Mölsheim (mundartlich: Melsem) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Monsheim an.
Geographie Mölsheim liegt auf einem Höhenzug in über der Pfrimm und bildet das östliche Tor zum Zellertal.
Geschichte Die älteste erhaltene Erwähnung von Mölsheim – als Milbisheim – stammt von 1237.https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/remling1852/0219 Allerdings reichen Bodenfunde bis in die Neusteinzeit zurück. Der Ort war lange Zeit im Besitz des Klosters Hornbach, das dort eine Schaffnerei errichtete, die heute noch als wuchtiges Bauwerk beeindruckt. Die im Kern barocke Hofanlage ist von hohem Bruchsteinmauerwerk umgeben, die Wirtschaftsgebäude sind mit 1714 und 1771 bezeichnet. Der Pavillon im Garten ist mit der Jahreszahl 1774 bezeichnet.Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Alzey-Worms, S. 58. Mainz 2018 (PDF; 6,5 MB). Im Zuge des Niedergangs der Bedeutung von Hornbach verkaufte der letzte Abt des Klosters, Johann von Kindhausen, 1512 die Hälfte des Dorfes an Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz. Die dem Kloster verbliebene Hälfte fiel 1557 bei Aufhebung des Klosters im Zuge der Reformation an Pfalz-Zweibrücken.Mölsheim und das Kloster Hornbach In: Regionalgeschichte.netSiehe auch das Wappen von Mölsheim. Auch das Kloster Otterberg war im Ort begütert.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (538).
1930 wurde bei Mölsheim die Filigranscheibenfibel aus Mölsheim aus dem 7. Jahrhundert gefunden. Diese Fibel zählt zu den am reichsten verzierten Fibeln der Epoche. Ein Bauer entdeckte sie im Jahr 1930 bei Rodungsarbeiten auf seinem Weinberg in der Mölsheimer Gemarkung. Die aus merowingischer Zeit stammende Mölsheimer Goldscheibenfibel wird im Hessischen Landesmuseum Darmstadt ausgestellt.
Politik mini|Weinpavillon und St. Ägidius mini|Kirche Gemeinderat Der Gemeinderat in Mölsheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG WGH WGL WGW WGK Gesamt 2024 – – 4 – – – 8 12 Sitze 2019 – – 5 – 3 4 – 12 Sitze 2014 5 3 – 1 3 – – 12 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2009 7 2 1 2 – – – 12 Sitze 2004 6 3 – 3 – – – 12 Sitze WGH = Wählergruppe Herz WGL = Wählergruppe Lusiardi WGW = Wählergruppe Wilding WGK = Wählergruppe Kniel
Bürgermeister Maximilian Kniel wurde am 3. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Mölsheim. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 90,9 % für fünf Jahre gewählt worden.
Amtsträger seit 1905: 1905–1920 Christian Möllinger, ihn vertraten im Ersten Weltkrieg Georg Ermarth und Carl Würth 1920–1925 Peter Spindler 1925–1945 Albert Uhinck 1945–1972 Adolf Weiß 1972–1984 Reichard Jung 1984–1999 Josef Ehrhardt (CDU) 1999–2014 Helge Wilding (SPD) 2014–2024 Sascha Wötzel (SPD) seit 2024 Maximilian Kniel
Wappen
Verkehr Die Gemeinde wird durch die Buslinie 921 bedient, die eine stündliche Verbindung zu den Bahnhöfen in Monsheim und Kirchheimbolanden herstellt. Seit 2024 verkehrt die neue Buslinie 439, die die Dörfer der Verbandsgemeinde Monsheim, darunter auch Mölsheim, miteinander verbindet.
Feste Seit alter Zeit wird einmal im Jahr die „Melsemer Kerb“ (Kirchweih) am Wochenende nach Ägidius, dem Patron der Kirche, gehalten. Dies wird am ersten Wochenende im September gefeiert. Traditionell beginnt die Kerb samstags mit der Eröffnung durch die Kerwejugend. Sonntags erfolgt ein Umzug durchs Dorf, die Kerb endet montags abends. Als ein Lehrer fragte, welches die heiligen Feste des Jahres in Mölsheim seien, antwortete ein Junge: Ausgangs des 19. Jahrhunderts wurde in den Sälen Dauscher und Klöter zum Tanz eingeladen. Den Kerweborsch, die den Kerwestrauss gesteckt und geschmückt hatten, wurden die ersten Tänze zugesprochen.
Personen aus Mölsheim Die Rheinhessische Weinkönigin 2018/2019 Anna Göhring stammt aus Mölsheim.
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Mölsheim
Literatur
nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Gießen 1905, S. 305–306. Heimat- und Kulturverein Mölsheim e. V.: Mölsheim. Aus der Geschichte eines rheinhessischen Dorfes im Zellertal. Heimat- und Kulturverein Mölsheim, Mölsheim 2002, ISBN 3-926306-34-3. Philipp August Pauli: Die römischen und deutschen Alterthümer am Rhein. 1. Abteilung, Mainz 1826, S. 86. Dieter Krienke und Ingrid Westerhoff: Kreis Alzey Worms. Verbandsgemeinden Eich, Monsheim und Wonnegau (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 20.3). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2018, ISBN 978-3-88462-379-4, S. 118–125.
Weblinks
Die Mölsheimer Goldfibel.
Anmerkungen
Einzelnachweise
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