Nack ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Alzey-Land an.

Geographie Lage Nack ist ein Dorf im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde befindet sich im Südwesten der Weinbauregion Rheinhessen und ist zudem Teil des gleichnamigen Weinanbaugebietes, welches mit seinen 26.578 ha Rebfläche das größte Weinanbaugebiet in Deutschland ist. Im Nordwesten der Gemeinde befindet sich der Ahrenberg mit der gleichnamigen Einzellage. Die Einzellage Ahrenberg liegt innerhalb der Großlage Adelberg, die wiederum dem Bereich Bingen angehört. vino.la, abgerufen am 14. November 2019. vino.la, abgerufen am 14. November 2019. Das Dorf ist Teil von zwei Naturräumen, dessen Grenze sich von Norden nach Süden durch die Gemarkung zieht. Der westliche Teil – ohne Siedlungsfläche – gehört der naturräumlichen Haupteinheitengruppe des Saar-Nahe-Berglands (Nr. 19) an, einer Mittelgebirgslandschaft, die sich durch Rheinland-Pfalz und das Saarland zieht. Hierbei liegt die Gemarkung in der Haupteinheit des Nordpfälzer Berglands (193) sowie der Untereinheit der Glan-Alsenz-Höhen (193.12–16), präziser im Naturraum der Wiesener Randhöhen (193.15). Der östliche und größere Teile der Gemarkungsfläche, auf dem auch die Siedlungsfläche liegt, gehört der naturräumlichen Haupteinheitengruppe der Oberrheinischen Tiefebene (Nr. 20–23) an. Hierbei liegt die Gemarkung in der Haupteinheit des Rheinhessischen Tafel- und Hügellands (227) sowie der Untereinheit des Alzeyer Hügellands (227.4), präziser im Naturraum der Bolander Randhöhen (227.41). Darüber hinaus gehören große Teile der Gemarkung dem Landschaftsschutzgebiet der Rheinhessischen Schweiz an, einem Naturraum der sich aus den Wiesener Randhöhen und dem Neubamberger Riegel zusammensetzt. Lediglich der der südöstliche Teil der Gemarkung gehört nicht zu diesem Landschaftsschutzgebiet.

Nack gehört dem Landkreis Alzey-Worms sowie der Verbandsgemeinde Alzey-Land an und verfügt über ein Areal von 5,56 km², welches überwiegend als Landwirtschaftsfläche genutzt wird. Die Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Wendelsheim (nördlich), Erbes-Büdesheim (östlich), Offenheim (südöstlich), Bechenheim (südlich) und Nieder-Wiesen (westlich). Das Dorf liegt auf einer mittleren Höhe von und verfügt über einen Tiefpunkt von an der westlichen Gemeindegrenze zu Nieder-Wiesen sowie einem Höchstpunkt von an der südlichen Gemeindegrenze zu Bechenheim. Der Ortskern befindet sich auf einer Höhe zwischen und .

Flächenaufteilung Flächennutzung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz (Stand 31. Dezember 2017).

Fluraufteilung Die Nacker Gemarkung verfügt über eine Gesamtfläche von 556 ha, wobei auf den Ortskern beziehungsweise die Siedlungs- und Verkehrsfläche 66 ha – also rund 11,8 % der Gesamtfläche – entfallen. Die landschaftlichen Flächen um das Dorf sind in verschiedene Flure aufgeteilt, diese setzten sich aus zehn Hauptfluren, mit ihren Untereinheiten zusammen. Die Fluraufteilung sieht wie folgt aus:

Norden: Auf dem Berg: Ahrenberg, Am Ahrenberg, Am Berg, Auf dem Berg Rieth: Im Pabst, Zu Rieth Auf dem Ufer: Auf der Brech Nordosten: Enterpfuhl: Am Kreuz, In der Döll, Im Entenpfuhl Osten: Baierforst: Im Schadacker, Bei der Ziegelhütte, Am Arnoldsgarten, An der Erbes-Büdesheimer Straße, Am Baierforst, Am Röderweg Südosten: Zu Bauch: An der Bechenheimer Straße, Zu Roth Süden: Kurzgewann: In den hundert Morgen, Auf der Straße Maßholder: Am Bechenheimer Weg, An der Lust, In der Maßholder, Am Dornberg, Am Niederwiesener Weg, Auf der Gipp, In der Muhl, Auf der Haid, am Kappenwald, Im Loch Merzhöbel: Auf dem Damm, Auf der Heugabel, In der Bornwiese, Auf dem Merzhöbel, In der Merzenau, In den neun Morgen Westen: Pfingstkopf: Oberster Pfingstkopf, Am Pfingstweg, Unterster Pfingstkopf

Erhebungen

Im Norden der Gemeinde befindet sich der Nacker Ahrenberg, auf den Wiesener Randhöhen der Glan-Alsenz-Höhen des Nordpfälzer Berglandes. Der Name der Lage entstand durch die falsche Schreibung des mittelhochdeutschen Adjektivs „overen/oren“. Die Bezeichnung muss als „Oberberg“ gedeutet werden. Der Nacker Ahrenberg befindet sich auf einer Höhe von und verfügt über eine Rebfläche von 28 ha sowie ein Wochenendgebiet am südwestlichen Hang. Auf dem Ahrenberg befindet sich die gleichnamige Einzellage. Die Einzellage Ahrenberg liegt innerhalb der Großlage Adelberg, die wiederum dem Bereich Bingen angehört. Seine Böden bestehen überwiegend aus Andesit Braunerde, einem vulkanischen Gestein mit mittlerem SiO2-Gehalt, Verbraunung und Verlehmung, welche aus dem Zeitalter des Perm entstammen. Die Andesit Braunerde ist ein Endprodukt dunkler, vulkanischer Lava des Rotliegend. Es handelt sich um einen flachgründigen, stark steinigen, sandig-tonigen Lehmboden mit geringer Speicherfähigkeit für pflanzenverfügbares Bodenwasser. Der Boden verfügt über ausreichende Durchlüftung, eine gute Nährstoffversorgung sowie gute Erwärmbarkeit und eingeschränkte Wurzeltiefe. Nach Westen und Nordwesten grenzt der Nacker Ahrenberg an das Naturschutzgebiet Arenberg-Dreigemeindewald, einem 0,65 km² großem Gebiet, das im Jahr 1991 unter Naturschutz gestellt wurde. Im Dreigemeindewald zwischen Nack, Mörsfeld und Wendelsheim gibt es auf der Arenberg-Seite mehrere Fundstellen auf Privatgelände, die in den letzten Jahren (2014–2016) Achate in intensiver Färbung lieferten. Die Stücke sind allerdings meist kleiner als 10 cm und besitzen eine Vielzahl von Rissen. Am 2. Juni 2010 erfolgte die Einweihung eines Hinweisschildes zur Weinbergslage des Nacker Ahrenbergs, in der Nähe des Sportplatzes und der Straße Am Wingertsberg.

Wasserflächen

Die Gemeinde Nack verfügt über eine Wasserfläche von drei Hektar, was einem Anteil von 0,6 % der Gesamtfläche der gesamten Gemarkung ausmacht. Die Wasserflächen setzen sich überwiegend aus drei Bächen, einem Biotop sowie einem Teich zusammen. Bei einem der Bäche handelt es sich um den Nackbach. Dieser verfügt über eine Gesamtlänge von 2,3 km, der in der Gemeinde selbst entspringt und in der Nachbargemeinde Nieder-Wiesen in die Wiesbach mündet. Der Nackbach entspringt auf einer Höhe von in der Nähe des Nacker Wasserbehälters, südlich der Gemeinde am rechten Fahrbahnrand der Landesstraße 407. Der Bach fließt zum größten Teil durch den südlichen Teil der Gemeinde. Auf einer Höhe von mündet er im Nordwesten der Nachbargemeinde Nieder-Wiesen – in der Nähe der Kläranlage Nack/Nieder-Wiesen – in einen Seitenarm des Wiesbachs. Der Nackbach verfügt über einen Zufluss. Am Pfingstweg, nahe der Kreisstraße 7 Richtung Nieder-Wiesen, mündet linksseitig der Waldwiesenbach in den Nackbach. Dieser verfügt über eine Gesamtlänge von 0,95 km der sowohl in der Gemeinde entspringt, als auch entmündet und ebenfalls nur den südlichen Teil der Gemeinde durchstreift. Der Waldwiesenbach entspringt auf einer Höhe von , auf der östlichen Seite des Merzhöbel, südlich der Nacker Gemarkung. Vom Merzhöbel fließt er westlich zwischen dem Oberen und Unteren Pfingstkopf vorbei und mündet auf einer Höhe von am Pfingstweg in die Nackbach. Zwischen dem Oberen und Unteren Pfingstkopf streift der Waldwiesenbach ein Feuchtbiotop (Nummer S015485), dass der „Herstellung eines Gewässers“ dient und der Abteilung „Ausbau oberirdischer Gewässer“ untergeordnet ist. Darüber hinaus entspringt im südlichen Teil der Gemarkung, in der Nähe der Gemeindegrenze zu Bechenheim, der Dornbach. Dieser Bach verfügt über eine Gesamtlänge von 1,56 km und mündet ebenfalls, wie der Nackbach, in der Nachbargemeinde Nieder-Wiesen, als rechter Nebenfluss in die Wiesbach. Der Dornbach entspringt auf einer Höhe von auf dem Maßholder, von dort überquert er zunächst die Gemeindegrenze nach Nieder-Wiesen, ehe er anschließend die Flure Dornberg und Am Wingertsberg durchfließt und im Ortskern in die Wiesbach mündet. Alle drei Bäche sind der dritten Ordnung zugeordnet. Darüber hinaus befindet sich auf dem Gelände hinter der Feuerwehr ein Teich, der jedoch nicht öffentlich zugänglich ist.

Klima In Nack herrscht ein „gemäßigt warmes“ Klima, die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 8,8 °C. Im Jahresverlauf ist der Juli der wärmste Monat mit einer durchschnittlichen Temperatur von 17,4 °C. Der kälteste Monat ist der Januar mit einer durchschnittlichen Temperatur von −0,2 °C. Daraus ergibt sich ein Unterschied von 17,6 °C zwischen dem kältesten und wärmsten Monat. Selbst in trockenen Monaten gibt es in Nack „viel“ Niederschlag. Der Niederschlag variiert um 25 mm pro Quadratmeter zwischen dem trockensten Monat März (42 mm) und dem niederschlagsreichsten Monat August (67 mm). Über das komplette Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge zu 636 mm pro Quadratmeter auf.

In einer durch Wladimir Köppen entwickelten und von Rudolf Geiger fortgeführten Klimaklassifikation zählt Nack zur Klassifikation „CfB“. Als C-Klimate bezeichnete man „warm-gemäßigte“ Regenklimate, deren Temperatur des kältesten Monats zwischen 18 °C und −3 °C liegen. Die jährliche Niederschlagssumme liegt höher als die beim Steppenklima BS berechnete Trockengrenze. Der Klimatyp „Cf“ steht für ein „feuchtgemäßigtes Klima“, die Niederschläge hierbei sind relativ gleichmäßig verteilt. Mit der Bezeichnung des Klimauntertypen „b“ wird ein „warmer Sommer“ beschrieben. Im b-Klima liegt die Durchschnittstemperatur der vier wärmsten Monate über dem 10-°C-Mittel, der wärmste hingegen unter der 22-°C-Marke. Das Cfb-Klima ist einer der am häufigsten anzutreffenden Klimatypen, vor allem in Mittel- und Westeuropa. Orte mit einem vergleichbaren Cfb-Klima sind unter anderem: Han i Elezit (Kosovo), Köln (Deutschland), London (Vereinigtes Königreich) oder auch Wellington (Neuseeland).

Schutzgebiete Im westlichen Teil der Gemarkung, zwischen dem Oberen und Unteren Pfingstkopf, befindet sich ein Feuchtbiotop (Nummer S015485), dass der „Herstellung eines Gewässers“ dient und der Abteilung „Ausbau oberirdischer Gewässer“ untergeordnet ist. Das Feuchtbiotop wird vom Waldwiesenbach gestreift. Ebenfalls im westlichen Teil der Gemarkung, auf dem Ahrenberg in der Nähe der Wochenendhaussiedlung, befindet sich eine 0,01 ha große Felswand (Gebietsnummer: BT-6213-0150-2009). Diese Felswand steht unter den gesetzlichen Schutzstatus „Biotoptypen der gesetzlich geschützten Biotope“ sowie „Schutz zur Erhaltung von Biotopen bestimmter Arten“. Es handelt sich um den Biotoptyp „sekundärer Silikatfels“, der „spärlich mit Gehölzen bewachsen“ ist. In der Nähe der Felswand befindet sich ein „Halbtrockenrasen“ (Gebietsnummer: BT-6213-0151-2009), der über die gleichen Schutzstatus verfügt. Der Rasen erstreckt sich auf zwei Flächen verteilt über eine Fläche von 0,73 ha. Es handelt sich um den Biotoptyp „Trespen-Halbtrockenrasen“, einen naturnahen Kalk-Trockenrasen mit Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia). Dieselben Schutzstatus genießt ebenfalls ein „Halbtrockenrasen-Relikt“ (Gebietsnummer: BT-6214-1060-2009) auf dem Flur Auf dem Ufer, am Motocrossgelände nördlich von Nack. Der Rasen erstreckt sich auf drei Flächen verteilt über eine Fläche von 0,16 ha. Es handelt sich hierbei ebenfalls um den Biotoptyp „Trespen-Halbtrockenrasen“, mit einem naturnahen Kalk-Trockenrasen und Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) sowie einem besonderen Orchideen-Bestand. Die südliche Teilfläche beheimatet einen Übergang zum Steppenrasen, während die nördliche Teilfläche verbuscht ist.

Geschichte Ortsname