Die Republik Südafrika (RSA) ist ein Staat im südlichen Afrika. Er ist der am weitesten entwickelte Wirtschaftsraum des afrikanischen Kontinents.
Es gibt drei HauptstädteSouth African Government: South Africa at a glance. Abgerufen am 13. Juli 2018.: Die Regierung sitzt in Pretoria, das Parlament in Kapstadt und das Oberste Berufungsgericht in Bloemfontein. Die nach Einwohnern größten Metropolen (als Metropolgemeinden) sind Johannesburg, Kapstadt und Durban. Englisch ist die Verkehrssprache des Landes, meistgesprochene Sprache ist jedoch isiZulu, gefolgt von isiXhosa. Daneben sind Afrikaans und weitere sieben Bantu-Sprachen offizielle Sprachen des Landes.
Südafrika gehört als einziger afrikanischer Staat zu den G20-Wirtschaftsmächten und wird zu den BRICS-Staaten gezählt. Der Sitz des Parlaments der Afrikanischen Union befindet sich in Johannesburg-Midrand. Südafrika ist eines der Gründungsmitglieder der Vereinten NationenRepublic of South Africa, Department of Environmental Affairs: UN – United Nations, Die Entwicklung der Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen, 1945 bis 2011. auf www.bpb.de (deutsch). und zudem Mitglied des Commonwealth of Nations.
Die Republik Südafrika ist ein kulturell diverser Staat, in dem Menschen mehrerer Ethnien leben und der aufgrund dieser Vielfalt oft als „Regenbogennation“ bezeichnet wird. Da die verschiedenen Bevölkerungsgruppen nicht immer konfliktfrei nebeneinander lebten und leben, belasteten im Verlauf der Geschichte vielschichtige Probleme und Unruhen das Verhältnis beispielsweise zwischen der nichteuropäischen Mehrheitsbevölkerung und den europäischstämmigen („weißen“) Einwanderern sowie ihren im Lande geborenen Nachfahren, aber auch zwischen verschiedenen Nationalitäten innerhalb dieser während der Apartheid definierten Gruppen mit gravierenden Auswirkungen auf die Geschichte und Politik des Landes. Die Khoisan-Urbevölkerung, die in Überresten vereinzelt noch als Wildbeuter lebt, ist heute weitgehend marginalisiert.
Die Nasionale Party, Partei der Afrikaans sprechenden Europäischstämmigen – meist niederländischer, teils aber auch deutscher oder französischer Abstammung – gestaltete infolge ihres Wahlsieges im Jahre 1948 alle Bereiche der südafrikanischen Gesellschaft nach dem von ihr vertretenen programmatischen Grundsatz der „getrennten Entwicklung“ um. Diese Entwicklung hatte jedoch bereits zuvor unter den sowohl britisch als auch burisch orientierten Staatsregierungen ihren Anfang genommen und war bis kurz nach der Wahl des gemäßigten und zur Verständigung bereiten Präsidenten Frederik Willem de Klerk offiziell erklärte Staatspolitik. Die Wende in der Politik begann 1990. Sie war eine Folge des jahrelangen Kampfes der benachteiligten Bevölkerungsmehrheit unter politischen Führern wie Nelson Mandela und verlief weitgehend friedlich. Die Wahlen in Südafrika 1994 brachten erstmals ein gleiches Wahlrecht für alle Bürger und veränderten das politische Leben im Land grundlegend.
Der Staat ist einer der wenigen Staaten in Afrika, in denen nichteuropäischen Amtssprachen derart großer Freiraum beigemessen wird und bisher kein Staatsstreich stattgefunden hat. Freie und geheime Wahlen, allerdings nur unter Bevorzugung der weißen Bevölkerung, wurden seit dem 19. Jahrhundert abgehalten. Die Wirtschaft des Staates ist die weitestentwickelte auf dem gesamten afrikanischen Kontinent.
Geografie mini|Zusammengesetztes Satellitenbild Südafrikas
Lage Im Süden und Südosten grenzt Südafrika an den Indischen Ozean, im Westen an den Atlantischen Ozean. Im Norden liegen die Nachbarstaaten Namibia, Botswana und Simbabwe, nordöstlich Mosambik und im Osten Eswatini. Das Königreich Lesotho wird als Enklave von Südafrika umschlossen.nach OSM.
Das Land liegt am südlichsten Rand des afrikanischen Kontinents zwischen 22 und 35 Grad südlicher Breite sowie zwischen 17 und 33 Grad östlicher Länge (ohne Berücksichtigung der Prinz-Edward-Inseln). Es hat eine über 2500 km lange Küstenlinie an zwei Ozeanen (am Atlantischen und am Indischen Ozean). Südafrika hat eine Fläche von 1.219.912 km²; das entspricht ungefähr dem 3,4-fachen der Fläche Deutschlands. Das Zentralplateau, auch Highveld genannt, liegt 900 Meter bis 2000 Meter über dem Meeresspiegel. Der zur Küste abfallende Landgürtel ist 20 bis 250 km breit und wird Great Escarpment (Groot Randkant, Große Randstufe) genannt. Weite Teile des Landes sind geomorphologisch und petrografisch von den Sedimenten des Karoo-Hauptbeckens bestimmt. Im Norden treten besonders im Bushveld-Komplex magmatische Gesteine und bei Barberton sehr alte Metamorphite (Grünsteinfazies, Serpentinite) zu Tage.
Landschaften mini|Satellitenbild des Kaps der Guten Hoffnung, künstliche Perspektive
Die Drakensberge durchziehen das Land vom Nordosten bis in die Enklave Lesotho im Südosten, wo sie mit dem Thabana Ntlenyana ihren höchsten Punkt (3482 m) erreichen. Höchster Berg Südafrikas ist der Mafadi mit 3450 m. Nordwestlich von Bloemfontein erstreckt sich die Kalahari-Wüste durch Botswana bis nach Namibia hinein. Am Kap Agulhas, der Südspitze des Kontinents, treffen sich Atlantik und Indischer Ozean, westlich davon liegt das Kap der Guten Hoffnung (Cape of Good Hope oder Kaap van die Goeie Hoop).
Die meisten Flüsse entspringen in den Drakensbergen und fließen nach Osten in Richtung Indischer Ozean. Der mit 2160 km längste Fluss, der Oranje, entspringt ebenfalls in den Drakensbergen, fließt jedoch nach Westen und mündet in den Atlantischen Ozean. Die Augrabiesfälle am Oranje nahe Upington haben eine Breite von rund 150 m und sind etwa 56 m hoch. Weitere wichtige Flüsse sind der Limpopo, der als Grenzfluss zu Botswana, Simbabwe und Mosambik in Nordostrichtung nach rund 1750 km in den Indischen Ozean mündet, und der Vaal (1251 km), ein Nebenfluss des Oranje. Die Wasserstände dieser Flüsse schwanken sehr stark.
Zu Südafrika gehören die Prinz-Edward-Inseln im südlichen Indischen Ozean. Seine territorialen Ansprüche in der Antarktis und auf die Walfischbucht in Namibia gab Südafrika 1994 auf.
Klima und Vegetationszonen mini|Klimakarte Südafrikas
Südafrika hat eine große Differenzierung an klimatisch-orographischen Großeinheiten und Vegetationszonen. Sie reichen von extremer Wüste in der Kalahari an der Grenze zu Namibia bis zu subtropischen Lorbeerwäldern im Südosten und an der Grenze zu Mosambik. An der westlichen Küstenzone herrscht ein arides bis stark maritim geprägtes Klima vor. An der Südküste ist das Klima semiarid bis semihumid, was auf das Aufeinandertreffen des kalten Benguelastroms und des warmen Agulhasstroms am Kap der Guten Hoffnung zurückzuführen ist. Das Klima im Landesinneren ist voll- bis semiarid, jedoch nach Osten humider werdend, sodass das Highveld-Plateau zum Teil bereits zum immerfeuchten Ostseitenklima gerechnet werden kann. Dort gedeiht heute anthropogen entstandenes subtropisches Grasland im Osten sowie Halbwüste im Westen, die im Norden in verschiedene Savannengebiete übergeht. In Hochlagen über 1800m NN findet sich Hochlandsteppe. Die Ostküste ist schließlich durch ein semihumides und ausgesprochen maritimes Klima gekennzeichnet. Die Region um Kapstadt weist ein mediterranes Klima auf. Schnee im Winter gibt es nur in den höheren Gebirgen.Ernst Klimm, Karl-Günther Schneider, Bernd Wiese: Das südliche Afrika. (= Wissenschaftliche Länderkunden, 17), Darmstadt 1980, S. 36–42.
Durch seine Größe und mehrere andere Faktoren (Meeresströme, Höhenlage) bedingt, variiert das Klima zwischen den verschiedenen Teilen des Landes. Grundlegend für die Klimaverteilung sind dabei mehrere Faktoren: An der Ostküste fließt der aus dem Indischen Ozean kommende warme Agulhasstrom, der warme und wasserreiche Luft aufsteigen lässt. Diese Wolken entstehen durch komplexe Konvektionsströmungen zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten und regnen sich im Bereich der Ostküste Südafrikas aus. In Richtung des Landesinnern nehmen die Niederschlagsmengen jedoch schnell ab. An der Westküste hingegen fließt der kalte, aus antarktischen Gewässern gespeiste Benguelastrom. Zusammen mit den wechselnden Luftdruckverhältnissen führt er an der Westküste zur Wüstenbildung, da den Küstengebieten die Feuchtigkeit entzogen wird.Klimm, S. 40–41, 285–289.
Die Lage Südafrikas auf der Südhalbkugel führt dazu, dass die Jahreszeiten denen auf der Nordhalbkugel entgegengesetzt sind. Im Winter, zwischen Juni und August, kann in den Drakensbergen, auf dem Highveld und in Johannesburg (1753 m) und Umgebung Schnee liegen, nachts gehen die Temperaturen stark zurück. Tagsüber steigen die Temperaturen auf etwa 23 °C, im Sommer auf 30 °C. Im Boland, der Region um Kapstadt (15 m), herrscht im Winter kühles Klima mit Nieselregen. Von November bis März ist es dort warm bis heiß und trocken. In den Küstengebieten KwaZulu-Natals, unter anderem in Durban (5 m) und entlang der Ostküste, ist die Luftfeuchtigkeit hoch, meist weht jedoch ein kühlender Wind vom Meer. Die Temperaturen liegen hier ganzjährig etwa zwischen 25 und 35 °C.
Das Plateau im Osten des Landes ist durch warme, selten unangenehm hohe Temperaturen gekennzeichnet. In der Karoo-Halbwüste und dem Namaqualand kommt es dagegen zu extrem hohen Temperaturen. Hier liegen die jährlichen Niederschlagsmengen unter 200 mm. Die wenigen Winterregenfälle treten sehr unregelmäßig auf.Klimm, S. 36.
Am Westkap weht eine ständige, frische Brise. Die Sommer sind warm und selbst die Winter mild. Die Südküste ist durch ein gemäßigtes Klima charakterisiert. Es überwiegt eine Trockenvegetation mit ausgedehnten Savannengebieten, die im Westen in die Kalahariwüste und das Namaqualand sowie im Südwesten in die Karoo übergehen. Geschlossene Waldbestände finden sich nur im regenstarken Osten und Südosten. Es sind nur kleinere zusammenhängende Flächen vorhanden, die sich entlang der Großen Randstufen erstrecken, beispielsweise in den Amathole-Bergen und den Drakensbergen Natals sowie im Küstenbereich des Ostkaps in der Umgebung von Knysna. Die Sommerregen können in sich katastrophal auswirkenden Mengen niedergehen, wobei es zu erheblichen Bodenerosionen kommt.Klimm, S. 39, 95–96, 98, 284–287.
Klimawandel Das südliche Afrika liegt in einer überwiegend semi-ariden und ariden Zone. Die Folgen durch den Klimawandel sind eine zunehmende Hitze, längere Dürreperioden und geringere Niederschläge. Die Auswirkungen des Klimawandels sind in Südafrika spürbar. Im Binnenland Südafrikas ist die Temperatur binnen 100 Jahren um etwa ein Grad Celsius angestiegen.South Africa. In: Climate Change Knowledge Portal, World Bank Group. Viele Bauern beklagen, dass die Abstände zwischen Trocken- und Regenperioden zunehmen. Regenfälle kommen oft sintflutartig und erzeugen Überschwemmungen. Dabei treten erhebliche Ernteverluste ein.
Unter der Bevölkerung könnten gesundheitliche Probleme zunehmen, denn es besteht die Sorge, dass die Ausbreitung von Malaria und Bilharziose in einigen Landesteilen durch den Klimawandel gefördert werden könnte.UNDP Climate Change Adaptation Portal: South Africa. auf www.adaptation-undp.org (englisch). Die Ausbreitung der Malariagebiete, könnte sich von den Nationalparks im Norden auch auf Großstädte wie z. B. Johannesburg ausdehnen.
Als Folge der Klimaveränderungen ist ein Artenrückgang zu befürchten. Südafrika ist die Heimat vieler, teilweise vom Aussterben bedrohte Tierarten. Südafrikas Umweltminister Martinus van Schalkwyk machte darauf aufmerksam, dass der Krüger-Nationalpark infolge des Klimawandels besonders betroffen sei, da intensive Regenzeiten und längere Dürreperioden dessen Ökosystem bedrohen.