mini|Admiral Dieter Wellershoff, Generalinspekteur der Bundeswehr (1991) Admiral (Plural: Admirale, auch Admiräle) ist ein Dienstgrad der Marinestreitkräfte in den meisten Staaten und häufig zugleich die Sammelbezeichnung für die Gruppe der Flaggoffiziere, also aller Admiralsdienstgrade.

Etymologie Die Bezeichnung leitet sich ab von einem arabischen Titel wie o. ä.Beleg u. a. DWDS, Art. Admiral Vergleiche Ammiratus.zuvor stand dort amir al-bahr, was in etwa Führer der See bedeutet und sinnig ist, aber eben nicht amir al-3li transkribiert. Sie leitet sich konkret von „amir“ (Befehlshaber) und „al-bahr“ (Meer) ab.

Im 10. und 11. Jahrhundert führten Flottenführer in Griechenland (Byzantinisches Reich) die Bezeichnung Amiralios (entsprach etwa dem Grad des Admirals), während die Heeresführer Amiras (etwa General) hießen; beide Begriffe sind vom selben arabischen Substantiv ʾamīr abgeleitet. Im 12. Jahrhundert erhielten zunächst die Befehlshaber der Flotten von Genua und Sizilien die Bezeichnung, im 13. Jahrhundert dann auch die von England und Frankreich, denen die anderen europäischen Staaten später folgten.

Im Deutschen ist das Wort zunächst ab dem 12. Jahrhundert in unterschiedlichen Schreibweisen Formvarianten wie amiral, ammiralt, admirat u. ä. belegt, zunächst noch in der Bedeutung ‚muslimischer Befehlshaber‘, ‚Kalif‘. Ab dem 14. Jahrhundert wurde es dann in der neuen Bedeutung ‚Flottenbefehlshaber‘ aus dem Französischen neu entlehnt.F. Kluge, E. Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Berlin 1995.M. Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch Online.

Dabei war die Bezeichnung „Admiral“, als letzte Instanz in einer Flotte, nicht nur auf militärische Verbände beschränkt. Bis ins 17. Jahrhundert konnte in Konvois aus Handelsschiffen in einer Kapitäns- oder Schifferversammlung eines der Mitglieder zum Admiral gekürt werden. Dieser Verband segelte dann in einer Admiralschaft. Ebenso konnte auch der Befehlshaber eines Konvoischiffes zum Admiral werden. Dieser Kapitän konnte der Befehlshaber eines städtischen, eines landesherrlichen oder auch privaten Kriegsschiffes sein. Wurde er von den Handelskapitänen zu ihrem Schutz angestellt oder angenommen, zahlten sie also entsprechende Abgaben – das so genannte „Convoigeld“ –, wurde er zum Admiral dieses geschützten Konvois. Auch hier segelte man dann in einer Admiralschaft.A. Bijl: De Nederlandse Convooidienst. Den Haag 1951, S. 71.

Marinestreitkräfte der deutschen Staaten Kaiserliche Marine 1918 In der Kaiserlichen Marine wurden von 1872 bis 1918 die Dienstgrade Konteradmiral (bis 1898 Contreadmiral), Vizeadmiral und Admiral sowie Großadmiral (Hans von Koester (1905), Heinrich von Preußen (1909), Alfred von Tirpitz (1911) und Henning von Holtzendorff (1918)) vergeben. Der Großadmiral entsprach dem Generalfeldmarschall im Heer. Admirale der Kaiserlichen Marine bis 1918 Bezeich-nung Großadmiral(GrsAdm) Admiral(Adm) Vizeadmiral(VAdm) Konteradmiral(KAdm) Schulter­stück zentriert|55px zentriert|50px zentriert|50px zentriert|50px Reichsmarine bis 1935 In der Reichsmarine von 1922 bis 1935 wurden die Ränge Konteradmiral, Vizeadmiral und Admiral vergeben.

Kriegsmarine bis 1945

In der deutschen Kriegsmarine wurden von 1935 bis 1945 die Ränge Kommodore, Konteradmiral, Vizeadmiral, Admiral und Generaladmiral sowie Großadmiral (Erich Raeder (1939), Karl Dönitz (1943)) für die Oberbefehlshaber vergeben.

Zum Dienstgrad Admiral der Kriegsmarine war das Äquivalent der General der Waffengattung bei Heer und Luftwaffe.

Admirale der deutschen Kriegsmarine bis 1945 Bezeich-nung Großadmiral(GrsAdm) Generaladmiral(GenAdm) Admiral(Adm) Vizeadmiral(VAdm) Konteradmiral(KAdm) Schulter­stück zentriert|55px zentriert|50px zentriert|50px zentriert|50px zentriert|50px Ärmel-streifen zentriert|50px zentriert|50px zentriert|50px zentriert|50px zentriert|50px Kom-mando-flagge zentriert|75px zentriert|65px zentriert|60px zentriert|60px zentriert|60px

Volksmarine bis 1990 mini|DDR-Admiral Wilhelm Ehm und Vizeadmiral Gustav Hesse 1979

In den Seestreitkräften bzw. der Volksmarine (ab 1960) der DDR gab es bis 1982 die drei Admiralsdienstgrade Konteradmiral, Vizeadmiral und Admiral. Mit Beschluss des Staatsrates der DDR vom 25. März 1982 wurde zudem der Dienstgrad des Flottenadmirals, äquivalent zum Armeegeneral, geschaffen, jedoch nie verliehen.

Der Admiral war in der Volksmarine der DDR der zweithöchste Dienstgrad im Admiralsrang. Er entsprach dem Generaloberst der NVA. Das Dienstgradabzeichen bestand aus Schulterstücken mit marineblauem Untergrund und darauf einer geflochtenen gold-silbernen Schnur, auf der drei fünfeckige silberfarbene Generalssterne („Pickel“) angebracht waren. Schulterstücke wurden zu allen Uniformteilen getragen. Das Ärmelabzeichen bestand aus einem breiten gelbfarbigen Streifen und drei weiteren einfachen Streifen. Darüber war ein fünfzackiger Stern angebracht, in dessen Innerem sich das Wappen der DDR befand. Im Unterschied zu allen übrigen deutschen Marinestreitkräften bedeckten die Ärmelabzeichen nur zu ca. 40 % den Ärmelumfang. Die Admiralskragenspiegel zeigten eine goldfarbene Ranke, die am unteren Ende einen Winkel von 90° aufwies.

Waldemar Verner, Wilhelm Ehm und Theodor Hoffmann waren die einzigen Admirale in der Volksmarine. In diesen Dienstgrad wurde man nur in Verbindung der Dienststellung des Ministers für Nationale Verteidigung oder seines Stellvertreters befördert. Bis 1989 war der Chef der Volksmarine gleichzeitig stellvertretender Minister. Theodor Hoffmann wurde anlässlich seiner Berufung zum Minister für Nationale Verteidigung zum Admiral befördert und behielt den Dienstgrad auch als Chef der Nationalen Volksarmee unter dem Minister für Abrüstung und Verteidigung Rainer Eppelmann. Waldemar Verner wurde während seiner Zeit als Chef der Politischen Hauptverwaltung, ebenfalls Stellvertreter des Ministers, zum Admiral befördert.

Flaggoffiziere der Volksmarine OF-9 bis 6 OF-9 OF-8 OF-7 OF-6 Arabesken Lampassen Flottenadmiral (im Rang) Admiral (im Rang) Admiral Vizeadmiral Konteradmiral Minister für Nationale Verteidigung Stv. MfNV / Chef VM Chef Volksmarine zentriert|80px zentriert|120px 55px55px 55px 55px 55px Ärmelstreifen zentriert|50px zentriert|50px zentriert|50px zentriert|50px zentriert|50px Kommandoflaggen zentriert|110px zentriert|100px zentriert|90px zentriert|80px zentriert|70px zentriert|70px

Bundeswehr

Der Admiral ist der höchste Dienstgrad der Bundeswehr für Marineuniformträger. Gesetzliche Grundlage ist die Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten und das Soldatengesetz.

Dienststellungen Innerhalb der Kommandostruktur der Teilstreitkraft Marine sind keine Dienststellungen für Admirale ausgeplant. Beispielsweise kann aber der Generalinspekteur der Bundeswehr ein Admiral sein. Denkbar ist auch eine Verwendung in höheren Stäben der NATO. Bisher gab es erst sechs Offiziere im Dienstgrad Admiral.

Dienstgradabzeichen

Die Dienstgradabzeichen des Admirals zeigen einen handbreiten, darüber drei mittelbreite Ärmelstreifen auf beiden Unterärmeln.In der ZDv 37/10 sind neben der in der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten beschriebenen Form als Ärmelabzeichen auch entsprechende (d. h. ähnlichgestaltete) Schulterabzeichen für Marineuniformträger beschrieben. Auffällig ist, dass bei Admiralen der handbreite Ärmelstreifen (5,2 cm) der Ärmelabzeichen auf den Schulterklappen nur halb so breit (2,6 cm) ausgeführt wird. Alle anderen Tressenbreiten für alle anderen Dienstgrade sind für Ärmel- und Schulterabzeichen sonst stets identisch breit.

Sonstiges

Die Dienstgradbezeichnung ranggleicher Luftwaffen- und Heeresuniformträger lautet General. Hinsichtlich Befehlsbefugnis, Ernennung, Sold, Dienststellungen, den nach- und übergeordneten Dienstgraden sind Admirale und Generale gleichgestellt. Beide Dienstgrade wurden durch die Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten vom 7. Mai 1956 neu geschaffen.

Verwendung als Sammelbezeichnung Gemäß Duden lautet der Plural Admirale oder Admiräle,Implizit wird im Fall der Umlautung damit das Wort „Admiral“ ganz analog zum „General“ mehr als deutsches denn als fremdsprachiges Wort aufgefasst, vgl. wobei in der Umgangssprache (meist auch im Sprachgebrauch der Bundeswehr) die Pluralform „Admirale“ vorherrscht.Vgl. dazu

Gemäß der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) A-1420/24 „Dienstgrade und Dienstgradgruppen“ existiert keine Dienstgradgruppe „Admirale“ oder „Admiräle“. Vielmehr zählen die höheren Marineuniformträger zur Dienstgradgruppe der Generale. Dennoch wird der Plural neben einer Zusammenfassung mehrerer Soldaten im Dienstgrad Admiral auch als Sammelbezeichnung für mehrere Dienstgrade verwendet. Aufgrund des inoffiziellen Charakters ist nicht immer klar, ob Admirale nur alle Soldaten meint, die mit HerrFrau Admiral angeredet werden (also nur die Dienstgrade Flottillenadmiral, Konteradmiral, Vizeadmiral und Admiralvgl. auch vgl. auch vgl. dazu auch Anrede der Offiziere der Dienstgradgruppe der Generale) oder darüber hinaus alle weiteren Marineuniformträger (also einschließlich entsprechender Sanitätsoffiziere) der Dienstgradgruppe der Generale mit einschließt.

Streitkräfte des Vereinigten Königreichs Der erste englische Admiral der Royal Navy war William of Leybourne, der 1297 von König Edward I. zum Admiral of the sea of the King of England ernannt wurde. Der Admiral als Marineoffizier darf nicht verwechselt werden mit dem Amt des Admiral of England oder Lord High Admiral, dessen Inhaber die Verantwortung für die gesamte Marine hatte, also ein Marineminister im heutigen Sinne war.

In der Royal Navy gab es seit dem 16. Jahrhundert die Funktion der Vize- und Konteradmirale (Vice- beziehungsweise Rear-Admirals), die ursprünglich Stellvertreter des kommandierenden Admirals waren. Ein kommandierender Admiral konnte seine Flotte von der Spitze oder von der Mitte aus führen. Befand er sich auf einem Schiff in der Mitte der Flotte, hatte er in der Spitze einen Stellvertreter, den Vizeadmiral. Einen weiteren Stellvertreter hatte er im hinteren, der Spitze entgegengesetzten Bereich, den Konter- oder Rear-Admiral (von lateinisch contra, gegen, beziehungsweise englisch rear für hinten).

Im elisabethanischen Zeitalter wurde die Flotte so groß, dass sie in Geschwader (squadrons) unterteilt werden musste. Das Geschwader des Admirals führte einen roten Stander, das des Vizeadmirals einen weißen und das des Konteradmirals einen blauen. Nachdem auch diese Geschwader immer mehr angewachsen waren, wurde jedes davon von einem Admiral mit jeweils einem Vize- und Konteradmiral geführt. Die Bezeichnung für die Befehlshaber lautete dann Admiral of the White, Admiral of the Blue usw.

Die Rangfolge der Flotten und damit auch ihrer Admirale war in absteigender Folge: Rot, Weiß, Blau. Die Beförderung zum Admiral erfolgte in Abhängigkeit vom Dienstalter als Kapitän und galt auf Lebenszeit. Man konnte demnach erst dann weiterbefördert werden, wenn der Inhaber des höheren Ranges gestorben war oder seinen Abschied genommen hatte. Eine andere Möglichkeit war, einen unfähigen Admiral oder einen, der den Unwillen der Lords der Admiralität erregt hatte, ohne Kommando zu befördern. Man bezeichnete diese Praxis als Yellowing und den auf diese Weise aus dem Weg Geräumten als Yellow Admiral.

Die Rangfolge der Flaggoffiziere / Admirale (absteigend)

Admiral of the Fleet Admiral of the Red (ab 1805) Admiral of the White Admiral of the Blue Vice Admiral of the Red Vice Admiral of the White Vice Admiral of the Blue Rear Admiral of the Red Rear Admiral of the White Rear Admiral of the Blue

Als Lord Nelson starb, war er Vice Admiral of the White.

Im 18. Jahrhundert begann man damit, die ursprünglich neun Dienststellungen mit mehreren Inhabern zu besetzen.