Die Yamaha GTS 1000 ist ein Motorrad des japanischen Herstellers Yamaha. Der Sporttourer ist – neben der Bimota Tesi – das bislang einzige in Serie hergestellte Motorrad mit Achsschenkellenkung.Koenigsbeck, S. 174. Yamaha präsentierte sein neues Flaggschiff 1992 auf der IFMA in Köln.

Entwicklung mini|links|Studie „Morpho“ Bereits 1989 stellte Yamaha Überlegungen dazu an und konstruierte die Studie „Morpho“. Die Vorentwicklung leistete James Parker, der am 2. Juli 1985 ein Patent auf eine Achsschenkellenkung erhielt, Yamaha erwarb die Patentrechte.Für die Fachpresse war es die „Kreativität der Yamaha-Ingenieure“. Vgl. Koenigsbeck, S. 174. Der Sporttourer wurde von 1993 bis 1997 produziert.

Technik Die Achsschenkellenkung ist eine selten angewandte Bauart der Vorderradführung von Motorrädern. Versuche und Serienfertigungen mit Radnabenlenkungen (Lenkzapfen in der Radnabenmitte) gab es im Motorradsektor einige, reine Achsschenkellenkungen kamen bislang über das Experimentierstadium nicht hinaus, wie die Elf-Rennmaschinen von 1978 bis 1988. Die erste Achsschenkellenkung in Serie wurde beim Modell Yamaha GTS 1000 (1993–1997) verwendet. Bei der Yamaha übertragen zwei längs übereinander eingebaute Dreieckslenker die auftretenden Kräfte, eine Welle mit zwei Kardangelenken und einem Schiebegelenk überträgt die Steuerbewegung.https://silodrome.com/wp-content/uploads/2013/12/Yamaha-GTS-1000-Motorcycle-Brochure.jpg Röntgendarstellung des Motorrads Das Federbein greift am unteren Längslenker an und stützt sich am Rahmen – Yamaha nannte ihn Omega-Rahmen – ab.

Test und Kritik Ein Test-Vergleich ergab, dass die ungefederte Masse am Vorderrad mit 31,6 kg weitaus höher war als eine herkömmliche Teleskopgabel mit 21,5 kg. Dies erforderte konstruktionsbedingt eine hohe Druckstufendämpfung. Vorteile konnte die Achsschenkellenkung der Yamaha in diesem Test nur bei höherem Bremsnickausgleich erzielen. Der Nachlauf wurde mit 100 mm und der Lenkkopfwinkel mit 66 Grad gemessen, der Federweg betrug vorne 116 mm und hinten 130 mm.MOTORRAD Test 1996, S. 28.

Das Fahrwerk erntete Kritik; der theoretische Vorteil der Achsschenkellenkung war im Fahrversuch nicht zu erkennen. Der in der Größe 130/60 ZR 17 zu breite Vorderradreifen wurde stark kritisiert. Trotzdem zog man sich bei Yamaha „den Schuh nicht an“ und lieferte das Motorrad in dieser Reifendimension, trotz des Verbesserungsvorschlags auf 120/70 ZR 17 zu reduzieren, bis zum Produktionsende damit aus.Koenigsbeck, S. 176. Ulf Böhringer empfand das Fahrwerk als Enttäuschung:

Im Gegensatz zum „revolutionären Konzept“ der VorderradaufhängungIn Testberichten wurde das Motorrad auf Bestnoten gelobt (MOTORRAD Test 1993–1997) blieb Yamaha mit der Schwinge am Hinterrad auf dem Stand der Technik. Als Antriebsquelle des Sporttourers fungierte der für den deutschen Markt von auf gedrosselte Fünfventil-Motor der Yamaha FZR 1000 mit Drei-Wege-Katalysator, dessen hoher Kraftstoffverbrauch kritisiert wurde:

Im Sekundärantrieb war ein weniger tourenfreundlicher Kettenantrieb eingebaut. Das Motorrad war gegen Aufpreis mit Antiblockiersystem verfügbar; die Modellbezeichnung lautete dann Yamaha GTS 1000 (A).MOTORRAD Test 1993, S. 56. In Deutschland sollen 1.369 Exemplare einen Abnehmer gefunden haben. Restbestände wurden nach Ende der Serienfertigung bis 1999 verkauft.Koenigsbeck, S. 179.

Literatur Axel Koenigsbeck, Hans J. Schneider, Peter Abelmann: Yamaha. Schneider Text Edition 2004, ISBN 0-9541746-0-7.

Weblinks

GTS 1000

Anmerkungen

Einzelnachweise

GTS 1000