Maria Joseph Heinrich Friedrich Coböken (Pseudonyme C. O. Böken und Horst Emscher; * 22. Mai 1882 in Dortmund; † 24. oder 25. Februar 1945 in Potsdam) war ein deutscher Journalist, Drehbuchautor, Filmproduzent und Filmfirmenmanager.
Leben und Wirken Der Sohn des Rektors Anton Coböken und seiner Frau Julie, geb. Schlüter,Stadtarchiv Dortmund, Geburtsregister Standesamt Dortmund, Nr. 1265/1882. besuchte das Realgymnasium und studierte nach seinem Schulabschluss zu Beginn des 20. Jahrhunderts Nationalökonomie. Anschließend arbeitete er als Journalist und gründete im Oktober 1902 die Firma Verlag Neues Frauenblatt Josef Coböken.Handelsregister Berlin HRA Nr. 17700. Später war er Chefredakteur und ab 1909 auch Verlagsdirektor für die Deutschen Nachrichten.Deutsche Nachrichten GmbH, Handelsregister Berlin HRB Nr. 6602. Von Karl Mays Witwe Klara May wurde Coböken nach dem Tod des Autors 1912 damit beauftragt, sich um die Verwertungsrechte seines schriftstellerischen Nachlasses zu kümmern.
Nach eigener Auskunft will Joseph Coböken bereits 1912 zur Filmbranche gestoßen sein. Inmitten des Ersten Weltkriegs begann er unter dem Pseudonym Horst Emscher erstmals Drehbücher zu schreiben. Bald rückte der Dortmunder zum Dramaturgen auf. In der Folgezeit wechselte er in die Verwaltungsetagen der deutschen Filmbranche. Nach eigenen Angaben wirkte Coböken als Auslandsdirektor der UFA und war zeitweilig auch Generaldirektor der Deulig. Im April 1923 schied er als Geschäftsführer bei der Deulig aus und gründete seine eigene Produktionsfirma Cob-Film GmbH (1923–1930).Handelsregister Berlin HRB Nr. 30154. 1923/24 war er auch Geschäftsführer bei der Froelich Film GmbH.HRB Nr. 22537, Einträge im Berliner Handelsregister am 14. Januar und 21. November 1924. Für die extra gegründete Bismarck-Film produzierte Coböken 1925 persönlich den ambitionierten, von der Kritik aber mit wenig Lob bedachten ersten Teil eines zweiteiligen Bismarck-Filmes.
In späteren Jahren betätigte er sich als Werbeberater und verfasste Manuskripte für Werbefilme sowie Artikel für Fachzeitschriften. Zu diesem Zweck war er Mitglied in der Reichskulturkammer.Bundesarchiv, Akten der Reichsfilmkammer, Personalakte Joseph Coböken, R 9361-V/119412 (vgl. Eintrag im Archivportal-D).
Joseph Coböken war ab 1903 mit Meta, geb. Scheps, verheiratetLandesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Königsberg i. Pr. I, Nr. 347/1903 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). und hatte mit ihr zwei Kinder. Er starb beim Luftangriff auf Potsdam in der Nacht vom 24. auf den 25. Februar 1945.Stadtarchiv Potsdam, Sterberegister Standesamt Potsdam, Nr. 713/1945.
Filmografie 1915: Liebe und Alkohol (Drehbuch und Regie) 1915: Das Geheimnis der Mumie (Drehbuch) 1916: Komtesse Hella (Drehbuch) 1916: Der Falkner vom Falkenhof (Regie) 1919: Der Friedensreiter (Drehbuch) 1921: Das Souper um Mitternacht (Drehbuch) 1924: Das Werden des Menschen. Von der Empfängnis bis zur Geburt (Dokumentarfilm, Regie und Produktion) 1925: Bismarck, 1. Teil (Produktion) 1927: Die Nähmaschine (Kurz-Dokumentarfilm, Produktion) 1927: Luther – Ein Film der deutschen Reformation (Produktion)
Literatur Kurt Mühsam, Egon Jacobsohn: Wie ich zum Film kam. Lexikon des Films. Verlag der Lichtbildbühne, Berlin 1926, S. 33. Hans-Dieter Steinmetz: Ein Redakteur in Nöten. Erste Annäherung an Josef Coböken. In: Karl-May-Haus Information. Nummer 27, 2012.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Journalist (Deutschland) Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Autor Kategorie:Person (Stummfilm) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann