Altenburg ist eine Gemeinde in Niederösterreich im Bezirk Horn im Waldviertel. Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Horn.

Geographie Der Ort liegt vier Kilometer südwestlich von Horn im Waldviertel im Bundesland Niederösterreich. Die Seehöhe in der Ortsmitte liegt bei 388 Metern. Die Fläche des Ortes umfasst  km². Die Einwohnerzahl beläuft sich auf (Stand ).

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Altenburg () Burgerwiesen () Fuglau () Mahrersdorf () Steinegg ()

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Altenburg, Burgerwiesen, Fuglau, Mahrersdorf und Steinegg.

Die Gemeinde Altenburg ist Mitglied der Kleinregion Kamp-Taffatal.

Nachbargemeinden

Geschichte Das 1144 gegründete Benediktinerstift Altenburg (Stiftungsurkunde)Vollbild der Stiftungsurkunde bei hat die Geschichte von Altenburg maßgeblich mitgeprägt.

In seiner Topografie aus dem Jahr 1839 gibt F. X. Joseph Schweikhardt für Altenburg 44 Häuser an, in denen 68 Familien (128 männlich, 125 weiblich) und 23 Schulkinder wohnen. Angeführt wird ferner ein Chirurg, der Wund- und Geburtsarzt ist, ein Huf- und Curschmied (in der Bedeutung Heilschmied, „Pferdearzt“, beschlägt die Pferde und behandelt „Satteldrücken“), zwei Wirte, ein Fleischhauer, ein Binder, ein Weber, drei Schuhmacher und zwei Schneider. Zum Viehbestand wird angemerkt: 18 Pferde, 45 Ochsen, 73 Kühe, neun Ziegen, 582 Schafe und 52 Schweine (inkl. herrschaftlichem Viehbestand)

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in Altenburg ein Arzt, zwei Verkehrsunternehmen, ein Bäcker, ein Fleischer, zwei Friseure, drei Gastwirte, zwei Gemischtwarenhändler, ein Sattler, ein Schmied, ein Schneider und eine Schneiderin, ein Schuster, ein Stechviehhändler, ein Tischler, ein Viktualienhändler, ein Wagner, ein Zahltechniker und mehrere Landwirte ansässig. Zudem betrieb das Stift Altenberg eine Ziegelei.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938, S. 186 (PDF). Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden für ein Monat lang ungarische Juden auf einem Gehöft als Zwangsarbeiter eingesetzt.Zwangsarbeitslager für ungarische Juden in Österreich, Eintrag Altenburg auf deutschland-ein-denkmal.de. Die heutige Gemeinde Altenburg entstand aus dem Zusammenschluss von Altenburg (mit den Ortsteilen Burgerwiesen und Steinegg) und Mahrersdorf zum 1. Januar 1968 sowie der Eingemeindung von Fuglau zum 1. Januar 1970.Thomas Hofmann, Erich Rabl, Wolfgang Stangl: Horner Mosaike – Bilder und Texte aus dem Bezirk Horn. Weitra 2005, ISBN 3-85252-683-3, S. 199–200.

La-Tène-Siedlung am Kamp In der Kampschlinge (Umlaufberg) bei Altenburg wurde im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts eine latènezeitliche keltische Siedlung ausgegraben. Feuerstellen, Eisenschmelzöfen, Steinsetzungen und Pflasterungen wurden freigelegt. An Fundstücken waren Streufunde aus der Jungsteinzeit (11.500 bis 2.200 v. Chr.) und der Hallstattzeit (800 bis 475 v. Chr.), vor allem aber aus der La-Tène-Zeit (5. bis 1. Jahrhundert v. Chr.) vorhanden. Eisenwerkzeuge (Messer, Nägel, Klammern), Schwertscheidenteile, Beile, Glasperlen und Keramiken (Tontopf-, Schalenfragmente) deuten auf eine unbefestigte Siedlung hin. Der zeitliche Siedlungs-Schwerpunkt lag in der Mittel- und Spätlatènezeit, einige Keramikfragmente weisen jedoch auf eine Besiedlung bis in das 1. Jahrhundert n. Chr. hin.Susanne Sievers, Otto Helmut Urban, Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z. Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 42 f.

Bevölkerungsentwicklung Die Einwohnerzahl stieg von 1981 bis 2019, dafür war vor allem die positive Wanderungsbilanz ausschlaggebend.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Stift Altenburg mini|Ruine Tursenstein mini|Burgruine Steinegg mini|Burgruine Mahrersdorf mini|Glockenturm Burgerwiesen mini|Pfarrkirche Fuglau mini|Ortskapelle Mahrersdorf mini|Rauschermühle

Ruine Tursenstein (auch Ödes Schloss, Stein am Kamp, Lichtenstein) Burgruine SteineggRuine Steinegg auf altemauern.info Burgruine Mahrersdorf Stift Altenburg Glockenturm Burgerwiesen Rauschermühle

Vereine Dorferneuerungsverein Altenburg Elternverein Altenburg „in medias res“ Verein für Kunst und Neue Medien Jugendgruppe „step by step“ Kameradschaftsbund Altenburg-Fuglau Katholische Männerbewegung Altenburg Seniorenverein Altenburg Landjugend Altenburg StiftsKirchenChor Altenburg Musikkapelle Altenburg

Wirtschaft und Infrastruktur Im Jahr 2010 gab es 29 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon waren 14 Haupterwerbsbetriebe. Im Produktionssektor waren in fünf Betrieben 32 Arbeitnehmer beschäftigt, fünfzehn mit der Herstellung von Waren und siebzehn im Bau. Der Dienstleistungssektor gab in 33 Betrieben 110 Menschen Arbeit, drei Vierteln in sozialen und öffentlichen Diensten (Stand 2011).

Ansässige Unternehmen Klein Fahrzeugbau GmbH, Altenburg Bäckerei Wögenstein, Altenburg Malerbetrieb Manfred Strupp, Fuglau Haarstudio Rabl, Burgerwiesen

Automobil-Rennstrecke Nordring Fuglau: In Fuglau befindet sich mit dem Nordring (ursprünglich Muckgrubenring und Britaxring) eine Automobil-Rennstrecke, auf der seit Mitte der 1970er Jahre nationale und internationale Rallycross- und Autocross-Rennen ausgetragen werden, darunter bereits viele FIA-Europameisterschaftsläufe. Der Betreiber des Nordrings ist der Fuglauer Gastwirt Franz Eisenhauer.

Verkehr Straße: Altenburg, Burgerwiesen und Fuglau liegen an der Böhmerwald Straße B 38. Bus: Das Linienbusunternehmen PostBus fährt in Altenburg, Burgerwiesen und Fuglau mehrere Haltestellen der Linie 1923 (Horn–Rastenfeld) an. Bahn: Der nächstgelegene Bahnhof der ÖBB ist Rosenburg an der Kamptalbahn. * Radweg: Der 115,6 km lange Kamptalweg mit seinem Ausgangspunkt in Altenwörth und seinem Zielpunkt in Zwettl führt durch Altenburg.

Bildung Kindergarten Volksschule AltenburgWebsite der Volksschule Altenburg Bildungs- und Heimatwerk Niederösterreich – Regionales Bildungswerk AltenburgWebsite des Regionalen Bildungswerks

Sicherheit Freiwillige Feuerwehr Altenburg Freiwillige Feuerwehr Fuglau

Politik mini|Gemeindeamt Altenburg Gemeinderat Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP und 3 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP und 3 SPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 3 SPÖ und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP, 4 SPÖ und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 2 SPÖ und 2 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 2 SPÖ und 2 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 3 SPÖ und 1 FPÖ. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 ÖVP, 3 FPÖ und 2 SPÖ.

Bürgermeister

bis 2010 Johann Sodeck (ÖVP) seit 2010 Markus Reichenvater (ÖVP)

Wappen Mit Bescheid der Niederösterreichischen Landesregierung vom 25. Juni 1996 erhielt die Gemeinde Altenburg ein Gemeindewappen verliehen. Blasonierung: „Schräglinks geteilt, oben in Blau ein aus der Teilungslinie wachsender, gequaderter silberner Turm mit fünf Zinnen, offenem Tor und Rundbogenfenster, unten in Silber auf grünem Dreiberg ein linksgeneigter Rosenstock mit drei roten Rosen und grünen Blättern.“ Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß. vom 29. August 1996.

Persönlichkeiten Leopold Pau(e)r (1735–1800), Jurist, Stadtplaner, Hygieniker.Renate Seebauer: Leopold Pau(e)r (1735–1800). Der Jurist und seine Stadt im Traume – Stadtplaner, Hygieniker … Phantast und Meister der Selbstinszenierung. In: Waldviertler Biographien. Band 4, Waidhofen/Thaya 2015, ISBN 978-3-900708-31-3, S. 73–90. Honorius Burger (1788–1878), Benediktinerpater und Historiker, lebte im Stift Altenburg. Berthold Gamerith (1758–1834), österreichischer Zisterzienser und Abt Christian Haidinger (* 1944), war von 2006 bis 2014 Abt des Stifts Altenburg. Dieter O. Holzinger (1941–2006), Autor, Film-, Fernseh- und Theaterregisseur, 1987–2004 Intendant der Altenburger Sommerspiele. Klemens Kofler (* 1964), Politiker, Mitglied des Bundesrats Michael A. Mohapp (1958–2015), Schauspieler und Kabarettist, 2004–2011 Intendant der Altenburger Sommerspiele. Raymundus Regondi (1652–1715), war Abt des Stifts Altenburg. Erich Klein (* 1961), Literaturkritiker, Übersetzer Thomas Renner (* 1971), regierender Abt des Stifts Altenburg

Literatur Honorius Burger: Geschichtliche Darstellung der Gründung und Schicksale des Benediktinerstiftes S. Lambert zu Altenburg in Nieder-Österreich, dessen Pfarren und Besitzungen, und mehrerer hiesige Gegend betreffender Ereignisse. Wien 1862. Albert Groiß, Werner Telesko: Stift Altenburg. Mittelalterliches Kloster und barocker Kosmos. Wien 2007, ISBN 978-3-85033-103-6. Thomas Hofmann, Erich Rabl, Wolfgang Stangl: Horner Mosaike – Bilder und Texte aus dem Bezirk Horn. Weitra 2005, ISBN 3-85252-683-3, S. 199–200. Wilhelm Scheidl: Ein Beitrag zur Ortsgeschichte von Altenburg. In: Das Waldviertel. 31. Jahrgang, Heft 1–3, 1982, S. 4–13. Wilhelm Scheidl: Ortsgeschichte von Altenburg 1938–1946. Altenburg 1991. Gregor Schweighofer: Poigreich-Führer. 2. Auflage. Horn 2008, ISBN 978-3-85028-464-6. Renate Seebauer: Historische Reise durch sieben Jahrhunderte. Altenburg – Burgerwiesen – Fuglau – Mahrersdorf – Steinegg. LIT, Wien 2016, ISBN 978-3-643-50722-8. Renate Seebauer: Lehrer sein in Altenburg und Fuglau – Vor und nach dem Reichsvolksschulgesetz. In: Horner Kalender 2021. Horn 2020, S. 99–120.

Weblinks

Website der Gemeinde Altenburg Literatur über Altenburg in der Niederösterreichischen Landesbibliothek Bilder von Altenburg in der topographischen Sammlung der Niederösterreichischen Landesbibliothek

Einzelnachweise

Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Niederösterreich Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa