutlich gefleckt, der hintere Bereich der Hinterpfoten ist mit dichtem dunklen Haar bedeckt. Das Gesicht ist ebenfalls deutlich gezeichnet. Es besitzt eine gut ausgebildete, dunkle Maske und eine dunkle Linie im Bereich der Schnauze sowie weiße Flecken unterhalb und oberhalb der Augen. Aufgrund des großen Verbreitungsgebietes, des Vorkommens in unterschiedlichen Lebensräumen und derzeit fehlender ernsthafter Gefährdungen stuft die IUCN die Art als nicht gefährdet ein („Least Concern“).

Die Riesenginsterkatze lebt im Osten der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda. Sie ist eine große Ginsterkatze mit einer Kopfrumpflänge von 55 bis 60 Zentimeter, einer Schwanzlänge von 41,5 bis 49 Zentimeter. Die Grundfarbe des Fells ist oberseits gelblich bis ocker-weiß, unterseits blasser. Die Art ist an den Flanken und am Rücken dicht schwarz getüpfelt. Das Fell hat eine dunkle Rückenlinie, deren Haare einen Rückenkamm bilden, sowie ein Paar breite Nackenstreifen. Das Gesicht ist durch eine schwarze Maske und zwei weiße Augenflecken gekennzeichnet. Der Schwanz ist geringelt, wobei die breiten schwarzen Ringe jeweils von einem der insgesamt etwa sechs schmaleren, blassen Ringe unterbrochen werden. Die Breite der blassen Ringe beträgt in der Mitte des Schwanzes weniger als 20 Prozent der dunklen Ringe. Die Schwanzspitze ist schwarz, die Beine sind dunkelbraun. Die Geschlechter unterscheiden sich kaum in Größe und Färbung.P. Jennings, G. Veron: Family Viverridae (Civets, Genet and Oyans). In: Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, 2009, ISBN 978-84-96553-49-1, (S. 224). Die Riesenginsterkatze wird von der IUCN als ungefährdet eingestuft („Least Concern“).

Die Serval-Ginsterkatze ist im zentralen und östlichen Afrika (von Nigeria bis Kenia) verbreitet. Das Fell ist grau bis ockerfarben und weist große schwarze Flecken auf. Ein dunkler, unterbrochener Aalstrich verläuft auf der Rückenmitte. Die oberen drei Fleckenreihen sind relativ gleichmäßig, nach unten werden die Flecken kleiner und sind unregelmäßiger verteilt. Hals und Gesicht sind kaum gefleckt, das Gesicht trägt eine schwarze Maske zwischen paarweise angeordneten weißen Flecken. Der Schwanz weist 8 bis 12 schmale, helle Ringe auf, die sich mit deutlich breiteren dunklen Streifen abwechseln, die Schwanzspitze ist hell. Die Kopfrumpflänge beträgt bei Männchen 49 bis 51 cm, bei Weibchen 44,5 bis 49,5 cm. J. Jennings A.P. & G. Veron (2009): Family Viverridae. In: D. E. Wilson. & R. A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, Barcelona. Aufgrund der weiten Verbreitung und des Vorkommens in unterschiedlichen Habitaten stuft die IUCN die Serval-Ginsterkatze als ungefährdet ein („Least Concern“).