[] (: ), offiziell , ist die größte Stadt auf der Südinsel von Neuseeland und zugleich eine eigenständige Gebietskörperschaft in der Region . Christchurch trägt wegen seiner zahlreichen Parks und langen Gartentradition nach dem Modell der Gartenstadt den Beinamen Garden City.Tina Law: Christchurch evolves into a 21st-century garden city. In: The Press. 5. Mai 2023, abgerufen am 7. August 2025 (englisch).

Namensherkunft Der Name wurde im Zeitalter des Kolonialismus () nach dem festgelegt. Die schon damals umstrittene Namensgebung wurde durch die am 27. März 1848 offiziell und bezieht sich auf ihren Gründer , der damit seine ehren wollte. Der -Name der Stadt ist , benannt nach einem Häuptling der , der am / siedelte. In den 1930er Jahren wurde eine Umbenennung dahingehend angestrebt; befürworteten auch den Namen , eine Transliteration des englischen Wortes christian (dt.: Christ oder christlich).

Geographie Geographische Lage verfügt über eine reine Landfläche von 1415 km² und zählte zum Census im Jahr 2013 341.469 Einwohner. Damit ist flächenmäßig die drittgrößte Stadt in Neuseeland und die zweitgrößte auf die Einwohnerzahl bezogen. Mit einer Bevölkerungsdichte von 241,3 Einwohnern pro km² liegt die Stadt im Mittelfeld aller neuseeländischen Städte.

Das Stadtgebiet von wird im Nordwesten durch den und im Südwesten vom begrenzt. Der Rest des Stadtgebietes ist vom Pazifischen Ozean umgeben.

Das Stadtzentrum von befindet sich nordwestlich der und grenzt im Westen an die Ebene der . Durch die Stadt fließt der /, der weitaus größere Fluss, der passiert die Stadt im Norden und stellt auch gleichzeitig die natürlich Grenze des Stadtgebietes nach Norden dar.

Stadtgliederung mini|Die Küste vor ist in 125 sogenannte (Stadtteile) eingeteilt:

Westen , , , , , , Norden , , , , , Centrum

Osten , , , , , , , Süden , , , , ,

, , ,

Klima Im Gegensatz zu den meisten Distrikten der Region liegt zumeist unter dem Einfluss nordöstlicher Winde. Südwestliche Winde sind am zweithäufigsten anzutreffen. Die jährlichen Niederschlagsmengen sind im Stadtgebiet ungleich verteilt. Während die Niederschlagsmengen um die 1200 mm aufweist, ist der Rest des Stadtgebietes mit um die 700 mm vergleichsweise trocken. Die durchschnittlichen Tagestemperaturen belaufen sich im Sommer zwischen 16 °C und 22 °C je nach Höhenlage und im Winter zwischen 2 °C und 5 °C entsprechend. Mit Sonnenschein kann das Stadtgebiet um die 2000 Stunden pro Jahr aufwarten.

Erdbeben

Am 4. September 2010 um 04:35 Uhr (Ortszeit) wurde von einem Erdbeben der Stärke 7,1 MW heimgesucht. Mehrere Häuser wurden beschädigt, Menschenleben waren nicht zu beklagen. Das Epizentrum des Bebens, welches unter dem Namen -Erdbeben in die Stadtgeschichte einging, lag nach Angaben der staatlichen Erdbebenwarte rund 40 Kilometer westlich der Stadt nahe und dessen Hypozentrum in rund 10 Kilometern Tiefe.

mini|Beim Erdbeben 2011 zerstörtes Gebäude in der im Zentrum von

Am 22. Februar 2011 ereignete sich um 12:51 Uhr (Ortszeit) erneut ein schweres Erdbeben, diesmal mit der Stärke 6,3 MW. Da das Epizentrum des Bebens nur zehn Kilometer südwestlich vom Stadtzentrum entfernt und das Hypozentrum in nur fünf Kilometern Tiefe lag, richtete es dieses Mal wesentlich größere Schäden an als das Beben im September 2010. Etliche Gebäude stürzten ein, wobei das Stadtzentrum am stärksten betroffen war. Nach offiziellen Angaben kamen 185 Menschen ums Leben. Allein beim Einsturz des Gebäudes des regionalen Fernsehsenders starben 115 Personen. Unter den erheblich beschädigten Gebäuden befanden sich viele denkmalgeschützte historische Bauten, wie der Kirchturm der und Teile der . , Minister für erklärte am 7. März, dass Teile von wohl aufgegeben und bis zu 10.000 Wohnhäuser abgerissen werden müssten. Schätzungen gingen ferner davon aus, dass etwa 100.000 Wohnhäuser reparaturbedürftig waren. Infolge des Erdbebens verließen innerhalb einer Woche nach dem Beben schätzungsweise rund 70.000 Menschen die Stadt. Bis 2016 wurden 12.000 Häuser im Osten der Stadt abgerissen. Nach wie vor ist nicht klar, ob und wenn ja, in welcher Form wieder an gleicher Stelle die Kathedrale entstehen soll. Das Hauptproblem beim allgemeinen Wiederaufbau ist die Bodenverflüssigung: liegt in einem küstennahen Schwemmgebiet, das trockengelegt wurde. Der Boden besteht hauptsächlich aus maritimen Sedimenten und Sand, der während des Bebens große Wassermassen aufgenommen hat und die Standfestigkeit der Häuser gefährdet.

Am 14. Februar 2016 kam es zu einem weiteren Erdbeben in , das diesmal eine Stärke von 5,7 MW erreichte. Das Epizentrum lag etwa 13 km östlich von Christchurch im Pazifik, das Hypozentrum in 14 km Tiefe. Die Schäden blieben gering.

Geschichte mini|Christchurch im Jahre 1913, aufgenommen vom Turm der

Anhand archäologischer Funde in einer Höhle an den vermutet man eine erste Besiedlung durch Stämme von -Jägern in der Gegend um . Mündliche Überlieferungen unter den erzählen von Menschen, die dort schon um 1000 n. Chr. lebten. Diesen ersten Bewohnern folgten die , von denen man annimmt, dass sie im 16. Jahrhundert von der Ostküste der Nordinsel hierher übersiedelten. Weitere Stämme wie die und folgten bis etwa 1830.

Auch wenn schon vor 1830 vereinzelt europäische Siedler in der Gegend wohnten, so kam der erste größere Schwung Europäer am 16. Dezember 1850 an, als die , gechartert von der , im einliefen. Diese vier Schiffe hießen , , und .

Kapitän , der Landvermesser der , vermaß die gesamte Gegend. Im Dezember 1849 gab er den Bau einer Straße von , dem späteren , über nach in Auftrag. Dieses Vorhaben drohte beinahe zu scheitern, da eine steile Passage über den Hügel zwischen dem Hafen und dem -Tal angelegt werden musste, um zu der vorgesehenen Siedlung zu gelangen. Dieser Pfad wurde als (Zaum-Pfad) bekannt, da er so steil war, dass die Pferde am Zaum geführt werden mussten. In den frühen 1960er Jahren wurde an dieser Stelle ein Straßentunnel angelegt und dort verläuft heute der .

Waren, die zu schwer oder zu sperrig für die Packpferde waren, wurden mit kleinen Segelbooten die acht Meilen an der Küste entlang und die Flussmündung landeinwärts nach verschifft. Die , Neuseelands erste öffentliche Eisenbahn, fuhr ab 1863 von nach . Noch immer erinnert der an die Verkehrswege dieser Zeit. Wegen der Gefahren auf dem sowie auf dem Seeweg wurde zwischen und ein Eisenbahntunnel angelegt, der 1876 eröffnet wurde.

mini|Basis des US-Antarktis-Programms im

Am 31. Juli 1856 bekam die Stadtrechte verliehen, weshalb sie die älteste Stadt Neuseelands ist. Viele der neugotischen Gebäude des Architekten sind aus dieser Zeit. Christchurch spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der Antarktis-Expeditionen. Sowohl als auch benutzten den Hafen von als Ausgangspunkt ihrer Reisen. Eine Statue von , angefertigt von seiner Witwe , in der Innenstadt erinnert daran.

Der internationale Flughafen von dient noch für italienische und amerikanische () Antarktis-Programme als Ausgangspunkt. Das bietet sich als Basislager, aber auch als Museum und Besucherzentrum, an.

Am 18. November 1947 ereignete sich in die schlimmste Brandkatastrophe in der Geschichte Neuseelands, als ein Bürogebäude Feuer fing und 41 Personen in den Flammen starben.

Im Jahre 1974 war Gastgeber der . Bereits seit 1904 ist die Stadt Namensgeber für den , einen hohen Berg in der Antarktis.

Am 15. März 2019 kamen bei einem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch 51 Menschen ums Leben und 50 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Bevölkerung mini|Eine historische Tram in der Stadt

Von den 341.469 Einwohnern der Stadt waren im Jahr 2013 27.768 Einwohner -stämmig (8,1 %). Damit lebten 4,6 % der -Bevölkerung des Landes in der Stadt.

Bei der Frage nach der Zugehörigkeit einer ethnischen Gruppe gaben in der Volkszählung 2013 83,9 % an, Europäer zu sein, 8,5 % gaben an, -Wurzeln zu haben, 3,1 % kamen von den Inseln des pazifischen Raums und 9,4 % stammten aus Asien (Mehrfachnennungen waren möglich). 22,2 % der Bevölkerung gab an, in Übersee geboren zu sein. Die Sprache, die in Christchurch am zweithäufigsten gesprochen wird, ist mit 1,8 %, unter den 15,7 %. Das durchschnittliche Einkommen in der Bevölkerung lag 2013 bei 29.800 NZ$, gegenüber 28.500 NZ$ im Landesdurchschnitt.

Politik Verwaltung Die Stadt ist Verwaltungssitz der Region Canterbury und des . Der hingegen ist der gewählte Rat der Stadt . Die 16 (Ratsmitglieder) zusammen mit dem (Bürgermeister) bilden den und werden alle drei Jahre neu gewählt. gliedert sich politisch aktuell in sechzehn s (Verwaltungseinheiten): , mit 20.886 Einwohnern , mit 21.552 Einwohnern , mit 21.654 Einwohnern , mit 22.278 Einwohnern , mit 23.094 Einwohnern , mit 22.569 Einwohnern , mit 23.181 Einwohnern , mit 21.333 Einwohnern , mit 19.476 Einwohnern , mit 23.118 Einwohnern , mit 20.982 Einwohnern , mit 23.244 Einwohnern , mit 23.436 Einwohnern , mit 23.340 Einwohnern , mit 23.124 Einwohnern , mit 8223 Einwohnern

mini|Der auf der , südöstlich von

Im Oktober 2016 wurde die Stadt neu aufgeteilt und in 16  unterschieden. Jeder Ward entsendet seitdem einen in den . Bis dahin war die Stadt in sieben aufgeteilt:

Städtepartnerschaften Neben der Partnerschaft zur gleichnamigen Stadt in England unterhält Partnerschaften zu fünf weiteren Städten und einer Region: Sister City , Australien, seit 1972 , Vereinigtes Königreich, seit 1972 Kurashiki, Japan, seit 1973 , , USA, seit 1981 Songpa-gu, Seoul, Südkorea, seit 1995 Friendly City Provinz Gansu, Volksrepublik China, seit 1984 Friendship Agreement (Freundschaftsvereinbarung) Wuhan, Volksrepublik China, seit 4. April 2006

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftsstruktur Die regionale Wirtschaft basierte früher auf der Landwirtschaft der . Im Umland wurde hauptsächlich Schaf- und Milchwirtschaft betrieben. Die frühe Gründung der und die enge Zusammenarbeit von akademischen Institutionen mit regionalen Firmen förderte die Industrie. Die Region beherbergt heute eine Vielzahl von -Unternehmen.

Ein bedeutender Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Die Nähe zu den Skigebieten und anderen Sehenswürdigkeiten in den Neuseeländischen Alpen und der Stadt selbst machen attraktiv für einen Durchgangsaufenthalt vieler Touristen. Bei dem Erdbeben 2011 wurden jedoch zahlreiche Kulturdenkmäler zerstört oder beschädigt, während andere in der zeitweise abgesperrten Innenstadt lagen.

Verkehr Straßenverkehr An das überregionale Straßennetz ist durch den angeschlossen, der die Stadt mit den nördlichen und südlichen Landesteilen der Südinsel verbindet. Von der Stadt aus nach Westen zweigt der ab, der die Stadt mit der Westküste verbindet. Der ist ein innerhalb des Stadtgebiets. Er verbindet die mit dem Stadtzentrum.

Schienenverkehr liegt an der Bahnstrecke Lyttelton–Invercargill und ist Ausgangspunkt der Bahnstrecke Christchurch–Picton. Beide zusammen bilden die , eine Verbindung, die die gesamte Südinsel von Nord nach Süd durchquert.

Die Strecke Christchurch–Picton wird bis zum Fährbahnhof vom befahren, die Strecke Lyttelton–Invercargill überwiegend nur noch im Güterverkehr bedient, seit im Februar 2002 der eingestellt wurde. Ein kurzes Stück nutzt der diese Strecke, der in startet und nach etwa 30 km auf die abbiegt, die Neuseeländischen Alpen überquert und Christchurch mit an der Westküste verbindet. Der Zug ist aufgrund der eindrucksvollen Gebirgsquerung vor allem für den Tourismus von Bedeutung.

mini|Der Flughafen von Luftverkehr Die Stadt ist über den 9 km nordwestlich des Stadtzentrums gelegenen sowohl aus dem asiatischen Raum als auch von Australien aus zu erreichen. Ferner ist er ein wichtiger Bestandteil im neuseeländischen Inlandsflugnetz.

Kultur Veranstaltungen Internationales : findet seit 1993 jährlich Ende Januar in statt Para-Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2011 im Januar 2011

Sport