Kahrstedt ist ein Ortsteil und eine Ortschaft der Stadt Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.
Geographie Lage Kahrstedt, ein Straßendorf mit Kirche, liegt auf , etwa 20 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Salzwedel in der Altmark. Die Ortschaft erstreckt sich auf dem fruchtbaren Gebiet des Geschiebemergels der Hochfläche des Kalbeschen Werders.
Ortschaftsgliederung Zur Ortschaft Kahrstedt gehören die Ortsteile Kahrstedt und Vietzen.
Geschichte Mittelalter bis Neuzeit Im Jahre 1324 wird das Dorf Kahrstedt erstmals urkundlich als Carstede erwähnt, als Hans und Heinecke von Kröcher das Schloss Kalbe mit den zugehörigen Dörfern an Albrecht von Alvensleben verkaufen. Weitere Nennungen sind 1434 to karstede, 1608 Karstete und 1687 Kahrstedt Flecken.
Die Endung des Namens lässt auf eine sehr frühe Entstehung der Siedlung schließen. Rechts des Weges nach Vietzen stand eine Windmühle, die bereits 1818 erwähnt wurde.
Herkunft des Ortsnamens Franz Mertens führt den Ortsnamen auf das Mittelhochdeutsche kar zurück in der Bedeutung für Krug, Topf, Schüssel oder Töpferstelle. Im Kahrstedt wurden also Urnen hergestellt.
Eingemeindungen Am 25. Juli 1952 wurde Kahrstedt aus dem Landkreis Salzwedel in den Kreis Kalbe (Milde) umgegliedert. Am 1. Januar 1988 wurde die Gemeinde dem Kreis Salzwedel zugeordnet. Davor wurde Vietzen am 1. August 1973 nach Kahrstedt eingemeindet.
Durch einen Gebietsänderungsvereinbarung beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Stadt Kalbe (Milde) (am 8. Mai 2008), Altmersleben (am 14. Mai 2008), Güssefeld (am 6. Mai 2008), Kahrstedt (am 7. Mai 2008), Neuendorf am Damm (am 2. Mai 2008), Wernstedt (am 13. Mai 2008) und Winkelstedt (am 13. Mai 2008) beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Stadt Kalbe (Milde) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009
Nach Umsetzung der Vereinigungsvereinbarung der bisher selbstständigen Gemeinde Kahrstedt wurden Kahrstedt und Vietzen Ortsteile der neuen Stadt Kalbe (Milde). Für die eingeflossene Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die aufgenommene Gemeinde Kahrstedt und künftigen Ortsteile Kahrstedt und Vietzen wurden zur Ortschaft der neuen Stadt Kalbe (Milde). In der eingeflossenen Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Kahrstedt wurde ein Ortschaftsrat mit sieben Mitgliedern einschließlich Bürgermeister gebildet.
Einwohnerentwicklung JahrEinwohner17341571774114178912817981961801203181820418402191864210JahrEinwohner18712241885234189222418952191900214190522819102271925231JahrEinwohner19392061946284196420819711981981321199331520062752015134JahrEinwohner2016134201712620181152020119202111520221062023105
Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006 und 2015 bis 2018
Religion Die evangelische Kirchengemeinde Kahrstedt, die früher zur Pfarrei Altmersleben gehörte, wird heute betreut vom Pfarrbereich Kalbe-Kakerbeck im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Kahrstedt stammen aus dem Jahre 1840, ältere Einträge finden sich bei Altmersleben.
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Hildegard in Gardelegen im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.
Politik Ortsbürgermeisterin Heike Büttner ist Ortsbürgermeisterin der Ortschaft Kahrstedt.
Ortschaftsrat Bei der Ortschaftsratswahl am 26. Mai 2019 stellte sich die Wählergemeinschaft Vietzener Dorffrauen e. V. zur Wahl. Sie gewann alle 5 Sitze. Gewählt wurden vier Ortschaftsrätinnen und ein Rat.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Die evangelische Dorfkirche Kahrstedt ist ein romanischer Feldsteinsaal mit eingezogenem Chor, halbkreisförmiger Apsis und Westquerturm. Die Obergeschosse des Turms stammen aus einer zweiten Bauphase. Ein rundbogiges Westportal, das in den Jahren 1903–1905 restauriert wurde, erschließt das Bauwerk. Im genannten Zeitraum wurde das Bauwerk eingreifend umgestaltet, wobei eine kleine Nordvorhalle angebaut, ein hölzernes Tonnengewölbe im Innern eingezogen und eine Ausmalung (vermutlich durch Reinhard Ebeling) durchgeführt wurde.Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 462. Die Kirche war eine Filialkirche von Altmersleben.
Wirtschaft und Infrastruktur Kahrstedt liegt abseits der größeren Durchgangsstraßen an der Verbindungsstraße zwischen Kalbe (Milde) und Brunau.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Altmarkkreis Salzwedel Kategorie:Geographie (Kalbe (Milde)) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Altmarkkreis Salzwedel) Kategorie:Ersterwähnung 1324 Kategorie:Gemeindeauflösung 2008