Mauchenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Alzey-Land an.

Geographie Mauchenheim liegt circa fünf Kilometer von der Quelle des Baches Selz entfernt, der bei Orbis entspringt. Die Selz mündet in Ingelheim in den Rhein. Die Gemeinde grenzt im Osten an Freimersheim, im Nordosten und Norden an die Stadt Alzey, im Nordwesten an Offenheim (alle Landkreis Alzey-Worms) und im Süden an Morschheim (Donnersbergkreis).

Zu Mauchenheim gehören auch die Wohnplätze Hof Neber und Kalbsmühle (auch: Schmahle Mühle).

Geschichte Eine urkundliche Erwähnung am 8. Juli 867, als König Ludwig der Deutsche dem Cyriakusstift zu Neuhausen Grundbesitz und 13 Hörige in den Marken und Villen Flörsheim (Flaridesheim), Albisheim (Albolfesheim) und Mouuenheim schenkte, wurde irrtümlich auf Mauchenheim bezogen. Das Mouuenheim in dieser Urkunde ist jedoch auf Marnheim zu beziehen.Martin Dolch; Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer 1991, S. 298.

Die älteste erhaltene Erwähnung Mauchenheims (Mouchenheim) in einem Güterverzeichnis datiert um 1220.Martin Dolch; Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer 1991, S. 300. Beim Ort bestand seit dem 13. Jahrhundert das Zisterzienserinnenkloster Sion (ersterwähnt 1247). Dieses wurde im Rahmen der Reformation im Jahr 1566 aufgehoben. Im Ort selbst bestand das Zisterzienserinnenkloster Paradies (ersterwähnt 1262), das bereits zwischen 1356 und 1418 aufgehoben wurde. Auch das Kloster Otterberg war im Ort begütert.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (538).

Mauchenheim gehörte zur Kurpfalz bzw. ab 1777 zu Kurpfalz-Bayern, wurde 1798–1814 französisch (Département Donnersberg), und kam danach zur bayerischen Provinz Rheinpfalz. Bei der Kreisreform 1969 wechselte Mauchenheim vom ehemaligen Landkreis Kirchheimbolanden zum neu geschaffenen Landkreis Alzey-Worms.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Mauchenheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 562 1835 862 1871 874 1905 762 1939 849 1950 951 1961 877 1970 889 Jahr Einwohner 1987 839 1997 1.007 2005 957 2011 988 2017 993 2019 960 2020 9542022968

Religion Die in Mauchenheim befindliche St.-Remigius-Kirche gehört zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Mauchenheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD FWG Gesamt 2024 5 7 12 Sitze 2019 7 5 12 Sitze 2014 7 5 12 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2009 7 5 12 Sitze 2004 5 7 12 Sitze FWG = Freie Wählergruppe Mauchenheim e. V.

Bürgermeister Anke Böll (FWG) wurde am 9. Juli 2024 Ortsbürgermeisterin von Mauchenheim. Da für die Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat der Gemeinde, der sich auf seiner konstituierenden Sitzung für Böll entschied.

Bölls Vorgänger Udo Arm (SPD) hatte das Amt 15 Jahre ausgeübt und war zur Wahl 2024 nicht erneut angetreten.

Wappen

Bauwerke

Wirtschaft und Infrastruktur Mauchenheim besitzt einen Anschluss an die A 63 zwischen Mainz und Kaiserslautern.

Die Gemeinde wird von den Regionalbuslinien 420 (Alzey – Kirchheimbolanden) und 425 (Alzey – Wöllstein) bedient.

In Mauchenheim geboren Hermann Fitting (1765–1847), Gutsbesitzer und Politiker Johannes Fitting (1800–1840), Gutsbesitzer und Politiker Heinrich Hermann Fitting (1831–1918), Jurist Gottfried Weibel (1886–1965), Landrat

Sonstiges Nach Mauchenheim nennt sich die Adelsfamilie Mauchenheim genannt Bechtolsheim, siehe Mauchenheim (Adelsgeschlecht).

Weblinks Ortsgemeinde Mauchenheim Informationen der Verbandsgemeinde Alzey-Land über die Ortsgemeinde Mauchenheim

Literatur Michael Huyer, Dieter Krienke: Kreis Alzey-Worms: Verbandsgemeinde Alzey-Land (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 20,1). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2013, ISBN 978-3-88462-327-5, S. 285–291.

Einzelnachweise

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