miniatur|Altes Rathaus, Markt 6 (2012) Das Gebäude Markt 6 (auch Altes Rathaus genannt) in Bad Honnef, einer Stadt im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen, ist ein 1894/95 errichtetes heutiges Wohn- und Gasthaus. Es war bis 1983 als Rathaus Sitz der städtischen Verwaltung. Das Gebäude steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz. Es liegt an der Nordseite des Marktplatzes gegenüber der Pfarrkirche.

Geschichte Das Haus entstand als erstes stadteigenes Rathaus der Stadt Honnef, die im Jahre 1862 die kommunale Eigenständigkeit und zugleich Stadtrechte erhalten hatte. Das Bürgermeisteramt war zuvor im Obergeschoss des Hauses Bahnhofstraße 26 beheimatet, wo auch der Gemeinderat tagte.Karl Günter Werber: Bad Honnef: Zeitsprünge. Sutton Verlag, Erfurt 2009, ISBN 978-3-86680-560-6, S. 28Karl Günter Werber: Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten, Band 2, Europäische Bibliothek, Zaltbommel 2000, ISBN 90-288-6625-6, Abb. 36. Die Stadt schrieb einen Architektenwettbewerb aus, aus dem der Entwurf des Kölner Architekten Johann Georg EberleinWolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8.) 2 Bände, J. P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, Band 2, S. 821. aufgrund einer günstigen Raumaufteilung siegreich hervorging. Der Ratssaal, Tagungsort des Stadtrats, befand sich im ersten Obergeschoss.Historisches erstes stadteigenes Rathaus der Stadt Bad Honnef, Heimat- und Geschichtsverein „Herrschaft Löwenburg“ e.V., 2001 Am 30. Juni 1895 wurde das neue Rathaus eingeweiht., Honnef heute.de, 21. März 2014 Nachdem die Räume dort zu eng geworden waren, wurde in dem 1913 von der Stadt angekauften östlich angrenzenden Fachwerkhaus aus dem 17./18. Jahrhundert (Markt 7) die Polizeistation und später das Standesamt eingerichtetUrsula Gilbert: Häuser für den Rat: Honnefs Rathäuser. In: Heimat- und Geschichtsverein „Herrschaft Löwenburg“ e.V.: 150 Jahre Stadt Bad Honnef. Edition Blattwelt, Niederhofen 2012, ISBN 978-3-936256-50-5, S. 92–94., 1921 auch das Fachwerkhaus an der Ecke Rommersdorfer Straße erworben.Heimatverein Siebengebirge (Hrsg.); Christian Kieß, Frieder Berres: Bad Honnef [Bildband]. Rheinlandia Verlag, Siegburg 1997, ISBN 978-3-931509-46-0, S. 25.

Nach einer durch das Bevölkerungswachstum und die Eingemeindung von Aegidienberg (1969) bedingten Vergrößerung der Stadtverwaltung war diese Mitte der 1970er-Jahre auf fünf Dienstgebäude verteilt. Daher beschloss der Stadtrat 1977, das alte Rathausgebäude aufzugeben und ein neues zu errichten. Es entstand nach einem Entwurf des Architekten Joachim Schürmann südöstlich von Marktplatz und Pfarrkirche. Der Umzug der Stadtverwaltung erfolgte nach Fertigstellung des Neubaus im März 1983. (PDF; 6,9 MB), Die Bad Honnefer Wochenzeitung, 5, April 2013, S. 1/2 Das bisherige Rathaus wurde anschließend durch eine Altentagesstätte, eine Funkzentrale des Deutschen Roten Kreuzes und eine Tanzschule genutzt; in dem benachbarten bisherigen Standesamt eröffnete 1992 eine Gastwirtschaft, deren Pächter das Alte Rathaus im Jahre 1997 von der Stadt erwarb und auch dort nach einer denkmalgerechten Restaurierung bis 1999 einen (zusammengehörigen) Gastronomiebetrieb einrichtete.Jürgen Schwalb (Hrsg.): Speisekarte Altes Standesamt/Altes Rathaus. Bad Honnef o. J. (ca. 1999) In dem vormaligen Ratssaal, ausgewiesen als Nebenstelle des Standesamts, werden weiterhin Trauungen abgehalten.

Die Eintragung des Gebäudes in die Denkmalliste der Stadt Bad Honnef erfolgte am 17. November 1986.

Architektur Das Haus liegt auf einem nach Osten ansteigenden Gelände und ist in geschlossener Bauweise errichtet. Es umfasst zwei Vollgeschosse sowie vier Achsen, von denen die rechte als Eingangsachse ausgebildet ist. Das Portal ist im Giebel mit neobarocken Ornamenten geschmückt und zeigt dort das Stadtwappen und vier Löwenköpfe. Das Obergeschoss trägt einen Balkon, dessen Brüstung mit neogotischem Maßwerk ausgestattet ist. Das Dachgeschoss verfügt über vier Walmgauben samt Dachknauf. Bekrönt wird das Rathaus von einem Dachreiter mit einem Dachhelm, bedeckt mit Kupferblech und nach oben hin abgeschlossen von einem weiteren Dachknauf.

Weblinks

Einzelnachweise Denkmalliste der Stadt Bad Honnef, Nummer A 121

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