Die Caterpillar Inc. (kurz CAT) ist ein US-amerikanisches Maschinenbauunternehmen, das seinen Hauptsitz traditionell in Peoria, Illinois, seit 2022 aber in Irving im US-Bundesstaat Texas hat.
Es produziert in erster Linie Baumaschinen und gilt als der weltweit größte Hersteller in dieser Branche.Christian Suhr, Ralf Weinreich: Baumaschinen Klassiker. Motorbuch Verlag, 2010, ISBN 978-3-613-03098-5, Seite 64. Darüber hinaus stellt das Unternehmen schnell- und mittelschnelllaufende Diesel- und Gasmotoren und (über die Tochterfirma Solar) Industriegasturbinen her. Durch den Zukauf von Bucyrus International ist Caterpillar zudem einer der größten Hersteller für über- und untertägige Bergbaumaschinen.Caterpillar completes acquisition of Bucyrus, caterpillar.com (PDF; 52 kB), 8. Juli 2011 Ferner werden Forstmaschinen gebaut.Forest Machines
Unternehmensgeschichte Die Ursprünge von Caterpillar reichen bis in das Jahr 1889 zurück. Der US-Amerikaner und Eigentümer einer Dreschmaschinenfabrik Daniel Best begann damals mit der Fertigung von Dampftraktoren. Benjamin Holt, ein Konkurrent von Daniel Best, baute anfangs ebenfalls Dreschmaschinen und brachte 1890 seinen ersten Dampftraktor auf den Markt.Christian Suhr, Ralf Weinreich: Baumaschinen Klassiker. Motorbuch Verlag, 2010, ISBN 978-3-613-03098-5, Seite 67. Um zu verhindern, dass seine schweren Dampftraktoren in weichen Böden versanken, entwickelte Holt 1904 ein neuartiges Kettenlaufwerk. Der Fotograf Charlie Clements, den Benjamin Holt im März 1905 damit beauftragt hatte, seinen neuen Kettentraktor bei einer Testfahrt zu fotografieren, verglich die wellenförmige Bewegung des Kettenlaufwerks mit dem Kriechen einer Raupe (Englisch caterpillar). Holt übernahm den Namen für seine Maschinen und patentierte die Bezeichnung zudem einige Jahre später.Die Geschichte des Namens „Caterpillar“, abgerufen am 6. Juni 2022.Die beste Schiebung aller Zeiten In: Baublatt, abgerufen am 6. Juni 2022.
Daniel Best verkaufte sein Unternehmen 1908 an Benjamin Holt und so endete zunächst das Konkurrenzverhältnis. Bests Sohn jedoch gründete fünf Jahre später ein neues Unternehmen, das sich unter der Marke Tracklayer ebenfalls der Herstellung von Kettentraktoren widmete. 1925 taten sich Best und Holt schließlich zusammen und aus der Holt Manufacturing Company und der C. L. Best Tractor Company entstand die Caterpillar Tractor Company.Christian Suhr, Ralf Weinreich: Baumaschinen Klassiker. Motorbuch Verlag, 2010, ISBN 978-3-613-03098-5, Seite 68.
1928 übernahm das junge Unternehmen den Graderhersteller Russell Grader Manufacturing CompanyThe Origin of Motor Graders Produced by Caterpillar Began 110 Years Ago, auf www.caterpillar.com, abgerufen am 4. Dezember 2020 und baute ab 1931 Motorgrader.Christian Suhr, Ralf Weinreich: Baumaschinen Klassiker. Motorbuch Verlag, 2010, ISBN 978-3-613-03098-5, Seite 74.
Im Jahre 1951 erfolgte die Übernahme der Trackson Company of Milwaukee mit der Marke Traxcavator. Das Unternehmen rüstete seit 1936 überwiegend Caterpillar-Raupen mit Räumschilden und Ladeschaufeln aus.Classic Machines: The Caterpillar 933 Traxcavator, auf www.contractormag.co.nz, abgerufen am 4. Dezember 2020 Die ursprünglich per Seilzug betätigten Anbauteile wurden ab 1950 hydraulisch angesteuert.Christian Suhr, Ralf Weinreich: Baumaschinen Klassiker. Motorbuch Verlag, 2010, ISBN 978-3-613-03098-5, Seite 71. Ab 1951 startete das Unternehmen auch mit der Herstellung von Rohrverlegern, also Kettentraktoren mit seitlicher Kraneinrichtung für den Pipelinebau.
Neben den Kettenfahrzeugen begann Caterpillar zudem früh mit der Fertigung weiterer Baumaschinen. 1956 startete die Herstellung von Radladern. Die ersten Radlader stammten aus dem Jahr 1959 und waren zunächst nur mit einer starren Vorderachse und einer lenkbaren Hinterachse ausgestattet. Erst 1963 führte Caterpillar die wesentlich vorteilhaftere Knicklenkung ein.Christian Suhr, Ralf Weinreich: Baumaschinen Klassiker. Motorbuch Verlag, 2010, ISBN 978-3-613-03098-5, Seite 73. Mit der Entwicklung und Fertigung von Hydraulikbaggern begann Caterpillar erst zu Beginn der 1970er Jahre.
Im Jahr 1981 kaufte Caterpillar den US-amerikanischen Gasturbinenhersteller Solar Turbines Industrial Division von International Harvester.Thomas Wilk: Caterpillar 75 Jahre. Podszun-Verlag, Brilon. 2. Auflage 2003, ISBN 3-86133-247-7, S. 197. 1985 kam die DJB Engineering Ltd., ein Hersteller von knickgelenkten Muldenkippern, aus Peterlee zu Caterpillar.Eric C. Orlemann: Das Caterpillar-Jahrhundert. Heel-Verlag, Königswinter. 2003, ISBN 3-89880-389-9, S. 363. Zwei Jahre später erfolgte die Übernahme der RayGo Corporation, einem Hersteller von Straßenbaumaschinen.
Caterpillar erweiterte sein Produktspektrum 1991 weiter mit dem Kauf des Asphaltfertigerherstellers Barber-Greene und 1996 mit der Übernahme der Maschinenbau Kiel, einem Hersteller von Schiffsmotoren. 1997 wurden der australische Raddozerhersteller Tiger Engineering Pty Ltd. und der britische Motorenhersteller Perkins Engines in das Unternehmen integriert. Der Erwerb von Perkins Engines von LucasVarity für 1,3 Mrd. US-Dollar war der bis dahin teuerste Zukauf in der Firmengeschichte.
Im Jahr 1998 übernahm Caterpillar den in Kiel ansässigen Traditionshersteller MaK für mittelschnell laufende Motoren vom Krupp-Konzern. Die bis dahin bekannte Krupp MaK wurde in den Caterpillar-Firmenzweig eingegliedert und in Caterpillar Motoren GmbH & Co KG umbenannt. Die bis dahin unter einem Dach ansässigen Arbeitsbereiche wurden vom Montagebetrieb losgelöst, so dass es heute drei einzelne Teile gibt, die an unterschiedliche Geschäftszentren berichten. Der Motorenhersteller ist als KEC (Kiel Engine Center) bekannt.
1999 ging man mit dem deutschen Unternehmen Claas ein Joint Venture zur gegenseitigen Vermarktung landwirtschaftlicher Maschinen ein. So wurden CAT-Challenger-Traktoren und – Raupenschlepper in Europa als Claas-Maschinen verkauft, während Claas-Lexion-Mähdrescher in Nordamerika unter der Marke CAT verkauft wurden. Gemeinsam wurde in Omaha, Nebraska auch ein Mähdrescherwerk errichtet. Die fünfzigprozentigen Caterpillar-Anteile hieran wie auch am Joint Venture wurden im Jahr 2002 jedoch von Claas aufgekauft, als Caterpillar beschloss, die Produktion von Raupenschleppern für die Landwirtschaft aufzugeben und mit dem Markennamen Challenger an den AGCO-Konzern zu verkaufen. Die in Omaha von Claas für den nordamerikanischen Markt produzierten Lexion-Mähdrescher wurden weiterhin als CAT Lexion über die Caterpillar-Vertriebsgesellschaften vermarktet und betreut. Mittlerweile werden diese in Caterpillar-Farben – aber unter dem Namen Claas – über das Caterpillar-Händlernetzwerk vertrieben.
Im Jahr 2000 wurden der australische Hersteller von Untertagemaschinen Dale B. Elphinstone Pty. LtdEric C. Orlemann: Das Caterpillar-Jahrhundert. Heel-Verlag, Königswinter. 2003, ISBN 3-89880-389-9, S. 364. und der italienische Hersteller von Straßenbaumaschinen Bitelli erworben.Caterpillar Buys Italian Road Construction Firm, auf www.rermag.com, abgerufen am 4. Dezember 2020 2003 kaufte Caterpillar die Markennamen Payhauler und Unit Rig von der Firma Terex sowie die entsprechende Baureihe dieselelektrischer Muldenkipper. 2004 wurde von Babcock Borsig das Schweizer Unternehmen Turbomach übernommen und der Sparte Solar Turbines zugeordnet. Teleskoplader, die Caterpillar unter eigenem Markennamen über sein Händlernetz vertreibt, werden seit 2005 von JLG Industries zugeliefert, einem US-amerikanischen Unternehmen, das 2006 von der Oshkosh Corporation übernommen wurde.
2008 erfolgte die Übernahme des chinesischen Baumaschinenherstellers Shandong SEM Machinery Co., Ltd., abgerufen am 4. Dezember 2020 Im November 2010 stimmte Bucyrus International dem Kauf durch Caterpillar für 8,6 Mrd. US-Dollar zu.Caterpillar schluckt Bucyrus für 8,6 Milliarden Dollar, In: Manager Magazin, erschienen am 15. November 2010, abgerufen am 6. Januar 2022. Die Transaktion wurde am 8. Juli 2011 abgeschlossen.
2010 übernahm die Caterpillar-Tochter Progress Rail den amerikanischen Diesellokomotiv-Hersteller Electro-Motive Diesel. Dieser firmiert seit 1. September 2016 als „Progress Rail Locomotive“. Im gleichen Jahr kam auch die MWM GmbH zu Caterpillar. Im Jahr 2013 übernahm Caterpillar die Firma Berg Propulsion und gliederte sie in ihren Unternehmensbereich CAT Propulsion ein. 2011 wurden Lastkraftwagen eingeführt, diese wurden von Navistar hergestellt. 2015 kündigte Caterpillar an, die Lastkraftwagen künftig selbst entwickeln und in dem Werk in Victoria herstellen zu wollen. Bevor dies umgesetzt wurde, wurde 2016 der Vertrieb von Caterpillar-Lastkraftwagen eingestellt. 2020 kaufe Caterpillar Lieferroboterhersteller Marble Robots.Caterpillar acquires delivery robot maker Marble, auf www.roboticsandautomation.com, abgerufen am 4. Dezember 2020
Aktien und Besitzverhältnisse Caterpillar ist an der New York Stock Exchange (NYSE) unter dem Abkürzung „CAT“ notiert und unter anderem Teil des Dow Jones Industrial Average sowie des S&P 500. Die Aktien befinden sich überwiegend im Streubesitz.Übersicht bei de.marketscreener.com, abgerufen am 4. Januar 2025. Zu den größten Anteilseignern zählen Investoren wie The Vanguard Group, BlackRock und State Street Corporation, die jeweils Anteile im einstelligen Prozentbereich halten.Aktionärsstruktur bei de.marketscreener.com, abgerufen am 4. Januar 2025.
Das Unternehmen schüttet seit mehreren Jahrzehnten Dividenden aus und zählt zu den sogenannten Dividendenaristokraten, da die Ausschüttungen seit 1993 kontinuierlich erhöht wurden.Caterpillar 2023 Investor Presentation, abgerufen am 4. Januar 2025.
Entwicklung wirtschaftlicher Eckdaten +Geschäfts- und Mitarbeiterentwicklung (jeweiliges Geschäftsjahr)GJ Mitarbeiter Umsatzin Mio. US$ Gewinn n. St.in Mio. US$Bilanzsummein Mio. US$ 200585.116 36.3392.85447.553 2010104.490 42.5882.70064.020 2015105.700 47.0112.51278.342202097.30041.7482.99878.3242021107.70050.9716.48982.7932022109.10059.4276.70581.9432023113.20067.06010.33587.4762024112.90064.80910.78887.7642025118.00067.5898.88498.585
Caterpillar in Europa Deutschland Caterpillar kaufte in der Vergangenheit mehrere traditionsreiche deutsche Maschinenbauunternehmen.Caterpillar in Deutschland – Geschichte, abgerufen am 10. August 2023. So kam 1997 die Maschinenbau Kiel (MaK) zu Caterpillar und firmierte fortan als Caterpillar Motoren GmbH & Co. KG. Im Jahr 1999 ging auch das Dieselmotorenwerk Rostock (DMR) als Caterpillar Motoren Rostock GmbH an den Konzern.Caterpillar baut Rostock zur Haupt-Montagestätte aus. In: Welt, erschienen am 5. Juli 2001, abgerufen am 11. August 2023. 2010 wurde die ehemalige O&K Mining Dortmund als Caterpillar Mining HMS GmbH übernommen und in Henstedt-Ulzburg ein Logistikzentrum für Ersatzteile eröffnet.Caterpillar nimmt neues Logistikzentrum in Betrieb, erschienen am 22. April 2010, abgerufen am 10. August 2023. 2011 folgte mit der Akquisition von Bucyrus International die Deutsche Bergbau Technik (DBT) mit den Standorten Wuppertal und Lünen und bildete die Caterpillar Global Mining Europe GmbH. Im gleichen Jahr kaufte Caterpillar auch die Motorenwerke Mannheim (MWM) und benannte das Tochterunternehmen 2013 in Caterpillar Energy Solutions um.Umfirmierung: aus MWM GmbH wird Caterpillar Energy Solutions GmbH. In: Pressebox, erschienen am 8. Oktober 2013, abgerufen am 11. August 2023. 2013 erwarb Caterpillar zudem die Gießerei Kiel und integrierte sie unter dem Namen Caterpillar Castings Kiel GmbH in den Konzern. Im Jahr 2015 waren an den deutschen Standorten von Caterpillar insgesamt circa 4.800 Mitarbeiter beschäftigt.