Peski (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Polessk im Rajon Polessk.
Geographische Lage Peski am ehemals Parwe genannten Flüsschen, heute russisch Lugowaja, liegt 33 Kilometer östlich der Kreisstadt Polessk (Labiau) an einer Nebenstraße, die Saretschje (Schwirgslauken/Herzfelde) mit Bolschakowo (Groß Skaisgirren/Kreuzingen) verbindet. Die nächste Bahnstation ist Bolschakowo-Nowoje an der Bahnstrecke Kaliningrad–Sowetsk (Königsberg–Tilsit).
Geschichte Das einst Parwischken genannte kleine DorfD. Lange, Geographisches ortsregister Ostpreußen (2005): Parwen bestand vor 1945 lediglich aus einigen Höfen. Am 26. März 1874 wurde es Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk,Rolf Jehke, Amtsbezirk Parwischken/Parwen der zum Kreis Niederung (1938 bis 1945 Kreis Elchniederung) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Am 3. Juni – mit amtlicher Bestätigung vom 16. Juli – des Jahres 1938 wurde Parwischken aus ideologischen Gründen der Beseitigung fremdländisch klingender Ortsnamen in „Parwen“ umbenannt.
Mit dem nördlichen Ostpreußen kam das Dorf 1945 in Folge des Zweiten Weltkriegs zur Sowjetunion. Im Jahr 1947 erhielt es den russischen Namen Peski und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Salessowski selski Sowet im Rajon Bolschakowo zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947) Seit 1965 gehört der Ort zum Rajon Polessk. Von 2008 bis 2016 gehörte Peski zur Landgemeinde Salessowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Polessk.
Einwohnerentwicklung Jahr EinwohnerVolkszählungsdaten 1910 213 1933 218 1939 197 2002 7 2010 1
Amtsbezirk Parwischken/Parwen (1874–1945) Der 1874 errichtete Amtsbezirk Parwischken, der zwischen 1939 und 1945 „Amtsbezirk Parwen“ hieß, bestand anfangs aus 15 einzelnen Gemeinden: Name Änderungsname1938 bis 1945 Russischer Name Bemerkungen Alt Gründann 1895 in die Landgemeinde Endrejen eingegliedert Borstehlischken Borstehnen Endrejen Ossafelde Pobedino Groß Wixwen Vielbrücken Pobedino Kischen Wischnjaki Klein Skaisgirren Kleinkreuzingen Radischewo 1924 in die Landgemeinde Schudledimmen eingegliedert Kriplauken Weide seit 1893:Wilhelmsheide Selenopolewskoje Kumpelken Kämpen Marienhof Kreis Niederung Ossupönen 1938 in die Gemeinde Endrejen eingegliedert Parwischken Parwen Peski Parwe Wiesen 1895 in die Landgemeinde Plicken, Amtsbezirk Uszballen, eingegliedert Schudledimmen Schulzenwiese Nowostrojewskoje Wegnerminnen Wegnersdorf Wirblauken Rutenfelde
Am 1. Januar 1945 bildeten noch die zehn Gemeinden Borstehnen, Kämpen, Kischen, Ossafelde, Parwen, Rutenfelde, Schulzenwiese, Vielbrücken, Wegnersdorf und Wilhelmsheide den Amtsbezirk Parwen.
Kirche Die Bevölkerung Parwischkens resp. Parwens war vor 1945 fast ausnahmslos evangelischer Konfession. Das Dorf war in das Kirchspiel der Kirche Skaisgirren (Groß Skaisgirren, 1938 bis 1946 Kreuzingen, heute russisch: Bolschakowo) eingepfarrt und gehörte zum Kirchenkreis Niederung (Elchniederung) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Peski im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Bolschakowo, einer Filialgemeinde der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen) in der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Weblinks Peski bei bankgorodov.ru Peski bei prussia39.ru
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Polessk