Unter einem Feiertag (ahd. fîra aus , ‚der religiösen Feier gewidmeter, arbeitsfreier Tag‘; dazu feiern, ursprünglich ‚die Arbeit ruhen lassen‘, ahd. fîrôn von ; Dort auch Feiertag, feiern. Georges: Lat.-dt. Wörterbuch. vgl. Feierabend, Ferien) oder Festtag (, ‚ein der [öffentlichen] religiösen Feier gewidmeter Tag‘;Georges s. v. festus vgl. Fest) wird im deutschen Sprachraum allgemein ein arbeitsfreier Tag mit besonderer Feiertagsruhe verstanden. Alle Kulturen und Völker feiern regelmäßig bestimmte Ereignisse von gesellschaftlichem oder religiösem Rang. Diese sind oft durch die Rechtsordnungen der einzelnen Staaten besonders geschützt. Man spricht im deutschen Sprachraum dann von gesetzlichen Feiertagen.

Allgemeines Die einzelnen Wochentage unterscheiden sich vor allem durch deren Nutzung. Während an Werktagen gearbeitet wird (Arbeitstagezu beachten ist aber, dass zwischen beiden ein Unterschied bestehen kann), sind Sonntage und Feiertage so genannte Ruhetage. Das gilt in vielen Kulturkreisen. Zwischen Sonn- und Feiertagen wird vor allem deshalb unterschieden, weil ein bestimmter Feiertag durch Unregelmäßigkeiten im Kalender auf einen Werktag oder Sonntag fallen kann und dann entschieden werden muss, wie hiermit umgegangen wird. Dies ist im Arbeitsrecht zu klären.

Weichen Betriebssitz und tatsächlicher Arbeitsort voneinander ab, gilt, insbesondere im Falle des Homeoffice, das Feiertagsrecht des tatsächlichen Arbeitsorts.Tobia Vössing, Der Umgang mit regionalen Unterschieden im Homeoffice, Deutscher Anwaltspiegel vom 25. September 2024. Für die Einhaltung einer gerichtlichen Frist kommt es auf die Feiertagsregelungen an dem Ort an, an dem sich das betreffende Gericht befindet.Feiertage: Für die Fristwahrung gilt der Gerichtsort, der-betrieb.de vom 28. Oktober 2022.

Das Judentum feiert im Gedenken an den siebenten Tag der Schöpfung, an dem Gott ruhte (), den Sabbat als siebenten Tag der Woche, christlicher Wochenruhetag ist im Gedanken an die Auferstehung Christi der erste Tag der Woche, der Sonntag, islamischer der Freitag.

Arten Allgemein wird zwischen folgenden Feiertagen unterschieden:Hubert Schiepek, Der Sonntag und kirchlich gebotene Feiertage nach kirchlichem und weltlichem Recht, 2009, S. 498. Gesetzlicher Feiertag ist ein Feiertag, der durch Gesetze oder Rechtsnormen festgelegt ist (zur Situation in den einzelnen Ländern siehe die jeweiligen Länderartikel). Religiöse Feiertage Christentum: Kirchlicher Feiertag ist ein durch die Kirche festgelegter und meist auf der Religion beruhender Feiertag. Das Zweite Vatikanische Konzil bezeichnete den Sonntag als „Ur-Feiertag“.Konstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium, Dezember 1963, Nr. 106 Religiöse Feiertage müssen nicht immer auch gesetzliche Feiertage sein (je nach Staat oder Gliedstaat). Nationalfeiertage hängen meist mit der Staatsgründung oder dem Erlass der Verfassung zusammen.

Feste und bewegliche Feiertage

Feste und bewegliche Feiertage unterscheiden sich wie folgt:

Tag Beispiele Kalenderdatum Anmerkungen feste Feiertage Neujahr 1. Januar NeujahrsfestErscheinung des Herrn6. Januarauch Epiphanie oder Dreikönigsfest genanntErster Mai1. MaiTag der Arbeit, internationaler ArbeiterfeiertagVeteranentag15. Junierinnert an MilitärveteranenMariä Himmelfahrt15. AugustMariä Aufnahme in den HimmelAllerheiligen1. NovemberGedenktag für HeiligeUnbefleckte Empfängnis8. DezemberMaria, Mutter Jesu wurde vor der Erbsünde bewahrtWeihnachten25. Dezember, in einigen Staaten auch der 26. DezemberGeburt Jesu Christi bewegliche Feiertage Gründonnerstag drei Tage vor Ostern letztes Abendmahl Jesu mit den zwölf ApostelnKarfreitagzwei Tage vor OsternGedenktag des Leidens und Sterbens Jesu Christi am KreuzOsternerster Sonntag nach dem ersten FrühlingsvollmondOsterfestChristi Himmelfahrt40. Tag der Osterzeit, fällt immer auf einen DonnerstagAufnahme und Erhöhung Jesu Christi als Sohn Gottes zu seinem Vater in den HimmelPfingsten50. Tag der OsterzeitSendung des Geistes Gottes zu den Jüngern Jesu und seine bleibende Gegenwart in der Kirche.Fronleichnam60. Tag nach Ostern, fällt immer auf einen Donnerstagdie bleibende Gegenwart des als Sohn Gottes angesehenen Jesus Christus im Sakrament

Die Regelung gesetzlicher Feiertage hat Auswirkungen im Arbeitsrecht (zusätzliche Freizeit), sowie bei den Ladenschlusszeiten, im Verkehrsrecht und in den Schulzeiten.

Feste Feiertage finden immer am gleichen Kalenderdatum eines Jahres statt. Die beweglichen Feiertage sind mehrheitlich im Kirchenjahr durch den Mondkalender der jüdischen Tradition bestimmt. Sie finden jedes Jahr an einem anderen Kalendertag statt, hängen aber mit Ausnahme des Buß- und Bettags vom Osterdatum ab.

Neben diesen Feiertagen gibt es viele weitere vom Osterdatum abhängige Tage.

Religiöse und politische Feiertage Religiöse und politische Feiertage unterscheiden sich wie folgt:

Art Beispiele religiöse Feiertage Christentum: siehe Kirchenjahr, römischer Generalkalender; Judentum: siehe jüdische Feste; Islam: siehe islamische Festtage, islamischer Kalender; Buddhismus: siehe Buddhistische Feste und Feiertage; Bahai-Glaube: siehe Bahai-Kalender politische Feiertage Tag der Arbeit, Europatag, Nationalfeiertage, z. B. : Tag der Deutschen Einheit, : Nationalfeiertag (Österreich), : Schweizer Bundesfeiertag, : Fête Nationale, : Festa della Repubblica, : Independence Day

Allgemein wird in der EU der Europatag als Feiertag angesehen, er ist jedoch nur in Luxemburg ein gesetzlicher Feiertag. Das Judentum feiert im Gedenken an den siebenten Tag der Schöpfung, an dem Gott ruhte (), den Sabbat als siebenten Tag der Woche, christlicher Wochenruhetag ist im Gedanken an die Auferstehung Christi der erste Tag der Woche, der Sonntag, islamischer der Freitag.

Feiertage International

Gesetzliche Feiertage Land Anzahl gesetzliche Feiertage¹ 15 12 11 14 9 10 9 10 11 18 14 9 11 15 18 11 10 16 12 10 14 14 7 8 13 12 14 11 13 9 11 9 11 15 12 14 12 15 13 12 14,5 8 14 8 10 9 15 ¹ regionale Feiertage nicht mit eingerechnet. ² nur Arbeitnehmer mit einer 6-Tage-Arbeitswoche haben einen Anspruch auf 24 Urlaubstage. ³ abhängig von der Dauer des Anstellungsverhältnisses, Maximalsatz ab 6,5 Jahren Anstellung

Feiertage in existierenden Staaten

Feiertage in ehemaligen Staaten Feiertage in der DDR Feiertage im Deutschen Reich 1933–1945 Feiertage in Jugoslawien Feiertage in der Sowjetunion Feste und Feiertage im Römischen Reich

Wirtschaftliche Aspekte Da an Ruhetagen (Urlaub, Sonn- und Feiertage) nicht gearbeitet wird, wirkt sich volkswirtschaftlich eine hieraus resultierende verringerte Produktion – ceteris paribus – negativ auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus und bremst das Wirtschaftswachstum.Ulrich Peter Ritter, Vergleichende Volkswirtschaftslehre, 1997, S. 180 ff. Deshalb sind Ruhetage und die Saisonarbeit die wichtigsten Einflussgrößen beim BIP (siehe Saisonbereinigung).Matthias Premer, Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, 2011, S. 27. Die Einführung von weiteren Feiertagen ermäßigt deshalb das Bruttoinlandsprodukt (siehe Kalenderbereinigung). Ein Arbeitstag mehr oder weniger dürfte im Frühjahr größere Wirkungen auf die Produktion haben als einer zwischen Weihnachten und Neujahr, da in diesem Zeitraum viele Unternehmen Betriebsferien haben oder mit verringerter Belegschaft arbeiten.Roland Döhrn, Konjunkturdiagnose und –prognose, 2014, S. 28.

Siehe auch Bankfeiertag bewegliche Gedenktage Gebotener Feiertag Gedenktag Persönlicher Feiertag Wochenende

Literatur Eckhard Bieger: Das Kirchenjahr: die Feste, Bedeutung, Entstehung, Brauchtum. Benno, Leipzig 2013, ISBN 978-3-7462-3760-2. Karl-Heinrich Bieritz: Das Kirchenjahr: Feste, Gedenk- und Feiertage in Geschichte und Gegenwart. 8. Auflage. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-65605-7. Peter Häberle: Feiertagsgarantie als kulturelle Identitätselemente des Verfassungsstaates, Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-06332-5. Angela Kämper, Ute Kleinelümern, Hanno Ballhausen: Die wichtigsten Feier- und Gedenktage. Chronik griffbereit: Religiöse und nationale Feiertage weltweit. Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh / München 2009, ISBN 978-3-577-14649-4. Jörg Koch: Dass Du nicht vergessest der Geschichte – Staatliche Gedenk- und Feiertage von 1871 bis heute. Wbg Academic, Darmstadt 2019, ISBN 978-3-534-40186-4. Timo Lokoschat: Es wird eng im Kalender: 365 kuriose Gedenk- und Feiertage. Sanssouci, München 2010, ISBN 978-3-8363-0218-0.

Weblinks

Feiertage im Mittelalter

Einzelnachweise

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