mini|Albert Paul (von Jan Vilímek, 1890) mini|Albert Paul (Mitte) als künstlerischer Leiter des Gustav Adolf-Festspiels in Dresden, 1906 Albert Paul, eigentlich Albert Fränkel (* 2. Februar 1856 in Berlin; † 5. August 1928 in Dresden) war ein deutscher Schauspieler.
Leben Theater Paul war der Sohn des langjährigen Redakteurs der Gartenlaube, Albert Fränkel. Mit 18 Jahren begann Paul als Schauspielvolontär Theater zu spielen, seine erste Rolle bot er am 14. November 1874 in Schillers Maria Stuart am Leipziger Stadttheater dar. Bereits im Jahr darauf wechselte der Jungmime an das Meininger Hoftheater. Unzufrieden mit den an diesen etablierten Bühnen ihm angebotenen Rollen, begann sich Paul anschließend dem Tourneetheater zuzuwenden. Er bereiste sowohl Bayern (Passau, Amberg, Straubing) als auch Mecklenburg (Rostock und Stralsund), bis er sich 1877 wieder in Berlin einfand. Dort trat Albert Paul ein Festengagement am Nationaltheater an. Gleich sein erster Part wurde der Graf Essex.
Es folgten eine Reihe von tragenden und kraftvollen Charakterrollen: Paul spielte unter anderem den Karl Moor, den Uriel Acosta, den Faust, den Marquis Posa und den Grafen Hammerstein. 1879 ging er ans Mainzer Stadttheater, gleich darauf für einen Abstecher nach Prag. Nach einem erneuten Zwischenaufenthalt in Berlin folgte Albert Paul 1881 einem Ruf an das kaiserlich-russische Hoftheater zu St. Petersburg. Dem schloss sich im Mai des darauf folgenden Jahres eine Stippvisite an das soeben gegründete Deutsche Theater in Moskau an. Sein Fach war nunmehr das der Bonvivants und Liebhabers, Paul übernahm aber auch weiterhin große Charakterrollen. In Russland wurde auf ihn, so wird berichtet, aufgrund einer Verwechslung ein Mordanschlag verübt.Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 752 ()
Im August 1883 folgte der Berliner einem Ruf an das Hamburger Thalia-Theater. Die nächste Bühnenstation war Karlsruhe, wo er sich von 1885 bis 1888 an das dortige Hoftheater band. Im April 1887 ging er wiederum, zunächst nur gastweise, an die Hofbühne zu Dresden, deren Ensemble sich Paul 1888 anschloss. Nach mehreren Jahren des Gastierens kehrte Paul 1901 ans Hamburger Thalia-Theater zurück. Noch im selben Jahrzehnt fand sich Paul wieder in Berlin ein und spielte bis zum Ersten Weltkrieg u. a. am Lustspielhaus und am Komödienhaus, nach dem Krieg (zu Beginn der 1920er Jahre) auch am Kleinen Theater.
Paul war während seiner Karriere zudem zeitweise Vizepräsident der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger.
Film Zum Film stieß Albert Paul bereits sehr früh. Dort spielte er in den 1910er und 1920er Jahren zumeist hochrangige Charaktere wie etwa den Wissenschaftler Dr. Hansen, Schöpfer des Homunculus im gleichnamigen Film, den Fürsten Sumalow in Die Kaukasierin, den Baron Winterstein in Der Kampf um die Ehe, einen Minister in Die 999. Nacht, einen Erzbischof in Die Stumme von Portici, einen Senatspräsidenten in Vater Voss und einen Herzog in Der Bastard.
Zuletzt war Paul zwischen einzelnen Filmverpflichtungen wieder als gastierender Künstler unterwegs. Während einer dieser Reisen starb er 72-jährig in Dresden.
Filmografie 1911: Die Verräterin 1913: Die zweite Mutter 1914: General von Berning 1914: Um Liebe und Ehre 1914: Das Vaterland ruft 1915: Der Krieg brachte Frieden 1915: Das Rätsel von Sensenheim 1915: Die Goldquelle 1916: So’n Rackerchen 1916: Der Fall Klerk 1916: Das Kind des Anderen 1916: Der Tod des Erasmus 1916: Der Weg der Tränen 1916: Die verschlossene Tür 1916: Dorrits Eheglück 1916: Homunculus, 1. Teil: Die Geburt des Homunculus 1917: Die Kaukasierin 1917: Die Vergangenheit rächt sich 1917: Die verschlossene Tür 1917: Das Spitzentuch der Fürstin Wolkowska 1917: Der geigende Tod 1917: Der Schloßherr von Hohenstein 1918: Des Vaters Schuld 1918: Liebe und Leben, 1. Teil: Die Seele des Kindes 1918: Doktor Palmore. Der schleichende Tod 1918: Liebesopfer 1919: Das Schwabemädle 1919: Das Geheimnis des Amerika-Docks 1919: Der Kampf um die Ehe, 1. Teil: Wenn in der Ehe die Liebe stirbt 1919: Der Weg, der zur Verdammnis führt, 2. Teil: Hyänen der Lust 1919: Die 999. Nacht 1920: Masken 1920: Der Erbe von Carlington 1921: Der Schicksalstag 1921: Der Gouverneur des Todes 1922: Die Frau mit den zehn Masken, 2. Begebenheit: Der Schatten des Gehenkten 1922: Die Stumme von Portici 1922: Die Perlen der Lady Harrison 1922: Wer wirft den ersten Stein 1925: Vater Voss 1925: Bismarck, 1. Teil 1925: Der Bastard 1926: Der Prinz und die Tänzerin 1927: Gehetzte Frauen
Literatur Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 752 ()
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Einzelnachweise
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1856 Kategorie:Gestorben 1928 Kategorie:Mann