Toyota Supra ist ein Sportwagen des Unternehmens Toyota, der zuerst als Ableitung des im Herbst 1970 präsentierten Coupés Celica (als Celica Supra) entwickelt und ab Anfang 1986 als eigenständiges Modell vermarktet wurde. Der Zusatz „Supra“ (über, übergeordnet) sollte die herausgehobene Positionierung verdeutlichen.
Celica XX Supra (1978–1981) mini|Toyota Celica Supra (der 1981 gebaute erste Supra wurde noch als Spitzenversion des Celica zuerst in Japan und später mit herkömmlicher Spulenzündung (Batteriezündung) gebaut. In einigen Regionen stand auch der 2,0-Liter-Sechszylinder-Motor M-TE mit Turboaufladung und 108 kW (145 PS) zur Verfügung).
Weitere Unterschiede zum normalen Celica waren ein verlängerter Radstand (der Wagen wurde vor der Fahrgastzelle verlängert), eine umfangreichere Ausstattung sowie motorenseitig Leichtmetall-Zylinderköpfe mit zwei obenliegenden Nockenwellen und Saugrohreinspritzung. Zusätzlich wurde die Front abgeändert und der Grill ist in Form eines "T" gestaltet.
Celica Supra (MA 60/61, 1981–1985)
Die zweite Generation wurde im Herbst 1981 präsentiert.
Auch sie war immer noch als Derivat des Celica Liftback erkennbar, hatte aber mit den neuen 125 kW (170 PS) starken 2,8-Liter-6-Zylinder-Motoren 5M-GE und 5M-E (beide für Europa) einen komplett eigenständigen Antrieb. Optisch unterschied sich der Celica Supra durch die breitere B-Säule sowie durch die anders geformte Front.
Weitere Modell- und Leistungsvarianten wurden in den USA und Japan angeboten. Zu den besonderen Ausstattungsmerkmalen zählten die vier innenbelüfteten Scheibenbremsen, Servolenkung und Sperrdifferential. mini|links|Heckansicht (US-Version) Der anfangs in der Schweiz angebotene Celica Supra wurde vom 5M-GE-Motor mit 125 kW (170 PS) angetrieben. Aufgrund abweichender Abgasvorschriften wurde er ab Anfang 1984 mit dem 5M-E-Motor aus dem Toyota Crown mit 103 kW (140 PS) angeboten. Mit dem 5M-GE-Motor wurde er lediglich ein Jahr in die Schweiz importiert. Die Version mit dem 5M-E-Motor verfügte nun über einen Katalysator, welcher beim 5M-GE-Motor fehlte.
In Europa (außer in Schweden und in der Schweiz) wurde der Celica Supra weiter mit dem 5M-GE-Motor ausgestattet. 1984 erfuhr er eine kleine Leistungssteigerung auf 133 kW und erhielt, wie die schwedischen und schweizerischen Versionen, einen Digitaltacho mit Drehzahlmesser.
Im Sommer 1985 wurde die Produktion eingestellt.
Motor 5M-GE (1981–1985) Motor: 6-Zylinder-Reihenmotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen, elektronische Saugrohreinspritzung (EFI), kontaktlose Transistorzündung. Bohrung × Hub: 83,0 × 85,0 Zylinderkopf: 12 Ventile Hubraum: 2740 cm³ Verdichtung: 9,2:1 Leistung: 125 kW (170 PS) bei 5600/min Drehmoment: 230 Nm bei 4600/min
Fahrleistungen mit 5M-GE-Motor (125 kW/170 PS) Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h 0 bis 100 km/h: 8.7 Sekunden Verbrauch: 10 l
Getriebe manuell 5 Gänge manuell Toyota-Getriebecode: W 58 Übersetzung: 1. Gang: 3,268 2. Gang: 1,894 3. Gang: 1,276 4. Gang: 1,000 5. Gang: 0,861 Rückwärtsgang: 3,769 Kupplung: hydraulisch betätigte Einscheiben-Trockenkupplung Antrieb: Hinterachse, Sperrdifferential
Getriebeautomatik 4-Stufen-Automatik Übersetzung: 1. Stufe 2,452 2. Stufe 1,452 3. Stufe 1,000 4. Stufe 0,688 Rückwärtsgang: 2,212
Fahrwerk Hinterradantrieb, rundum Einzelradaufhängung, vorn MacPherson-Federbeine und Querlenker, hinten Schräglenker; Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung, hydraulische Zweikreisbremse mit Bremskraftverstärker, innenbelüftete Scheibenbremsen vorn und hinten. Felgengröße vorn und hinten: 6J × 15" Reifengröße: 205/60 VR 15
Ausstattung Sperrdifferential, Aluminium-Felgen, Ölkühler, Scheinwerferwaschanlage, Nebellampen und -Schlussleuchte, 8-fach verstellbarer Fahrersitz, Sportsitze, elektrische Fensterheber, verstellbares Lenkrad
Supra (MA70/MA71, 1986–1992)
mini|Heckansicht mini|Toyota Supra (1988–1991) mini|Toyota Supra (1991–1992) Anfang 1986 wurde die dritte Generation des Supra vorgestellt. Sie ist zugleich die erste, die nicht mehr mit dem Namenszusatz Celica vermarktet wurde. Die endgültige Trennung der beiden Modellreihen wurde durch das Antriebskonzept (die Celica wurde ab 1986 mit Frontantrieb verkauft, der Supra blieb beim Hinterradantrieb) und das Design verdeutlicht.
Im Herbst 1987 erschien der Turbomotor mit 173 kW (235 PS).
Ein erstes Facelift an der Front und am Heck (dreiteiliger Heckflügel) wurde im August 1988 durchgeführt. Zeitgleich wurde der Saugmotor aus dem Programm genommen.
Eine zweite Überarbeitung (anderes Toyota-Emblem und 5-Stern-Felgen) erfolgte im Frühjahr 1991. Der leicht überarbeitete Motor bekam 2 kW (3 PS) und 6 Nm mehr und hatte nun 175 kW (238 PS) und 350 Nm.
Von dieser Generation gab es auch eine Variante mit Targadach, die auf bestimmten Märkten alternativ, zum Teil (wie in Deutschland) aber auch als einzige Karosserieversion angeboten wurde. In Japan und den USA war außerdem noch eine Variante mit Schiebedach (Sun Roof) erhältlich.
Vom MA70 wurde 1988 ein auf 500 Stück limitiertes Homologationsmodell mit der Bezeichnung "3.0GT Turbo A" angeboten. Das war notwendig, da das damalige Gruppe-A-Reglement es vorschrieb, falls ein modifizierter Turbolader und/oder andere Baugruppen eingesetzt werden sollten. Die Turbo A Modelle leisteten 204 kW (270 PS und 358 Nm) und wurden nur in Japan verkauft.
Ende 1992 lief die Produktion der dritten Baureihe aus.
Probleme Der Turbomotor hatte mit technischen Problemen wegen der oft defekten Zylinderkopfdichtung zu kämpfen und war deshalb nicht sehr standfest und zuverlässig. Viele Besitzer der Turbo-Modelle hatten daher Motorprobleme und durchgebrannte Dichtungen, bis hin zu Motorschäden wegen Überhitzung.
Motoren 1G-GE: 2.0 l, 6 Zylinder, 110 kW/150 PS – offiziell nur in Japan angeboten 1G-GTE: 2.0 l Twin-Turbo, 6 Zylinder, 136 bis 153 kW/185 bis 210 PS – offiziell nur in Japan angeboten 1JZ-GTE: 2,5 l Twin-Turbo, 6 Zylinder, 206 kW/280 PS; - offiziell nur in Japan angeboten 7M-GE: 3,0 l, 6 Zylinder, 150 kW/204 PS (140 kW/190 PS mit Katalysator) (01.1986–08.1988) 7M-GTE: 3,0 l Turbo, 6 Zyl., 173 kW/235 PS (09.1987–01.1991) 7M-GTE: 3,0 l Turbo, 6 Zyl., 175 kW/238 PS (01.1991–12.1992) 7M-GTE (Turbo A): 3,0 l Turbo, 6 Zyl., 199 kW/270 PS; - offiziell nur in Japan angeboten
Motor 7M-GTE (09.1987–01.1991) Motor: 6-Zylinder-Reihenmotor mit Turbolader und zwei obenliegenden Nockenwellen Bohrung × Hub: 83,0 × 91,0 Zylinderkopf: 24 Ventile Hubraum: 2954 cm³ Verdichtung: 8,4:1 Leistung: 173 kW (235 PS) bei 5600/min Drehmoment: 344 Nm bei 3200/min
Motor 7M-GTE (01.1991–12.1992) Motor: 6-Zylinder-Reihenmotor mit Turbolader und zwei obenliegenden Nockenwellen Bohrung × Hub: 83,0 × 91,0 Zylinderkopf: 24 Ventile Hubraum: 2954 cm³ Verdichtung: 8,5:1 Leistung: 175 kW (238 PS) bei 5600/min Drehmoment: 350 Nm bei 3200/min
Getriebe manuell 5 Gänge manuell Toyota-Getriebecode: R154 (Turbo) Toyota-Getriebecode: W 58 (ohne Turbo) Übersetzung: 1. Gang: 3,251 2. Gang: 1,955 3. Gang: 1,310 4. Gang: 1,000 5. Gang: 0,753 Rückwärtsgang: 3,180 Kupplung: hydraulisch betätigte Einscheiben-Trockenkupplung Antrieb: Hinterachse, zu 25 % gesperrtes Differential
Getriebeautomatik 4-Stufen-Automatik (Turbo sowie Sauger) Toyota-Getriebecode A340 Übersetzung: 1. Stufe 2,804 2. Stufe 1,531 3. Stufe 1,000 4. Stufe 0,705 Rückwärtsgang: 2,393
Gewichte Leergewicht: 1550 kg (manuell) | 1630 kg (Automatik) Zulässiges Gesamtgewicht: 2070 kg Nutzlast 530 kg (Manuell) | 505 kg (Automatik) Achslast vorne: 1120 kg Achslast hinten: 1120 kg Anhängelast gebremst: 1700 kg Anhängelast ungebremst: 600 kg Dachlast: 100 kg
Karosserie Konzept: viersitziges Coupe mit zwei Türen und Heckklappe Abmessungen Länge: 4630 mm Breite: 1745 mm Höhe: 1310 mm Tankinhalt: 70 Liter
Fahrwerk Hinterradantrieb, rundum Einzelradaufhängung mit doppelten Querlenkern; Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung, hydraulische Zweikreisbremse mit Bremskraftverstärker, innenbelüftete Scheibenbremsen vorn und hinten, ABS Radgröße vorn und hinten: 7J × 16" Reifengröße: 225/50 R 16
Fahrleistungen (Turbo-Modell) Höchstgeschwindigkeit: 245 km/h Beschleunigung: 0–60 km/h: 3,4 s 0–80 km/h: 5,0 s 0–100 km/h: 6,3 s 0–120 km/h: 9,5 s 0–140 km/h: 12,4 s 0–160 km/h: 16,4 s 0–200 km/h: 28,4 s 400 Meter (stehender Start): 14,8 s 1 Kilometer (stehender Start): 26,9 s Elastizität 60–100 km/h (4. Gang): 6,2 s Elastizität 80–120 km/h (5. Gang): 9,9 s
Ausstattung ABS, zu 25 % gesperrtes Differential, Ölkühler, Scheinwerferwaschanlage, Zentralverriegelung, Nebellampen und -Schlussleuchte, Sitzheizung (als Option), Tempomat, Targadach (bei Turbo Serie), sonnenstandabhängige Klimaautomatik, elektrisch verstellbarer Fahrersitz, elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare Außenspiegel, verstellbares Lederlenkrad
Supra (JZA80, 1993–2002)
Im Juli 1993 kam die vierte Generation des Supra auf den Markt (Modellcode JZA80). In den USA wird dieser Typ „Supra MKIV“ (= Supra der vierten Generation) genannt.
Produktionszeitraum und Märkte Der vierte Supra wurde ausschließlich in Japan produziert und in nur wenige Länder exportiert. Aufgrund nachlassender Nachfrage in den Absatzmärkten (unter anderem bedingt durch strengere Abgasnormen) stellte Toyota den Import für Europa im Frühjahr 1996 ein, während der US-Markt noch bis 1999 bedient wurde.
Der letzte Supra MKIV lief im Sommer 2002 für den japanischen Heimatmarkt vom Band.
Modelle und Motoren mini|2JZ-GTE (D), Motorraum Die Modellreihe MKIV gab es in den Karosserievarianten Coupé und Targa, jeweils mit Frontmotor und Hinterradantrieb. Die Motoren entstammten der 2JZ-Baureihe von Toyota. GE bezeichnete dabei die Saugmotoren, GTE die Turbomotoren. Die von Yamaha entwickelten Aluminium-Zylinderköpfe mit jeweils vier Ventilen pro Zylinder wurden durch zwei obenliegende Nockenwellen (Zahnriemenantrieb) gesteuert.
In Deutschland wurde der Supra MKIV ausschließlich als Targa mit Vollausstattung und Turbomotor angeboten. In der Schweiz stand zusätzlich die Coupé-Version mit ansonsten gleicher Ausstattung zur Verfügung. Das A343E-Automatikgetriebe war ohne Aufpreis erhältlich. Optional war das Aerodynamikpaket mit mächtigem Heckflügel und aktivem Frontspoiler.
Modelljahr 1993 2JZ-GE 2JZ-GTE Motor DOHC-Reihenmotor Turbolader ./. 2 × CT12b Zylinder 6 Bohrung × Hub 86,0 mm × 86,0 mm Hubraum 2997 cm³ Verdichtung 10,0:1 8,5:1 Kurbelwellenlager 7 Ventile 24 Drehmoment max. 294 Nm bei 4800 min−1 441 Nm bei 4800 min−1 Leistung 162 kW (220 PS) bei 5800 min−1 243 kW (330 PS) bei 5600 min−1
Ab 1998 verfügten die Zylinderköpfe über eine variable Nockenwellenverstellung (VVT-i). Modelljahr 1998 2JZ-GE 2JZ-GTE Verdichtung 10,0:1 8,5:1 Drehmoment max. 308 Nm bei 4000 min−1 441 Nm bei 4800 min−1 Leistung 162 kW (220 PS) bei 6000 min−1 243 kW (330 PS) bei 5600 min−1
Turbolader Der MKIV-Turbomotor (2JZ-GTE) wird über zwei parallel angeordnete CT12B-Turbolader aufgeladen. Die Aufladung erfolgt sequentiell. Sequentiell bedeutet, bei niedriger Drehzahl arbeitet nur ein Lader; steigt die Drehzahl, schaltet sich der zweite Lader dazu.
Die Steuerung des sequentiellen Systems erfolgt über den Ladedruck, mechanische Stelldosen und Ventilklappen sowie über elektrische Magnetventile (VSV= Vacuum Switching Valve), die vom Motorsteuergerät (ECU) kontrolliert werden.
Die mechanische Steuerung des Turbosystems wird durch vier Ventilklappen realisiert:
Ladedruckregelventil Abgasbypassventil Abgassteuerventil Ansaugluftsteuerventil