Zellerndorf ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich.
Geografie Zellerndorf liegt im Weinviertel in Niederösterreich im „Retzer Land“ in unmittelbarer Nähe zu den Städten Retz und Pulkau. Die Entwässerung erfolgt vor allem durch die Pulkau, die das Gemeindegebiet in einer Höhe von 230 Meter von Westen nach Osten durchfließt.
Die Fläche der Marktgemeinde umfasst Quadratkilometer. Davon sind 68 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 20 Prozent Weingärten und 2 Prozent der Fläche sind bewaldet.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Deinzendorf () Dietmannsdorf () Pillersdorf () Platt () Watzelsdorf () Zellerndorf ()
Jeder der sechs Ortschaften entspricht eine Katastralgemeinde.
Nachbargemeinden
Geschichte Auf dem Gemeindegebiet gefundene Hochgräber mit Skelettteilen und Grabbeigaben zeigen, dass das Land schon in der Bronzezeit besiedelt war. Aus der Hallstattzeit stammen Funde aus dem Friedhofsbereich, unter dem Kirchenboden wurden byzantinische Münzen entdeckt.
Ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. befand sich nahe dem südlichen Ortsteil Platt auf dem Sandberg (340 m) eine große Keltensiedlung, die bis fast zur Zeitenwende bestand.
Der Ort wurde voraussichtlich im 9. Jahrhundert gegründet, da der Ortsname vom slawischen Personennamen Cel oder Sedl abstammt. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1149, als Warmund von Eggendorf dem Stift Göttweig drei Zinslehen aus Celdrandorf (Zellerndorf) widmete. Die Pfarre wurde um 1200 eingerichtet, im Jahr 1374 wird von einer Schule im Pfarrhaus berichtet. Die heutige Pfarrkirche wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut. Ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert stammt der südlich der Kirche stehende Karner.
Im Jahr 1871 wurde die Nordwestbahn eröffnet und mit der Eröffnung der Pulkautalbahn nach Sigmundsherberg ein Jahr später wurde Zellerndorf ein Bahnknotenpunkt. Die Markterhebung von Zellerndorf erfolgte 1931. Der Personenverkehr auf der Pulkautalbahn wurde 1988 eingestellt.
Einwohnerentwicklung
Von 1991 bis 2001 wuchs die Bevölkerungszahl durch eine Zuwanderung. Seither ging die Einwohnerzahl wieder zurück, da sowohl Geburtenbilanz als auch Wanderungsbilanz negativ waren (Stand 2019). 2026 lebten nur noch 2400 Einwohner in Zellerndorf.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Platt mini|Pfarrhof Zellerndorf mini|Kellergasse Rondelle in Deinzendorf mini|Kellergasse in Dietmannsdorf mini|Kellergasse Nußwald in Platt
Katholische Pfarrkirche Deinzendorf hl. Dreifaltigkeit Katholische Pfarrkirche Platt hl. Ulrich Katholische Pfarrkirche Watzelsdorf Kreuzerhöhung Katholische Pfarrkirche Zellerndorf Hll. Philipp und Jakob mit dem Karner Zellerndorf Pfarrhof Zellerndorf Keltensiedlung Sandberg zwischen Platt und Roseldorf Veranstaltungen Kürbisfest im Retzer Land
Wirtschaft und Infrastruktur Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 60, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 247. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1151. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44,39 Prozent.
Aufgrund der fruchtbaren Hänge hat auch der Weinbau Bedeutung. Beim Wartberg nördlich des Ortes befindet sich ein großer Steinbruch.
Verkehr Bahn: Zellerndorf besitzt einen Bahnhof an der Nordwestbahn. Die Pulkautalbahn, die in Zellerndorf ihren Ausgang nahm, ist stillgelegt.
Öffentliche Einrichtungen In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten, eine Volksschule und eine Neue Mittelschule.Schulensuche auf Schulen online, abgerufen am 10. September 2020
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.
Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 6 SPÖ und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 7 SPÖ und 2 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP, 5 SPÖ, 2 BLZ–Bürgerliste Zellerndorf und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP und 8 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 7 SPÖ, 2 WFZ–Wir für Zellerndorf und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP, 8 SPÖ, 2 WIR–Wir sind Zellerndorf (ÖVP) und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP und 6 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP und 6 SPÖ.
Bürgermeister
1945–1960 Otto Wallig (ÖVP) bis 2010 Wilhelm Ostap (ÖVP) 2010–2015 Karl Schwayer (ÖVP) seit 2015 Markus Baier (ÖVP)Bezirksblätter: Schwere Geburt in Zellerndorf, abgerufen am 11. März 2015
Wappen Das Wappen wurde dem Markt im Jahr 1959 verliehen.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Josef Pazelt (1891–1956), Autor, Pädagoge, Politiker (SdP), Abgeordneter zum Nationalrat Otto Wallig (1898–1969), Politiker (ÖVP), Mitglied des Bundesrates Günter Kaltenbrunner (* 1943), Fußballer im Nationalteam und Ehrenpräsident von Rapid Ernst Kaltenbrunner (Fußballspieler) (1937–1967), österreichischer Fußball-Nationalspieler
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1149