Kalifornien ( und ) ist ein Bundesstaat im Westen der Vereinigten Staaten von Amerika, der die gesamte südwestliche Küstenregion des Landes ausmacht. Er grenzt im Westen an den Pazifik, im Norden an Oregon, im Osten an Nevada und Arizona und hat im Süden eine gemeinsame Grenze mit dem mexikanischen Bundesstaat Baja California (Niederkalifornien). Mit über 39 Millionen Einwohnern auf einer Fläche von 423.970 Quadratkilometern (163.696 sq mi) ist er der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat, der drittgrößte nach Fläche und die bevölkerungsreichste subnationale Einheit in ganz Nordamerika.

Vor der europäischen Kolonisierung war Kalifornien eines der kulturell und sprachlich vielfältigsten Gebiete des präkolumbianischen Nordamerikas. Die europäische Erforschung im 16. und 17. Jahrhundert führte zur Kolonisierung durch das Spanische Reich. Nach dem erfolgreichen Unabhängigkeitskrieg wurde das Gebiet 1821 Teil Mexikos, das es jedoch 1848 nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg an die Vereinigten Staaten abtrat. Der 1848 einsetzende Goldrausch in Kalifornien führte zu sozialen sowie demografischen Veränderungen, einschließlich der Entvölkerung der indigenen Stämme, und verschaffte dem Staat den Beinamen Golden State. Der westliche Teil von Alta California wurde dann organisiert und 1850 als 31. Staat zugelassen, während aus den östlichen Gebieten die Staaten Nevada, Arizona und Teile Utahs hervorgingen.

Der Großraum Los Angeles und die Bucht von San Francisco sind mit 19 Millionen bzw. 10 Millionen Einwohnern die zweit- bzw. fünftbevölkerungsreichsten Ballungsräume der USA; Los Angeles ist die bevölkerungsreichste Stadt des Bundesstaates und die zweitbevölkerungsreichste der USA hinter New York City; die Hauptstadt Kaliforniens ist Sacramento. Weitere bedeutende Städte sind San Diego an der Grenze zu Mexiko, Oakland und San José in der Bay Area, sowie Fresno und Bakersfield im Central Valley. Die vielfältige Geografie des Bundesstaates reicht von der Pazifikküste und den Ballungsgebieten im Westen bis zu den Bergen der Sierra Nevada im Osten und von den Redwood- und Douglasienwäldern im Nordwesten bis zur Mojave-Wüste im Südosten. Zwei Drittel der nationalen Erdbebenrisikogebiete liegen in Kalifornien. Das Central Valley, ein fruchtbares landwirtschaftliches Gebiet, dominiert das Zentrum des Staates. Die Größe Kaliforniens hat zur Folge, dass das Klima von feuchtem, gemäßigtem Regenwald im Norden bis hin zu trockener Wüste im Landesinneren und schneebedeckten Bergregionen variiert. Dürren und Waldbrände sind ein ständiges Problem, während gleichzeitig atmosphärische Flüsse immer häufiger auftreten und zu starken Überschwemmungen führen – vor allem im Winter.

Kalifornien ist die größte Volkswirtschaft des Landes mit einem Bruttosozialprodukt von 4,132 Billionen Dollar (Stand: 3. Quartal 2024). Damit hat der Bundesstaat auch die größte Wirtschaftskraft unter allen subnationalen Einheiten weltweit und würde als unabhängiger Staat nach den meisten Schätzungen gemessen am nominalen BIP weltweit den vierten Platz einnehmen. Kalifornien ist vor allem für seine Hightechbranche bekannt, mit Firmen wie Apple, Intel, AMD, Hewlett Packard und diversen Softwareunternehmen wie Alphabet, Meta, eBay, Adobe oder Yahoo. Gleichzeitig ist der Staat auch bedeutend in der landwirtschaftlichen Produktion, angeführt von der Produktion von Milchprodukten, Mandeln und Trauben. Mit dem verkehrsreichsten Hafen des Landes in Los Angeles spielt Kalifornien eine zentrale Rolle in der globalen Versorgungskette und wickelt etwa 40 % der in die USA eingeführten Waren ab.

Bemerkenswerte Beiträge zur Populärkultur, von Unterhaltung, Sport, Musik und Mode, haben ihren Ursprung in Kalifornien. Der Staat ist die Heimat von Hollywood, der ältesten und einer der größten Filmindustrien der Welt, die das globale Unterhaltungsangebot maßgeblich beeinflusst. Die Bucht von San Francisco und der Großraum Los Angeles gelten als Zentren der globalen Technologie- bzw. der US-Filmindustrie.

Name Die Herkunft des Namens California ist umstritten. Einer bekannten Hypothese nach existierte der Name bereits vor der Entdeckung in der europäischen Literatur. 1510 veröffentlichte der Spanier Garci Rodríguez de Montalvo einen Roman, in dem eine Insel voller Gold namens Kalifornien vorkommt, bewohnt von wunderschönen Amazonen, die von der Königin Califia beherrscht werden. Als Hernán Cortés’ Soldaten 1535 nach Baja California kamen, glaubten sie, es sei eine Insel, und benannten sie nach Montalvos Buch.

Bei den Namen von US-Bundesstaaten hat sich Kalifornien als einzige Eindeutschung bis heute im deutschen Sprachgebrauch erhalten. Andere eingedeutschte Bezeichnungen wie Neuyork, Südkarolinien, Virginien oder Pennsylvanien sind heute unüblich, wurden aber bis in die 1960er Jahre verwendet.

Kalifornien selbst ist Namensgeber für das chemische Element Californium, das dort 1950 entdeckt wurde.

Der Staat trägt seit 1968 offiziell den Beinamen Golden State, der sich vom kalifornischen Goldrausch zwischen 1848 und 1854 ableitet.

Geographie mini|Geographische Karte Kaliforniens

Kalifornien liegt an der Nahtstelle zweier tektonischer Platten, der sogenannten San-Andreas-Verwerfung, weshalb es in der gesamten Region häufig zu Erdbeben kommt.

Mit seiner Fläche von 423.970 Quadratkilometer ist Kalifornien nach Alaska und Texas der drittgrößte Bundesstaat der USA. Als eigenständiger Staat läge es weltweit an 59. Stelle der flächenmäßig größten Staaten, zwischen dem Irak und Paraguay. Der Staat erstreckt sich auf einer Länge von über 1231 Kilometern zwischen 32° 30' N und 42° N sowie auf einer Breite von 400 Kilometern zwischen 114° 8' W und 124° 24' W.

Mit dem Mount Whitney () liegt der höchste Berg der USA außerhalb Alaskas in Kalifornien. In etwa 100 Kilometer Entfernung befindet sich das Wüstengebiet Death Valley („Tal des Todes“) mit dem niedrigsten Punkt der USA, Badwater, . Das Tal hat seinen Namen in der Zeit der ersten Siedler an der Westküste bekommen, die nicht selten die Qualen von Hitze und Durst erleben mussten, wenn sie das Gebiet durchquerten. Darüber hinaus gibt es in Kalifornien zahlreiche Naturparks und Strände unterschiedlichster Beschaffenheit. Zu den bekanntesten Parks zählt der Yosemite-Nationalpark.

mini|Pazifikküste bei Big Sur mini|Mojave-Wüste mini|Mount Whitney

Grenzen Während Kalifornien im Westen auf rund 1350 Kilometern Küstenlinie vom Pazifischen Ozean begrenzt wird, hat es auf der Kontinentalseite Grenzen mit den US-Bundesstaaten Oregon im Norden, Nevada im Osten und Arizona im Südosten sowie dem mexikanischen Bundesstaat Baja California im Süden.

Geographische Regionen Die Geographie Kaliforniens ist im Verhältnis zur Größe des Staates extrem vielfältig. Es gibt alpine Berge, Nebelküsten, heiße Wüsten und das fruchtbare Längstal. In Kalifornien gibt es die höchsten Küstenmammutbäume, die dicksten Riesenmammutbäume und die ältesten Grannen-Kiefern der Welt.

Der Staat wird oft in Nord- und Südkalifornien eingeteilt. Das U. S. Geological Survey definiert den geographischen Mittelpunkt Kaliforniens in North Fork im Madera County.

Erdwissenschaftler teilen den Staat in elf verschiedene geomorphologische Gebiete mit klar definierten Grenzen. Dies sind von Norden nach Süden: die Klamath Mountains, die Kaskadenkette (Cascade Range), das Modoc Plateau, das Basin and Range (Großes Becken), die kalifornischen Küstengebirge, das Längstal (Central Valley), die Sierra Nevada, die Transverse Ranges, die Mojave-Wüste, die Peninsular Ranges und die Colorado-Wüste.

Klamath Mountains Die Klamath Mountains sind ein Gebirge im Nordwesten Kaliforniens und im Südwesten Oregons. Der höchste Gipfel ist Thompson Peak () im Trinity County. Die Berge haben eine sehr verschiedene Geologie mit wesentlichen Bereichen aus Serpentinit- und Marmorgesteinen. Im Sommer gibt es begrenzten Niederschlag. Aufgrund der Geologie haben sie eine einzigartige Flora, darunter mehrere endemische Pflanzen wie Lawsons Scheinzypresse, Fuchsschwanz-Kiefer, die Siskiyou-Fichte und Kalmiopsis.

Kaskadenkette Die Kaskadenkette (Cascade Range) ist eine Gebirgsregion, die sich vom kanadischen British Columbia bis ins nördliche Kalifornien erstreckt. Die Kaskaden sind Teil des Pazifischen Feuerrings, eines Rings von Vulkanen rund um den Pazifischen Ozean. Alle bekannten Vulkanausbrüche in den Vereinigten Staaten kamen aus der Kaskadenregion. Der letzte Vulkan in Kalifornien, der ausbrach, war Lassen Peak (1921). Lassen ist der südlichste Vulkan der Kaskadenkette.

Diese Region liegt im Nordosten Kaliforniens an der Grenze zu Oregon und Nevada nördlich der Sierra Nevada und des Längstals. Mittelpunkt des Gebietes ist der Mount Shasta in der Nähe der Trinity Alps. Mount Shasta ist ein ruhender Vulkan, aber es gibt Hinweise darauf, dass er oder Shastina, ein kleiner benachbarter Berg, im 18. Jahrhundert ausgebrochen ist.

Modoc-Plateau Im Nordosten Kaliforniens liegt das Modoc Plateau, das sich auch in Teile Oregons und Nevadas erstreckt.

Großes Becken/Basin and Range Das Große Becken () ist eine abflusslose, aride Großlandschaft östlich der Sierra Nevada. Es liegt großteils im Nachbarstaat Nevada. Als Basin and Range (englisch für Becken und Gebirge) bezeichnet man eine große geologische Region, in der eine ähnliche Vegetation wie im Großen Becken vorherrscht. Zu diesem gehören auch die Mojave- und die Sonora-Wüste in Mexiko.

Im großen Becken liegen viele größere und kleinere Gebirgsketten und Täler, mit dem Mono Lake der älteste See Nordamerikas, mit dem Owens Valley das tiefste Tal des Kontinents (mehr als 3000 Meter tief, gemessen von der Spitze des Mount Whitney).

Im Großen Becken gibt es eine Reihe ausgetrockneter Seen, die in der letzten Eiszeit mit Wasser gefüllt waren. Viele dieser Seen haben in der Wüstenlandschaft verschiedene Salze hinterlassen, vor allem Borax, für das der Owens Lake und das Tal des Todes bekannt sind.

Im Gebiet der White Mountains (Weiße Berge) wachsen mit den Langlebigen Kiefern die ältesten Bäume der Welt.

Küstengebirge Die kalifornischen Küstengebirge grenzen das Kalifornische Längstal von der Pazifikküste ab und umfassen etwa 109.000 km². Sie schließen auch die Diablo Range östlich von San Francisco und die Santa Cruz Mountains südlich der Stadt ein. Die Küste nördlich von San Francisco ist fast immer neblig und regnerisch. Das Küstengebirge ist bekannt für seine Küstenmammutbäume, die höchsten Bäume auf der Erde.

Kalifornisches Längstal Das Kalifornische Längstal () ist ein großes, fruchtbares Tal zwischen der Sierra Nevada und dem Küstengebirge. Das zwischen 35° und 40° 40' nördlicher Breite gelegene Tal hat eine Fläche von 77.700 km², was etwas größer als Bayern ist. Den nördlichen Teil des Längstals bildet das Sacramento Valley, benannt nach dem gleichnamigen Fluss. Der südliche Teil wird San Joaquin Valley genannt, ebenfalls nach dem gleichnamigen Fluss benannt. Neben diesen beiden Flüssen durchfließt der Kings River als größerer Fluss das Tal, das durch die Bucht von San Francisco entwässert wird. Die Flüsse sind ausreichend groß und tief, sodass es mehrere Binnenhäfen gibt. In Stockton gibt es einen Seehafen.

Sierra Nevada Im Osten Kaliforniens liegt die Sierra Nevada (span. für verschneites Gebirge). Die Gebirgskette erstreckt sich auf einer Länge von 600 Kilometern von Nord nach Süd. Der höchste Gipfel im Kernland der Vereinigten Staaten (ohne Alaska und Hawaii) ist der Mount Whitney (4421 m) in der Nähe des Ortes Lone Pine. Die Topographie der Sierra ist geprägt durch Hebung und Gletscher.

Die Sierra hat 200 bis 250 Sonnentage im Jahr mit warmen Sommern und kalten Wintern, also typisches Kontinentalklima. Das bekannte Yosemite Valley liegt in der zentralen Sierra Nevada. Der große und tiefe Süßwassersee Lake Tahoe liegt nördlich des Yosemite-Nationalparks. In der Gebirgskette wachsen die Riesenmammutbäume.