Das Frankfurter Technologiezentrum Medienftzm.de: (Eigenschreibung: Frankfurter Technologiezentrum [:Medien], kurz: FTzM) ist ein fachbereichübergreifendes wissenschaftliches Zentrum der Frankfurt University of Applied Sciences, das zum lehrunterstützenden und lernförderlichen Einsatz digitaler Medien in Bildungskontexten forscht. Besonderheit des Zentrums ist sein interdisziplinärer und entwicklungs- bzw. gestaltungsorientierter Ansatz, sowie die enge Verbindung aus Theorie und Praxis (Praxisforschung). Aufgrund der Schulnähe der regionalen Projekte forschen die Mitglieder des Zentrums nicht über schulische Medienbildung und Bildungsinformatik, sondern forschen gemeinsam mit den Schulen. Im Zentrum arbeiten auch Studierende in anwendungsbezogenen Forschungsprojekten und in medientechnisch-didaktischen und -pädagogischen Praxisprojekten im Bildungsraum Frankfurt am Main.
Das Zentrum wurde 2011 gegründet; ihm sind neben dem gemeinnützigen Schul-IT-Support-Projekt fraLineOffizielle Webseite von fraLine weitere Praxis- und Forschungsprojekte im Bereich digitale Medien in und für Bildungseinrichtungen untergliedert.Olga Engel, Thomas Knaus: . In: CAZ - Campusmagazin Fachhochschule Frankfurt am Main, Nr. 4, 2011, S. 6–7. Die Mitglieder des Zentrums sind im Wesentlichen Lehrende der vier Fachbereiche der Frankfurt University of Applied Sciences und der Goethe-Universität; sie befassen sich interdisziplinär mit dem Forschungsfeldern Bildungsinformatik, Medienbildungsforschung und Lehr-Lern-Forschung und stammen aus den Disziplinen Erziehungswissenschaften, (Pädagogische) Psychologie, Informatik, Ingenieurwissenschaften, Soziologie, Sozial- und Medienpädagogik. Die Mitarbeiter des Zentrums sind größtenteils Studierende, die in den Projekten des FTzM arbeiten und qualifizierend forschen. Das Team berät und begleitet Bildungseinrichtungen oder Entscheider bei der Planung und Durchführung medienpädagogischer, -didaktischer oder -technischer Projekte sowie in Fragen des IT-Managements bzw. der IT-Organisation. Weitere Aufgabenfelder sind Softwaredesign und Anwendungsentwicklung nach lernförderlichen Erkenntnissen.
Nach Abschluss der Projekte beendete das FTzM 2025 seine operative Arbeit.
Projekte im Bereich der Implementierung und Unterstützung von Schulen sowie der Bildungsinformatik IBIdiM Nach dem anfänglichen Fokus des Projekts fraLine auf Qualifizierung von Studierenden und der partnerschaftlichen IT-Unterstützung der Frankfurter Schulen rückten in den späteren Projektphasen zunehmend die Entwicklung übergreifender Lösungen und deren wissenschaftliche Evaluation in den Vordergrund wie auch im Projekt "Implementierung digitaler Medien in Lehr- und Lernkontexte" (IBIdiM). Die Erfahrungen im Rahmen des Projekts fraLine lieferten dabei zahlreiche Fragestellungen und Ansatzpunkte für Forschungsvorhaben im Bereich der IT-Organisation und des schulischen IT-Managements sowie der Medienbildungsforschung.
Gleichzeitig ermöglichte die praktische Unterstützung der Schulen den Zugang zur Forschung mit, an und für Schulen, indem sie wichtige persönliche Kontakte zu den Schulen als Voraussetzung für die Forschungstätigkeiten eröffnete. Als ein solcher "Türöffner" für Forschung und Entwicklung führt das FTzM die Unterstützung der Schulen auch künftig fort.
Ziel des Projekts ist es, digitale Medien in Schule zu implementieren, um sie in Lehr- und Lernkontexten zur Steigerung von Unterrichtsqualität einzusetzen, der Forderung nach einer adäquaten Medienbildung und instrumentellen Mediennutzung an Schulen gerecht zu werden, dem gestiegenen interdisziplinär angelegten Know-how- und Entwicklungsbedarf der Schulträgerin und der Schulen nachzukommen und mittels der gewonnenen Erkenntnisse und Entwicklungen die IT-Infrastruktur weiter an die sich verändernden Bedarfe der Schulen anzupassen (z. B. in Form von Bedarfsanalysen).
FraLine FraLine (Eigenschreibweise fraLine) ist ein gemeinnütziges Projekt des Frankfurter Technologiezentrums [:Medien] und des Stadtschulamts der Stadt Frankfurt am Main. Gegründet wurde es 2001. Unter dem Motto „Studierende unterstützen Lehrerinnen und Lehrer der Frankfurter Schulen bei der Lösung von IT-Problemen“. Das nunmehr seit über 10 Jahren bestehende Projektfrankfurt-university.de: . In: CAZ - Campusmagazin Fachhochschule Frankfurt am Main, Nr. 1, 2012, S. 7–9. ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem FTzM und dem Stadtschulamt der Stadt Frankfurt am MainOffizielle Webseite des Stadtschulamtes Frankfurt am Main, bei dem Studierende forschen und sich in der Entwicklung von Schul-IT- und Schul-IT-Management-Lösungen sowie in der Bildungsinformatik engagieren. Auf dieser Grundlage unterstützen sie die 154 Frankfurter Schulen auch praktisch bei der Betreuung der Schul-IT und deren mittlerweile über 19.000 PCs.
Die Mitarbeiter unterstützen Lehrer dabei, die technischen Voraussetzungen für den Einsatz von digitalen Medien in Schulen zu schaffen. Für die Schulen ist die Unterstützung durch das fraLine-Team kostenlos und beinhaltet unter anderem eine Hotline und die persönliche Unterstützung vor Ort an den Schulen. Die Mitarbeiter von fraLine sind im Wesentlichen Studierende der Informatik, Ingenieurwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Sozial- und Medienpädagogik oder fachverwandter Studiengänge. Im Jahr 2008 wurde das Gesamtkonzept als ein "Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet. Im Jahr 2011 wurde es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Wettbewerb „Wege ins Netz“ mit dem zweiten Platz in der Kategorie „Praktische Hilfe und Unterstützung: Internetneulinge begleiten“ ausgezeichnet.BMWi: BMWi:
FraDiTa Mit dem zunehmenden Einsatz von Digitalen Medien in Schulen und Hochschulen beschäftigt sich das Projekt Digitale Tafeln in Bildungskontexten. Die Beschaffung und Nutzung so genannter "interaktiver Whiteboards" für Schulen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Mit dem Einzug der digitalen Tafel an Schulen wird auch das zentrale Unterrichtsmedium digital und vernetzt. Einerseits sind digitale Tafelsysteme geeignet, den Einsatz digitaler Medien in der Schule zu fördern und zu erleichtern.Vgl. Knaus, Thomas: Digitale Tafeln – (Medien-)Technik, die begeistert?, In: Bohrer, Clemens / Hoppe, Christian: Interaktive Whiteboards in Schule und Hochschule, München: kopaed, S. 13–37. Andererseits erhöht die Einführung der neuen Geräteform auch die Nachfrage nach wissenschaftlich fundierter Betrachtung technischer und pädagogischer Einsatzmöglichkeiten einerseits und nach Schulung des Lehrpersonals andererseits.
Ziel des Projekts "Digitale Tafeln" ist es, einerseits Schulen und Bildungseinrichtungen möglichst bedarfs- und bedürfnisgerecht bezüglich der Beschaffung und des Einsatzes digitaler Tafeln im Unterricht zu beraten und anderseits Herstellern Rückmeldung aus der schulischen und universitären Praxis zu geben, die zu einer Verbesserung deren Produkte beitragen können.Engel, Olga und Thomas Knaus: fraMediale – digitale Medien in Bildungseinrichtungen (Band 2), München: kopaedftzm.de:
FraMoLe Mobile Geräte, wie Smartphones und Tablets, stellen tradierte Lernräume in Frage. Lernen kann daher zunehmend außerhalb institutionalisierter Räume stattfinden, kurz: lernen wird "mobil". Diesem Phänomen schließen sich zahlreiche (schul-)organisatorische, technische, pädagogische, lern- und motivationspsychologische sowie juristische Fragen an, deshalb befasst sich das Projekt fraMoLe mit dem mobilen Lernen in Frankfurt.ftzm.de:
Als eines der Forschungsschwerpunkte des Frankfurter Technologiezentrums [:Medien] wird mobiles Lernen aktuell in interaktionistisch-konstruktivistischer Perspektive näher betrachtet.Knaus, Thomas: Technik stört! Lernen mit digitalen Medien in interaktionistisch-konstruktivistischer Perspektive, In: Knaus, Thomas / Engel, Olga: fraMediale - digitale Medien in Bildungseinrichtungen (3. Band), München: kopaed, S. 21–60 Dabei beschäftigt vor allem die Frage, inwiefern Interaktionsmöglichkeiten mit mobilen Geräten individuelles Lernen fördern oder Lernende motivieren können.Knaus, Thomas (2014): Me, my Tablet – and Us. Vom Mythos eines Motivationsgenerators zum vernetzten Lernwerkzeug für autonomopoietisches Lernen, In: Friedrich, Katja / Siller, Friederike / Treber, Albert (Hrsg.): Smart und mobil – Digitale Kommunikation als Herausforderung für Bildung, Pädagogik und Politik, München: kopaed.
FraDesk Für die Koordination und Dokumentation von Anfragen aus den Schulen, aber auch für die Dokumentation der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten des FTzM oder allgemeine Projektdokumentationen wurde das Ticketsystem „fraDesk“fraline.de: im Rahmen eines aFuE-Projekts (anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen, gefördert vom BMBF) entwickelt. Anfragen und Projekte werden in dieser Software als "Tickets" erfasst und verwaltet. Im Rahmen des Projekts fraLine dient es auch zur Dokumentation der Bearbeitung von Problem- und Störungsmeldungen aus den Schulen sowie zum internen Wissenstransfer. Den Forschern des Zentrums dient der fraDesk als Datenerhebungsinstrument. Da es sich beim fraDesk um freie Software handelt, steht dieser auch anderen Einrichtungen zur Verfügung. FraDesk ist ein Open-Source-Produkt und wird inzwischen von zahlreichen Behörden und Schul-IT-Support-Organisationen genutzt.
Medienpädagogische und mediendidaktische Projekte Neben der Unterstützung der IT und der digitalen Medien in Schulen sind dem FTzM weitere Projekte untergliedert, deren Schwerpunkte im Bereich der schulischen Medienpädagogik angesiedelt sind. So werden Seminare für Frankfurter Lehrer, im Wesentlichen IT-Beauftragtefraline.de: fraline.de: und für Schulleitungen der Frankfurter Schulen durchgeführt, um diese bei der täglichen Arbeit mit digitalen Medien in der Schule zu unterstützen. Außerdem gibt es das Angebot der medienpädagogisch-technischen Unterrichtsbegleitung, die den Lehrern technische, mediendidaktische oder konzeptionelle Unterstützung bietet und kostenlos gebucht werden kann. Für Anbieter von Medienfortbildungen im Raum Frankfurt betreibt das FTzM die Online-Plattform "Regionale Medienbildung in Frankfurt am Main"medienbildung-frankfurt.de: , auf der Anbieter wie die der Präventive Jugendschutz der Stadt Frankfurt am MainOffizielle Webseite des Präventiven Jugendschutzes Frankfurt am Main, das Staatliche Schulamt, die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und weitere, ihre Veranstaltungen und ein Profil veröffentlichen können.
FraMediale Das FTzM organisiert alle eineinhalb Jahre die fraMediale,Offizielle Webseite zur fraMediale eine Fachtagung und Messe zum Thema digitale Medien in Bildungseinrichtungen an der Frankfurt University of Applied Sciences. Die fraMediale ist eine überregionale Plattform für den Austausch zu medienpädagogischer Forschung und schulischer/universitärer Medienbildung und soll dadurch zur lernförderlichen Integration digitaler Medien beitragen. Die fraMediale versteht sich als Brücke zwischen Medienbildungsforschung und der medienpädagogischer Praxis in Schulen und Hochschulen. Ziel ist die nachhaltige und lernförderliche Integration digitaler Medien in Bildungseinrichtungen. Die Veranstaltung richtet sich primär an Lehrer, Schulleitungen, Hochschullehrer, Medienpädagogen und Studierende. Teilnehmende, Referenten und Workshopleiter der überregionalen Veranstaltung stammen aus unterschiedlichen Bildungsregionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Die fraMediale wurde 2015 gemeinsam mit der bundesweiten Initiative "Keine Bildung ohne Medien – KBoM!" durchgeführt. Auf der fraMediale 2017 kam die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur – GMK als neuer Kooperationspartner hinzu.